Team: Hendrix
Autor: Jenchan
Titel: Ein neues Leben
Challenge: Karte 1 - "Ist das Kunst oder kann das weg?" (für mich)
Fandom: Original (Sammy-versum)
Charaktere: Samantha, Samuel
Wörter: 1596
Warnings: unbetaed, nicht Korrektur gelesen
Disclaimer: Alles meins.
Continuation: Teil 1 | Teil 2
Kommentar: Endlich ist die Scheidung durch und es ist erstaunlich, was sich in einem Leben so alles ansammeln kann. Aber ich mag Samantha und ich glaube, die Beziehung zwischen ihr und ihrem Vater hat sich sehr gebessert.
Ein neues Leben
Als Samantha zu dem Grundstück ihres Vaters kam, durchspülte sie ein seltsames Gefühl. Vor allem, als sie die Einfahrt hinauffuhr und ihren Wagen abstellte. Endlich stellte das kein Problem mehr dar, ihre alte, rostige Karre hier zu parken. Endlich war sie hier wirklich willkommen und nicht nur gedulded.
"Das Ding fährt noch?", wurde sie aus ihren Gedanken gerissen, nachdem sie ausgestiegen war und den Wagen versperrte.
"Was für eine nette Begrüßung, Sam", erwiderte sie. "Aber hast du dich nicht im Grundstück geirrt? Ich erinnere mich, dass du dort wohnst", zeigte sie auf das Haus des Nachbarn. Offenbar war sie jetzt immer noch nicht davor bewahrt, vom Nachbarsjungen blöd angemacht zu werden.
"Du bist ja so ein schlaues Mädchen, dass du dir noch gemerkt hast, wo ich wohne. Soll ich mich geehrt fühlen. Aber zu deiner Information: Ich bin auf Einladung hier." Auch das noch. Samantha wollte gerne etwas bissiges sagen, seufzte dann aber nur und ließ Samuel stehen. Ihr egal. Sie musste jetzt erst einmal ihren Vater und Granny begrüßen.
Samuel allerdings folgte ihr und als sie das große Haus betrat, kam ihr auch schon ihre Großmutter entgegen. "Samantha, Mädchen. Es ist so schön, dass du kommen konntest", umarmte ihre Großmutter sie und sah dann zu Samuel. "Und wie ich sehe, hast du Samuel auch gleich mitgebracht. Kommt weiter - wir müssen ja nicht im Flur festwachsen."
"Natürlich bin ich gekommen. Ich kann euch doch nicht im Stich lassen." Ihr Vater hatte zwar extra noch einmal angemerkt, dass er das sicher auch alleine schaffen würde, aber sie half ihm gerne dabei, die Sachen von Celine, seiner Exfrau, auszusortieren und alles auf den Müll zu bringen, was nicht mehr gebraucht wurde.
In den Jahren hatte sich gewiss eine ganze Menge angesammelt und es würde gut tun, diesen Lebensabschnitt abzuschließen. Es war zwar ihr Vater, der sich scheiden hatte lassen, aber immerhin war sie von dieser Frau quasi großgezogen worden.
Und Cinderella hätte gewiss nicht mit ihr tauschen wollen.
Als sie das Wohnzimmer betraten, sah John von einem Stapel Papiere auf und erhob sich sofort.
"Sam, Liebes! Komm her...", breitete er seine Arme aus und Samantha tat ihm nur zu gerne den Gefallen, sich in die Arme schließen zu lassen. Seit diesem Streit an Grannys Geburtstag, dem sie Zeuge geworden war, hatte sich auch ihr Verhältnis wieder entspannt. Aber vor allen Dingen hatte sie schnell bemerkt, dass die Trennung von seiner zweiten Frau ihrem Vater sehr gut getan hatte.
Samantha freute sich auch schon auf die nächsten Geburtstage: Keine Alkoholgelage mehr!
"Wie gehts dir, Dad?", fragte sie, nachdem sie sich wieder etwas gelöst hatte und ihr Vater strich ihr eine Strähne hinters Ohr.
"Gut, gut. Und dir? Bist du gut hierhergekommen?"
Samantha nickte. "Alles bestens."
Samuel beobachtete die Familienszene und mischte sich nur ungerne ein. Aber irgendwie kam er sich vergessen vor, also räusperte er sich kurz und meinte: "Ich will wirklich nicht stören. Aber wenn Sie mir zeigen, wo ich anfangen kann, beginne ich schon mal mit der Arbeit."
"Oh ja natürlich!" John trat von seiner Tochter zurück. "Danke, dass du gekommen bist, Samuel. Zu zweit wird es sicher schneller gehen und ich will euch beide ja nicht zuviel eurer kostbaren Zeit rauben."
Samantha hingegen schwante irgendwie Böses.
"Ich frage mich, wessen Idee das war", murrte sie und staubte ein paar alte Fotoalben ab. Sie waren am Dachboden, der voll mit Gerümpel war. Einiges davon erkannte sie sogar wieder. Aber das schlimmste, ihrer Meinung nach war, dass Samuel ebenfalls hier war und ihr helfen sollte.
"Du tust ja gerade so, als würde ich dir irgendetwas antun können", erwiderte Samuel amüsiert und öffnete eine alte Truhe. "Ihr habt ihr echt eine Menge Krempel." Seine Augen flogen ihm fahlen Licht über den Inhalt. "Wäre es nicht einfacher, wenn wir das Zeug nicht erst nach unten bringen?"
"Um das, was wir behalten, wieder nach oben zu tragen? Du hast wohl zuviel Energie..." Samantha jedenfalls würde sich das nicht antun. Da sortierte sie lieber vor.
"Gutes Argument...", murmelte Samuel und ging die Sachen durch, die in der Truhe lagen. Aber wirklich viel Ahnung von dem, was man behalten konnte und was nicht, hatte er nicht. Überhaupt fragte er sich, warum er nun zu dieser Arbeit verdonnert worden war. Er hatte gedacht, als er der Einladung zugestimmt hatte, dass er nur noch den Schrott wegbringen musste, nicht, dass er entscheiden sollte, was Schrott war.
Aber - so stellte er bald fest - waren auch viele Dinge hier, an die er sich ebenso erinnerte. Jedenfalls kannte er auf jeden Fall dieses bunte Windrad, dass er gerade aus der Truhe gefischt hatte.
Er hatte ein ähnliches zu Hause - es stand auf seinem Schreibtisch in der Stiftdose direkt neben dem Computermonitor.
"Ich hätte nicht gedacht, dass du das wirklich noch hast?", merkte er an und zeigte Samantha das Windrad.
Sie brauchte einen Augenblick, bis sie es wiedererkannte. Celine hatte es also nicht weggeschmissen. Das erleichterte sie. "Ich habe mich gefragt, wo es hingekommen ist."
"So? Ist es dir so wichtig?", neckte er sie, aber es machte ihn auch irgendwie stolz.
"Blödmann. Das habe ich schließlich von dir. Und wenn ich meins jemals zurückhaben will, brauche ich dieses für den Austausch", erklärte Samantha und Sam lachte.
"Ich glaube, der Wert hat sich gerade erhöht. Wenn du dein Windrad wiederhaben willst, wirst du schon einiges drauflegen müssen."
Samantha zog die Augen zu Schlitzen zusammen. "Wie gut, dass ich es ja gar nicht mehr haben will."
"Oh wirklich, dann kann ich's ja wegwerfen. Mir ist es ohnehin nicht gut gelungen", erwiderte Samuel gelassen und sofort angelte seine Jugendfreundin nach dem Teil.
"Gib das sofort her. Sowas wird nicht weggeschmissen!", beschwerte sie sich, als Sam sie außer Reichweite hielt. Das brachte ihn aber nur noch mehr zu lachen.
Neckend meinte er in einem sanften Tonfall: "Du bist irgendwie niedlich, wenn du dich so aufregst. Das warst du schon immer."
Samantha blitzte ihn wütend an, schnappte sich dann das Windrad und ging wieder an ihren eigenen selbstgewählten Bereich.
Nicht aber, ohne noch ein wenig zu zetern: "Lass die dummen Scherze, sonst werden wir nie fertig! Also los, los... weiterarbeiten!"
Eine Weile arbeiteten sie schweigend weiter und Samantha verlor sich in Gedanken. Sie und Samuel kannten sich schon von Kleinauf, aber seit ihrem Umzug hatten sie sich nur noch sehr selten gesehen. Sie erinnerte sich dafür umso besser an die Begegnung auf Grannys Geburtstagsfeier. Es war selten, dass er so ernst war, weswegen es ihr wahrscheinlich in Erinnerung geblieben war.
Auch jetzt hatte sie das Gefühl, das einträgliche Schweigen hatte eine seltsame Stimmung, als hätte sich ihr Verhältsnis zueinander verändert, ohne dass es ihr aufgefallen war.
"Ist das Kunst, oder kann ich das wegwerfen?", fragte Samuel plötzlich in die Stille hinein und riss Samantha damit aus den Gedanken. Sie fuhr herum, und ihre Augen weiteten sich, als sie erkannte, was er da gerade hochhielt.
Es war eine Zeichnung, eindeutig von Kinderhand - ihrer Kinderhand, und darauf zu sehen waren zwei Personen. "In was für einer Truhe wühlst du da?", fragte sie und kam nun zu ihm herüber. Das war nun schon die zweite Erinnerung aus ihrer Kindheit, die er ausgegraben hatte und ihr unter die Nase rieb.
Und sich scheinbar auch noch über ihre Reaktion lustig machte.
"Sag du mir lieber, was das zu bedeuten hat? Ich wusste gar nicht, dass du in mich verliebt bist!"
"Idiot, als könnte ich mich in dich verlieben", motzte Samantha, ihr Herz raste allerdings. Sie wollte Samuel auch die Zeichnung abnehmen, aber er zog sie ihr weg.
"Nichts da - das behalte ich mir."
"Es gehört dir aber nicht, gib es wieder her."
Samuel grinste sie breit an und sie wurde rot. Teils weil sie sich wirklich ärgerte und andererseits weil es ihr peinlich war, dass Sam diese Zeichnung überhaupt gefunden hatte.
"Du hast mich echt gut getroffen", neckte er sie dann auch noch und Samantha streckte ihre Hand nach der Zeichnung aus, die immer weiter von ihr weggehalten wurde.
"Wohl kaum. Da fehlen die Hörner und der Dreizack. Außerdem siehst du auf dem Bild viel freundlicher aus, als du bist", wurde sie ihren Ärger wenigstens ein wenig los und wandte sich dann schnaufend der Truhe zu. Sie musste wirklich lernen, über diesen Dingen zu stehen. Samuel war einfach nur bescheuert. Bescheuerter als früher.
Sie wandte ihre Aufmerksamkeit der Truhe zu und stellte fest, dass darin all die Dinge waren, die sie in ihrer Kindheit gebastelt oder gemalt hatte.
Ihr fiel erst die Stille auf, als die Zeichnung wieder in die Truhe und damit in ihr Blickfeld segelte. Irritiert sah sie zu Samuel auf, er sie mit einem Lächeln bedachte. "Ich brauche frischen Sauerstoff. Soll ich dir etwas zu Trinken raufbringen?"
Irgendwas war an der Atmosphäre schon wieder seltsam geworden und Samantha schüttelte kurz den Kopf. Dann kletterte Samuel auch schon die Stufen hinunter. Einen Moment sah Sam ihm noch nach. Dann sah sie wieder auf das Motiv.
Sie erinnerte sich daran, es gemalt zu haben. Sie und ihren besten Freund. Sie stand auf einer Wiese unter einem Regenbogen und hielten sich an den Händen. Im Zentrum des Motivs war ein Herz gemalt und darin stand 'Sam²'. Nachdenklich nahm sie es in die Hand. Liebe war es sicher nicht gewesen, was sie damals empfunden hatte. Aber es stimmte immer noch, dass sie den Nachbarsjungen und besten Freund sehr gerne hatte.
Für sie war Sam wie ein Bruder, schätzte sie.
Sie legte legte die Zeichnung beiseite und begann in ihrer Vergangenheit zu wühlen. Sie hatte im Laufe der Jahre noch mehr Sachen nicht mehr gefunden und vielleicht... vielleicht waren sie ja alle hier.
Autor: Jenchan
Titel: Ein neues Leben
Challenge: Karte 1 - "Ist das Kunst oder kann das weg?" (für mich)
Fandom: Original (Sammy-versum)
Charaktere: Samantha, Samuel
Wörter: 1596
Warnings: unbetaed, nicht Korrektur gelesen
Disclaimer: Alles meins.
Continuation: Teil 1 | Teil 2
Kommentar: Endlich ist die Scheidung durch und es ist erstaunlich, was sich in einem Leben so alles ansammeln kann. Aber ich mag Samantha und ich glaube, die Beziehung zwischen ihr und ihrem Vater hat sich sehr gebessert.
Ein neues Leben
Als Samantha zu dem Grundstück ihres Vaters kam, durchspülte sie ein seltsames Gefühl. Vor allem, als sie die Einfahrt hinauffuhr und ihren Wagen abstellte. Endlich stellte das kein Problem mehr dar, ihre alte, rostige Karre hier zu parken. Endlich war sie hier wirklich willkommen und nicht nur gedulded.
"Das Ding fährt noch?", wurde sie aus ihren Gedanken gerissen, nachdem sie ausgestiegen war und den Wagen versperrte.
"Was für eine nette Begrüßung, Sam", erwiderte sie. "Aber hast du dich nicht im Grundstück geirrt? Ich erinnere mich, dass du dort wohnst", zeigte sie auf das Haus des Nachbarn. Offenbar war sie jetzt immer noch nicht davor bewahrt, vom Nachbarsjungen blöd angemacht zu werden.
"Du bist ja so ein schlaues Mädchen, dass du dir noch gemerkt hast, wo ich wohne. Soll ich mich geehrt fühlen. Aber zu deiner Information: Ich bin auf Einladung hier." Auch das noch. Samantha wollte gerne etwas bissiges sagen, seufzte dann aber nur und ließ Samuel stehen. Ihr egal. Sie musste jetzt erst einmal ihren Vater und Granny begrüßen.
Samuel allerdings folgte ihr und als sie das große Haus betrat, kam ihr auch schon ihre Großmutter entgegen. "Samantha, Mädchen. Es ist so schön, dass du kommen konntest", umarmte ihre Großmutter sie und sah dann zu Samuel. "Und wie ich sehe, hast du Samuel auch gleich mitgebracht. Kommt weiter - wir müssen ja nicht im Flur festwachsen."
"Natürlich bin ich gekommen. Ich kann euch doch nicht im Stich lassen." Ihr Vater hatte zwar extra noch einmal angemerkt, dass er das sicher auch alleine schaffen würde, aber sie half ihm gerne dabei, die Sachen von Celine, seiner Exfrau, auszusortieren und alles auf den Müll zu bringen, was nicht mehr gebraucht wurde.
In den Jahren hatte sich gewiss eine ganze Menge angesammelt und es würde gut tun, diesen Lebensabschnitt abzuschließen. Es war zwar ihr Vater, der sich scheiden hatte lassen, aber immerhin war sie von dieser Frau quasi großgezogen worden.
Und Cinderella hätte gewiss nicht mit ihr tauschen wollen.
Als sie das Wohnzimmer betraten, sah John von einem Stapel Papiere auf und erhob sich sofort.
"Sam, Liebes! Komm her...", breitete er seine Arme aus und Samantha tat ihm nur zu gerne den Gefallen, sich in die Arme schließen zu lassen. Seit diesem Streit an Grannys Geburtstag, dem sie Zeuge geworden war, hatte sich auch ihr Verhältnis wieder entspannt. Aber vor allen Dingen hatte sie schnell bemerkt, dass die Trennung von seiner zweiten Frau ihrem Vater sehr gut getan hatte.
Samantha freute sich auch schon auf die nächsten Geburtstage: Keine Alkoholgelage mehr!
"Wie gehts dir, Dad?", fragte sie, nachdem sie sich wieder etwas gelöst hatte und ihr Vater strich ihr eine Strähne hinters Ohr.
"Gut, gut. Und dir? Bist du gut hierhergekommen?"
Samantha nickte. "Alles bestens."
Samuel beobachtete die Familienszene und mischte sich nur ungerne ein. Aber irgendwie kam er sich vergessen vor, also räusperte er sich kurz und meinte: "Ich will wirklich nicht stören. Aber wenn Sie mir zeigen, wo ich anfangen kann, beginne ich schon mal mit der Arbeit."
"Oh ja natürlich!" John trat von seiner Tochter zurück. "Danke, dass du gekommen bist, Samuel. Zu zweit wird es sicher schneller gehen und ich will euch beide ja nicht zuviel eurer kostbaren Zeit rauben."
Samantha hingegen schwante irgendwie Böses.
"Ich frage mich, wessen Idee das war", murrte sie und staubte ein paar alte Fotoalben ab. Sie waren am Dachboden, der voll mit Gerümpel war. Einiges davon erkannte sie sogar wieder. Aber das schlimmste, ihrer Meinung nach war, dass Samuel ebenfalls hier war und ihr helfen sollte.
"Du tust ja gerade so, als würde ich dir irgendetwas antun können", erwiderte Samuel amüsiert und öffnete eine alte Truhe. "Ihr habt ihr echt eine Menge Krempel." Seine Augen flogen ihm fahlen Licht über den Inhalt. "Wäre es nicht einfacher, wenn wir das Zeug nicht erst nach unten bringen?"
"Um das, was wir behalten, wieder nach oben zu tragen? Du hast wohl zuviel Energie..." Samantha jedenfalls würde sich das nicht antun. Da sortierte sie lieber vor.
"Gutes Argument...", murmelte Samuel und ging die Sachen durch, die in der Truhe lagen. Aber wirklich viel Ahnung von dem, was man behalten konnte und was nicht, hatte er nicht. Überhaupt fragte er sich, warum er nun zu dieser Arbeit verdonnert worden war. Er hatte gedacht, als er der Einladung zugestimmt hatte, dass er nur noch den Schrott wegbringen musste, nicht, dass er entscheiden sollte, was Schrott war.
Aber - so stellte er bald fest - waren auch viele Dinge hier, an die er sich ebenso erinnerte. Jedenfalls kannte er auf jeden Fall dieses bunte Windrad, dass er gerade aus der Truhe gefischt hatte.
Er hatte ein ähnliches zu Hause - es stand auf seinem Schreibtisch in der Stiftdose direkt neben dem Computermonitor.
"Ich hätte nicht gedacht, dass du das wirklich noch hast?", merkte er an und zeigte Samantha das Windrad.
Sie brauchte einen Augenblick, bis sie es wiedererkannte. Celine hatte es also nicht weggeschmissen. Das erleichterte sie. "Ich habe mich gefragt, wo es hingekommen ist."
"So? Ist es dir so wichtig?", neckte er sie, aber es machte ihn auch irgendwie stolz.
"Blödmann. Das habe ich schließlich von dir. Und wenn ich meins jemals zurückhaben will, brauche ich dieses für den Austausch", erklärte Samantha und Sam lachte.
"Ich glaube, der Wert hat sich gerade erhöht. Wenn du dein Windrad wiederhaben willst, wirst du schon einiges drauflegen müssen."
Samantha zog die Augen zu Schlitzen zusammen. "Wie gut, dass ich es ja gar nicht mehr haben will."
"Oh wirklich, dann kann ich's ja wegwerfen. Mir ist es ohnehin nicht gut gelungen", erwiderte Samuel gelassen und sofort angelte seine Jugendfreundin nach dem Teil.
"Gib das sofort her. Sowas wird nicht weggeschmissen!", beschwerte sie sich, als Sam sie außer Reichweite hielt. Das brachte ihn aber nur noch mehr zu lachen.
Neckend meinte er in einem sanften Tonfall: "Du bist irgendwie niedlich, wenn du dich so aufregst. Das warst du schon immer."
Samantha blitzte ihn wütend an, schnappte sich dann das Windrad und ging wieder an ihren eigenen selbstgewählten Bereich.
Nicht aber, ohne noch ein wenig zu zetern: "Lass die dummen Scherze, sonst werden wir nie fertig! Also los, los... weiterarbeiten!"
Eine Weile arbeiteten sie schweigend weiter und Samantha verlor sich in Gedanken. Sie und Samuel kannten sich schon von Kleinauf, aber seit ihrem Umzug hatten sie sich nur noch sehr selten gesehen. Sie erinnerte sich dafür umso besser an die Begegnung auf Grannys Geburtstagsfeier. Es war selten, dass er so ernst war, weswegen es ihr wahrscheinlich in Erinnerung geblieben war.
Auch jetzt hatte sie das Gefühl, das einträgliche Schweigen hatte eine seltsame Stimmung, als hätte sich ihr Verhältsnis zueinander verändert, ohne dass es ihr aufgefallen war.
"Ist das Kunst, oder kann ich das wegwerfen?", fragte Samuel plötzlich in die Stille hinein und riss Samantha damit aus den Gedanken. Sie fuhr herum, und ihre Augen weiteten sich, als sie erkannte, was er da gerade hochhielt.
Es war eine Zeichnung, eindeutig von Kinderhand - ihrer Kinderhand, und darauf zu sehen waren zwei Personen. "In was für einer Truhe wühlst du da?", fragte sie und kam nun zu ihm herüber. Das war nun schon die zweite Erinnerung aus ihrer Kindheit, die er ausgegraben hatte und ihr unter die Nase rieb.
Und sich scheinbar auch noch über ihre Reaktion lustig machte.
"Sag du mir lieber, was das zu bedeuten hat? Ich wusste gar nicht, dass du in mich verliebt bist!"
"Idiot, als könnte ich mich in dich verlieben", motzte Samantha, ihr Herz raste allerdings. Sie wollte Samuel auch die Zeichnung abnehmen, aber er zog sie ihr weg.
"Nichts da - das behalte ich mir."
"Es gehört dir aber nicht, gib es wieder her."
Samuel grinste sie breit an und sie wurde rot. Teils weil sie sich wirklich ärgerte und andererseits weil es ihr peinlich war, dass Sam diese Zeichnung überhaupt gefunden hatte.
"Du hast mich echt gut getroffen", neckte er sie dann auch noch und Samantha streckte ihre Hand nach der Zeichnung aus, die immer weiter von ihr weggehalten wurde.
"Wohl kaum. Da fehlen die Hörner und der Dreizack. Außerdem siehst du auf dem Bild viel freundlicher aus, als du bist", wurde sie ihren Ärger wenigstens ein wenig los und wandte sich dann schnaufend der Truhe zu. Sie musste wirklich lernen, über diesen Dingen zu stehen. Samuel war einfach nur bescheuert. Bescheuerter als früher.
Sie wandte ihre Aufmerksamkeit der Truhe zu und stellte fest, dass darin all die Dinge waren, die sie in ihrer Kindheit gebastelt oder gemalt hatte.
Ihr fiel erst die Stille auf, als die Zeichnung wieder in die Truhe und damit in ihr Blickfeld segelte. Irritiert sah sie zu Samuel auf, er sie mit einem Lächeln bedachte. "Ich brauche frischen Sauerstoff. Soll ich dir etwas zu Trinken raufbringen?"
Irgendwas war an der Atmosphäre schon wieder seltsam geworden und Samantha schüttelte kurz den Kopf. Dann kletterte Samuel auch schon die Stufen hinunter. Einen Moment sah Sam ihm noch nach. Dann sah sie wieder auf das Motiv.
Sie erinnerte sich daran, es gemalt zu haben. Sie und ihren besten Freund. Sie stand auf einer Wiese unter einem Regenbogen und hielten sich an den Händen. Im Zentrum des Motivs war ein Herz gemalt und darin stand 'Sam²'. Nachdenklich nahm sie es in die Hand. Liebe war es sicher nicht gewesen, was sie damals empfunden hatte. Aber es stimmte immer noch, dass sie den Nachbarsjungen und besten Freund sehr gerne hatte.
Für sie war Sam wie ein Bruder, schätzte sie.
Sie legte legte die Zeichnung beiseite und begann in ihrer Vergangenheit zu wühlen. Sie hatte im Laufe der Jahre noch mehr Sachen nicht mehr gefunden und vielleicht... vielleicht waren sie ja alle hier.