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Team: Hendrix
Autor: Jenchan
Titel: Und ein Engel steigt herab... (geklaut von Rammstein >.<)
Challenge: Karte 2 - "Du nennst es Unfall, ich nenn es Schicksal" (für mich)
Fandom: Original
Charaktere: Lena, Astrid und Henry Heartsworth, ein Unbekannter
Wörter: 1285
Warnings: unbetaed, nicht Korrektur gelesen
Disclaimer: Alles meins.

Kommentar: Hmm... war irgendwie schwierig, den Satz wirklich einzubauen und ich finde die Geschichte wirklich kitschig, aber *shrug* irgendwie mag ich sie auch.


Und ein Engel steigt herab...

"Das war ein Unfall!", verteidigte sich Lena Heartsworth verzweifelt. In ihren grünen Augen waberten Tränen und immer wieder murmelte sie, dass sie das doch nicht gewollt hatte. "Was mach ich den jetzt?", wandte sie sich an die Anwesenden.
Ihre Schwester sah sich noch einmal das ganze Ausmaß der Katastrophe an. Am Straßenrand lag ein sehr zerbeultes Fahrrad und zu ihren Füßen lag ein Mann mit schwarzen Haaren reglos auf dem Asphalt.
"Naja, üblicherweise ruft man die Rettung und die Polizei, wenn man einen UNFALL hatte", merkte sie trocken zu Lena, die bei dem Mann kniete und nun schon seit gut zehn Minuten versuchte, ihn wieder zu Bewusstsein zu bekommen.
Eigentlich war Lena ja die Ältere von ihnen beiden, aber in solchen Situationen verlor sie viel zu schnell die Nerven. Ihre Unterlippe begann zu beben und ihre grünen Augen wurden noch feuchter, nachdem Astrid die Polizei erwähnt hatte.
"Üblicherweise, wenn es hier denn möglich wäre, jemanden zu erreichen. Du hattest natürlich das Glück, ausgerechnet in einem Funkloch nen Typen zu Brei zu fahren." Das war Lenas und Astrids Bruder. Er war der Älteste, aber Astrid wie es bei Männern nun einmal so war, brauchten die weitaus länger, um heranzureifen. Oder blieben irgendwo auf dem Weg stecken.
"Musste das sein, Henry?", fragte sie Spitz und beobachtete skeptisch, wie Lena heftiger an dem Mann rüttelte und immer verzweifelter das Mantra "Oh bitte, wachen Sie doch auf, Sie dürfen nicht tot sein, das wollte ich doch, ich tu alles, aber bitte wachen Sie auf" murmelte. Astrid beschloss, nun wirklich einzugreifen, so angenehm es war, einmal nicht an irgendeiner Katastrophe Schuld zu sein, konnte sie sich dieses Debakel nicht mehr länger ansehen.
Sie kniete sich zu ihren Schwester und hielt ihre Arme fest. Dann brachte sie ihre Schwester dazu, sie anzusehen und ihren Blick von dem Bewusstlosen zu nehmen. "Tief durchatmen, Lena. Oder willst du wirklich eine Ohrfeige haben?"
Lenas grüne Augen weiteten sich und einen Moment hatte Astrid das Gefühl, eine Glühbirne in ihnen zu Bruch gehen zu sehen. "Ohrfeige! Gute Idee", erwiderte Lena hastig, entzog sich ihrer Schwester und begann dem offensichtlichen Opfer Ohrfeigen zu verpassen.
Henry brachte das zum Lachen und Astrid funkelte ihn böse an. "Das ist echt sowas von hilfreich, Henry", giftete sie ihn an und hielt Lena fest. "Und du bist offenbar nun wirklich vollkommen irre geworden! Soll er jetzt auch noch aussehen, als hätten wir ihn verprügelt?", redete sie ihrer älteren Schwester ins Gewissen.
"Aber...", brachte Lena verzweifelt vor und sah Astrid elend an.
"Kein Aber. Hör auf den armen Mann zu rütteln und zu schlagen. Das macht es nicht besser."
Lenas grüne Augen quollen über und schließlich hatte Astrid ihre Schwester heulend am Hals. Sie konnte nur raten, was diese in ihre Schulter nuschelte, aber so genau wollte sie das eigentlich nicht wissen. Sie fuhr ihr einfach durch ihr kastanienbraunes Haare und ließ sie weinen.
"Also wenn ihr mich fragt, sollten wir ihn vielleicht ins Auto schaffen und ins Dorf bringen? Ich meine, wir können ihn ja schwer hier liegen lassen und er scheint auch nicht verletzt zu sein", meinte Henry schließlich nach einer Weile, da ihm nun doch langweilig wurde. "Und ich bin dafür, dass NICHT Lena fährt. Soviel Platz haben wir nicht im Auto, dass wir das wie noch mehr Fahrradfahrer umnieten können.
Als Lena aufheulte verdrehte Astrid die Augen und meinte nur: "Du bist so ein Idiot, Henry. Echt mal." Liebevoll klopfte sie ihrer Schwester weiterhin sanft auf den Rücken. Nur langsam schien diese sich wieder zu beruhigen und schließlich fragte Astrid leise: "Besser?"
Lena schüttelte den Kopf, löste sich aber dennoch von ihrer Schwester. "Es war ein Unfall...", beteuerte sie noch einmal und Astrid nickte.
"Natürlich war es das. Ich weiß doch, dass du das nicht absichtlich gemacht hast. Taschentuch?"
Dankbar nahm Lena das Taschentuch an und wischte sich über die Augen und schneuzte sich. Ganz eindeutig war sie nun etwas ruhiger und Astrid beschloss, dass sie nun zu Taten schreiten können. "Du setzt dich hinten in die Wagen, wir werden ihn jetzt ins Dorf zum Arzt bringen und dann ist alles gut."
Bereitwillig nickte Lena und schlurfte niedergeschlagen zum Auto. Es war eins von diesen großen Geländewagen, in denen man eigentlich einen guten Überblick über die Straße hatte, aber sie hatte den Fahrradfahrer einfach nicht gesehen. Sie hatte zwar auch kein wirkliches Tempo drauf und hatte eine Notbremsung hingelegt, als sie ihn dann gesehen hatte und wollte ihm ausweichen, aber sie waren dennoch kollidiert und der arme Mann war vom Rad gestürzt. Scheinbar war er auch unglücklich aufgekommen, denn bisher hatte er sich nicht gerührt. Aber er atmete noch und sein Herz schlug ebenfalls, was bedeutete, dass er zumindest nicht tot war.
Aber, wenn Lena das noch einmal so rekapitulierte, war das nicht zwangsweise besser. Was, wenn er nun Jahrzehnte im Koma lag? "Hör auf zu denken, hilf uns lieber mal", riss Astrid sie aus den Gedanken. Ihre Geschwistert hatten das Unfallopfer gemeinsam zum Wagen getragen, aber zum hineinhieven schien er wohl doch zu schwer zu sein.
Also musste Lena vom Inneren des Wagens mithelfen und ihn hineinziehen.
Schließlich lag der Mann ausgestreckt auf der Rückbank mit dem Kopf in Lenas Schoß und leidend blickte die junge Frau auf ihn herab, während Astrid noch das Fahrrad in den Kofferraum packte und Henry sich schon hinters Steuer klempte. Als Astrid dann auch endlich am Beifahrersitz saß und sich angeschnallt hatte, ging es auch schon los.
Unbewusst begann lehna sanft durch die dunklen Haare des Mannes zu streicheln, der äußerlich keine Verletzungen zu haben schien. Zumindest keine, die sie gerade sehen konnte. Bestimmt hatte er einige blaue Flecken und Schürfwunden. Aber so... sah er eigentlich aus, als würde er nur ein Nickerchen machen.
Wie sehr wünschte sich Lena, dass es wirklich so wäre.
Schließlich hörte sie ein leises Stöhnen und sie sah angstrengter auf den Mann hinunter. Die Augenlider begannen zu flackern und öffneten sich schließlich. Darunter lag ein so intensives Braun, wie es Lena erst bei ganz wenigen Menschen gesehen hatte.
Ihr Herz raste und sie spürte, dass auch das Herz des Opfers schneller schlug, da ihre Hand auf dessen Brustkorb lag. Mit einem weiteren leisen Stöhnen griff sich der Mann an den Kopf und verzog das Gesicht.
"Sie sind aufgewacht, ein Glück... es war ein Unfall, ich... ich hab sie zu spät gesehen und konnte nicht mehr ausweichen... und... und der Bremsweg..."
Verwirrt blinzelte der Mann und schien gar kein Wort zu verstehen. Dann zog er die Augenbrauen zusammen und runzelte die Stirn, als würde er versuchen, sich an etwas zu erinnern. Wahrscheinlich daran, warum er nun in einem Auto lag, anstatt auf dem Fahrrad durch die Waldlandschaft zu radeln.
"Es tut mir so Leid. Ich hab das wirklich nicht gewollt. Es war ein Unfall...", beteuterte Lena erneut, bis ein Finger auf ihren Lippen landete.
Die ersten Worte des Mannes klangen kratzig: "Ich erinnere mich..." Er räusperte sich. "Aber das war kein Unfall..." Lena riss erschrocken die Augen auf. Dachte der Mann, sie hätte das mit Absicht getan?
Das Lächeln, dass sich auf den männlichen Zügen ausbreitete, irritierte sie nur noch mehr. "Du nennst es vielleicht Unfall, aber für mich war es Schicksal. Ich hätte nur nicht gedacht, dass es so schmerzhaft sein würde."
Lena sah ihn verständnislos an und fragte bibbernd: "Was?" Sie wurde wirklich nicht aus den Worten ihres Unfallopfers schlau.
"Heute morgen stand in meinem Horroskop, dass ich eine schicksalhafte Begegnung haben würde. Als ich vorher die Augen aufgeschlagen habe, dachte ich, ich wäre tot und auf mich herab blicke ein Engel. Ganz klare Sache also, dass du mein Horoskop erfüllt hast."
Henry prustete los und Astrid fauchte ihn an: "Schau auf die Straße!" Scheinbar hatte sich da jemand ganz gewaltig den Kopf gestoßen.

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