Bingo!

Sep. 3rd, 2011 04:54 pm
luinaldawen: (Default)
[personal profile] luinaldawen posting in [community profile] 120_minuten
Challenge: August-Karte 1, Haushaltsunfälle (für mich und BINGO!)
Fandom: Original (Our Own World)
Charaktere: Markus, Verena, Lăn
Wörter: 1345
Anmerkung: Es war nicht geplant, dass es plötzlich zwei Handlungsstränge gibt. o__o;;; Wirklich nicht. Ich wollte eigentlich nur die Familie der Zwillinge vorstellen. ;_; Aber Lăn (die kleine Schwester) hat sich ziemlich in den Vordergrund gedrängt. Im Grunde hat sie sich wie von selbst geschrieben, weswegen wohl noch eine oder zwei direkte Fortsetzungen hiervon folgen.
Aber A***loch wird auf jeden Fall auch fortgesetzt!
Außerdem bitte ich im Voraus um Entschuldigung, ich habe Geschwisterkisten bisher immer nur als Beobachter erlebt, da ich selbst Einzelkind bin (eigene Erfahrungen als große Cousine zählen wohl nicht, haben aber ein wenig geholfen *hust*). Wenn ich der Erfahrung von älteren Geschwistern wiederspreche, weist mich bitte darauf hin, ich will ja keinen Unsinn schreiben. :)


„Wie lange bleibt ihr eigentlich noch?“
Markus und Verena sahen fast zeitgleich von ihren Büchern auf und schlossen geblendet die Augen. Sonnenbrillen mochten ja cool aussehen und auch sonst sehr praktisch sein, wenn die kleine Schwester direkt im Gegenlicht stand, halfen sie herzlich wenig.
„Das klingt, als würdest du uns loswerden wollen...“ Verenas Stimme klang etwas warnend.
„Das nicht...“
„Aber?“
„Übermorgen ist doch das Schulfest...“
Markus scheuchte Lăn etwas zur Seite, damit er sie ansehen konnte ohne sein Augenlicht zu riskieren. „Und?“ Er verstand das Problem nicht ganz.
„Kommt ihr auch?“
„Wieso sollten wir?“ Verena sah ihren Bruder an und selbst mit der Sonnenbrille verstand er, was sie dachte. Sie hatten beide keine große Lust, ihre alte Schule wiederzusehen. Oder die Lehrer. Ausnahmen bestätigten die Regeln aber die Zwillinge waren mit ihrem Gymnasium dermaßen durch, dass sie sich auch vom letzten Klassentreffen ferngehalten hatten.
„Mama muss arbeiten... und Papa will lieber zu einer Fotoausstellung...“
Markus' Mundwinkel zuckten. Das wunderte ihn gar nicht. Sein Vater konnte zwar hervorragend auf professioneller Ebene mit Menschen umgehen (und vor allem mit Kindern), aber große Veranstaltungen waren ihm ebenso zuwider wie seinem Sohn. Kein Wunder, dass er sich drückte.
Verena seufzte. „Und wo kommen wir ins Spiel?“
„Ich habe keine Lust mit dem Bus zu fahren, der fährt am Wochenende immer so dämlich.“
„Nimm das Fahrrad, so weit ist der Weg nicht.“ Verena steckte die Nase wieder in ihr Buch, hatte aber schon Lăns nackten Fuß auf dem unordentlich hochgebundenen Haarschopf sitzen.
„Ich hoffe für dich, du hast dir die Füße gewaschen, sonst setzt es was.“ Ihre Stimme klang etwas gedämpft, da ihr Gesicht auf den Buchseiten klebte.
„Bitte! Ich übernehme auch den Küchendienst, bis ihr fahrt!“
„Du?“ Markus hielt das für keine gute Idee. „Du bist ein wandelnder Haushaltsunfall, Mama bringt uns um!“
„Das mache ich doch nur, wenn ich keine Lust habe...“
Markus war nicht überrascht. „Und damit lässt du das auffliegen. Wer ist noch auf dem Schulfest?“ Zwar fand er, dass 14 noch kein Alter war, in dem seine kleine Schwester sich nach Jungs umschauen sollte, aber sie fragte ihn ja eh nicht.
„Salim...“
Verena wischte ungeduldig den Fuß von ihrem Kopf und Lăn landete unsanft auf dem Hosenboden. „Was sollte das?“
„Ich hab meine Haare heute morgen erst gewaschen, ich hab keinen Bock, dass sie nach deinen Käsefüßen stinken.“
„Meine Füße sind sauber!“
„Is klar... Aber um zu diesem Salim zu kommen... Details, dann überlegen wir uns das vielleicht.“
Lăns Gesicht nahm eine etwas dunklere Färbung an und die Zwillinge tauschten einen vieldeutigen Blick. Da hatte es ja jemanden erwischt.
„Er ist in der neunten... und er hat mich gestern angelächelt!“
„Das muss gar nichts heißen.“ Verena war noch nicht wirklich beeindruckt. Markus auch nicht. Aber gut, mit 14 hatte er auch noch alles auf die Goldwaage gelegt.
„Und heute?“, fragte er mäßig interessiert.
„Da hab ich ihn nicht gesehen... in der Pause hängt er immer bei den anderen Jungs aus seiner Klasse. Und ich kann ihn doch nicht stalken!“
Verena stöhnte auf. „Diese Jugend von heute... Und du willst dann übermorgen in seiner Nähe rumlungern und mit deinen Freundinnen dumm rumkichern, wenn er nur hinschaut?“
„Du bist scheiße! Er ist in der Band-AG und echt cool!“
Fast hätte Markus aufgestöhnt. So einer war das... Aber vielleicht hatte er ja auch einfach nur Vorurteile. Wieso musste aber auch ausgerechnet Lăn sich der verknallter-Teenager-Fraktion angeschlossen haben? Verena hatte in der Phase wirklich für sein ganzes Leben gereicht.
„Dann sorg halt dafür, dass Papa bei Bernd mitfährt, damit wir sein Auto nehmen können...“, murrte er, was ihm einen entsetzten Blick seiner Zwillingsschwester einbrachte. „Spinnst du?“
Die kleine Schwester warf sich dagegen begeistert auf ihn. „Dankedankedanke! Du bist der tollste Bruder der Welt!“
„Freu dich nicht zu früh, wir haben vor noch eine Woche zu bleiben, da kommt einiges an Küchendienst auf dich zu.“ Darauf würde er sie festnageln, das stand fest.
„Oh nein...“ Er sah Lăns Gesicht nicht, da sie immer noch halb auf ihm drauflag, aber Verenas breites Grinsen sprach Bände. Die Begeisterung schien sich sehr schnell wieder in Luft aufgelöst zu haben.

Am nächsten Tag war davon gar nichts zu spüren, denn als sie von der Schule zurückkam, hörte Markus noch in seinem Zimmer, wie Lăns Rucksack geräuschvoll im Flur landete und er schob sicherheitshalber schon ein Lesezeichen in sein Buch. Wenig später hatte er eine heulende Lăn an sich kleben und begann sich schon zu fragen, ob dieser Salim irgendetwas angestellt hatte, als sie mit der Sprache herausrückte. „Er hat eine... eine Freundin! Von der Realschule!“ Sie sagte das, als wäre das ein echtes Verbrechen und für sie war es das vermutlich auch.
Wieso kamen eigentlich die Schwestern immer zu ihm wenn er Liebeskummer hatte? Hatten die keine Freunde oder sowas? Oder Lăn ging einfach zu Verena! (Die nicht da war, aber das zählte nicht, sie hatte es ja nicht mal im Nebenzimmer versucht!) Aber nein... er war der Dumme, der sie wieder aufbauen musste. Wenigstens schien Lăn sich damit zufriedenzugeben, einfach zu heulen und sich über das glatte, schwarze Haar streicheln zu lassen. Zwischendurch verfluchte sie ihn auf chinesisch und deutsch und eine halbe Stunde und eine Packung Taschentücher später hatte sie sich wieder beruhigt. „Woher weißt du das eigentlich?“, wagte er dann zu fragen.
„Hab eine aus der AG gefragt...“ Schluchzen. „Sie hat gesagt, dass ich ihn mir aus dem Kopf schlagen soll, weil er ne Freundin hat. Irgendeine Blondine aus der Musikschule.“
„Ich dachte, Realschule?“
„Jaaaaa! Das auch!“ Sie sah ihn an, als wäre er etwas begriffsstutzig. Mädchen... „Sie haben sich in der Musikschule kennengelernt, sie spielt Schlagzeug.“
Da hatte aber jemand ganz genau nachgefragt. „Sie sind schon seit zwei Monaten zusammen!“
Also schien er nicht zu der Sorte Junge zu gehören, die die Freundinnen schnell wechselte. Irgendwie beruhigend. Wenigstens für ihn. Er war sich sicher, dass Lăn das ein wenig anders sah. Aber wie ging man am besten mit unter Liebeskummer leidenden Teenagern um? Er war da ein wenig überfordert und wirklich froh, dass er in seinem späteren Beruf von solchen Dingen verschont bleiben würde. Hoffentlich.
„Das ist besser, als wenn er die Mädchen wie Unterwäsche wechselt...“
„So ist er nicht!“, fauchte Lăn schon.
„Äh, hab ich was anderes behauptet?“
Schweigen. Dann: „Nein...“
„Na also. Wenns dich tröstet, meine erste Liebe war hetero, du hast wenigstens noch eine Chance...“ Auch wenn sie verschwindend gering war. „Du bist wenigstens seine Zielgruppe.“ Außer, Salim bevorzugte Blondinen.
„Nein. Tröstet mich nicht.“
„Ich habs mir fast gedacht. Die erste Liebe kann ziemlich scheiße enden... sollen wir ein Eis essen gehen?“ Eigentlich hatte er das nicht vorgehabt, so schön das Wetter gestern noch gewesen war, heute sah es verdächtig nach Regen aus. Nahender April ließ grüßen. Außerdem fiel ihm wirklich nichts Besseres ein, so erbärmlich das auch sein mochte.
Zum Glück gehörte Lăn nicht zu den Mädchen, die auf Dauerdiät waren, im Gegenteil. Sie konnte wie alle Mitglieder dieser Familie wahre Massen essen und trotzdem geradezu feenhaft schlank bleiben. Mal schaun, wie es sich im Laufe der Pubertät entwickelte.
Erstmal aber bestand die Antwort in einem lautstarken: „JA!“
So schlimm konnte der Liebeskummer also nicht sein, wenn sie jetzt schon wieder lachen konnte. „Aber Veve nehmen wir nicht mit!“
„Die kann auch gar nicht. Sie ist nicht da.“
„Gut so.“
Oha... zeigte da jemand Besitzansprüche? Aber er wusste, dass das Nesthäkchen der Familie gewisse Probleme mit der engen Beziehung der Zwillinge hatte. Es war wohl nicht sehr angenehm, nicht wirklich dazwischenzukommen. Inzwischen hatte sie sich im Laufe der Zeit damit abgefunden, aber wenn sie aufgewühlt war, hatte sie Markus immer noch lieber ganz für sich alleine.
„Wir müssen aber mit dem Fahrrad fahren.“
„Macht nichts.“
Leicht zufriedenzustellen...
„Willst du morgen denn immer noch zum Schulfest?“
„Äh... ja?“
Schade.

Date: 2011-09-05 09:54 pm (UTC)
der_jemand: (Default)
From: [personal profile] der_jemand
Aus der Sicht einer großen Schwester von zwei Nervensägen kann ich nicht an deinen Geschwisterkisten rumkritisieren.^^
Und ich mag Geschwisterkisten, also: Yay, ich freu mich auf Fortsetzungen, Lăn gefällt mir. :)

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