11. Karte 2 - Eine Entschuldigung
Jul. 15th, 2011 11:16 amTeam: Hendrix
Autor: Jenchan
Titel: Wer ist hier das Arschloch?
Challenge: Karte 2 - Eine Entschuldigung (für mich)
Fandom: Original (Hugh-versum)
Charaktere: Hugh, Eliza, Jared
Wörter: 1830
Warnings: unbetaed, nicht Korrektur gelesen
Disclaimer: Alles meins, bis auf den Plot, den ich von einer Freundin gespendet bekommen habe.
Continuation: Teil 1 | Teil 2 | Teil 3 | Teil 4
Kommentar: Kann man sich in seine eigenen Charas verkucken?
Anmerkung: Hughs Heimatland ist erfunden. Wer es auf der Landkarte sucht: An der südlichen Grenze zu Moldawien liegt ein Zipfel der Ukraine, der durch eine Bucht fast vollkommen abgetrennt ist. Ich habe mir erlaubt, das zu einem eigenständigen Land zu machen.
Wer ist hier das Arschloch?
Hugh genoss noch sehr dieses ungewöhnliche Mittagessen. Auch wenn seine Finger fettiger wie nie zuvor wurden und er nicht wirklich nachvollziehen konnte, was so toll daran war, mit Fingern zu essen. Aber Eliza hatte sich wieder entspannt und damit waren auch wieder Gespräche möglich, die sich zuerst noch ausschließlich auf die Mahlzeit bezogen.
"Woher kommst du eigentlich?", fragte Eliza schließlich. "Du trägst einen sehr ungewöhnlichen Namen."
Hugh, der gerade einen Schluck Wasser genommen hatte, verschluckte sich und räusperte sich dezent, bevor er noch etwas nachtrank. Was sollte er jetzt sagen? Er wollte diese Katze eigentlich nicht aus dem Sack lassen.
"Ich komme aus einem kleinen Land, das an der Küste des schwarzen Meeres liegt. Es heißt Artsinien", erklärte Hugh schließlich in ruhigen Worten und sah die Fragezeichen über Elizas Kopf. "Ich werde es Ihnen einmal auf einer Landkarte zeigen, wenn Sie möchten."
Eliza lächelte entschuldigend. "Geografie war nie meine Stärke", erwiderte sie.
"Woher kommen Sie, wenn ich fragen darf?", erkundigte sich Hugh höflich und musterte seine Begleitung interessiert. Er hatte schon einiges von der Welt gesehen und die Art, wie er aufgezogen wurde, gebot ihm, dass er anderen Menschen zuhörte, wenn sie mit ihm sprachen.
"Ich komme aus Yuma. Das ist eine kleine Stadt in Arizona nahe an der mexikanischen Grenze", erklärte Eliza und als Hugh sie abwartend ansah, ob noch etwas folgen würde, fuhr sie mit einer kurzen Zusammenfassung der Stadt fort.
"Ihre Muttersprache ist demnach spanisch?", erkundigte er sich dann weiter und ihre Augen erstrahlten einen Moment.
"Woher weißt du das? Den Schluss hat bisher niemand gezogen." Hugh schenkte ihr ein sanftes Lächeln.
"Nun, Ihr Name ist sehr südländisch und nachdem Sie mir gerade erzählt haben, dass die Stadt jahrelang zu Mexiko gehört hat, war das der einzige Schluss, der übrig blieb. Aber man merkt es ihnen nicht an. Sie sprechen einwandfreies Englisch."
Eliza lächelte breit. "Danke. Du sprichst aber auch sehr gut Englisch. Was ist deine Muttersprache?"
Hugh dachte nach und dachte nach. Eliza runzelte die Stirn und meinte schließlich leise: "So schwer kann das doch nicht sein? Was spricht man in Artsinien?"
"Einfach ist es nicht. Wir sind ein kleines Land und Grenzen an drei Länder. Aber generell gibt es in dem ganzen Gebiet einen Mix aus verschiedenen Dialekten und anderen Sprachen. Sie klingen zwar alle ähnlich, aber sind doch anders. Zu Hause kam es immer darauf an, mit wem ich mich gerade unterhalten habe, aber ich schätze, es ist ukrainisch. Aber ich kann auch fließend russisch und rumänisch. Und natürlich englisch."
Eliza sah in blinzelnd an und lehnte sich dann zurück. "Wow. Das klingt wirklich kompliziert", meinte sie dann erstaunt und Hugh lächelte gepresst. "Ich hätte nicht gedacht, dass du soviele Sprachen sprichst."
"Nun, die Sprachen sind alle ähnlich und ich war von kleinauf damit in Berührung. Ich konnte sie also schon sprechen, bevor wir sie in der Schule gelernt haben. Fast die ganze Bevölkerung von Artsinien kann diese drei Sprachen."
"Interessant. Und wie kommst du jetzt zu deinem Namen? Er klingt sehr adelig."
Hugh presste die Lippen zusammen und meinte dann entschuldigend: "Meine Eltern haben ihn mir gegeben. Aber bitten seien Sie mir nicht böse, ich möchte dieses Thema nicht vertiefen."
Eigentlich hatte er aber einfach nur Angst, dass Eliza sich anders verhalten würde, wenn sie auch noch davon Erfuhr, dass er einen Titel trug. Er wollte einfach nur ein gewöhnliches Leben führen.
Eliza winkte ab. "Schon in Ordnung, wenn du nicht darüber sprechen willst. Es gibt ja genug andere Themen."
Hugh sah auf die Uhr. "Ja, die gibt es wohl. Wenn Sie noch etwas Zeit haben, können wir uns unterwegs weiter unterhalten. Ich habe noch nicht alles von der Stadt gesehen."
Eliza lächelte. "Wenn du willst, zeige ich sie dir. Oder bist du auf der Suche nach etwas Bestimmten?"
Hugh rief den Kellner, um die Rechnung zu begleichen und meinte zu Eliza: "Es gibt einiges, was ich in nächster Zeit besorgen muss. Ich wollte mir ansehen, was ich direkt in der Stadt kaufen kann und was ich am besten bestelle."
"Alles klar. Du sagst mir, was du brauchst und ich sag dir, was du nicht bekommst", grinste sie und Hugh runzelte die Stirn. Dann war aber auch schon der Kellner da und Hugh gab ihm ein gutes Trinkgeld. Dann erhob er sich und hielt Eliza die Hand hin, um ihr aufzuhelfen. Dabei meinte er: "Nun, ich hoffe, dass ich das meiste hier bekommen kann."
Eliza lachte, stand ohne Hilfe auf und verließ mit einem Blick über die Schulter das Restaurant: "Das war nur eine Redewengung. Komm - der Tag ist nicht mehr ewig lang."
Hugh genoss es sehr, in Begleitung von Eliza die Stadt anzusehen. Er erfuhr, dass sie Literatur und Kunstgeschichte studierte und nun das dritte Semester beginnen würde. Sie unterhielten sich dann also auch ein wenig über Weltliteratur und Kunst. Es fiel auch gar nicht auf, dass er eigentlich der jüngere von ihnen war.
Außerdem zeigte sie ihm wirklich viele Geschäfte, wo er all die Dinge bekommen konnte, die bereits auf seiner geistigen Liste standen oder sogar die, die im Zuge der Besichtigung und des Gesprächs hinzukamen.
Ihre Wege trennten sich erst, als sie in ihrem Stockwerk angekommen waren und Hugh verabschiedete sich von ihr mit einem Handkuss: "Es war mir eine Ehre, Miss Eliza. Ich habe den Tag mit ihnen wirklich sehr genossen."
Eliza sah ihn verlegen an und nahm ihre Hand zurück. Dann lächelte sie leicht. "Wenn du mal Rat oder Hilfe brauchst, Hugh, ich wohne in Zimmer 1009 ziemlich am Ende des Ganges."
"Ich werde mitunter darauf zurückkommen. Vielen Dank für das Angebot."
Eliza winkte ab. "Komm später doch einfach im Gemeinschaftsraum vorbei. Dann lernst noch ein paar Leute vom Stockwerk kennen."
"Feiert ihr heute schon wieder?"
"Wir haben gestern nichts gefeiert. Wir haben uns einfach nur einen angenehmen Abend gemacht. Sowas kann sehr entspannend sein, nach einem stressigen Tag. Außerdem solltest du den Eindruck von gestern Abend wirklich ausbessern."
Hugh dachte darüber nach und erkundigte sich dann, zu welcher Zeit er da sein sollte. Das brachte Eliza zum Lachen und sie erklärte: "Das ist ein Gemeinschaftsraum, Hugh. Du kannst IMMER dort sein, wann immer du willst."
Hugh presste die Lippen zusammen und kam sich ein wenig wie ein Idiot vor. Aber er nickte. "Ich schätze, dann werden wir uns heute abend noch einmal sehen. Bis dann, Miss Eliza." Er wandte sich ab und ging in Zimmer.
Als er den Schlüssel ins Schloss schob, fiel ihm ein gefalteter Zettel auf, der an der Türe klebte. Neugierig nahm er ihn ab, wenn er nicht für ihn war, würde er ihn wieder dranhängen.
Vorsichtig faltete er ihn auf und las die Zeile, die draufstand: Fass nie wieder meine Sachen an, Arsch.
Dem Inhalt zu urteilen, war die Nachricht von Jared Gibson und eindeutig an ihn gerichtet. Dabei hätte ihm sein unfreiwilliger Zimmergenosse ruhig dankbar sein können, dass er aufgeräumt hatte. Es war nun wirklich nicht so, als hätte irgendetwas von den Dingen einen Wert.
Abgesehen davon, dass er nicht stahl. Es gab absolut keinen Grund, ihn wegen der Sache heute morgen so anzumachen. Allerdings traf ihn auch fast der Schlag, als er das Zimmer schließlich betrat.
Wieder lag die Wäsche am Boden verteilt, aber zusätzlich stand nun ein Fernseher am Boden und daneben nicht nur eine, sondern zwei Spielkonsolen. Dahinter lagen eine ganze Menge Spiele verteilt. Er schäbige Koffer lag auf SEINEM Bett und von Jared war keine Spur. Aber der Fernseher lief und auf dem Bildschirm stand groß Pause.
Hugh fand für den Zustand des Zimmers wirklich keine Worte.
Aber er spürte, wie in ihm wieder Zorn hochkroch.
Zähneknirschend sammelte er die Kleidung auf und faltete sie schon automatisch. Jared hatte ihm diesmal gar keine andere Wahl gelassen, er hätte sonst auf die Textilien drauftreten müssen, um zu seinem Bett zu kommen.
Er packte die Sachen in den Koffer und schob diesen anschließend unters Bett. So sah das schon wieder viel besser aus. Er putzte noch sein Bett ein wenig ab und setzte sich.
Dann viel sein Blick auf die Spielkonsolen und den Fernseher. Aber vor allem an der unsorfältigen Weise, wie die Spielehüllen am Boden verteilt waren. Also würden sie auch noch einen Aufbewahrungsbehälter dafür brauchen. Er hatte jedenfalls keine Lust, wenn sie sich schon dieses Zimmer teilen mussten, in seinem Saustall zu leben.
"Boah! Ich fass es nicht! Ich habe mich doch wirklich deutlich genug ausgedrückt. Was ist los mit dir? Das sind gottverdammt nochmal MEINE Sachen und da haben deine dreckigen Finger nichts daran verloren. Und wo hast du den Scheißkoffer jetzt hingetan?" Hugh hatte Mühe, nicht zusammenzuzucken. Der Tag war so schön gewesen. Er durfte ihn sich nicht verderben lassen.
"Ich habe die Sachen in den Koffer getan und ihn unterm Bett verstaut. Und ich würde Sie wirklich bitten, Herr Gibson, dass sie in Zukunft darauf achten, den Boden frei von Kleidung zu halten. Ich schätze Unordnung nicht besonders." Jared sah ihn fassungslos an.
"Was glaubst du eigentlich, wer du bist? Nur weil du schicke Klamotten anhast und dich aufführst wie ein großkotziger Adeliger, bedeutet das nicht, dass dir die Welt gehört. Ich habe meine Rechte und es ist wohl wirklich nicht zuviel verlangt, dass du deine Griffel von meinem Zeug lässt. Echt jetzt!"
Hugh erhob sich. Eigentlich war es nicht an ihm, dass er sich entschuldigte. Aber offenbar lag Jared sehr viel an den Sachen und dann war es wirklich falsch gewesen, den anderen beim Aufräumen zu unterstützen. "Es tut mir sehr Leid, dass ich Sie offenbar gekränkt und verärgert habe, Herr Gibson. Um zukünftig solche Konflikte zu vermeiden, schlage ich vor, dass Sie ihren Koffer selbst gepackt halten und unter dem Bett verstauen. Morgen werde ich auch die notwendigen Utensilien für diesen Raum organisieren. Wenn Sie etwas dringend benötigen, lassen Sie es mich vor morgen früh wissen." Es fühlte sich wirklich sehr seltsam an, sich dafür zu entschuldigen, Ordnung gemacht zu haben.
Hugh nahm einige Sachen aus dem Schrank und bevor er noch das Zimmer verließ, fügte er hinzu: "Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie ebenfalls etwas Entgegenkommen zeigen würden. Ihr kunstvolle Art, Unordnung zu erzeugen, vergrämt mich zutiefst."
Dann ging er zu den Duschen, um sich dort umzuziehen. Außerdem, um sich ein wenig zu aklimatisieren und zu beruhigen. Das Jared ihn zornentbrannt nachgesehen hatte, hatte er wirklich versucht an sich abprallen zu lassen. Er hatte sich entschuldigt, das musste reichen.
Als er wiederkam, lag Jared ausgestreckt auf dem Boden und spielte. Hugh stieg über ihn hinweg und veräumte den Anzug und nahm sich ein Buch zur Hand. Leise verzog er sich wieder aus dem Zimmer und ging in den Gemeinschaftsraum.
Es war niemand außer ihm hier und er genoss einen Moment die Ruhe in diesem großen Raum. Dann zog er sich einen Sofasessel näher ans Fenster und setzte sich. Er überschlug seine Beine und sah noch einen Moment nach draußen, ehe er das Buch aufschlug und zu lesen begann. Hier konnte er es tatsächlich ein wenig besser ertragen. Und sein Zimmergenosse würde wohl kaum hier auftauchen. Nicht in den nächsten Stunden.
(WOW Oo was für ein Vorsprung....)
Autor: Jenchan
Titel: Wer ist hier das Arschloch?
Challenge: Karte 2 - Eine Entschuldigung (für mich)
Fandom: Original (Hugh-versum)
Charaktere: Hugh, Eliza, Jared
Wörter: 1830
Warnings: unbetaed, nicht Korrektur gelesen
Disclaimer: Alles meins, bis auf den Plot, den ich von einer Freundin gespendet bekommen habe.
Continuation: Teil 1 | Teil 2 | Teil 3 | Teil 4
Kommentar: Kann man sich in seine eigenen Charas verkucken?
Anmerkung: Hughs Heimatland ist erfunden. Wer es auf der Landkarte sucht: An der südlichen Grenze zu Moldawien liegt ein Zipfel der Ukraine, der durch eine Bucht fast vollkommen abgetrennt ist. Ich habe mir erlaubt, das zu einem eigenständigen Land zu machen.
Wer ist hier das Arschloch?
Hugh genoss noch sehr dieses ungewöhnliche Mittagessen. Auch wenn seine Finger fettiger wie nie zuvor wurden und er nicht wirklich nachvollziehen konnte, was so toll daran war, mit Fingern zu essen. Aber Eliza hatte sich wieder entspannt und damit waren auch wieder Gespräche möglich, die sich zuerst noch ausschließlich auf die Mahlzeit bezogen.
"Woher kommst du eigentlich?", fragte Eliza schließlich. "Du trägst einen sehr ungewöhnlichen Namen."
Hugh, der gerade einen Schluck Wasser genommen hatte, verschluckte sich und räusperte sich dezent, bevor er noch etwas nachtrank. Was sollte er jetzt sagen? Er wollte diese Katze eigentlich nicht aus dem Sack lassen.
"Ich komme aus einem kleinen Land, das an der Küste des schwarzen Meeres liegt. Es heißt Artsinien", erklärte Hugh schließlich in ruhigen Worten und sah die Fragezeichen über Elizas Kopf. "Ich werde es Ihnen einmal auf einer Landkarte zeigen, wenn Sie möchten."
Eliza lächelte entschuldigend. "Geografie war nie meine Stärke", erwiderte sie.
"Woher kommen Sie, wenn ich fragen darf?", erkundigte sich Hugh höflich und musterte seine Begleitung interessiert. Er hatte schon einiges von der Welt gesehen und die Art, wie er aufgezogen wurde, gebot ihm, dass er anderen Menschen zuhörte, wenn sie mit ihm sprachen.
"Ich komme aus Yuma. Das ist eine kleine Stadt in Arizona nahe an der mexikanischen Grenze", erklärte Eliza und als Hugh sie abwartend ansah, ob noch etwas folgen würde, fuhr sie mit einer kurzen Zusammenfassung der Stadt fort.
"Ihre Muttersprache ist demnach spanisch?", erkundigte er sich dann weiter und ihre Augen erstrahlten einen Moment.
"Woher weißt du das? Den Schluss hat bisher niemand gezogen." Hugh schenkte ihr ein sanftes Lächeln.
"Nun, Ihr Name ist sehr südländisch und nachdem Sie mir gerade erzählt haben, dass die Stadt jahrelang zu Mexiko gehört hat, war das der einzige Schluss, der übrig blieb. Aber man merkt es ihnen nicht an. Sie sprechen einwandfreies Englisch."
Eliza lächelte breit. "Danke. Du sprichst aber auch sehr gut Englisch. Was ist deine Muttersprache?"
Hugh dachte nach und dachte nach. Eliza runzelte die Stirn und meinte schließlich leise: "So schwer kann das doch nicht sein? Was spricht man in Artsinien?"
"Einfach ist es nicht. Wir sind ein kleines Land und Grenzen an drei Länder. Aber generell gibt es in dem ganzen Gebiet einen Mix aus verschiedenen Dialekten und anderen Sprachen. Sie klingen zwar alle ähnlich, aber sind doch anders. Zu Hause kam es immer darauf an, mit wem ich mich gerade unterhalten habe, aber ich schätze, es ist ukrainisch. Aber ich kann auch fließend russisch und rumänisch. Und natürlich englisch."
Eliza sah in blinzelnd an und lehnte sich dann zurück. "Wow. Das klingt wirklich kompliziert", meinte sie dann erstaunt und Hugh lächelte gepresst. "Ich hätte nicht gedacht, dass du soviele Sprachen sprichst."
"Nun, die Sprachen sind alle ähnlich und ich war von kleinauf damit in Berührung. Ich konnte sie also schon sprechen, bevor wir sie in der Schule gelernt haben. Fast die ganze Bevölkerung von Artsinien kann diese drei Sprachen."
"Interessant. Und wie kommst du jetzt zu deinem Namen? Er klingt sehr adelig."
Hugh presste die Lippen zusammen und meinte dann entschuldigend: "Meine Eltern haben ihn mir gegeben. Aber bitten seien Sie mir nicht böse, ich möchte dieses Thema nicht vertiefen."
Eigentlich hatte er aber einfach nur Angst, dass Eliza sich anders verhalten würde, wenn sie auch noch davon Erfuhr, dass er einen Titel trug. Er wollte einfach nur ein gewöhnliches Leben führen.
Eliza winkte ab. "Schon in Ordnung, wenn du nicht darüber sprechen willst. Es gibt ja genug andere Themen."
Hugh sah auf die Uhr. "Ja, die gibt es wohl. Wenn Sie noch etwas Zeit haben, können wir uns unterwegs weiter unterhalten. Ich habe noch nicht alles von der Stadt gesehen."
Eliza lächelte. "Wenn du willst, zeige ich sie dir. Oder bist du auf der Suche nach etwas Bestimmten?"
Hugh rief den Kellner, um die Rechnung zu begleichen und meinte zu Eliza: "Es gibt einiges, was ich in nächster Zeit besorgen muss. Ich wollte mir ansehen, was ich direkt in der Stadt kaufen kann und was ich am besten bestelle."
"Alles klar. Du sagst mir, was du brauchst und ich sag dir, was du nicht bekommst", grinste sie und Hugh runzelte die Stirn. Dann war aber auch schon der Kellner da und Hugh gab ihm ein gutes Trinkgeld. Dann erhob er sich und hielt Eliza die Hand hin, um ihr aufzuhelfen. Dabei meinte er: "Nun, ich hoffe, dass ich das meiste hier bekommen kann."
Eliza lachte, stand ohne Hilfe auf und verließ mit einem Blick über die Schulter das Restaurant: "Das war nur eine Redewengung. Komm - der Tag ist nicht mehr ewig lang."
Hugh genoss es sehr, in Begleitung von Eliza die Stadt anzusehen. Er erfuhr, dass sie Literatur und Kunstgeschichte studierte und nun das dritte Semester beginnen würde. Sie unterhielten sich dann also auch ein wenig über Weltliteratur und Kunst. Es fiel auch gar nicht auf, dass er eigentlich der jüngere von ihnen war.
Außerdem zeigte sie ihm wirklich viele Geschäfte, wo er all die Dinge bekommen konnte, die bereits auf seiner geistigen Liste standen oder sogar die, die im Zuge der Besichtigung und des Gesprächs hinzukamen.
Ihre Wege trennten sich erst, als sie in ihrem Stockwerk angekommen waren und Hugh verabschiedete sich von ihr mit einem Handkuss: "Es war mir eine Ehre, Miss Eliza. Ich habe den Tag mit ihnen wirklich sehr genossen."
Eliza sah ihn verlegen an und nahm ihre Hand zurück. Dann lächelte sie leicht. "Wenn du mal Rat oder Hilfe brauchst, Hugh, ich wohne in Zimmer 1009 ziemlich am Ende des Ganges."
"Ich werde mitunter darauf zurückkommen. Vielen Dank für das Angebot."
Eliza winkte ab. "Komm später doch einfach im Gemeinschaftsraum vorbei. Dann lernst noch ein paar Leute vom Stockwerk kennen."
"Feiert ihr heute schon wieder?"
"Wir haben gestern nichts gefeiert. Wir haben uns einfach nur einen angenehmen Abend gemacht. Sowas kann sehr entspannend sein, nach einem stressigen Tag. Außerdem solltest du den Eindruck von gestern Abend wirklich ausbessern."
Hugh dachte darüber nach und erkundigte sich dann, zu welcher Zeit er da sein sollte. Das brachte Eliza zum Lachen und sie erklärte: "Das ist ein Gemeinschaftsraum, Hugh. Du kannst IMMER dort sein, wann immer du willst."
Hugh presste die Lippen zusammen und kam sich ein wenig wie ein Idiot vor. Aber er nickte. "Ich schätze, dann werden wir uns heute abend noch einmal sehen. Bis dann, Miss Eliza." Er wandte sich ab und ging in Zimmer.
Als er den Schlüssel ins Schloss schob, fiel ihm ein gefalteter Zettel auf, der an der Türe klebte. Neugierig nahm er ihn ab, wenn er nicht für ihn war, würde er ihn wieder dranhängen.
Vorsichtig faltete er ihn auf und las die Zeile, die draufstand: Fass nie wieder meine Sachen an, Arsch.
Dem Inhalt zu urteilen, war die Nachricht von Jared Gibson und eindeutig an ihn gerichtet. Dabei hätte ihm sein unfreiwilliger Zimmergenosse ruhig dankbar sein können, dass er aufgeräumt hatte. Es war nun wirklich nicht so, als hätte irgendetwas von den Dingen einen Wert.
Abgesehen davon, dass er nicht stahl. Es gab absolut keinen Grund, ihn wegen der Sache heute morgen so anzumachen. Allerdings traf ihn auch fast der Schlag, als er das Zimmer schließlich betrat.
Wieder lag die Wäsche am Boden verteilt, aber zusätzlich stand nun ein Fernseher am Boden und daneben nicht nur eine, sondern zwei Spielkonsolen. Dahinter lagen eine ganze Menge Spiele verteilt. Er schäbige Koffer lag auf SEINEM Bett und von Jared war keine Spur. Aber der Fernseher lief und auf dem Bildschirm stand groß Pause.
Hugh fand für den Zustand des Zimmers wirklich keine Worte.
Aber er spürte, wie in ihm wieder Zorn hochkroch.
Zähneknirschend sammelte er die Kleidung auf und faltete sie schon automatisch. Jared hatte ihm diesmal gar keine andere Wahl gelassen, er hätte sonst auf die Textilien drauftreten müssen, um zu seinem Bett zu kommen.
Er packte die Sachen in den Koffer und schob diesen anschließend unters Bett. So sah das schon wieder viel besser aus. Er putzte noch sein Bett ein wenig ab und setzte sich.
Dann viel sein Blick auf die Spielkonsolen und den Fernseher. Aber vor allem an der unsorfältigen Weise, wie die Spielehüllen am Boden verteilt waren. Also würden sie auch noch einen Aufbewahrungsbehälter dafür brauchen. Er hatte jedenfalls keine Lust, wenn sie sich schon dieses Zimmer teilen mussten, in seinem Saustall zu leben.
"Boah! Ich fass es nicht! Ich habe mich doch wirklich deutlich genug ausgedrückt. Was ist los mit dir? Das sind gottverdammt nochmal MEINE Sachen und da haben deine dreckigen Finger nichts daran verloren. Und wo hast du den Scheißkoffer jetzt hingetan?" Hugh hatte Mühe, nicht zusammenzuzucken. Der Tag war so schön gewesen. Er durfte ihn sich nicht verderben lassen.
"Ich habe die Sachen in den Koffer getan und ihn unterm Bett verstaut. Und ich würde Sie wirklich bitten, Herr Gibson, dass sie in Zukunft darauf achten, den Boden frei von Kleidung zu halten. Ich schätze Unordnung nicht besonders." Jared sah ihn fassungslos an.
"Was glaubst du eigentlich, wer du bist? Nur weil du schicke Klamotten anhast und dich aufführst wie ein großkotziger Adeliger, bedeutet das nicht, dass dir die Welt gehört. Ich habe meine Rechte und es ist wohl wirklich nicht zuviel verlangt, dass du deine Griffel von meinem Zeug lässt. Echt jetzt!"
Hugh erhob sich. Eigentlich war es nicht an ihm, dass er sich entschuldigte. Aber offenbar lag Jared sehr viel an den Sachen und dann war es wirklich falsch gewesen, den anderen beim Aufräumen zu unterstützen. "Es tut mir sehr Leid, dass ich Sie offenbar gekränkt und verärgert habe, Herr Gibson. Um zukünftig solche Konflikte zu vermeiden, schlage ich vor, dass Sie ihren Koffer selbst gepackt halten und unter dem Bett verstauen. Morgen werde ich auch die notwendigen Utensilien für diesen Raum organisieren. Wenn Sie etwas dringend benötigen, lassen Sie es mich vor morgen früh wissen." Es fühlte sich wirklich sehr seltsam an, sich dafür zu entschuldigen, Ordnung gemacht zu haben.
Hugh nahm einige Sachen aus dem Schrank und bevor er noch das Zimmer verließ, fügte er hinzu: "Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie ebenfalls etwas Entgegenkommen zeigen würden. Ihr kunstvolle Art, Unordnung zu erzeugen, vergrämt mich zutiefst."
Dann ging er zu den Duschen, um sich dort umzuziehen. Außerdem, um sich ein wenig zu aklimatisieren und zu beruhigen. Das Jared ihn zornentbrannt nachgesehen hatte, hatte er wirklich versucht an sich abprallen zu lassen. Er hatte sich entschuldigt, das musste reichen.
Als er wiederkam, lag Jared ausgestreckt auf dem Boden und spielte. Hugh stieg über ihn hinweg und veräumte den Anzug und nahm sich ein Buch zur Hand. Leise verzog er sich wieder aus dem Zimmer und ging in den Gemeinschaftsraum.
Es war niemand außer ihm hier und er genoss einen Moment die Ruhe in diesem großen Raum. Dann zog er sich einen Sofasessel näher ans Fenster und setzte sich. Er überschlug seine Beine und sah noch einen Moment nach draußen, ehe er das Buch aufschlug und zu lesen begann. Hier konnte er es tatsächlich ein wenig besser ertragen. Und sein Zimmergenosse würde wohl kaum hier auftauchen. Nicht in den nächsten Stunden.
(WOW Oo was für ein Vorsprung....)