Stürme im Wasserglas
Aug. 7th, 2011 02:51 pmTeam: Dean
Challenge: Karte 2, Challenge: Eine Entschuldigung (für mich)
Fandom: Arashi
Disclaimer: Eigentum von JE, ich leihe sie mir nur aus und gebe sie anschließend zurück.
Genre: Slash, Krimi, Thriller?
Teil 6/6
Pairing: Aiba/Nino
Warnung: Nonsense?
Wörter: 1.052
Kommentar: Der letzte Teil des Elends. Ganz Tsumi-esque gelöst, fürchte ich.
Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5
Jun hätte sich niemals träumen lassen, dass er über einer Bäckerei zwischen Leinwänden festsitzen würde, weil sich ein Hobbymaler und verschlafen wirkender Bäcker zwischen ihn und die Tür geworfen hatte. Zugegebenermaßen hatte es Ohno nicht mehr allzu viel Mühe gekostet, Jun am Gehen zu hindern- der Artikel über die Katos in der heutigen Ausgabe der Zeitung, für die er arbeitete, hatte sein Übriges getan.
Bericht von der Gerichtsmedizin. Eindeutiger Selbstmord bei Herrn Kato, selbe Tatwaffe bei Frau Kato. Motiv: Herrn Kato war durch Einsparungsmaßnahmen der Firma, für die er über vierzig Jahre gearbeitet hatte, die Rente gestrichen worden- natürlich hätte er dagegen klagen können, doch dazu hatte ihm das Geld gefehlt. Das Ehepaar war kinderlos gewesen. Bämm.
Es fühlte sich an wie tausende von Schlägen in Juns Magengrube.
Seitdem saß er verstört auf Ohnos Couch, nippte eine Tasse Tee nach der anderen leer und lehnte höflich Currybrötchen ab.
Er konnte den anderen Mann kaum telefonieren hören. Alle Wände, die er in den letzten Tagen mühsam in seinem Kopf hochgezogen und mit bunten Theorien beklebt hatte, waren niedergedonnert.
Sakurai Sho war kein Triebtäter. Ninomiya Kazunari kein Mörder (zumindest nicht in diesem Fall). Ohno Satoshi war kein Super-Informant. Aiba Masaki war…noch immer einfältig.
Juns Gedanken krochen mühselig wieder an die Oberfläche als eine Hand in seinem Gesichtsfeld herumwedelte.
„Gott sei Dank!“, sagte Ohno. „Sonst hätte ich dich in die Aluminium-Schockdecke einwickeln müssen!“
Beinahe zuckte Jun zusammen als er sah, dass er das Kommen von drei anderen Personen gar nicht registriert hatte.
„Es tut mir Leid“, murmelte er mit blutleeren Lippen und verbeugte sich so tief, dass seine Nasenspitze beinahe die Sitzfläche der Couch berührte.
„Sollte es auch“, grollte Sakurai, der sich in geschmackvollem Anzug mit roter Krawatte auf einem von Ohnos farbbeklecksten Hockern niedergelassen hatte und furchtbar deplatziert aussah.
„Das hätte mich meine Karriere kosten können!“
„Och“, sagte Ninomiya, der von einem Ohr zum anderen grinste.
„Ich fand das amüsant.“
„Ja, du vielleicht! Als nichtsnutziger Junkie hat man aber auch nichts zu verlieren!“, knurrte Sakurai ihn an.
„Komm schon, reg dich ab. Deine Heerscharen von Anwälten hätten dich da eh rausgeboxt und das weißt du.“
Die beiden sahen nicht so aus, als könnten sie sich nicht leiden. In diesem Augenblick war Jun sich sicher, dass sie ihn beide belogen hatten. Die Bastarde waren beste Freunde und das nicht erst seit gestern.
„Tut mir wirklich Leid“, sagte er stattdessen erneut, weil ihm nichts Besseres einfiel.
„Was wird jetzt passieren?“, fragte Ohno, der neben ihm auf der Couch saß und seine von Jun verschmähten Brötchen aß.
„Wahrscheinlich werde ich gefeuert.“
Jun ließ den Kopf hängen.
„Ich gehe zurück meinen Eltern. Oder irgendsowas. Als Journalist bin ich offensichtlich eine Niete.“
„Ach, das stimmt nicht!“, rief Aiba, der direkt neben ihm auf der Couchlehne balancierte.
„Du bist ein ganz toller Journalist!“
„Masaki, er hätte uns alle um ein Haar in die Scheiße geritten“, mischte Ninomiya sich ein.
„Woran, wenn ich darüber nachdenke, du nicht ganz unschuldig bist.“
„Ich?!“
„`Sho-chan hat uns auf dem Schulklo erwischt und dann sind Dinge passiert´- Nenn mir jemanden, der daraus kein Vergewaltigungs-Mord-Szenario macht!“
Ninomiya verschränkte die Arme.
Aiba ließ den Kopf nun genauso wie Jun hängen.
„Tut mir Leid. So war das nun wirklich nicht gemeint. Sorry, Jun-chan.“
Das –chan ließ Jun erstaunt hochschauen.
„Aber ihr seid auch nicht sehr hilfreich gewesen!“
Da hatte er sie alle aufeinander hocken. Es war wie einem kleinen, harmlosen Gewittersturm zuzusehen- den Jun gerufen hatte. Es fühlte sich warm und vertraut an; Leute, die wegen seiner zusammengekommen waren. Selbst wenn der Anlass kein freudiger war.
„Okay, wir hätten alle mehr miteinander reden und die Dinge klarstellen sollen“, gab Sakurai mürrisch zu.
„Davon abgesehen, wie unprofessionell es von mir gewesen wäre, vor einem dahergelaufenen Journalisten, der sich aufführt als sei ich ein in Texas einsitzender, zum Tode verurteilter Afroamerikaner, alle meine privaten Beziehungen auf den Tisch zu legen.“
Aber er lächelte versöhnlich.
Jun nickte ihm dankbar zu.
„Vielleicht sollte ich Drehbuchschreiber werden. Oder Science-Fiction-Autor“, seufzte er.
Dann wandte er sich an Aiba;
„Nach all dem Schlamassel wüsste ich aber jetzt gerne, was ich unter „Dingen“ zu verstehen habe.“
„Ich glaube, das erzähle ich besser selbst“, mischte Sakurai sich ein, noch ehe Aiba etwas sagen konnte.
„Ich war in der achten Klasse. Das musst du dir vorstellen, Jun, zarte vierzehn Jahre alt, unschuldig und nur in der Absicht, auf die Toilette zu gehen. Und diese beiden frühreifen, halbperversen Knilche da“, er zeigte auf Aiba und Ninomiya, die sich ein Grinsen kaum verkneifen konnten, „mussten sich ja direkt vor meinen Augen befummeln.“
„Er war ehrlich geschockt“, fügte Ninomiya hinzu.
„Zuerst dachten wir, er sei zur Salzsäule erstarrt.“
„Jedenfalls brauchte ich eine Weile, ehe ich wieder ansprechbar war“, brummte Sakurai sichtlich verlegen.
„Lange Rede, kurzer Sinn“, übernahm Ninomiya vollständig.
„Masaki hat ihm einen Vortrag über Homophobie gehalten, ich hab ihm angeboten, es wenigstens mal auszuprobieren und er ist schreiend rausgerannt. Aber danach haben wir uns angefreundet.“
Er lächelte wie ein unschuldiger Junge. Jun konnte ihn nur anblinzeln.
„Das sind `Dinge´?“, stieß er hervor.
„Das sind `Dinge´.“
„Oh Mann, Aiba-chan.“
„Hey, ich hab gesagt, es tut mir Leid!“
„Und weshalb bist du von der Schule geflogen, Ninomiya?“
Der zuckte mit den Schultern.
„Wegen Drogenbesitzes. Das hatte damit überhaupt nichts zu tun.“
Jun schaute der Reihe nach die vier um herumplatzierten Männer an und schüttelte langsam den Kopf. Notizblock und Stift würde er in die nächste Mülltonne werfen.
„Es wäre übertrieben, euch als verrückt zu bezeichnen, aber ganz normal seid ihr nicht.“
„Du auch nicht“, entgegnete Ninomiya.
Jun bedachte ihn mit einem sauertöpfischen Blick.
„Ich werd dann mal gehen und meine Sachen zusammenpacken“, murmelte er. Doch er konnte nicht aufstehen, weil im selben Augenblick Ohno eine Hand auf sein Knie und Aiba eine auf seine Schulter legte.
„Nix da, du bleibst hier“, sagte Sakurai.
„Masaki, sag’s ihm!“
Aiba strahlte Jun an: „Möchtest du unser Freund sein?“
Jun schaute ihn an, mit offenem Mund und den mittlerweile gewohnterweise hochgezogenen Augenbrauen;
„Was?“
„Wie du vielleicht bemerkt hast, beruhen unsere Freundschaften auf Schockmomenten“, sagte Ohno und krümelte beim Sprechen Brötchenbröckchen auf seinen Teppich.
„Außerdem ist in unserer Mitte noch Platz.“
„Naja.“
Jun schaute sich versöhnlich um.
„Gehen wir erstmal gemeinsam ein Bier trinken und schauen. Einverstanden?“
Er wusste nicht so ganz, ob das, was er in dem Moment fühlte, Ängstlichkeit, pures Erstaunen oder Freude war.
ENDE
Challenge: Karte 2, Challenge: Eine Entschuldigung (für mich)
Fandom: Arashi
Disclaimer: Eigentum von JE, ich leihe sie mir nur aus und gebe sie anschließend zurück.
Genre: Slash, Krimi, Thriller?
Teil 6/6
Pairing: Aiba/Nino
Warnung: Nonsense?
Wörter: 1.052
Kommentar: Der letzte Teil des Elends. Ganz Tsumi-esque gelöst, fürchte ich.
Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5
Jun hätte sich niemals träumen lassen, dass er über einer Bäckerei zwischen Leinwänden festsitzen würde, weil sich ein Hobbymaler und verschlafen wirkender Bäcker zwischen ihn und die Tür geworfen hatte. Zugegebenermaßen hatte es Ohno nicht mehr allzu viel Mühe gekostet, Jun am Gehen zu hindern- der Artikel über die Katos in der heutigen Ausgabe der Zeitung, für die er arbeitete, hatte sein Übriges getan.
Bericht von der Gerichtsmedizin. Eindeutiger Selbstmord bei Herrn Kato, selbe Tatwaffe bei Frau Kato. Motiv: Herrn Kato war durch Einsparungsmaßnahmen der Firma, für die er über vierzig Jahre gearbeitet hatte, die Rente gestrichen worden- natürlich hätte er dagegen klagen können, doch dazu hatte ihm das Geld gefehlt. Das Ehepaar war kinderlos gewesen. Bämm.
Es fühlte sich an wie tausende von Schlägen in Juns Magengrube.
Seitdem saß er verstört auf Ohnos Couch, nippte eine Tasse Tee nach der anderen leer und lehnte höflich Currybrötchen ab.
Er konnte den anderen Mann kaum telefonieren hören. Alle Wände, die er in den letzten Tagen mühsam in seinem Kopf hochgezogen und mit bunten Theorien beklebt hatte, waren niedergedonnert.
Sakurai Sho war kein Triebtäter. Ninomiya Kazunari kein Mörder (zumindest nicht in diesem Fall). Ohno Satoshi war kein Super-Informant. Aiba Masaki war…noch immer einfältig.
Juns Gedanken krochen mühselig wieder an die Oberfläche als eine Hand in seinem Gesichtsfeld herumwedelte.
„Gott sei Dank!“, sagte Ohno. „Sonst hätte ich dich in die Aluminium-Schockdecke einwickeln müssen!“
Beinahe zuckte Jun zusammen als er sah, dass er das Kommen von drei anderen Personen gar nicht registriert hatte.
„Es tut mir Leid“, murmelte er mit blutleeren Lippen und verbeugte sich so tief, dass seine Nasenspitze beinahe die Sitzfläche der Couch berührte.
„Sollte es auch“, grollte Sakurai, der sich in geschmackvollem Anzug mit roter Krawatte auf einem von Ohnos farbbeklecksten Hockern niedergelassen hatte und furchtbar deplatziert aussah.
„Das hätte mich meine Karriere kosten können!“
„Och“, sagte Ninomiya, der von einem Ohr zum anderen grinste.
„Ich fand das amüsant.“
„Ja, du vielleicht! Als nichtsnutziger Junkie hat man aber auch nichts zu verlieren!“, knurrte Sakurai ihn an.
„Komm schon, reg dich ab. Deine Heerscharen von Anwälten hätten dich da eh rausgeboxt und das weißt du.“
Die beiden sahen nicht so aus, als könnten sie sich nicht leiden. In diesem Augenblick war Jun sich sicher, dass sie ihn beide belogen hatten. Die Bastarde waren beste Freunde und das nicht erst seit gestern.
„Tut mir wirklich Leid“, sagte er stattdessen erneut, weil ihm nichts Besseres einfiel.
„Was wird jetzt passieren?“, fragte Ohno, der neben ihm auf der Couch saß und seine von Jun verschmähten Brötchen aß.
„Wahrscheinlich werde ich gefeuert.“
Jun ließ den Kopf hängen.
„Ich gehe zurück meinen Eltern. Oder irgendsowas. Als Journalist bin ich offensichtlich eine Niete.“
„Ach, das stimmt nicht!“, rief Aiba, der direkt neben ihm auf der Couchlehne balancierte.
„Du bist ein ganz toller Journalist!“
„Masaki, er hätte uns alle um ein Haar in die Scheiße geritten“, mischte Ninomiya sich ein.
„Woran, wenn ich darüber nachdenke, du nicht ganz unschuldig bist.“
„Ich?!“
„`Sho-chan hat uns auf dem Schulklo erwischt und dann sind Dinge passiert´- Nenn mir jemanden, der daraus kein Vergewaltigungs-Mord-Szenario macht!“
Ninomiya verschränkte die Arme.
Aiba ließ den Kopf nun genauso wie Jun hängen.
„Tut mir Leid. So war das nun wirklich nicht gemeint. Sorry, Jun-chan.“
Das –chan ließ Jun erstaunt hochschauen.
„Aber ihr seid auch nicht sehr hilfreich gewesen!“
Da hatte er sie alle aufeinander hocken. Es war wie einem kleinen, harmlosen Gewittersturm zuzusehen- den Jun gerufen hatte. Es fühlte sich warm und vertraut an; Leute, die wegen seiner zusammengekommen waren. Selbst wenn der Anlass kein freudiger war.
„Okay, wir hätten alle mehr miteinander reden und die Dinge klarstellen sollen“, gab Sakurai mürrisch zu.
„Davon abgesehen, wie unprofessionell es von mir gewesen wäre, vor einem dahergelaufenen Journalisten, der sich aufführt als sei ich ein in Texas einsitzender, zum Tode verurteilter Afroamerikaner, alle meine privaten Beziehungen auf den Tisch zu legen.“
Aber er lächelte versöhnlich.
Jun nickte ihm dankbar zu.
„Vielleicht sollte ich Drehbuchschreiber werden. Oder Science-Fiction-Autor“, seufzte er.
Dann wandte er sich an Aiba;
„Nach all dem Schlamassel wüsste ich aber jetzt gerne, was ich unter „Dingen“ zu verstehen habe.“
„Ich glaube, das erzähle ich besser selbst“, mischte Sakurai sich ein, noch ehe Aiba etwas sagen konnte.
„Ich war in der achten Klasse. Das musst du dir vorstellen, Jun, zarte vierzehn Jahre alt, unschuldig und nur in der Absicht, auf die Toilette zu gehen. Und diese beiden frühreifen, halbperversen Knilche da“, er zeigte auf Aiba und Ninomiya, die sich ein Grinsen kaum verkneifen konnten, „mussten sich ja direkt vor meinen Augen befummeln.“
„Er war ehrlich geschockt“, fügte Ninomiya hinzu.
„Zuerst dachten wir, er sei zur Salzsäule erstarrt.“
„Jedenfalls brauchte ich eine Weile, ehe ich wieder ansprechbar war“, brummte Sakurai sichtlich verlegen.
„Lange Rede, kurzer Sinn“, übernahm Ninomiya vollständig.
„Masaki hat ihm einen Vortrag über Homophobie gehalten, ich hab ihm angeboten, es wenigstens mal auszuprobieren und er ist schreiend rausgerannt. Aber danach haben wir uns angefreundet.“
Er lächelte wie ein unschuldiger Junge. Jun konnte ihn nur anblinzeln.
„Das sind `Dinge´?“, stieß er hervor.
„Das sind `Dinge´.“
„Oh Mann, Aiba-chan.“
„Hey, ich hab gesagt, es tut mir Leid!“
„Und weshalb bist du von der Schule geflogen, Ninomiya?“
Der zuckte mit den Schultern.
„Wegen Drogenbesitzes. Das hatte damit überhaupt nichts zu tun.“
Jun schaute der Reihe nach die vier um herumplatzierten Männer an und schüttelte langsam den Kopf. Notizblock und Stift würde er in die nächste Mülltonne werfen.
„Es wäre übertrieben, euch als verrückt zu bezeichnen, aber ganz normal seid ihr nicht.“
„Du auch nicht“, entgegnete Ninomiya.
Jun bedachte ihn mit einem sauertöpfischen Blick.
„Ich werd dann mal gehen und meine Sachen zusammenpacken“, murmelte er. Doch er konnte nicht aufstehen, weil im selben Augenblick Ohno eine Hand auf sein Knie und Aiba eine auf seine Schulter legte.
„Nix da, du bleibst hier“, sagte Sakurai.
„Masaki, sag’s ihm!“
Aiba strahlte Jun an: „Möchtest du unser Freund sein?“
Jun schaute ihn an, mit offenem Mund und den mittlerweile gewohnterweise hochgezogenen Augenbrauen;
„Was?“
„Wie du vielleicht bemerkt hast, beruhen unsere Freundschaften auf Schockmomenten“, sagte Ohno und krümelte beim Sprechen Brötchenbröckchen auf seinen Teppich.
„Außerdem ist in unserer Mitte noch Platz.“
„Naja.“
Jun schaute sich versöhnlich um.
„Gehen wir erstmal gemeinsam ein Bier trinken und schauen. Einverstanden?“
Er wusste nicht so ganz, ob das, was er in dem Moment fühlte, Ängstlichkeit, pures Erstaunen oder Freude war.
ENDE