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Team: Hendrix
Autor: Jenchan
Titel: Nach dem Kater kommt der Hunger
Challenge: Karte 4 - Hunger (für mich)
Fandom: Original (Hugh-versum)
Charaktere: Hugh, Eliza, (Gastauftritte: Max, Julia)
Wörter: 1935
Warnings: unbetaed, nicht Korrektur gelesen
Disclaimer: Alles meins, bis auf den Plot, den ich von einer Freundin gespendet bekommen habe.
Continuation: Teil 1 | Teil 2 | Teil 3 | Teil 4 | Teil 5 | Teil 6 | Teil 7  | Teil 8 | Teil 9

Kommentar:  Ach ja... langsam spinnt sich da ja was zusammen und ich weiß immer noch nicht, was Jared studiert -.-


Nach dem Kater kommt der Hunger

Hugh hatte keine Ahnung, wie Eliza das geschafft hatte, aber nachdem sie nicht nur das von ihm verursachte Chaos in Windeseile aufgeräumt hatte, hatte sie ihn auch in ihr Zimmer geschoben und ihn ins Bett komplimentiert. Er war aber zu dem Zeitpunkt dann schon zu müde und verkatert gewesen, um großartig zu protestieren. So vage konnte er sich erinnern, dass Eliza ihn mit Aspirin gelockt hatte.
Die hatte er in ihrem Zimmer auch bekommen und danach war es ohnehin zu spät gewesen. Eingehüllt in ihre Decke war er schnell eingeschlafen, als die Kopfschmerzen langsam in den Hintergrund gerückt waren.
Wie lange er geschlafen hatte, wusste er noch nicht, aber es waren sicher einige Stunden gewesen. Er hatte hier auch keine Uhr, da seine Armbanduhr immer noch auf seinem eigenen Nachtkästchen lag. Eliza schien nicht anwesend zu sein, was nun ein kleines Problem war, weil er ihr Zimmer nicht unverschlossen verlassen wollte.
Allerdings hatte sie auch gesagt, dass sie weg musste und Hugh bewunderte es irgendwie, dass sie keinen Kater hatte. Wäre es ihm nicht so peinlich, er würde sie fragen, wie sie das angestellt hatte. Oder sie war einfach trinkfester wie er.
Das hieß nicht, dass er gar nichts vertrug. Wenn es die richtigen Getränke waren, konnte er einiges zwitschern. Aber Bier gehörte ganz offenbar nicht dazu. Ein Glück, dass es ihm nicht schmeckte.
Die Decke raschelte als Hugh sich aufsetzte und seinen Blick durch das halbdunkle Zimmer wandern ließ. Draußen schien die Sonne, wurde aber durch Vorhänge davon abgehalten ins Zimmer zu strömen. Hugh war dankbar dafür, da die Kopfschmerzen unterschwellig immer noch vorhanden waren.
Abgesehen davon fühlte er sich zerknittert und noch etwas neben der Spur. Aber ihm ging es schon wesentlich besser, also gab es keinen Grund, hierzubleiben und Eliza noch länger zu belagern. Andererseits war das ein wirklich nett eingerichtetes kleines Zimmer und spiegelte deutlich Elizas Charakter wider. Es waren bunte Poster aufgehängt und ein paar dekorative Gegenstände standen in den Regalen. In dem Bett hatte er auch wunderbar schlafen können, obwohl der Deckenbezug nicht aus so einem hochwertigen Material wie sein eigener war. Aber er war sehr flauschig gewesen und er hatte nicht gefroren.
Hugh streckte sich noch einmal und stand dann auf. Es wurde Zeit, dass er sein eigenes Zimmer zurückeroberte. Er musste heute noch das Bettlaken wechseln und wollte es nicht unbedingt am abend vor dem Schlafengehen machen. Vielleicht war Eliza ja auch schon wieder zurück und im Moment nur auf der Toilette oder im Gemeinschaftsraum.
Er würde sich einfach mit dem Umziehen beeilen.

Glück hatte er leider keines, denn gerade als er aus Elizas Zimmer trat, traf er Max, der ihm sofort ein anzügliches Grinsen schenkte - und natürlich einen dummen Spruch drauf hatte. Als würde Hugh Elizas Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft auf diese Art und Weise ausnutzen. Sie war eine schöne Frau, das wollte Hugh gar nicht bestreiten, aber das allein war nun wirklich kein Grund, mit ihr ins Bett zu gehen und ihr mitunter das Herz zu brechen.
Aber er würde das mit dem jungen, zeitweise scheinbar sehr unreifen, Mann nicht diskutieren. Stattdessen warf er ihm einfach nur einen finsteren Blick zu, schloss Elizas Zimmertüre hinter sich und machte sich auf den Weg zur anderen Seite des Flurs. Ihre Zimmer waren wirklich weit auseinander, aber außer Max, der in die Küche verschwand, traf er niemanden. Das war gut so, denn zwei Leute, die ihn in diesem zerknitterten, desolaten Zustand gesehen hatten, waren mehr als genug.
Er betrat sein Zimmer und stellte zu seinem Entsetzen fest, dass Jared immer noch schlief. Als wäre er tot, aber aufgrund der Atembewegung und des nicht zu überhörenden Schnarchens war das zumindest auszuschließen. Na gut, er gab seinem Zimmergenossen noch ein paar Stunden, aber dann musste er wieder aus dem Bett weichen und am besten aus dem ganzen Zimmer.
Hugh sammelte seine Duschsachen zusammen, nahm sich frische Kleidung mit und verschwand in die Dusche. Danach fühlte er sich erfrischter und wieder mehr wie er selbst. Zurück im Zimmer putzte er sich die Zähne, rasierte sich und kämmte sich noch einmal durch die noch feuchten Haare.
Anschließend steckte er sich sein Portmonee ein, legte seine Armbanduhr an und kontrollierte, ob er Schlüssel und Handy hatte, bevor er leise das Zimmer wieder verließ.
Mittlerweile grummelte sein Magen schon leise, aber bevor er das Gebäude verließ, wollte er nach Eliza suchen. Vielleicht konnte er sie überzeugen, mitzukommen. Er musste es ihr ja irgendwie danken, dass sie sich so um ihn gekümmert hatte und das Maleur von heute morgen war ihm immer noch unangenehm.
Aus der Küche drang ein unglaublich leckerer Duft und einige Stimmen, als öffnete er leise die Türe. Am Herd stand Eliza und rührte in einem Topf. Hughs Nase beschloss, dass von dort wohl auch der leckere Duft kam, der ihm das Wasser im Mund zusammenlaufen ließ.
Er schluckte, aber bevor er noch ein Wort zur Begrüßung loswerden konnte, knurrte sein Magen so laut, dass sich die beiden Frauen - die andere Studentin kannte er nicht - erschrocken zu ihm umdrehte. Hugh spürte zu seinem Entsetzen, dass er feuerrot im Gesicht anlief. Er hätte sich wirklich eine eigene Wohnung nehmen sollen, wo er nicht so oft in peinliche Situationen geraten würde. Dann hätte er mit anderen Studenten auch kaum Berührungspunkte.
"Hast du gut geschlafen, Hugh? Ich hab gar nicht gewusst, dass das funktioniert, aber kaum bist du im Bett gelegen, scheinst du auch schon tief und fest geschlafen zu haben", grüßte ihn Eliza mit einem breiten Lächeln. Die andere Frau musterte ihn mit unverhohlenem Interesse und Hugh war das unglaublich unangenehm. Sowohl Elizas Worte als auch die Blicke der anderen Frau.
"Ach stimmt ja, ihr kennt euch noch nicht. Das ist Julia. Sie wohnt quasi über mir. Wir haben uns kennengelernt, weil sie leidenschaftliche DDR-Spielerin ist und das Getrampel mir an einem Tag gehörig auf die Nerven fiel", erklärte sie Hugh und sah dann zu der anderen Studentin. Julia hatte braunes, langes Haar, das sie zu einem Pferdeschwanz gebunden hatte und sie trug sportliche Sachen. Sie war fast ein bisschen zu schlank, wenn Hugh das beurteilen müsste.
Aber er hatte irgendwie im Moment gar kein Interesse an der anderen Frau und als Eliza ansetze, ihn ebenfalls vorzustellen, unterbrach er sie: "Hugh Malkovich der Zweite. Erfreut Sie kennen zu lernen." Er betrat nun vollständig die Küche und reichte Julia die Hand.
Sein Blick wanderte allerdings verstohlen zum Herd. Er hatte gerade wirklich immensen Hunger. "Ich wollte gerade Essen gehen und Sie zum Dank einladen. Aber das hat sich scheinbar erübrigt", meinte er dann zu Hugh und seine Stimme war sanfter als noch einen Moment zuvor. Als er sich der anderen Frau vorgestellt hatte, hatte sie vor Selbstbewusstsein geradezu gestrotzt, aber nun war eine vorsichtige Zurückhaltung in ihr zu vernehmen.
Eliza zuckte mit den Schultern. "Ich habe mir schon gedacht, dass du hungrig sein wirst und habe genug gemacht, dass du auch etwas abhaben kannst. Das natürlich, wenn du Nudeln mit mexikanisch-gewürzter Tomatensauce magst."
Hughs Magen gurgelte. Im Moment war ihm ganz egal, was er bekommen konnte, aber die Aussicht darauf, etwas von dem lecker duftenden Mahl zu erhaschen, schien seinen Magen nur noch gieriger zu machen.
"Ich möchte Ihnen nichts wegessen, Eliza, das habe ich Ihnen schon einmal gesagt." Es war ihm auch fürchtlich unangenehm, dass er seinen Hunger so nach außen trug. Und das noch dazu vor einer vollkommen fremden Person.
Eliza lachte ihm nur ins Gesicht und erwiderte: "Ich sagte doch, dass ich vorsätzlich mehr gemacht habe, um dir etwas abzugeben." Hugh öffnete den Mund, um einen weiteren Protest zu formulieren, aber Eliza kam ihm zuvor: "Keine Widerrede, ich bin beleidigt, wenn du mein Essen nur aus Höflichkeit verschmäst." Hugh fand es ziemlich fies, das Eliza nun zu solchen Mitteln griff und er kniff seine Lippen zusammen.
Julia kicherte und klopfte Hugh auf die Schulter. "Ihre mexikanische Tomatensauce ist wirklich lecker. Wenn du sie nicht willst, ich nehme gerne deine Portion."
Eliza verdrehte die Augen. "Dreißt bist du ja überhaupt nicht...", meckerte sie. Außerdem werde ich sicher nicht zulassen, dass er jetzt noch ewig auf ein Essen warten muss, nur weil er sich einbildet, auswärts essen gehen zu müssen." Hugh verzog das Gesicht. Er war anwesend und es fühlte sich irgendwie degradierend an, dass Eliza über ihn sprach.
Aber die jungen Frauen schien das wenig zu kratzen. "So läuft der Hase also. Ich hätte auch nichts dagegen, ihn zu begleiten." Wieder wurde er deutlich interessiert gemustert und Hugh wurde das nun wirklich unangenehm.
"Vielen Dank, Eliza", mischte er sich wieder ins Gespräch ein und gab sich damit seiner Niederlage hin. Er würde es dann einfach übernehmen, das benutzte Geschirr wieder sauber zu machen. So schwer konnte das ja nicht sein.

Ein wenig dauerte das Essen allerdings noch und schließlich verabschiedete sich auch Julia und ließ sie alleine in der Küche zurück. Hugh merkte, dass sein Hunger in den letzten Minuten noch heftiger geworden war und hatte mittlerweile eine beruhigende Hand auf seinem Bauch liegen. Sein Blick lag dabei ständig auf Eliza und ihren grazilen Bewegungen beim Kochen. Und natürlich den Töpfen auf der Herdplatte. Mittlerweile waren die Nudeln fertig und Eliza schüttete sie in ein Sieb, wo sie verlockend ihren Duft verbreiteten und der sich mit dem würzigen Duft der köchelnden Tomatensauce vermengte.
Hugh musste sich mittlerweile eingestehen, dass er sich wirklich auf dieses winzige Festmahl freute. Dass er richtig gespannt war, ob es so gut schmeckte, wie es roch.
"Ich decke den Tisch", bot Hugh schließlich an, in der Annahme, dass das Essen gleich fertig war. Er öffnete sogar einen Schrank, nur um festzustellen, dass darin offenbar nur Vorräte waren.
Eliza grinste ihn über die Schultern an. "Da gibt es nicht viel zu decken. Ich teile die Portionen gleich auf. Aber du kannst mir die Teller geben. Die sind im Schrank daneben. Die mit dem gelben breiten Rand." Hugh überging den neckenden Tonfall Elizas und öffnete den benachbarten Schrank. Dort fand er auch gleich die Teller mit dem gelben Rand und brachte die zwei Keramiken zu Eliza. Jetzt konnte er auch endlich einen Blick in den Topf mit der Tomatensauce werfen, ohne zu auffällig zu wirken. Sie hatte eine satte rote Farbe undn man konnte die Kräuter und die Gemüsestückchen darin schwimmen sehen. Es sah köstlich aus.
"Wenn du dich noch mehr über den Topf beugst, kann ich nicht mehr umrühren", neckte Eliza ihn und sofort nahm HUgh beschämt Haltung an. Sein Magen knurrte allerdings protestierend und es ließ ihn nur noch verlegener werden. Eliza schien das sehr zu amüsieren, denn sie meinte mit einem fröhlichen Unterton: "Das Essen ist gleich fertig. Warum setzt du dich nicht schon mal nebenan?"
Hugh, der sich keine weiteren Peinlichkeiten leisten wollte, trollte sich tatsächlich nebenan, kam aber kurz darauf zurück. "Wenn Sie mir noch sagen, wo die Gläser sind, richte ich uns etwas zu trinken."
"Das ist nett. Die Gläser befinden sich über der Spüle. Im Kühlschrank steht in der Türe eine Flasche Mineralwasser", klärte ihn Eliza auf und Hugh holte zwei Gläser und die Flasche. Beides brachte er in den Nebenraum und war gerade dabei sein eigenes Glas aufzufüllen, als Eliza mit den zwei Tellern kam und einen vor ihm hinstellte. So sah es noch viel leckerer aus und Hugh konnte sein Glück gar nicht fassen. Jetzt gab es sogar hier jemanden, der für ihn Mahlzeiten zubereitete.
Irgendwie musste er sich bei Eliza dafür revanchieren, aber jetzt war erst einmal Hungerstillen angesagt. Und wenn nicht schon sein absolut genießender Gesichtsausdruck gezeigt hätte, dass er es absolut lecker fand, so war es definitiv das Lob, mit dem er Eliza immer wieder überschüttete, bis restlos alles vertilgt war.

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