der_jemand: (Default)
[personal profile] der_jemand posting in [community profile] 120_minuten
Team: Dean
Fandom: Original (Nicht-Steampunk ...Wie ist das passiert?)
Challenge: Juli-Karte 1 - Gegensätze (für's Team)
Charaktere: Rayleigh und Captain Jenkins (erinnert sich noch jemand?)
Wörter: 494
Kommentar: Ja, Rayleigh und Jenkins waren beste Freunde im Studium. ...Und ich muss irgendwann mal anfangen, deutlicher platonisch zu sein.


„Ihr beiden seid schon ein tolles Paar.“
John schreckte von der intensiven Betrachtung seines Bierkrugs auf und starrte seinen Bruder an. Was zur Hölle... Aber Jenkins schlang einen Arm um seine Schulter und nickte. „Natürlich.“ Sein Atem roch nach Schnaps, aber sein Kichern war ansteckend.
William schüttelte den Kopf. „Genau das meine ich. Ihr sauft wie Löcher, schäkert mit Männern und kommt damit durch. 'Entzückende junge Männer und so intelligent'.“ Er ahmte den Tonfall ihrer Großmutter erschreckend gut nach und John konnte nicht anders als zu lachen.
„Eifersüchtig, großer Bruder?“
Inzwischen konnte auch William sich ein breites Grinsen nicht verkneifen. „Von Frauen für 'entzückend' gehalten zu werden, statt für attraktiv? Ich glaube nicht.“
„He, du bist verlobt!“ John löste sich aus Jenkins Umklammerung und bemühte sich, William mit einem vorwurfsvollen Blick zu bedenken. Er scheiterte kläglich, wenn das Lachen seines Bruders irgendein Anhaltspunkt war.
Genüsslich und viel zu erwachsen nippte Lord William Rayleigh an seinem eigenen Bier und schenkte seinem kleinen Bruder und dessen besten Freund ein schmales Lächeln. „Ihr gleicht euch wirklich wie ein Ei dem anderen.“
Und da war, wenn man genau darüber nachdachte, etwas dran. Aber in diesem Moment hielt John nicht viel davon nachzudenken und klaute Jenkins stattdessen sein Schnapsglas.


John musste erst wieder an die Worte seines Bruders denken, als er auf der Entlassfeier der königlichen Akademie stand, vor ihm auf dem kleinen Stehtisch ein Glas Wasser, und er seine ehemaligen Mitschüler beobachtete, die in Frack oder der schneidigen Pilotenuniform durch den Raum stolzierten, Hände schüttelten und lachten, als gehörte ihnen die Welt. Was sie vermutlich tat.
Er war einer von ihnen. Einer der gutausgebildeten, gutaussehenden jungen Männer. Großmäulig, brilliant und naiv. Trotzdem... so ganz hatte er nie dazugepasst. Vielleicht, weil er manchmal über Konstruktionszeichnungen saß, auf einem Bleistift kaute und vergaß mit seinen Kommilitonen ins Pub zu gehen. Vielleicht, weil er tatsächlich nicht eine der Frauen, die ihn 'entzückend' fanden je in ein Bett oder eine dunkle Gasse gezogen hatte. Wahrscheinlich, und das waren Williams Worte, weil er ein hoffnungsloser Träumer mit echtem Größenwahn war.
Und das war der Punkt, an dem Jenkins ins Spiel kam. Jenkins hatte das unverschämte Grinsen und überdimensionierte Ego, das sie alle hatten, und das Funkeln eines Wahnsinngen in den Augen. Das hatten nur wenige. Mister Victor Jenkins war der beste Pilot seines Jahrgangs, weil er Pilot sein wollte und er sich durch nichts auf der Welt aufhalten lassen würde.
Das machte ihn seltsam. Anders. John lächelte leicht in sich hinein. Wahrscheinlich hatte William recht, wahrscheinlich waren sie sich wirklich viel zu ähnlich.
Oder vielleicht auch nicht.
Er starrte die Tür an, durch die Jenkins gerade getreten war, mit dem selben weitausholenden Schritt und dem gleichen breiten Grinsen wie immer... Und in einem tiefroten Kleid, das einen atemberaubenden Blick auf ihr Dekoletee bot.
Na ja, ein paar Unterschiede zu haben, war wohl nicht das schlechteste. Und von Jenkins Wahnsinn konnte er sich noch eine Scheibe abschneiden.

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