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Team: Hendrix
Challenge: August-Karte 1, Hunger (für mich)
Fandom: The Mortal Instruments
Charaktere: Isabelle, OC
Wörter: ~1000
Teil 1

Isabelle hätte Ruby fast geschrieben, dass sie kam, aber das kam ihr dann doch blöd vor. Sie ging sehr langsam, halb in der Hoffnung, sie würde weiter damit durchkommen, Ruby einfach zu ignorieren. Dabei war ihr klar, dass sie das nicht einfach tun konnte. Das hatte Ruby nicht verdient, selbst Alec war dieser Meinung. Wie auch immer er rausbekommen hatte, dass sie etwas mit einer anderen Frau angefangen hatte. Oder wie man das auch immer nennen sollte.
Um sie herum wurde es dunkler, während sie sich der Stelle am Ufer des Ponds näherte, wo Ruby ihrer eigenen Aussage nach besonders gerne saß um etwas auszuspannen. Fast war Isabelle von sich selbst überrascht, dass sie sich das gemerkt hatte, aber natürlich gehörte ein gutes Gedächtnis bei ihr mit zur Lebensversicherung.
Hoffentlich war Ruby schon gegangen, es war schon recht spät. Aber nach der nächsten Biegung sah sie sie. Die Hosenbeine etwas hochgekrempelt, mit einem einsamen am Boden liegenden grauen (ehemals weißem) Turnschuh lag sie auf einer der Bänke. Der andere würde sehr bald folgen, das Gleichgewicht, das ihm an dem nackten Fuß hielt war jedenfalls sehr labil. Langsam glitt Isabelles Blick über die Füße und Beine zu dem flachen, leicht gebräunten Bauch, der unter dem hochgerutschten T-Shirt mit Greenpeace-Logo sichtbar war.
Schnell wandte Isabelle den Blick ab und sah zum See. Und dieser Frau wollte sie den Laufpass geben?
Ruby schien von ihrer Umwelt rein gar nichts wahrzunehmen und als Isabelle sie wieder ansah, erkannte sie den Grund. Kopfhörer. Selbstverständlich hatte auch Ruby einen dieser komischen iPods, die nicht zu bedienen waren. Wenigstens nicht für Isabelle. Sie sollte vielleicht mal Clary fragen, aber Isabelle gab nicht gerne eine Schwäche zu, ganz besonders nicht so eine. Nicht, wenn jeder Depp von Mundane so spielend einfach damit fertigwurde. Vampire und andere Downworlder waren kein Problem für sie und auch mit Dämonen wurde sie fertig. Und so ein simples Stück Technik? Das war doch lächerlich!
Allerdings zeigte es eines sehr deutlich: Sie gehörte nicht in Rubys Welt. Und Ruby schon mal gar nicht in ihre. Isabelle machte einen neuen Schritt und diesmal bemerkte Ruby sie. Ihr Kopf schoss regelrecht in die Höhe und ein erfreutes Lächeln breitete sich auf ihren Lippen aus. „Izzy!“
„Hi...“
Das Lächeln fiel Ruby regelrecht aus dem Gesicht und sie schwang ihre Beine von der Bank, sodass zum einen auch der zweite Schuh zu Boden fiel und zum Anderen Platz für Isabelle entstand. Die zog es aber vor, stehen zu bleiben. Ruby nahm das mit einem enttäuschten Seufzen zur Kenntnis und schaltete (irgendwie) ihren iPod aus, den sie nun in ihre Hosentasche stopfte. „Ich hatte gehofft, dass du anrufst...“
„Es tut mir Leid. Es ist besser so.“
„Besser wie? Was ist los mit dir? Hat es dir nicht gefallen? Hab ich dich zu sehr begrängt?“
Hastig schüttelte Isabelle den Kopf und war heilfroh, dass es nicht ihre Art war zu erröten, als sie an das zurückdachte, was sie und Ruby getan hatten, bevor Alec angerufen hatte. „Nein! Damit hat es nichts zu tun. Es passt einfach nicht.“
„Was passt nicht?“ Es war inzwischen so dämmerig, dass ein Mundane wohl den skeptischen Gesichtsausdruck nicht mehr erkennen würde. Den kurzen Schmerz, der über ihre ebenmäßigen Züge flackerte. Aber Isabelle war kein Mundane und langsam fand sie, dass es zu spät war, in einer dunklen Ecke des Central Parks herumzuhängen. Das konnte sie Ruby aber wohl kaum sagen, daher antwortete sie nur: „Ich mag dich. Aber das was du willst, kann ich dir nicht geben.“ Das klang so dämlich und abgedroschen, dass es vielleicht schon wieder einfallsreich war. Vielleicht auch nicht.
„Und was will ich deiner Meinung nach?“ Die Frage erwischte Isabelle eiskalt. Sie hatte angenommen, Ruby wollte eine Beziehung. Hatte sie sich damit etwa geirrt?
„Ich würde mich natürlich freuen, wenn du und ich ein Paar werden würden. Aber es ist auch okay, wenn es nichts festes ist. Du bist noch jung...“
Isabelles Augenbrauen schossen in die Höhe. Ruby war nur drei Jahre älter als sie! Aber sie hatte schon gemerkt, dass Mundanes in anderen Kategorien dachten.
„Das...“ Im Nachhinein schob sie es darauf, dass Ruby sie vollkommen aus dem Konzept gebracht hatte, weil sie nicht bemerkt hatte, dass sich etwas genähert hatte. Etwas nicht gerade kleines und schon gar nicht harmloses. Instinktiv ließ sie sich zu Boden fallen, als ein Schatten aus dem Gebüsch auf sie zuschoss, krallenartige Hände gierig ausgestreckt. Noch im Fall löste Isabelle ihre Peitsche, die sich wie üblich um ihren Unterarm geringelt hatte und die Waffe schwang in Richtung des Dämons (Isabelle beschloss, es einfach mal in die Kategorie einzuordnen, vollkommen falsch würde sie damit jedenfalls nicht liegen) und wickelte sich um seinen Arm. Das Ding zischte vor Schmerz und stürzte, als Isabelle kräftig an der Peitsche zog.
Jetzt erkannte sie, dass es sich um einen Vampir handelte. Einer von denen, der bei dem letzten Einsatz davongekommen war, wie praktisch. Und ganz offensichtlich war er fast wahnsinnig vor Hunger. Jedenfalls brauchte es schon sehr vernebelte Sinne um ausgerechnet einen Shadowhunter anzugreifen.
Der Vampir kam wieder auf die Beine und stürzte sich mit einem kaum mehr als menschlich zu erkennenden Schrei auf sie und irgendwo im Hintergrund schrie Ruby. Isabelle blendete sie vollkommen aus, ihre Welt bestand nur noch aus diesem Vampir und ihr. Mit ihrer freien Hand zog sie einen Dolch unter ihrem langen Rock hervor, machte mit einer halben Drehung einen Schritt zur Seite und musste jetzt nur noch darauf warten, dass der Vampir in einem perfekten Winkel zu ihr stand.
Jetzt!
Der Dolch schoss vor und brachte den Vampir aus dem Konzept. Der sah sie jetzt zum ersten Mal an und zischte ein panisches, kaum verständliches: „Nephilim!“
Dann schlang sich Isabelles Peitsche um seinen Hals und enthauptete ihn.
Einer weniger.
„Isabelle...?“ Rubys Stimme zitterte so stark, dass Isabelle kaum ihren eigenen Namen verstand. Scheiße. Das war jetzt wirklich schlecht.

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