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Fandom: Original (Our Own World)
Challenge: "Hab ich dir heute schon gesagt, dass..."
Charaktere: Markus, seine Familie und ein neuer Charakter
Anmerkung: Die machen mich noch wahnsinnig! ;___; Aber der Nano-Plot mit den Charakteren steht. ^-^
Teil 1

Markus hatte keine Ahnung, wie Lăn es am Ende fertiggebracht hatte, aber noch am selben Abend fragte sein Vater: „Wie hat sie euch rumgekriegt, dass ihr mit ihr zum Schulfest fahrt?“ Dabei grinste er und wirkte irgendwie sehr erleichtert.
„Küchendienst“, antwortete Markus nur. Sein Vater runzelte skeptisch die Stirn. „Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das so eine gute Idee ist... Die Teller sind neu.“
„Sie hat uns versichert, dass sie die Küche ganz lassen wird.“
„Hoffen wir es mal. Jiao hatte die Hoffnung aber schon aufgegeben.“ Er grinste.
„Dann hat sie ja offenbar was richtig gemacht. Brauchst du das Auto heute abend eigentlich noch? Jens hat vorhin angerufen...“
„Was habe ich für faule Kinder... könnt ihr nicht einmal das Fahrrad nehmen?“
„Das sagt der Richtige. Außerdem haben Lăn und ich heute schon das Fahrrad genommen. Auf der Rückfahrt sind wir nass geworden.“
„Ja... dieser Frühling ist wirklich sehr launisch. Wegen meiner kannst du das Auto kriegen. Aber bring es heil zurück.“
„Im Gegensatz zu Verena hab ich die Fahrprüfung im ersten Anlauf geschafft.“
„Ja, den praktischen Teil.“
„Der zählt doch.“ Er grinste und wollte schon gehen, als sein Vater ihn zurückrief. „Warte mal. Danke. An Veve und dich. Ich hatte schon ein schlechtes Gewissen, weil ich Lăn nicht fahren kann.“
„Kein Ding. Sie weiß halt, wie sie uns rumkriegt.“
„Wo wollen Jens und du eigentlich hin?“
Eigentlich fühlte Markus sich für solche Fragen etwas zu alt, aber sein Vater war manchmal etwas überbesorgt. Vor allem, wenn es um seine Kinder ging. Diese wussten es im gleichen Maße zu schätzen, wie es sie nervte.
„Ins Visage. Da ist heute ne Homoparty.“ Nicht dass er sich wirklich Hoffnungen darauf machte, die Szene hier hatte recht wenig zu bieten. Aber vielleicht gab es ja noch eine Überraschung.
„Oh... okay. Pass auf dich auf.“
„Klar.“ Markus winkte und verabschiedete sich noch eben von seiner Mutter, die mit Verena eine chinesische Diskussion über die nächste Haarfarbe führte.
„Wir wollen Montag ein Foto für meine Familie machen, wenigstens dafür kannst du sie schwarz färben. Du weißt genau, dass meine Eltern es nicht mögen, wenn du so... bunt rumläufst.“
„Sie werden damit leben müssen. Ich mach sie als nächstes Lila. Wenn ich sie jetzt schwarz mache, ist es sauschwer, da ne andere Farbe reinzukriegen und es macht die Haare kaputt!“
„Ich habe ja auch nichts gegen deine... Vorliebe für bunt. Aber es ist Mamas achzigster Geburtstag, da wollte ich ihr ein hübsches Bild von uns schicken, wenn wir schon nicht rüberfliegen können.“
„Erwartest du auch von Markus, dass er seine Haare schneiden lässt?“
„Es wäre mir am Liebsten, ja. Aber es geht hier nicht um ihn. Bitte, tu deiner Oma den Gefallen.“
Markus grinste und betete, dass er nicht allzu schnell entdeckt werden würde. Sonst könnte er sich ähnliches anhören und er hatte nicht vor, seine Haare kürzen zu lassen. Er sah, wie Verena unwillig mit der Hand durch ihre pinken Haare fuhr. Die Farbe war bereits etwas verblasst. „Ich überlegs mir. Aber ganz schwarz werden sie auf keine Fall! Höchstens mit lila Strähnen!“ Sie verstummte nachdenklich. „Das wäre mal eine Idee... Strähnen hatte ich schon lange nicht mehr...“
Das war eindeutig der richtige Zeitpunkt, zu verschwinden.
Als er sich umdrehte, bemerkte Verena die Bewegung an der Tür und rief: „Markus!“
„Ciao!“ Jetzt war ein schneller Abgang angesagt. Ein sehr schneller. Als er die Haustür hinter sich zuwarf, hörte er noch den protestierenden Schrei seiner Schwester.

„Die Auswahl wird mit jeder Party weniger...“ Jens starrte missmutig über sein halbvolles Bierglas in die Menge. Auch wenn Menge etwas zu viel gesagt war. Trotz oder gerade weil Semesterferien waren, war ziemlich wenig los.
„Weniger nicht direkt, eher schlechter.“ Soweit er das beurteilen konnte, er war selten genug hier.
„Das sowieso. Die guten hauen alle ab oder werden schon abgeschleppt. Laufen bei dir bessere rum?“
„Keinen blassen Schimmer, nach der ersten Party hat mich die Szene dermaßen abgeschreckt, dass ich gleich draußen geblieben bin.“
„So schlimm?“
„Nicht mal... aber die Musik war scheiße und einige waren ziemlich aufdringlich. Außerdem geh ich eh nicht gerne auf Partys, wenn ich keinen kenne.“
„Du weißt schon, dass es Sinn der Sache ist, da neue Leute zu treffen, oder?“
„Und sie flachzulegen oder sich flachlegen zu lassen, stimmt.“
Jens stöhnte auf. „Du bist immer so pessimistisch...“
„Da wo ich herkomme, nennt man das realistisch.“
„China?“
„Sehr lustig.“ Markus begann zu bereuen, dass er mit hergekommen war, eigentlich hätte er es besser wissen müssen. Aber er sah Jens nur noch so selten und da musste man wohl bereit sein, gewisse Opfer zu bringen.
„Hey, schau mal!“ Jens stieß ihm fast das Bierglas aus der Hand, als er Richtung Eingang deutete. „Der ist echt heiß!“
„Wer?“ Markus sah erstmal nichts außer mehr oder weniger rhythmisch zur Musik zuckende Leiber und blitzende Lichter, die ihn fast blind werden ließen. An der Lichttechnik musste man hier wirklich noch arbeiten.
„Na den! Den Blonden!“
Markus hob eine Augenbraue und sah Jens zweifelnd an. Erwartete er wirklich, dass er mit der grandiosen Erklärung irgendwie weiterhelfen konnte? Hier liefen viele Blonde rum, auch im Türbereich.
„Boah, dir ist nicht zu helfen. Kein Wunder, dass du noch solo bist.“
„Du solltest daran denken, wer dich nach Hause fahren soll...“ Er bereute es, mit dem Auto hergekommen zu sein. Im Grunde hatte er nichts dagegen, sich zu betrinken, aber leiderleider musste es bei dem einen Bier bleiben.
„Ach, sei doch nicht so. Soll ich ihn für dich klarmachen?“
„So wie dir der Geifer runterläuft, zerrst du ihn selbst ins Bett.“
„Nein sagen würd ich nicht... ach, scheiße! Ne Hete.“
„Hete?“
„Ja, er hat ein Mädel im Schlepptau.“
„Das sagt noch gar nichts.“
„Wenn er ihr die Zunge in den Hals steckt, schon.“
Markus konnte nicht anders, er musste lachen. „Das nenne ich mal Zeichen setzen.“ Es kam oft genug vor, dass Leute herkamen, die hetero waren. Das war auch ganz gut so, sonst wäre die Party wesentlich schlechter besucht. Aber so eine Aktion war ihm auch neu. Immerhin sah er den Neuankömmling jetzt und musste zugeben, so schlecht sah er wirklich nicht aus. Aber eindeutig vergeben. „Er kann auch bi sein...“
„Im Leben nicht. Sowas erkenne ich.“
Gut, das stimmte.
„Was für ein Reinfall...“ Offenbar äußerst frustriert bestellte Jens sich gleich den nächsten Drink. „Wie lange bist du noch in der Stadt?“
„Nächste Woche. Morgen haben Veve und ich das zweifelhafte Vergnügen, Lăn zu ihrem dämlichen Schulfest zu fahren.“
„Echt, ihr kommt? Ich wollte mich auch blicken lassen. Die Wiegert hat die Organisation des Rahmenprogramms übernommen.“
„Und?“ Markus verstand nicht ganz, worauf er hinauswollte.
„Ich dachte, ich sag der mal Hallo und wedel mit meinen tollen Juranoten. Und wenn du dabei bist...“
„Nein“, beeilte Markus sich, seinen besten Freund zu unterbrechen. Er ahnte schon, worauf dieser hinauswollte. Und das musste wirklich nicht sein.
„Warum nicht? Vielleicht geht sie dann in Frührente!“
„Hab ich dir heute eigentlich schon gesagt, dass du spinnst? Wenn nicht: Du spinnst!“
„Warum? Ist nicht so, als hättest du mich noch nie geküsst.“ Das Grinsen sprach Bände, aber Markus war nicht bereit, sich da näher drauf einzulassen.
„Bild dir nichts drauf ein, so gut warst du nicht.“
„Hey, wir waren 15! Ich habe dazugelernt. Außerdem... willst du nicht das Gesicht der Schnepfe sehen, wenn wir vor ihrer Nase eine Show abziehen?“
„Du bist betrunken.“
„Ach, auch schon gemerkt? Also?“
„Vergiss es.“

Fortsetzung folgt~

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