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Team: Hendrix
Autor: Jenchan
Titel: Wake Up Call 2
Challenge: Karte 4 - Haushaltsunfälle (für mich)
Fandom: Original (Hugh-versum)
Charaktere: Hugh, Eliza
Wörter: 1802
Warnings: unbetaed, nicht Korrektur gelesen
Disclaimer: Alles meins, bis auf den Plot, den ich von einer Freundin gespendet bekommen habe.
Continuation: Teil 1 | Teil 2 | Teil 3 | Teil 4 | Teil 5 | Teil 6 | Teil 7  | Teil 8

Kommentar: Ähm. Sorry für den einfallslosen Titel? XD


Wake Up Call 2

Hugh wusste erst nicht, warum genau er aufgewacht war. Er wusste nur, dass er unglaubliche Schmerzen hatte. Das Sofa war bei Weitem nicht so bequem zum Liegen wie es zum Sitzen war. Darüber hinaus spürte er leichte Kopfschmerzen, die ihn daran erinnerten, dass er gestern Abend zuviel getrunken hatte.
Dann hörte er das Klappern leerer Dosen und leise richtete er sich auf und blinzelte ein paar Mal.
"Oh. Guten Morgen, Hugh. Ich hab versucht, so leise wie möglich zu sein. Tut mir Leid, dass ich dich geweckt habe." Hugh verzog leicht das Gesicht, nicht nur, weil Elizas eigentlich recht leise gesprochenen Worte in seinem Kopf hämmerten, sondern weil er sich auch bewusst wurde, dass er gewiss einen sehr schaurigen Anblick gab.
Normalerweise standen seine Haare immer durcheinander vom Kopf ab, wenn er in der Früh aufwachte. Außerdem konnte er sich vorstellen, dass er generell gerade etwas blass wirkte.
"Sie räumen auf...", waren allerdings die ersten Worte, die er formen konnte und fühlte sich gerade ziemlich neben sich. Eigentlich hätte er ihren Gruß erwidern sollen und ihr sagen, dass sie sich darum keine Gedanken machen brauchte.
"Klar. Gestern haben wir von meinem Bierbestand getrunken. Deshalb bin ich mit dem Aufräumen dran." Für sie schien das etwas selbstverständliches zu sein, aber Hugh runzelte die Stirn. Für ihn machte das wenig Sinn.
"wäre es nicht umgekehrt fairer?", fragte er nach hielt sich beim Sprechen eine Hand vor, weil er gewiss gerade Mundgeruch hatte und er Eliza damit nicht belästigen wollte.
"Nein. Das läuft nach dem Gastgeberprinzip. Wenn du jemanden einlädst musst du ja auch selbst aufräumen, nachdem deine Gäste wieder gegangen sind, oder?" Hugh blinzelte verwirrt und erwiderte schneller als er sich aufhalten konnte: "Das machen andere."
Das brachte ihn nun in schwerste Verlegenheit, vor allem, weil er gar nicht so rüberkommen wollte, als wäre er ein verwöhntes Kind. Verlegen, auch weil er ein wenig rot wurde, als Eliza nach einem Moment zu lachen begann, sah er zur Seite. Dann erhob er sich. "Ich helfe Ihnen."
Das schien Eliza nur noch mehr zu überraschen, aber sie lächelte breit. "Das ist sehr nett von dir, aber das musst du nicht. Soviel ist ja nicht zu tun."
Hugh war schon dabei seine Decke sorgfältig zusammen zu legen und sah dann zu Eliza. "Ich möchte es aber. Immerhin habe ich einen Teil der Nacht ja hier verbracht."
Als würde das irgendwelchen Sinn ergeben, nickte Eliza und machte weiter damit, Bierdosen einzusammeln. Dann hakte sie allerdings doch nach: "Warum hast du eigentlich hier geschlafen? Du bist doch früher als wir anderen Schlafen gegangen."
Eigentlich wollte Hugh nicht darüber sprechen. Es wühlte nur wieder den Ärger auf, den er empfunden hatte, als ihn sein unerwünschter Zimmergenosse aus dem Bett geschmissen hatte. Aber er antwortete dennoch: "Ich wurde aus meinem Zimmer vertrieben."
"Oh weh. Und ich habe dich jetzt auch noch aufgeweckt." Eliza zeigte ehrliche Anteilnahme und Hugh rührte das irgendwie. Er hatte sich bisher eigentlich nur geärgert und nicht darüber nachgedacht, dass jemand ihn wegen seiner Situation bedauern könnte. "Ich hoffe wirklich, dass die Verwaltung das bald mit dem Zimmer regeln kann."
Eliza hatte gar keine Ahnung, wie sehr er das auch hoffte. "Ich werde heute noch einmal nachfragen gehen, wie es aussieht."
"Das kannst du natürlich tun, nur wirst du heute niemanden in der Verwaltung finden. Mittwochs sind sie nie da. Wenn du dich erst einmal eingewöhnt hast, wirst du dir auch die Öffnungszeiten der Verwaltung merken."
Hugh sagte darauf nichts, allerdings stellte er fest, dass er vergessen hatte, Eliza zu helfen, die gerade die letzte herumliegende Bierdose in den großen Müllsack warf. "Den Rest mache ich. Sie sind bestimmt auch noch müde", meinte er also mit Nachdruck und nahm Eliza den Müllsack aus der Hand. Der war nicht besonders schwer, was ihn eigentlich nicht wundern dürfte. Immerhin bestand der Inhalt aus leeren Verpackungen und Aluminiumdosen.
Eliza warf ihm einen skeptischen Blick zu, den er geflissentlich ignorierte. Stattdessen stellte er den Sack zum Eingang und sah sich dann einmal um. Er hatte vom Putzen und Saubermachen keine Ahnung, aber so schwer konnte das ja nicht sein. Er hatte als Kind oft den Bediensteten in ihrem Haus zugesehen.
Als er sich die Erinnerung wachrief, sah er sich nach den Putzutensilien um. Es war ein Teppichboden, also brauchte er einen Staubsauger. Den Tisch konnte man ja mit irgendetwas abwischen. Nur wo fand er diese Dinge.
Sie waren bestimmt irgendwo verstaut. Sein Blick wanderte zu Eliza, die ihn immer noch ansah. "Wo finde ich die Putzgeräte?", fragte er sie also ernst aber dennoch freundlich bittend.
"Hugh..." Er konnte Eliza ansehen, dass sie eigentlich protestieren wollte und sein Blick wurde etwas verbissener. Schließlich seufzte sie nur und erwiderte: "Komm mit, ich zeig es dir."
Zufrieden folgte er Eliza und vergaß vollkommen, dass er immer noch nur ein Pyjama trug und er aussah, als wäre er aus einem langjährigen Schlaf gefallen. Unter normalen Umständen würde er sich so niemandem zeigen, nur war sein Leben gerade alles andere als normal.

Hugh bereitete sich alles vor, was er zum Putzen benötigte und schickte Eliza dann zurück auf ihr Zimmer. Er würde das schon schaffen und die Skepsis, die sie ihm entgegenbrachte kratzte an seinem Stolz. Ein Gefühl, das er so gar nicht mochte.
Er begann also erst, als Eliza sich wirklich trollte. Er brachte sein Bettzeug in sein Zimmer zurück, wo Jared immer noch das Bett okkupierte. Also legte er es auf seinem Schreibtischstuhl ab. Er würde hier später wieder Ordnung schaffen, wenn er im Gemeinschaftsraum fertig war.
Ohne sich die Mühe zu machen, sich umzuziehen, kehrte er in den anderen Raum zurück. Immerhin wollte er ja auch verhindern, dass Eliza ihm nun doch die Arbeit abnahm. Jetzt, wo seine Sachen ebenfalls weg waren, sah es auch gleich noch etwas ordentlicher aus.
Zuerst nahm er sich den Boden vor. Umständlich zog er den Staubsauger etwas mehr ins Zimmer und zog das Kabel heraus. Mit dem Kabel in der Hand sah er sich nach einer Steckdose um. Allerdings konnte er keine erblicken, also versuchte er das Kabel wieder in das Gerät zu schieben und fragte sich insgeheim, warum die Menschen sich mit solch dummen Geräten abmühten. Bis er unabsichtlich auf dem Knopf für den Kabeleinzug ankam und sich Verstehen in ihm breit machte.
Nachdem das Gerät wieder unbenutzt aussah, begann er den Raum systematisch abzugehen, bis er hinter dem Müllsack, den er selbst dort platziert hatte, eine vereinsamte Steckdose entdeckte. Er stellte den Sack also etwas zur Seite und holte sich dann das Kabel.
Dass er das alles recht umständlich machte, fiel ihm nicht auf. Letztlich zählte ja doch nur das Ergebnis und es war außer ihm ja niemand im Raum. Er würde sich also nicht lächerlich machen.
Nachdem der Staubsauger am Strom steckte, schaltete Hugh ihn ein und er erwachte mit einem lauten Summen zum Leben. Ein Geräusch, das ihn wieder daran erinnerte, dass er eigentlich Kopfschmerzen hatte und leidend verzog er das Gesicht.
Er musste sich halt einfach ein wenig beeilen, dann konnte er den Staubsauger wieder abstellen. Vielleicht sollte er bei Gelegenheit seine Mutter doch um eine Putzhilfe bitten, die einmal in der Woche sein Zimmer sauber machte.
Dabei dachte er an Jared und korrigierte sich auf zweimal die Woche. Zumindest, wenn dieser noch länger in diesem Zimmer wohnen würde.
Immer wieder blieb Hugh auf dem Teppichboden hängen, während er mit der Staubsaugerdüse über den Boden fuhr. Er fragte sich echt, wie es bei anderen so einfach aussehen konnte, wenn es ganz eindeutig nicht ganz so einfach war. Abgesehen davon hatte er das Gefühl rein gar nicht voranzukommen.
Er war so hochkonzentriert am Arbeiten, dass er nicht einmal bemerkte, dass sich Eliza zurückgeschlichen hatte und ihn nun vom Durchgang zur Küche aus beobachtete. Immer wieder fuhr er über vereinzeltete Stellen, des Teppichs und bewegte sich langsam rückwärts Richtung Raummitte, weil er herausgefunden hatte, dass sich die Düse leichter über den Teppich ziehen als schieben ließ.
"Hugh, pass auf, hinter dir steht..."
Hugh fuhr sah sichtlich erschrocken zu Eliza, machte den Schritt zurück und stieß den Eimer, den er sich mit Putzwasser für den Tisch vorbereitete hatte, um. Er selbst verlor allerdings auch das Gleichwicht, da er nicht mit einem Hindernis gerechnet hatte und hinzu kam, dass er ohnehin schon eine ganze Weile mit dem Staubsauger und dessen Anhänge kämpfte. Er versuchte zwar durch die Stange, an der die Düse angebracht war, noch einmal Halt zu finden, aber ausgerechnet jetzt, schien es überhaupt kein Problem zu sein, dass die Düse nach vorne wegglitt.
Unsanft landete er also auf dem Boden und stieß sich dabei auch gleich noch seinen Ellenbogen an der Tischkante.
"... der Eimer", beendete Eliza ihre Warnung und kam zu dem neuen Studenten geeilt. Sie stellte den Eimer wieder auf und sah den jungen Mann an. "Hast du dir wehgetan?", fragte sie besorgt und Hugh konnte so etwas wie Schuld aus ihrer Stimme hören.
Geistesabwesend rieb er sich den Ellenbogen und bat dann leise: "Stell das Ding ab." Immerhin surrte der Staubsauger immer noch ziemlich laut und er hatte Eliza nur verstanden, weil sie ihm gerade ziemlich Nahe war.
"Was? Oh..." Eliza erhob sich, griff nach dem Schalter vom Staubsauger und eine wohltuende Stille legte sich über den Raum, die Hugh aufatmen ließ. Nachdem er seinen Ellenbogen genug gerieben hatte, massierte er noch kurz seine Schläfen, die nun wesentlich unangenehmer pochten und sah sich dann um. Irgendwie war es jetzt nur noch größeres Chaos als zuvor und, was für ihn schlimmer war, es gab einen Zeugen.
"Ich mach das hier schnell sauber. Setz dich. Wenn du Kopfschmerzen hast, warum hast du das nicht gleich gesagt? Wobei ich es irgendwie faszinierend finde, dass man von zwei Bier wirklich einen Kater bekommen kann." Hugh zog missgestimmt die Augenbrauen zusammen.
"Das kommt gar nicht Frage", protestierte er. "Es ist meine Schuld, dass es hier so aussieht. Ich werde mich darum kümmern."
"Papperlapapp. Du hast vom Putzen doch keine Ahnung. Und mit einem Kater sollte man sowieso nicht zuviel machen. Ruh dich lieber aus. Wenn du willst, bringe ich dir gleich noch ein Aspirin." Eliza half ihm auf die Beine und schob ihn auf das Sofa. "Warte hier. Ich bring dir ein Glas Wasser und dann mache ich kurz die Sauerei weg. Wenn du müde bist, kannst du auch zu mir ins Zimmer gehen und dich noch einmal Schlafenlegen. Ich bin jetzt dann ohnehin bis zum späten Nachmittag weg."
Ein wenig überfordert damit, dass Eliza sich ihm vehement widersetzte, resignierte Hugh und lehnte sich zurück. Er schloss seine Augen und seufzte. Das Angebot mit dem Bett klang wirklich gut, aber er würde es wohl nicht annehmen können. Eliza war eine Frau und es sah nicht gut aus, wenn er aus dem Zimmer einer so hübschen, aufgeweckten und temperamentvollen Frau kommen würde. Er wollte sich nicht in noch mehr Fettnäpfchen setzen.
Das heute war schon groß genug gewesen.


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