luinaldawen: (Default)
[personal profile] luinaldawen posting in [community profile] 120_minuten
Team: Hendrix
Challenge: August-Karte 1, „Das wollte ich schon immer mal probieren.“ (für mich)
Fandom: Prince of Tennis
Charaktere: Tezuka, Fuji, eine Stalkerin ein Mitglied der Schülerzeitung
Wörter: 973


Matsuda Yoko war der aufstrebende Stern der Schülerzeitung. Fand sie selbst jedenfalls. Sie hatte ein untrügliches Gespür für gute Geschichten und besonders der heißeste Klatsch zog sie geradezu magisch an. Und genau das hatte dafür gesorgt, dass sie ihr Hauptaugenmerkt auf das viel bewunderte Tennisteam der Jungen gelegt hatte.
Außerdem: Also bitte! Wo gab es mehr Drama und... Drama als dort?
Wenn nicht das Golden Pair wieder eine Ehekrise hatte (sie selbst hatte den letzten Streit genauso betitelt und war immer noch stolz darauf), verursachten Momoshiro und Kaidoh irgendeinen Sachschaden, weil sich nicht hatten beherrschen können. Oder eines von Echizens Fangirls erlitt einen Schock, weil er sie entweder etwas zu eiskalt ignoriert hatte (Yoko fragte sich, wie so viele Mädchen einem Jungen dessen Hirn ein Tennisball sein musste, hinterherlaufen konnten. Das war doch albern!) oder sie ihn ohne sein T-Shirt gesehen hatten. Ihr Bericht über Kawamuras erstes Date mit einer stillen Klassenkameradin war nicht ganz so der Hit gewesen und es tat ihr irgendwie Leid, dass sie ihn gleich nach Erscheinen der Ausgabe wieder verlassen hatte. Das war es nicht so ganz wert gewesen.
Das, was sie heute aber verfolgte versprach ein Knüller zu werden.
Tezuka war lange nicht ihrer Aufmerksamkeit wert erschienen, der Junge war zwar brilliant aber nichts weiter als langeilig. Kein Fehlverhalten, keine ersichtlichen Macken, keine besonderen Vorlieben (außer Tennis, aber die Regulars schienen ohnehin nichts anderes im Kopf zu haben) und was noch schlimmer war: Kein einziger Fehltritt! Wie sollte man als ernsthafte Journalistin da etwas draus machen?
Und Fuji... sie wusste, er würde ein ganzes Buch füllen, wüsste sie, wie es in seinem Kopf vorging. Aber alles war sie hatte, waren Vermutungen. Keine Beweise. Nicht mal vage Hinweise! Manchmal bekam sie das Gefühl, er lachte sie heimlich aus, indem er sie immer wieder auflaufen ließ. Glaubte sie, er hatte ein Date, traf er sich mit seinem Bruder. Vermutete sie irgendwelche Regelbrüche (nein, sie wusste es), verschwand plötzlich einfach spurlos von der Bildfläche. Es war einfach frustrierend!
Aber heute... ja, heute würde sie ihn endlich drankriegen. Und Tezuka gleich mit, das würden Rekordverkäufe werden!
Es war reiner Zufall gewesen. Sie hatte sich für ihr Mittagessen eine ruhige Ecke gesucht, um mit der Japanischlektüre weiterzukommen und da hatte sie die beiden bemerkt. Weder Tezuka noch Fuji schien zu ahnen, dass gerade eine äußerst ernstzunehmende Journalistin der Schülerzeitung in der Nähe war, sonst hätten sie sich bestimmt einen anderen Platz gesucht für ihr... der Fairnis halber musste sie zugeben, dass sie nicht genau wusste, was es gewesen war. Zwar hatte es äußerst vertraut und irgendwie intim gewirkt, aber das lag wohl eher daran, dass Fuji Tezuka ziemlich nah gekommen war. Was dieser bei einem (oder einer) anderen wohl kaum zugelassen hätte. Würde Kikumaru dort stehen, wäre ihr das nicht einmal einen zweiten Blick wertgewesen, aber es war Tezuka! In so etwas wie einem wirklich privaten Moment! Allein das stellte schon fast die Erfüllung all ihrer Träume dar! Fast weil... sie kein Wort von dem verstehen konnte, was die beiden besprachen. Nur das abschließende, geschnurrte „Ich freu mich schon...“ drang bis an ihre Ohren.
Das hatte vollkommen genügt, um bis nach dem Tennistraining zu bleiben und die beiden danach nicht aus den Augen zu lassen. Wie schon erwartet verließen die beiden das Schulgelände zusammen und Yoko freute sich diebisch, dass sie nicht bemerkt wurde, als sie ihnen in einer gewissen Entfernung folgte. Es war schon beinahe lächerlich einfach, ihnen zu einer Eisdiele hinterherzuschleichen, kein Wunder, dass fast jedes Tennisteam von dem sie wusste einen eigenen Stalker hatte. Eine Herausforderung war das jedenfalls nicht. Trotzdem bewunderte sie Inuis Fähigkeiten der Beobachtung über alle Maßen. Wie gerne würde sie einen näheren Blick in eines seiner allgegenwärtigen Notizbücher werfen...
Sie merkte auf, als sie sah, dass Tezuka und Fuji sich im Außenbereich der Eisdiele hingesetzt hatten. Nicht gerade in bester Position für sie, aber es genügte noch. Im Moment wirkte alles noch vollkommen harmlos und doch fühlte sie sich gleichzeitig wie eine Spannerin. Sie gingen derart natürlich miteinander um, dass sie beinahe geneigt war zu glauben, es würde sich um zwei ganz normale Jungen handeln. Dabei waren sie alles andere als das. Außerdem war da immer noch... sie wusste es nicht. Sie konnte einfach nicht den Finger darauf legen. Die Art, wie Fuji zu Tezuka aufsah und dabei so unerhört unschuldig und verletzlich wirkte, dass sie am liebsten laut gelacht hätte. Fuji war eindeutig viel, aber weder 'unschuldig' noch 'verletzlich' beschrieben ihn in irgendeiner Art und Weise.
Und Tezuka... es war beinahe noch schwerer, ihn zu durchschauen als Fuji. Was schon eine Menge heißen sollte. Aber er wirkte einfach... menschlicher in Fujis Nähe. Nicht viel, nur um das klarzustellen. Nur ein bisschen. Gerade genug, dass es einem aufmerksamen Beobachter auffiel.
Sie hielt es nicht mehr aus und verließ ihren Beobachtungsposten an der Hausecke, um vielleicht ein wenig von dem zu hören, was die beiden besprachen. Also suchte sie sich ganz harmlos einen Platz in der Nähe der beiden und setzte sich hin, als wäre es das selbstverständlichste der Welt. Es war ja auch ihr gutes Recht, ein Eis zu essen und dabei ein wenig zu lernen. Niemand würde etwas daran auszusetzen haben. Um die Tarnung komplett zu machen, holte sie ihre Lektüre raus und blätterte ein wenig darin, ohne auch nur ein Wort wirklich zu sehen.
Ihre Zielobjekte sprachen aber nicht viel miteinander. Eigentlich war es nur Fuji, der die Vorzüge verschiender Eissorten von der Karte anpries und dabei irgendwie... unanständig klang. Wie jemand das bei einem Nussbecher schaffen konnte, war ihr wirklich ein Rätsel.
„Das wollte ich schon immer mal probieren...“, schnurrte Fuji, als Yoko gerade auch die Eiskarte aufschlug und sie konnte gar nicht anders als sich umzudrehen. Seine erschreckend blauen Augen sahen sie direkt an und irgendwie hatte sie das Gefühl, dass Fuji mit seiner Bemerkung kein Eis gemeint hatte.

Date: 2011-08-11 10:05 am (UTC)
der_jemand: (Default)
From: [personal profile] der_jemand
Wo gab es mehr Drama und... Drama als dort?
Große Liebe für den Satz. *__*
Und eine schöne Beschreibung der beiden in der Gegenwart des jeweils anderen. Sehr, sehr treffend. - Und an Nussbechern ist alles versaut! ...Glaube ich, keine Ahnung, meine Assoziationen zum Thema Fuji und Nussbecher machen mir selber ein bisschen Angst. ;)
Wie auch immer: Mir gefällt's.^^

Date: 2011-08-11 07:53 pm (UTC)
From: [identity profile] ina-chan0808.livejournal.com
>.< iek nussbecher...aber das hätte ich schon ganz gern gehört wie man dabei unanständig klingen kann!
so eine persönliche irre hat ihnen gerade noch gefehlt! armer tezuka! als hätte er nicht schon genug am hals mit seinen streithähnen und heulsusen (und fuji)...nein jetzt muss auch noch eine stalkerin die schönen dinge im leben überwachen.
(obwohl die gute ja ohnehin rein GAR nichts über ein bisschen eis essen schreiben kann :P)
aber fuji wird das schon irgendwie hinbiegen. durch verschwinden oder einfach ein entwaffnendes lächeln :D

*liebschau* mehr?

Date: 2011-08-13 08:30 pm (UTC)
From: [identity profile] keksdiebin.livejournal.com
Fuji ist einer der wenigen Menschen, denen ich zu traue, dass sie auch noch aus einem Nussbecher etwas anrüchiges machen *hust*

Aber es endet so abrupt oo! Gibt es noch mehr?

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