Kaffeekränzchen
Aug. 11th, 2011 10:11 pmTeam: Dean
Fandom: Original
Personen: Die Jammernde, die Resignation, die Motivation und ein kurzer Auftritt der Pflicht
Genre: Öh..irgendwas.
Warnung:/
Wörter: 489
Challenge: Karte 3 (August), Challenge "Und das soll funktionieren?" (für mich)
„Es wird sich nie etwas ändern“, sagt die Jammernde und vergräbt das trübe Gesicht zwischen feingliedrigen Fingern und bleicher Haut.
„Was lohnt es sich noch, jetzt irgendetwas zu versuchen? Nur damit ich wieder auf den Arsch falle, wie die letzten dreihundertsechsundsiebzig Mal.“
„Ein Leben ist ein Leben ist ein Leben“, betet ihre Freundin, die Resignation, herunter ohne wirklich zu wissen, was sie damit meint. Wahrscheinlich: Es ist, wie es ist und wenn es mir nicht gefällt, ist das beschissen, also lassen wir alles andere bleiben.
Zwischen ihnen stehen halbleere Teetassen, ausgetrunkene Träume und kalt gewordene Wünsche, gezuckert mit Pflichtgefühl und Dasmusseben.
„Du darfst aber niemals aufhören anzufangen und niemals anfangen, aufzuhören“, ruft die Motivation vom anderen Ende des Tisches. Bis eben hat sie Schokoladenstreusel von der Tischplatte aufgelesen und abgeleckt. Jetzt ist sie hellhörig geworden.
„Genau deswegen misstraue ich dir“, giftet die Jammernde blass.
„Du mit deinen Glückskekssprüchen und Terminplaner-Anekdoten. Die Menschheit hat aus dir seit den letzten Jahrzehnten ein Plastik-Monster gemacht und niemand kann dich mehr ernstnehmen.“
Die Motivation schaut auf ihre Füße.
„Ich tu nur, was ich tun kann.“
„Ein Hund ohne Hinterbeine kann noch so sehr über die Wiese laufen wollen, er wird es nie können. Es gibt Grenzen! Die Gesellschaft verbreitet Bonbon-Optimismus, an dem ich ersticke!“, schreit die Jammernde und wird für einen Augenblick eine Wütende.
„Ersticken wäre nicht schlecht“, wirft die Resignation ein.
„Aber das wird nie geschehen.“
Sie schiebt sich einen kohlefarbenen Keks zwischen die Zähne, ein bisschen Opium für die Seele und den Geist und ein bisschen diabolischer als Mittwochs-Vormittagsfernsehen.
„Dafür bräuchtest du die Konsequenz und wie lange schon versuchst du, dich mit ihr anzufreunden?“
Die Jammernde verzieht das Gesicht. Sie verehrt die Konsequenz geradezu, aber nie hat diese ihr geantwortet.
„Versuch's mal über Facebook“, schlägt die Motivation vor bis sie merkt, dass das nicht unbedingt ist, worauf sie hinaus will.
„Komm schon. Versuch es noch einmal. Nur noch einmal!“
Ihre Augen leuchten.
„Und das soll funktionieren?“, fragt die Resignation, während sie der Jammernden eine tröstende Hand auf die Schulter legt und es wird nicht ganz klar, ob damit der Versuch der Motivation gemeint ist, zu motivieren oder der folgende Versuch der Jammernden.
„Irgendwann funktioniert es doch immer“, entgegnet die Motivation und stößt versehentlich mit Fuß gegen einen der vielen kleinen Komplexe, welche unter dem Tisch hocken und ab und zu leise kläffen. Im Nebenzimmer liegt die Angst und schlummert.
„Du sagst jedesmal `Versuch es nur noch einmal´“, schluchzt die Jammernde.
„Wie soll das gehen? Wie soll das gehen?“
Einen Moment schweigt das Kaffeekränzchen. Es ist ein bisschen geladen mit einer undefinierbaren Energie. Sie trinken Tee, sie holen Luft.
Dann stürzt die Pflicht auf hohen Dominalederstiefeln herein.
„Was hängt ihr hier alle rum? Auf zur Arbeit, aber zackzack!“
Die Komplexe verkriechen sich unter dem Sofa und im Nebenzimmer gähnt die Angst, geweckt vom Lärm.
Fandom: Original
Personen: Die Jammernde, die Resignation, die Motivation und ein kurzer Auftritt der Pflicht
Genre: Öh..irgendwas.
Warnung:/
Wörter: 489
Challenge: Karte 3 (August), Challenge "Und das soll funktionieren?" (für mich)
„Es wird sich nie etwas ändern“, sagt die Jammernde und vergräbt das trübe Gesicht zwischen feingliedrigen Fingern und bleicher Haut.
„Was lohnt es sich noch, jetzt irgendetwas zu versuchen? Nur damit ich wieder auf den Arsch falle, wie die letzten dreihundertsechsundsiebzig Mal.“
„Ein Leben ist ein Leben ist ein Leben“, betet ihre Freundin, die Resignation, herunter ohne wirklich zu wissen, was sie damit meint. Wahrscheinlich: Es ist, wie es ist und wenn es mir nicht gefällt, ist das beschissen, also lassen wir alles andere bleiben.
Zwischen ihnen stehen halbleere Teetassen, ausgetrunkene Träume und kalt gewordene Wünsche, gezuckert mit Pflichtgefühl und Dasmusseben.
„Du darfst aber niemals aufhören anzufangen und niemals anfangen, aufzuhören“, ruft die Motivation vom anderen Ende des Tisches. Bis eben hat sie Schokoladenstreusel von der Tischplatte aufgelesen und abgeleckt. Jetzt ist sie hellhörig geworden.
„Genau deswegen misstraue ich dir“, giftet die Jammernde blass.
„Du mit deinen Glückskekssprüchen und Terminplaner-Anekdoten. Die Menschheit hat aus dir seit den letzten Jahrzehnten ein Plastik-Monster gemacht und niemand kann dich mehr ernstnehmen.“
Die Motivation schaut auf ihre Füße.
„Ich tu nur, was ich tun kann.“
„Ein Hund ohne Hinterbeine kann noch so sehr über die Wiese laufen wollen, er wird es nie können. Es gibt Grenzen! Die Gesellschaft verbreitet Bonbon-Optimismus, an dem ich ersticke!“, schreit die Jammernde und wird für einen Augenblick eine Wütende.
„Ersticken wäre nicht schlecht“, wirft die Resignation ein.
„Aber das wird nie geschehen.“
Sie schiebt sich einen kohlefarbenen Keks zwischen die Zähne, ein bisschen Opium für die Seele und den Geist und ein bisschen diabolischer als Mittwochs-Vormittagsfernsehen.
„Dafür bräuchtest du die Konsequenz und wie lange schon versuchst du, dich mit ihr anzufreunden?“
Die Jammernde verzieht das Gesicht. Sie verehrt die Konsequenz geradezu, aber nie hat diese ihr geantwortet.
„Versuch's mal über Facebook“, schlägt die Motivation vor bis sie merkt, dass das nicht unbedingt ist, worauf sie hinaus will.
„Komm schon. Versuch es noch einmal. Nur noch einmal!“
Ihre Augen leuchten.
„Und das soll funktionieren?“, fragt die Resignation, während sie der Jammernden eine tröstende Hand auf die Schulter legt und es wird nicht ganz klar, ob damit der Versuch der Motivation gemeint ist, zu motivieren oder der folgende Versuch der Jammernden.
„Irgendwann funktioniert es doch immer“, entgegnet die Motivation und stößt versehentlich mit Fuß gegen einen der vielen kleinen Komplexe, welche unter dem Tisch hocken und ab und zu leise kläffen. Im Nebenzimmer liegt die Angst und schlummert.
„Du sagst jedesmal `Versuch es nur noch einmal´“, schluchzt die Jammernde.
„Wie soll das gehen? Wie soll das gehen?“
Einen Moment schweigt das Kaffeekränzchen. Es ist ein bisschen geladen mit einer undefinierbaren Energie. Sie trinken Tee, sie holen Luft.
Dann stürzt die Pflicht auf hohen Dominalederstiefeln herein.
„Was hängt ihr hier alle rum? Auf zur Arbeit, aber zackzack!“
Die Komplexe verkriechen sich unter dem Sofa und im Nebenzimmer gähnt die Angst, geweckt vom Lärm.
no subject
Date: 2011-08-11 08:23 pm (UTC)Personalisierungen der inneren Stimmen finde ich immer großartig! Und die hier ist echt fantastisch, weil sie sowohl zum lachen bringt, als auch wunderschön ist und man auch traurig wird.
Und 'n grandioses Ende. Bin echt schwer beeindruckt.
no subject
Date: 2011-08-14 06:21 pm (UTC)