9. Karte 3 - das Bild
Jul. 14th, 2011 10:54 amTeam: Hendrix
Autor: Jenchan
Titel: Erstkontakt
Challenge: Karte 3 - das Bild: Hemdenwerbung von J. C. Leyendecker (fürs Team)
Fandom: Original (Hugh-versum)
Charaktere: Hugh, Eliza
Wörter: 1449
Warnings: unbetaed, nicht Korrektur gelesen
Disclaimer: Alles meins, bis auf den Plot, den ich von einer Freundin gespendet bekommen habe.
Continuation: Teil 1 | Teil 2
Kommentar: Ich suche immer noch nach einem Betätigungsfeld für Jared. Es ist echt schwer, sich ein Leben für andere auszudenken >.<
Erstkontakt
Es war ein ausgesprochen schöner Septembertag und am Universitätsgelände herrschte noch idyllische Ruhe. Das lag daran, dass die Vorlesungen erst in einer Woche starten würden. Jetzt waren nur vereinzelt Studenten hier, die noch Administratives zu erledigen hatten.
Hugh hatte also Zeit, sich alles in Ruhe anzusehen und als er einen guten Eindruck gewonnen hatte, machte er sich auf den Weg in die Stadt. Der Universitätsrundgang hatte auch nicht allzu viel Zeit in Anspruch genommen, da er das Gelände schon einmal besichtigt hatte. Bevor er beschlossen hatte, am Campus einzuziehen und sich mehr als nur ins Studium reinzuhängen. Er wollte wissen, wie gewöhnliche Leute waren. Welchen Bedürfnissen sie unterlagen und wie man mit ihnen am Besten umging.
Er hatte, als er diesen Plan gefasst hatte, nur nicht gedacht, dass es so schwierig werden würde. Wie sehr sich seine Welt wirklich von den restlichen Gesellschaftsschichten unterschied.
Aber er wollte Brückenbauer werden und Brücken waren nun einem dazu da, Hindernisse zu überwinden. Also würde er sich anstrengend, dass er auch in seinem Leben einige Brücken schlug und ein Verständnis dafür gewann, wie andere Menschen und andere Kulturen funktionierten.
Schon allein beim Entwurf einer Brücke musste das ja schließlich mit einfließen. In welchem Land soll die Brücke stehen und welchen Zweck soll sie erfüllen, waren schließlich Fragen, die ganz zu Beginn auftauchten, noch bevor man sich überhaupt für eine Brückenart entschied oder gar ein Design wählte.
Ja, das würden gewiss spannende Jahre werden und er würde bestimmt viele Menschen kennenlernen und selbst einen große Entwicklung durchmachen.
Jetzt aber verschaffte sich Hugh erst einmal einen Eindruck von der Stadt. Er brauchte ja schließlich auch noch einiges für sein Wohnheimzimmer. Abgesehen davon, dass er wissen musste, woher er Arbeitsmaterialien für sein studium bekam.
So wanderten seine Augen wachsam durch die Straßen. Registrierten verschiedene Restaurants bis er sich in ein kleines Café setzte und sich ein leichtes Frühstück gönnte. Dann ging sein Streifzug weiter.
Er fand einen kleinen Bastelladen, den er auch betrat und sich darin sorgfältig umsah. Er sprach auch mit der Verkäuferin hinter dem Thresen, wie das war, wenn er besondere Dinge haben wollte, ob sie die bestellen konnte.
Er wurde sehr freundlich behandelt und behielt sich damit diesen Laden im Hinterkopf. Natürlich könnte er sich die Dinge, die er benötigte, einfach schicken lassen, aber dann erfüllte er ja nicht den Zweck, für den er hier war.
Gegen halb eins fand er sich schließlich vor einem Antiquitätenladen wird. Er hatte mittlerweile zwei Buchhandlungen hinter sich und einen Schreibwarenhändler. Außerdem hatte er Eisdielen, Restaurants mit asiatischer, italienischer und nationaler Küche gesehen. Dazwischen viele Cafés, Handyläden, Schuh- und Klamottenläden und Spielwarengeschäfte. Eigentlich gab es hier alles, was man zum Leben brauchte, auch wenn es nur sehr wenige gehobenere Shops gab. Da müsste er sich im Internet noch einmal umsehen, woher er in Zukunft seine Kleidung bekam, sollte er welche benötigen.
Aber jetzt wanderten seine Augen erst einmal über das Schaufenster. Es waren einige interessante Raritäten darin zu finden und er hoffte, der Ladenbesitzer hatte daran gedacht, UV-undurchlässige Scheiben einzusetzen. Oder zumindest nur Imitate im Schaufenster auszustellen.
Hugh betrat den Laden. Über der Türe klingelte ein kleines Glöckchen seine Ankunft ein und er musste lächeln. So gefiel ihm das.
Die Türe fiel leise wieder ins Schloss und atmete den Geruch des Ladens ein. Alt und ein wenig stickig. Es sah ein bisschen aus, als hätte er einen Schritt in die Vergangenheit getan.
Seine Augen flogen über die Regale und nur vorsichtig wanderte er weiter durch den kleinen Shop. Seine Augen berührten hin und wieder ganz sacht und bewundernd einige Artikel. Es war viel Kram hier zu finden, aber auch einige Goldstücke. Bestimmt hatte der Ladenbesitzer noch mehr wertvolle Stücke, aber er wäre bescheuert, wenn er die einfach so herumliegen ließe.
"Das ist eine alte Hemdenwerbung von J.C. Leyendecker", sprach ihn plötzlich eine Frauenstimme an und erst jetzt registrierte Hugh, dass er vor einem gerahmten Bild stehengeblieben war. Er registrierte allerdings erst jetzt das Motiv, da er gedanklich noch gar nicht soweit gewesen war, wie sein Körper.
Einen Moment betrachtete er es noch mit der Überlegung, es sich zu kaufen, dann sah er allerdings zur Seite. Die Frau, die ihn angesprochen hatte, kam ihm bekannt vor, aber er wüsste nicht, woher er so eine gewöhnliche Frau kennen sollte.
"Hugh, war dein Name, nicht wahr?" Hugh nickte und suchte sein Gedächtnis ab, ob er ihren Namen auch kann. Tat er nicht.
"Und wie heißen Sie, Miss?", fragte er also nach, wobei er seine Stimme gedämpft und leise hielt, ohne zu flüstern. Aber auch, um nicht die Atmosphäre in dem Laden zu zerstören. Als könnten die Gegenstände durch zu lautes Reden Schaden nehmen.
Die Dame jedoch kicherte leise, was Hugh innerlich doch ein wenig entsetzte. Was war an dieser Frage so witzig? Aber er verstand ohnehin nicht wirklich, wie die Menschen hier tickten.
"Ich bin Eliza Martinez, me Lord", erwiderte sie und machte einen Knicks, was Hugh automatisch dazu veranlasste eine leichte Verbeugung anzudeuten. Dann nahm er ihre Hand gab einen zarten Kuss auf den Handrücken. "Erfreut Sie kennen zu lernen, Eliza Martinez."
Sie blinzelte ihn an und lächelte dann breit. "Die Freude ist ganz meinerseits."
Hugh erleichterte es ein wenig, dass es offensichtlich doch noch Menschen gab, die sich zu benehmen wussten. Er musste sie nur finden.
"Joseph Christian Leyendecker war ein sehr begabter Illustrator Ende der 1880iger bis in die erste Hälfe des 19. Jahrhunderts", wandte sich Hugh allerdings wieder dem Bild zu und seine geschulten Augen nahmen sofort jedes Detail in sich auf.
"Du kennst dich da ja ziemlich aus", merkte Eliza bewundernd an und stellte sich dicht neben Hugh, der ihr einen kurzen Seitenblick zuwarf. Sie war einen halben Kopf kleiner als er und hatte braune, naturgelockte Haare, die offen über ihre Schultern flossen. Die Kleidung war gewöhnlich aber das Auftreten gepflegt. Außerdem, so fand Hugh es, sah sie auch in der gewöhnlichen Kleidung sehr gut aus.
"Meine Familie sammelt schon seit einigen Generationen Kunst aus aller Welt. Es wurde mir sozusagen in die Wiege gelegt", erklärte Hugh und sah sich dann noch den restlichen Laden an. Er konnte sich ja immer noch überlegen, ob er sich diesen Leyendecker kaufte und in seinem Studentenwohnheimzimmer aufhing. Er würde gewiss gut auf die weiße Wand passen und dem noch recht leeren Zimmer einen gemütlicheren Touch geben.
"Man merkt, dass Sie ein Kenner sind." Dann entstand Stille zwischen ihnen, aber Hugh merkte, dass Eliza ihm folgte und ihn scheinbar beobachtete, wie er das Sortiment des Ladens in Augenschein nahm. Das lenkte ihn ein wenig ab und als er schließlich durch war, verließ er den Laden wieder. Unter anderen Umständen hätte er noch auf Ladenbesitzer gewartet, aber er wollte nicht unbedingt bei seinen Gesprächen belauscht werden.
Vor der Türe atmete er erst einmal die frischere Luft ein und versorgte seine Gehirnzellen mit Sauerstoff. Dann sah er auf die Uhr und anschließend auf Eliza. "Es ist Zeit für die Mittagsmahlzeit, möchten Sie mich begleiten, Miss Martinez?", fragte er die junge Dame. Er musste schließlich irgendwann anfangen, die Menschen in der Umgebung besser kennen zu lernen.
"Eliza. Nenn mich bitte Eliza und du kannst mich auch duzen, Hugh." Sie schien einen Moment zu überlegen, fuhr dann aber fort: "Ehrlich gesagt, klingt das ein wenig lächerlich, wenn du so super höflich daherredest."
Hugh runzelte die Stirn und presste dann leicht die Lippen zusammen. Er hätt darauf einiges zu sagen, aber er hielt sich zurück. Soweit kam es noch, dass er sich auf so ein Niveau herabziehen ließ.
"Wollen Sie mich begleiten, Eliza?", fragte er stattdessen noch einmal und sie seufze.
Dann lächelte sie und zuckte mit den Schultern: "Es ist sicher spannend, dich besser kennen zu lernen. Was möchtest du essen? Ich sag aber gleich - es sollte nichts zu teures sein. Ich bin nur eine arme Studentin."
Hugh sah sich um. "Darum brauchen Sie sich keine Gedanken zu machen, Eliza. Sie sind selbstverständlich eingeladen." Das gebot schon die Höflichkeit, nachdem er derjenige war, der die Einladung ausgesprochen hatte.
"Da..." Hugh warf ihr einen bittenden Blick zu, da nun keine Diskussion daraus zu machen. Es würde ihn wirklich kränken, wenn Eliza für sich selbst bezahlte oder sich gar gegen diese Art von Einladung sträuben würde.
"Ist italienisch für Sie ihn Ordnung?", fragte er an und steuerte ein Restaurant an, dessen Schriftzug mit den italienischen Flaggenfarben hinterlegt war und sich als Pizzaria ausgab.
Eliza schwieg einen Moment und meinte dann: "Italienisch ist in Ordnung, aber nicht diese Pizzaria. Komm mit, ich zeige dir, wo die Pizzen gut und günstig sind."
Hugh wollte schon sagen, dass Geld keine Rolle spielte, aber er atmete nur betont aus. Das war wohl eins der Dinge, wo er einen Kompromis schließen musste, wenn er hier gut zurecht kommen wollte.
Autor: Jenchan
Titel: Erstkontakt
Challenge: Karte 3 - das Bild: Hemdenwerbung von J. C. Leyendecker (fürs Team)
Fandom: Original (Hugh-versum)
Charaktere: Hugh, Eliza
Wörter: 1449
Warnings: unbetaed, nicht Korrektur gelesen
Disclaimer: Alles meins, bis auf den Plot, den ich von einer Freundin gespendet bekommen habe.
Continuation: Teil 1 | Teil 2
Kommentar: Ich suche immer noch nach einem Betätigungsfeld für Jared. Es ist echt schwer, sich ein Leben für andere auszudenken >.<
Erstkontakt
Es war ein ausgesprochen schöner Septembertag und am Universitätsgelände herrschte noch idyllische Ruhe. Das lag daran, dass die Vorlesungen erst in einer Woche starten würden. Jetzt waren nur vereinzelt Studenten hier, die noch Administratives zu erledigen hatten.
Hugh hatte also Zeit, sich alles in Ruhe anzusehen und als er einen guten Eindruck gewonnen hatte, machte er sich auf den Weg in die Stadt. Der Universitätsrundgang hatte auch nicht allzu viel Zeit in Anspruch genommen, da er das Gelände schon einmal besichtigt hatte. Bevor er beschlossen hatte, am Campus einzuziehen und sich mehr als nur ins Studium reinzuhängen. Er wollte wissen, wie gewöhnliche Leute waren. Welchen Bedürfnissen sie unterlagen und wie man mit ihnen am Besten umging.
Er hatte, als er diesen Plan gefasst hatte, nur nicht gedacht, dass es so schwierig werden würde. Wie sehr sich seine Welt wirklich von den restlichen Gesellschaftsschichten unterschied.
Aber er wollte Brückenbauer werden und Brücken waren nun einem dazu da, Hindernisse zu überwinden. Also würde er sich anstrengend, dass er auch in seinem Leben einige Brücken schlug und ein Verständnis dafür gewann, wie andere Menschen und andere Kulturen funktionierten.
Schon allein beim Entwurf einer Brücke musste das ja schließlich mit einfließen. In welchem Land soll die Brücke stehen und welchen Zweck soll sie erfüllen, waren schließlich Fragen, die ganz zu Beginn auftauchten, noch bevor man sich überhaupt für eine Brückenart entschied oder gar ein Design wählte.
Ja, das würden gewiss spannende Jahre werden und er würde bestimmt viele Menschen kennenlernen und selbst einen große Entwicklung durchmachen.
Jetzt aber verschaffte sich Hugh erst einmal einen Eindruck von der Stadt. Er brauchte ja schließlich auch noch einiges für sein Wohnheimzimmer. Abgesehen davon, dass er wissen musste, woher er Arbeitsmaterialien für sein studium bekam.
So wanderten seine Augen wachsam durch die Straßen. Registrierten verschiedene Restaurants bis er sich in ein kleines Café setzte und sich ein leichtes Frühstück gönnte. Dann ging sein Streifzug weiter.
Er fand einen kleinen Bastelladen, den er auch betrat und sich darin sorgfältig umsah. Er sprach auch mit der Verkäuferin hinter dem Thresen, wie das war, wenn er besondere Dinge haben wollte, ob sie die bestellen konnte.
Er wurde sehr freundlich behandelt und behielt sich damit diesen Laden im Hinterkopf. Natürlich könnte er sich die Dinge, die er benötigte, einfach schicken lassen, aber dann erfüllte er ja nicht den Zweck, für den er hier war.
Gegen halb eins fand er sich schließlich vor einem Antiquitätenladen wird. Er hatte mittlerweile zwei Buchhandlungen hinter sich und einen Schreibwarenhändler. Außerdem hatte er Eisdielen, Restaurants mit asiatischer, italienischer und nationaler Küche gesehen. Dazwischen viele Cafés, Handyläden, Schuh- und Klamottenläden und Spielwarengeschäfte. Eigentlich gab es hier alles, was man zum Leben brauchte, auch wenn es nur sehr wenige gehobenere Shops gab. Da müsste er sich im Internet noch einmal umsehen, woher er in Zukunft seine Kleidung bekam, sollte er welche benötigen.
Aber jetzt wanderten seine Augen erst einmal über das Schaufenster. Es waren einige interessante Raritäten darin zu finden und er hoffte, der Ladenbesitzer hatte daran gedacht, UV-undurchlässige Scheiben einzusetzen. Oder zumindest nur Imitate im Schaufenster auszustellen.
Hugh betrat den Laden. Über der Türe klingelte ein kleines Glöckchen seine Ankunft ein und er musste lächeln. So gefiel ihm das.
Die Türe fiel leise wieder ins Schloss und atmete den Geruch des Ladens ein. Alt und ein wenig stickig. Es sah ein bisschen aus, als hätte er einen Schritt in die Vergangenheit getan.
Seine Augen flogen über die Regale und nur vorsichtig wanderte er weiter durch den kleinen Shop. Seine Augen berührten hin und wieder ganz sacht und bewundernd einige Artikel. Es war viel Kram hier zu finden, aber auch einige Goldstücke. Bestimmt hatte der Ladenbesitzer noch mehr wertvolle Stücke, aber er wäre bescheuert, wenn er die einfach so herumliegen ließe.
"Das ist eine alte Hemdenwerbung von J.C. Leyendecker", sprach ihn plötzlich eine Frauenstimme an und erst jetzt registrierte Hugh, dass er vor einem gerahmten Bild stehengeblieben war. Er registrierte allerdings erst jetzt das Motiv, da er gedanklich noch gar nicht soweit gewesen war, wie sein Körper.
Einen Moment betrachtete er es noch mit der Überlegung, es sich zu kaufen, dann sah er allerdings zur Seite. Die Frau, die ihn angesprochen hatte, kam ihm bekannt vor, aber er wüsste nicht, woher er so eine gewöhnliche Frau kennen sollte.
"Hugh, war dein Name, nicht wahr?" Hugh nickte und suchte sein Gedächtnis ab, ob er ihren Namen auch kann. Tat er nicht.
"Und wie heißen Sie, Miss?", fragte er also nach, wobei er seine Stimme gedämpft und leise hielt, ohne zu flüstern. Aber auch, um nicht die Atmosphäre in dem Laden zu zerstören. Als könnten die Gegenstände durch zu lautes Reden Schaden nehmen.
Die Dame jedoch kicherte leise, was Hugh innerlich doch ein wenig entsetzte. Was war an dieser Frage so witzig? Aber er verstand ohnehin nicht wirklich, wie die Menschen hier tickten.
"Ich bin Eliza Martinez, me Lord", erwiderte sie und machte einen Knicks, was Hugh automatisch dazu veranlasste eine leichte Verbeugung anzudeuten. Dann nahm er ihre Hand gab einen zarten Kuss auf den Handrücken. "Erfreut Sie kennen zu lernen, Eliza Martinez."
Sie blinzelte ihn an und lächelte dann breit. "Die Freude ist ganz meinerseits."
Hugh erleichterte es ein wenig, dass es offensichtlich doch noch Menschen gab, die sich zu benehmen wussten. Er musste sie nur finden.
"Joseph Christian Leyendecker war ein sehr begabter Illustrator Ende der 1880iger bis in die erste Hälfe des 19. Jahrhunderts", wandte sich Hugh allerdings wieder dem Bild zu und seine geschulten Augen nahmen sofort jedes Detail in sich auf.
"Du kennst dich da ja ziemlich aus", merkte Eliza bewundernd an und stellte sich dicht neben Hugh, der ihr einen kurzen Seitenblick zuwarf. Sie war einen halben Kopf kleiner als er und hatte braune, naturgelockte Haare, die offen über ihre Schultern flossen. Die Kleidung war gewöhnlich aber das Auftreten gepflegt. Außerdem, so fand Hugh es, sah sie auch in der gewöhnlichen Kleidung sehr gut aus.
"Meine Familie sammelt schon seit einigen Generationen Kunst aus aller Welt. Es wurde mir sozusagen in die Wiege gelegt", erklärte Hugh und sah sich dann noch den restlichen Laden an. Er konnte sich ja immer noch überlegen, ob er sich diesen Leyendecker kaufte und in seinem Studentenwohnheimzimmer aufhing. Er würde gewiss gut auf die weiße Wand passen und dem noch recht leeren Zimmer einen gemütlicheren Touch geben.
"Man merkt, dass Sie ein Kenner sind." Dann entstand Stille zwischen ihnen, aber Hugh merkte, dass Eliza ihm folgte und ihn scheinbar beobachtete, wie er das Sortiment des Ladens in Augenschein nahm. Das lenkte ihn ein wenig ab und als er schließlich durch war, verließ er den Laden wieder. Unter anderen Umständen hätte er noch auf Ladenbesitzer gewartet, aber er wollte nicht unbedingt bei seinen Gesprächen belauscht werden.
Vor der Türe atmete er erst einmal die frischere Luft ein und versorgte seine Gehirnzellen mit Sauerstoff. Dann sah er auf die Uhr und anschließend auf Eliza. "Es ist Zeit für die Mittagsmahlzeit, möchten Sie mich begleiten, Miss Martinez?", fragte er die junge Dame. Er musste schließlich irgendwann anfangen, die Menschen in der Umgebung besser kennen zu lernen.
"Eliza. Nenn mich bitte Eliza und du kannst mich auch duzen, Hugh." Sie schien einen Moment zu überlegen, fuhr dann aber fort: "Ehrlich gesagt, klingt das ein wenig lächerlich, wenn du so super höflich daherredest."
Hugh runzelte die Stirn und presste dann leicht die Lippen zusammen. Er hätt darauf einiges zu sagen, aber er hielt sich zurück. Soweit kam es noch, dass er sich auf so ein Niveau herabziehen ließ.
"Wollen Sie mich begleiten, Eliza?", fragte er stattdessen noch einmal und sie seufze.
Dann lächelte sie und zuckte mit den Schultern: "Es ist sicher spannend, dich besser kennen zu lernen. Was möchtest du essen? Ich sag aber gleich - es sollte nichts zu teures sein. Ich bin nur eine arme Studentin."
Hugh sah sich um. "Darum brauchen Sie sich keine Gedanken zu machen, Eliza. Sie sind selbstverständlich eingeladen." Das gebot schon die Höflichkeit, nachdem er derjenige war, der die Einladung ausgesprochen hatte.
"Da..." Hugh warf ihr einen bittenden Blick zu, da nun keine Diskussion daraus zu machen. Es würde ihn wirklich kränken, wenn Eliza für sich selbst bezahlte oder sich gar gegen diese Art von Einladung sträuben würde.
"Ist italienisch für Sie ihn Ordnung?", fragte er an und steuerte ein Restaurant an, dessen Schriftzug mit den italienischen Flaggenfarben hinterlegt war und sich als Pizzaria ausgab.
Eliza schwieg einen Moment und meinte dann: "Italienisch ist in Ordnung, aber nicht diese Pizzaria. Komm mit, ich zeige dir, wo die Pizzen gut und günstig sind."
Hugh wollte schon sagen, dass Geld keine Rolle spielte, aber er atmete nur betont aus. Das war wohl eins der Dinge, wo er einen Kompromis schließen musste, wenn er hier gut zurecht kommen wollte.