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Titel: Ablenkungsmanöver 5/~8
Team: Dean
Fandom: Harry Potter
Challenge: September-Karte 2 - "Und das sagst du erst jetzt?!" (für's Team)
Charaktere: Charlie und Molly Weasley
Wörter: 780
Kommentar: ...Und da bin ich wieder? Mit Szenen, die so nie geplant waren, aber das sind Details.

Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4


Ottery St. Catchpole, August 1997

Charlie stellte den turmhohen Stapel von Tellern neben der Spüle ab und wandte sich zu seiner Mutter um, in Erwartung neuer Befehle. Aber Molly Weasley lächelte ihn nur an und legte den Kopf ein kleinbisschen schief. "Aaaaaaalso..."
Er mochte diese langgezogenen "also"s seiner Mutter nicht. Für gewöhnlich waren sie die Einleitung zu Gesprächen über dieses seltsame Viechzeug, das unter seinem Bett wohnte, oder das Aufnehmen eines "richtigen Jobs" oder darüber, dass er einen neuen Haarschnitt brauchte.
"Bill sagt, du hast einen Gast zur Hochzeit eingeladen?" ...Oder der Favorit: Potentielle Schwiegertöchter. Dafür würde Bill bezahlen.
"Ja", sagte er, weil ihn Leugnen noch nie weitergebracht hatte.
Das Lächeln seiner Mutter war... beunruhigend. "Und, wie heißt sie? Woher kennt ihr euch?"
"Mum..."
"Seit wann seid ihr zusammen?"
"Mum!"
"Jetzt erzähl doch mal ein bisschen was, Junge! Du bist schließlich auch schon vierundzwanzig, ich dachte schon... Also, wann kommt sie?"
"Sie..."
"Ja?"
Charlie atmete tief ein und fragte sich, warum es so schwer war, das zu sagen. "...ist ein er."
Seine Mutter starrte ihn an und er hatte das Bedürfnis, sich in einer Ecke zusammenzurollen oder wegzulaufen oder eine hochdramatische 'Ja, Mama, ich bin schwul und das ist toll!'-Einlage zu geben. Stattdessen starrte er zurück und wenn auch nur, weil Weglaufen im Fuchsbau keine Option war und er sich wirklich nicht sicher war, ob er schwul war, nur weil sein Magen ganz seltsame Dinge tat, wenn Oliver ihn küsste. Vielleicht war er auch allergisch gegen Küssen?
"Oh", sagte Molly und ihr Lächeln arbeitete sich langsam zurück auf ihr Gesicht. Es war nicht ganz so strahlend wie vorher, aber besser als nichts, vermutete Charlie. Er zuckte mit den Achseln.
"Und er..."
"Er ist Oliver Wood. Erinnerst du dich? Mein Nachfolger als Quidditch-Kapitän? Wir arbeiten zusammen an ner Sache für den Orden." Das breite Lächeln, das sich auf sein Gesicht geschlichen hatte, glich das fehlende seiner Mutter locker aus. Und wahrscheinlich hieß auch das etwas, irgendetwas über das Charlie sich weigerte, nachzudenken.
"Oh", wiederholte Molly und wischte sich die Hände an der Schürze ab. Nachdenklich zupfte sie ein paar nicht vorhandene Flusen vom Stoff, stand dann aber ruckartig auf und schlang die Arme um Charlie. "Das freut mich. Dass du glücklich bist. Und Wood war ein niedlicher Junge, damals."
Kurz drifteten Charlies Gedanken ab und, ja, Oliver Wood war wirklich ein niedlicher Vierzehnjähriger gewesen, mit großen Augen und knochigen Schultern, die zu breit für seinen schmächtigen Körper wirkten, und diesem Grinsen... und dann ging ihm auf, was er seiner Mutter gerade erzählt hatte.
"Mum, ich- Tschuldige, aber Oliver ist nicht mein Freund."
Sie ließ ihn los und starrte ihn erneut an.
"Also, nicht... wirklich."
Molly zog eine Augenbraue hoch und es war lächerlich, wie sehr Charlie sich fühlte, als wäre er wieder acht und hätte wieder den Quaffel durch das Küchenfenster geworfen. "Ich meine... Bei Merlins Bart, es ist so: Wir arbeiten zusammen an der Sache mit den Drachen und diese Ministeriumsleute haben uns verhört und Wood hat ihnen erzählt, wir wären zusammen. Es ist ein Ablenkungsmanöver." Er spürte, dass ihm das Blut ins Gesicht geschossen war.
Seine Mutter schüttelte lediglich den Kopf. "Und das... Wirklich Charles, ich muss dir mal ein nettes Mädchen finden, nur Drachen um einen rum, das kann nicht gesund sein." Anklagend deutete sie auf das schimmernde Brandmal auf seinem Arm. Sie fuhr sich durch's Haar und wirkte auf einmal einige Jahre älter. "Das ist doch... Also, wann kommt dein Alibi-Freund?"
"Er wollte in ner Stunde da sein..."
"Das ist gut, das ist gut..." Sie drehte sich zu dem Geschirr um und zog ihren Zauberstab aus der Schürzentasche. "Vielleicht kann er dir ja wenigstens zeigen, wie angenehm Gesellschaft ist, hm?"
"Vielleicht... Kann ich dir noch irgendwie helfen?"
Molly zuckte mit den Achseln. "Bring deine Haare in Ordnung."
Unwillkürlich fuhr sich Charlie durch das seit neustem wieder raspelkurze Haar. Als er in der Küchentür angekommen war, blieb er stehen. "Mum?" Er wusste selbst nicht, was er sagen wollte, aber er hatte das Gefühl, dass er etwas sagen musste. Es war das selbe Gefühl, dass ihn damals dazu gebracht hatte, Vertrauensschüler zu werden.
"Ja?"
Er biss sich auf die Zunge. "Ich glaube, ich hätte nichts dagegen, wenn diese... Sache mehr wäre, als ein Ablenkungsmanöver."
Nun... wenn das nicht eine interessante Wendung war... Aber Charlie hatte keine Zeit sich großartig zu wundern, weil Molly ihn fest an ihre Brust drückte, als wolle sie ihm ein paar Rippen brechen.
"Oh Charlie, mein Junge... Und das sagst du erst jetzt?" Sie schniefte. "Das freut mich ja so."
"Ich bin mir nicht sicher, ob das ein Grund zum Freuen ist..."
Sie gab ihm einen Klaps auf den Hinterkopf. "Ach du..."


→ Teil 6

Date: 2011-09-29 03:57 pm (UTC)
luinaldawen: (kawaii)
From: [personal profile] luinaldawen
*kicher* Ich freue mich hier gerade möglichst still vor mich hin und bin erleichtert, dass meine Mutter samt Verlobten gerade mit dem Hund zur Tür raus sind und ich hemmungslos beim nächsten Teil fiepen kann.
Charlie ist ja SO niedlich!
Aber Molly hat sich dann ja doch recht schnell mit der Sache abgefunden, nachdem sie erst etwas geschluckt hat. XD *sie pattet* Sie bekommt ja genug Enkel. ^-^

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