Karte 3, Grenzen (für mich)
Jul. 17th, 2011 10:23 pmTitel: Neue Wege
Challenge: Karte 3, Grenzen (für mich)
Fandom: Harry Potter
Team: Joplin
Wörter: ~1200
Anmerkungen: Nicht gegen gelesen :)
„Das ist dein Raum.“, erklärte Harry, öffnete die Tür und ließ dann Draco den Vortritt. Gespannt beobachtete er dessen Mimik.
Den Raum musste er nicht anschauen. Nachdem Kreacher alles vorbereitet hatte war er hier durch gegangen und hatte peinlich genau kontrolliert ob auch alles stimmte.
Ihm war bewusst, dass Draco für Teddy ein großes Opfer brachte. In den Jahren in denen es die Abendessen inzwischen gab hatte er Draco besser kennengelernt.
Wobei besser vielleicht das falsche Wort war. Anders. Das passte besser. Er hatte gelernt wie wichtig Draco seine Familie war. Wie wichtig es ihm war das Andenken an all das zu behalten.
Das war der Grund warum Draco in seinem Alter noch immer in der Manor wohnte. Das war sein Zuhause, hier lebte seine Mutter, seine einzige Familie, die ihm noch geblieben war.
Bis auf Teddy. Und für diesen gab er jetzt sein Zuhause auf. Auch wenn es nur für einen begrenzten Zeitraum war, war Harry sich sicher, dass es Draco schwer tat.
Deshalb wollte er, dass Draco sich wohl fühlte.
„Es sieht fast wie mein Zimmer in der Manor aus.“, sagte Draco erstaunt, während er seine Tasche am Bett abstellte.
„Tatsächlich.“, erklärte Harry und zuckte mit den Schultern. „Nun ja, das Haus gehört zur Black Familie, also eigentlich zur Familie deiner Mutter. Es ist nicht ungewöhnlich, dass der Stil sich ähnelt.“
In Wirklichkeit hatte Harry dafür gesorgt, dass die Räume sich ähnelten. Einmal, als Teddy in der Manor gewesen war, hatte Harry sich verspätet und Teddy war inzwischen eingeschlafen.
Er hatte das schlafende Kind aus Dracos Zimmer geholt und wenn er sich auch nicht mehr an alle Details erinnerte, so hatte er aus all den ungenutzten Räumen doch die Möbel zusammen gesucht, die seiner Erinnerung am besten entsprachen.
„Gut.“, sagte Draco. „Ich dachte es wäre passend wenn ich die Vormittage habe um Teddy Unterricht zu geben. Teilweise wird es Ausflüge oder Einheiten geben, die sich bis zum Abend erstrecken oder er wird etwas lesen müssen, aber generell werde ich versuchen entsprechend seines Alters ihm genügend Freizeit zur Verfügung zu stellen. Zumindest solange dies nicht gegen deine Sicht der Dinge spricht.“
Harry musste bei dieser formalen Ansprache fast grinsen. Er hoffte nur, dass Dracos Art sich mit der Zeit etwas lockern würde. Er verkniff sich jedoch das Grinsen und nickte nur.
„Aber natürlich.“
Draco strich sich die Haare aus dem Gesicht, eine Geste, die er nur nutze wenn er sich auf ungewohnten Territorium befand oder sich unwohl in seiner Haut fand. Harry weigerte sich darüber nachzudenken woher er solche Kleinigkeiten wusste.
„Gibt es irgendetwas zu bachten in meiner Zeit in der ich hier wohne? Regeln an die ich mich halten sollte?“
Harry dachte einen kurzen Moment nach. „Ich möchte, dass du dich hier Zuhause fühlst. Aber du darfst nicht vergessen, dass Teddy mein Sohn ist. Ich treffe alle wichtigen Entscheidungen. Ansonsten werde ich dir sagen, wenn du eine Grenze überschreitest.“
Nun war es Draco der grinste.
„Ich denke, Harry, dass wir uns schon verstehen werden.“
*
„Was ist das für ein Frühstück?“, fragte Draco.
„Das sind Karamellkringel. Milch drüber und dann kannst du es essen.“
„Und noch besser wird es wenn du Kakaopulver in die Milch einrührst.“, fügte Teddy hinzu, offensichtlich vollkommen begeistert davon, dass Draco beim Frühstück anwesend war.
Draco jedoch blickte nur angewidert auf die Schüssel an seinem Platz.
„Du willst mir nicht wirklich erklären, dass du einem wachsenden Kind diese Zuckerbombe zu Essen gibst, Potter?“
„Grenze, Malfoy.“, sagte Harry trocken und ruhig.
Draco verstummte und schüttete Milch in seine Schüssel.
*
„Ich denke, es wäre passend wenn er Roben tragen würde.“, erklärte Draco, während sie auf der Terrasse saßen und beobachteten wie Teddy im Garten spielte.
Es war früher Abend und die Temperatur war endlich etwas runtergegangen, so dass es angenehm genug war um wieder draußen zu sitzen, was den ganzen Tag nicht möglich war.
„Wir können ihm gerne Roben für verschiedene Anlässe besorgen, damit er sie schon einmal kennenlernt.“
Draco schüttelte den Kopf. „Ich meinte er sollte auch im Alltag Roben tragen.“
„Vergiss es Malfoy.“
„Aber...“
„Grenze.“
Und Draco schwieg.
*
Und gab es auch noch so viele Situationen in denen Harry Draco Grenzen aufzeigen musste. Im Gegensatz dazu was er erwartet hatte stellte Harry jedoch bald fest, dass Draco zwar häufig Vorschläge in alle Richtungen machte und auch ab und zu weitere Argumente für seine Meinung anbrachte, insgesamt jedoch immer Harrys Standpunkt akzeptierte.
Es war ein überraschend ruhiges Zusammenleben.
Und auch Teddy schien die Situation zu gefallen. Harry hatte erwartet, dass Teddy schnell quengeln und meckern würde, darüber, dass er jetzt so viel lernen musste. Wenn überhaupt aber so lachte der Junge nur noch mehr als er das vorher schon getan hatte.
Eine andere Hoffnung von Harry jedoch erfüllte sich nicht. Auch wenn Draco bereits einige Wochen bei ihnen war, so hatte sich eine Art noch immer nicht geändert. Er lief in Roben herum, sah aus, als wäre er aus einem Modekatalog gesprungen und bediente sich einer Sprache, die sich Harry immer nur für kurze Momente und unter großer Anstrengung zu nutze machen konnte.
Es war schließlich an einem Nachmittag als Harry unterwegs gewesen war um Besorgungen zu erledigen. Er hatte Draco und Teddy alleine gelassen und war sich ziemlich sicher, dass Draco das ausgenutzt hatte um den Unterricht länger andauern zu lassen als Harry normalerweise erlaubte.
Um so erstaunter war er, als er ins Haus kam und zwar die erwartete Ruhe, aber ein ungewohntes Bild vorfand.
Im Wohnzimmer herrschte pures Chaos. Überall lag Spielzeug herum und Kreacher huschte leise hin und her um Ordnung zu schaffen. Das dennoch noch immer anhaltende Chaos war ein deutliche Zeichen dafür, dass der Tumult erst kurz vorher aufgehört hatte.
Auf dem Sofa schließlich fand er Draco und Teddy. Erstaunt sog er das Bild in sich ein. Es war das erste Mal, dass er Draco nicht in Roben, sondern in Jeans und Shirt sah. Beide waren durch den Wind und die Kleidung war teilweise mit Dreck verschmiert. Es sah aus als hätten sie eine Menge Spass gehabt.
Draco kniete sich vor dem Sofa nieder. Beide schienen fest eingeschlafen zu sein. Harry konnte nicht anders, als die Hand auszustrecken und Draco eine Haarsträhne aus dem Gesicht zu streichen.
Fast wäre er zusammengezuckt, als Draco mit einem Male die Augen öffnete. Die Müdigkeit war ihm anzusehen, bekam er die Augen doch nur halb auf.
„Der Kleine hat mich etwas fertig gemacht.“
Harry lachte leise „Das kann ich sehen. Was habt ihr denn nur gemacht?“
Dracos Augen waren wieder zugefallen, aber auf seinen Lippen konnte Harry ein leichtes Lächeln entdecken.
„Ich dachte ich probiere mal deine Art der Grenzen aus.“
no subject
Date: 2011-07-20 01:58 pm (UTC)Schreibst du dazu auch noch eine Fortsetzung?
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Date: 2011-08-02 11:08 pm (UTC)dabei war ich doch so gespannt (und bin auch nicht enttäuscht worden *___*)
wie süüüüüüüüß <3 ein schlafender draco (in knackigen jeans)!
ich musste so lachen als harry draco mit nur einem wort zum schweigen gebracht hat! wer kann das sonst schon von sich behaupten?
herrlich, dass ihre kleine familie doch ein bisschen zusammenwächst...