8. Karte 1 - Gegensätze
Jul. 13th, 2011 09:59 amTeam: Hendrix
Autor: Jenchan
Titel: Another World
Challenge: Karte 1 - Gegensätze (für mich)
Fandom: Original (Hugh-versum)
Charaktere: Hugh, Jared
Wörter: 1524
Warnings: unbetaed, nicht Korrektur gelesen
Disclaimer: Alles meins, bis auf den Plot, den ich von einer Freundin gespendet bekommen habe.
Continuation: Teil 1
Kommentar: So ganz entschieden, was die beiden studieren, hab ich mich noch nicht. Aber sie werden sich sehr wahrscheinlich öfters begegnen als ihnen lieb ist.
Hugh tut mir ein wenig Leid, aber andererseits - er hat dieses Leben selbst gewählt. Und vielleicht kann er sich ja doch noch ein wenig für die anderen Studenten erwärmen... es sind ja nicht alle so unhöflich wie Jared XD
Another World
Als Hugh sich bereit machte, um schlafen zu gehen, stellte er noch einen anderen Makel an seinem neuen, ungewohnt gewöhnlichen Studentenleben fest: Es waren Gemeinschaftsduschen.
Zumindest relativ.
Die Duschen und die Toiletten befanden sich auf dem Gang. Jedes Stockwerk hatte seine eigene und musste darauf achten, es sauber zu halten. Damit würde er sich arrangieren müssen. Genauso wie mit der Tatsache, dass die Küche gemeinschaftlich gebraucht wurde. Aber dort würde er allerhöchstens eine Flasche Wasser in den Kühlschrank stellen. Er war ja glücklicherweise das Kind wohlhabender Eltern und konnte es sich leisten, Essen zu gehen.
Er würde es morgen in Angriff nehmen, sich die Umgebung genau anzusehen.
Jetzt erst einmal, musste er sich mit dem Gedanken beschäftigen, dass er duschen ging. Ein Waschbecken zum Zähneputzen und rasieren befand sich ja glücklicherweise im Zimmer.
Er warf einen Blick auf den schäbigen, nun geöffneten Koffer und rümpfte die Nase. Sein Zimmergenosse - er hoffte wirklich inständig, dass sie in der Verwaltung schnell eine Lösung fanden - war nicht hier, aber er hatte Chaos hinterlassen. Eins, dass Hugh sicher nicht aufräumen würde.
Er würde nicht!
Sicherheitshalber wandte er den Blick wieder ab, sammelte sein Handtuch, sein Pyjama und seinen Kulturbeutel ein, und kontrollierte in den Taschen seines Flanellbademantels, ob er den Zimmerschlüssel eingesteckt hatte.
Damit war er auf alle Eventualitäten vorbereitet und er atmete noch einmal tief durch. Das war eine vollkommen neue Erfahrung, die ihm zusätzlich helfen würde, sein bisher sehr angenehmes Leben zu schätzen zu wissen.
Und es waren ja nur knapp vier Jahre, die er es hier ertragen musste. Dann war er mit seinem geplanten Studium durch. Das musste doch zu schaffen sein.
Mit aufrechter Haltung schritt er selbstbewusst aus seinem Zimmer und verschloss hinter sich die Türe. Dann ging er zu der Türe, auf der groß "Dusche" stand und schob seinen Schlüssel in das Schloss. Mit einem leisen Klick sprang die Türe auf und Hugh betrat den Raum.
Skeptisch flog seine Augenbraue nach oben. Der Raum war klein. Aber das waren schon die Toiletten gewesen. Aber er war wirklich klein. Da konnte man sich ja kaum richtig bewegen.
Seufzend schloss er hinter sich die Türe ab und ließ den Schlüssel in seinem Bademantel verschwinden. Er musste da jetzt durch. Er konnte schließlich nicht schmutzig schlafen gehen. Außerdem musste er sich dringend ein wenig entspannen. Und was war da besser, als sich mit heißem Wasser seine ganzen Sorgen fortspülen zu lassen.
Es dauerte eine halbe Stunde, bis er wieder in sein Zimmer zurückkehrte, und dort das nasse Handtuch und den durch den Dampf feuchen Bademantel aufhing. An Kleiderhaken, weil er hier keinen adequaten Kleiderständer gab. Er würde es auf die List seiner Besorgungen setzen.
Vorerst musste das reichen.
Er war gerade am Zähneputzen, als die Türe aufflog und das Großmaul vom Dienst ins Zimmer stürmte. Hugh hätte sich bei dieser Rüpelhaftigkeit beinahe verschluckt. Von Höflichkeit hatte Jared wirklich keine Ahnung.
Mit einem angewiderten Blick spuckte er den Zahnpastaschaum aus und spülte sich den Mund aus. Dann wusch er sich die Hände und den Mund, und nachdem er beides getrocknet hatte, cremte er sich die Hände mit Feuchtigkeitsmilch ein.
Als er aus der Waschnische hervorkam und in den Raum trat, traf ihn fest der Schlag. Jared saß vor seinem Koffer und hatte dessen Inhalt malerisch auf dem Fußboden verstreut.
Um nicht wirklich noch wahnsinnig zu werden - so kurz, bevor er eigentlich schlafen wollte - räusperte er sich kurz. "Ich würde es sehr begrüßen, wenn Sie ihre Sachen in ihrem Eck behalten. Bitte räumen Sie das zur Seite, damit ich zu meinem Bett kann." Und da war er so freundlich und tolerierte den anderen jungen Mann in dem Zimmer.
Jared warf Hugh einen überraschten Blick zu. Als hätte ihn der andere bisher nicht registriert. "Du gehst schon schlafen? Scheiße - was bist du für ein Langweiler. Wir haben gerade Stockwerkstreffen, um uns alle kennenzulernen und du gehst SCHLAFEN?"
Hugh versuchte sich nicht angegriffen zu fühlen. Sich nicht auf dieses niedere Niveau hinabziehen zu lassen. "Es ist bereits knapp vor elf und ich habe morgen viel vor. Ausreichend Schlaf ist wichtig, um adequate Leistungen für den Tag vollbringen zu können."
Hughs Augenbraue begann zu zucken, als Jared lachte. "Du solltest echt etwas gegen diese geschwollene Ausdrucksweise machen. Und jetzt scheiß auf deinen Schönheitsschlaf. Der hilft bei deiner Visage sowieso nicht. Die anderen haben ein Recht darauf, dich kennen zu lernen!"
Zu Hughs Entsetzen wurde er von Jared erneut am Arm gepackt und aus dem Zimmer gezogen. Erst vor dem Gemeinschaftsraum schaffte er es Hugh, seine Integrität zusammenzurotten und sich dem Griff bestimmt zu entziehen. Er straffte seine Schultern und reckte seinen Hals, bevor er leise hinter Jared den Raum betrat.
Auf dem kleinen Tisch standen haufenweise leere und volle Bierdosen. Auf den Sofasesseln und -Bänken lungerten einige junge Männer und Frauen herum. Studenten wie er einer war, aber unterschiedlicher Altersklassen.
Wenigstens war er nicht der Einzige, der in schlafgewandähnlichen Klamotten hier war. Aber dennoch wurde ihm eines jetzt nur noch deutlicher bewusst: Unter dieser Bande von gewöhnlichen Menschen stach er heraus. Seine Kleidung war nicht zerknittert und er würde es NIEMALS schaffen, sich so... er wollte schon fast sagen vulgär... lässig irgendwo hinzupflanzen. Er hatte das im Fernseher schon ein paar Mal gesehen, wo sie in Serien oder Dokumentationen über gewöhnliche Familien der unteren Schichten berichtet hatten.
"Guten Abend", grüßte er die Gemeinschaft, deren Aufmerksamkeit sich nun auf ihn legte. "Ich bin Hugh Malkovich der Zweite und bewohne das Zimmer 1028. Leider wurde ich über diese Zusammenkunft nicht informiert und aufgrund eines vollen Terminplans kann ich leider nicht lange bleiben."
Er wäre ja erst gar nicht vorbeigekommen, aber das zu sagen wäre ziemlich unhöflich gewesen. Er wurde ja jetzt schon wie ein Alien angesehen, ein klarer Beweis dessen, was die Menschheit schon an Höflichkeit eingebüßt hatte.
Eine ganze Weile breitete sich Schweigen im Raum aus, bis schließlich eine junge Frau meinte: "Äh... kein Problem. Gute... Nacht?"
Hugh wurde ein steifes Nicken los. "Ich wünschen Ihnen auch allen eine gute Nacht." Dann wandte er sich um und als er die Türe hinter sich schloss, hörte er noch, wie alle zu lachen begannen.
Er atmete tief durch. Mit so etwas hätte er rechnen müssen. Er befand sich im Moment nicht unter seinesgleichen und hier galten ganz offenbar andere Regeln.
Und er gehörte ins Bett. Morgen... sah die Zukunft vielleicht ein wenig besser aus.
War sie nicht.
Als Hugh am nächsten Morgen erwachte, begrüßte ihn Chaos in seinem Zimmer. Eigentlich sollte es ja aufgeräumt sein. Es dauerte ein wenig, bis er sich wieder daran erinnerte, dass sein Zimmerkumpane gestern seinen Koffer entleert hatte.
Unbewusst kratzte sie Hugh am Kopf und stand schließlich auf. Seine nackten Füße schlüpften dabei schon automatisch in die flauschigen Pantoffeln. Ein wirklich ausgesprochen angenehmes Gefühl.
Er wandte sich seinem Bett zu, entfernte erst Decken und Kopfkissen, bevor er das Laken glättete. Anschließend faltete er die Decke und legte sie ans Fußende des Bettes, bevor er das Kopfkissen geschickt aufschüttelte und ans Kopfende legte. Erst als er mit dem Anblick zufrieden war, wandte er sich seinem Schrank zu und legte sich sein Outfit für den heuten Tag zurecht.
Das erledigt, ging er in die Waschnische seines Zimmers und rasierte sich. Dass Sein Zimmergenosse in der Nacht nicht zurückgekommen war, kratzte ihn dabei ziemlich wenig. Im Gegenteil - so hatte er wenigstens einen ruhigen Morgen.
Entspannt rasierte er sich gründlich - was bei dem Licht eine Schwierigkeit für sich war - und putzte sich die Zähne. Er wusch sich Hände und Gesicht, trug Aftershave auf und cremte sich seine Hände mit Feuchtigkeitsmilch ein.
Dann ging er sich anziehen.
Das dauerte nicht sehr lange und er setzte sich entspannt an den Bettrand, als er dazu kam, die Kravatte zu binden. Während seine Finger automatisch an einem perfekten Knoten arbeiteten, nahm er das Chaos noch einmal in sich auf und stieß schließlich ein Seufzen aus. Dann begann er den Boden von den Klamotten zu befreien, die Jared so schön verteilt hatte.
Dabei stellte er fest, dass sein Zimmergenosse scheinbar keinen einzigen Anzug zu seinen Habseligkeiten zählte. Es waren hauptsächlich T-Shirts, Jeans und ein paar Flanellhemden. Nichts aufregendes und alles ziemlich gewöhnlich. Bei den meisten Sachen hätte Hugh sogar vermutet, dass es Secondhand-Ware war.
Denn das Jared Gibson nicht viel Geld besaß, sah ein Blinder.
Er schloss Jareds Koffer und stellte ihn zur Seite, sodass das Zimmer wieder einen ordentlichen Eindruck machte.
Dann stellte er zu seinem Entsetzen fest, dass er seinen eigenen Vorsatz gebrochen hatte, NICHT hinter Jared herzuräumen. Aber er fühlte sich einfach nicht wohl, wenn in seinen eigenen vier Wänden Chaos herrschte. Er würde, sollte er dem anderen Mann heute noch einmal über den Weg laufen, mit ihm ein ernstes Wörtchen reden.
Wenn er in dem Zimmer bleiben wollte, dann musste er zusehen, dass er es sauber hielt. Ohnehin mussten sie sich dann überlegen, wie sie das Zusammenleben auf so kleinen Raum am besten gestalteten. Er würde sich also bemühen müssen, Jared besser kennen zu lernen und so gegensätzlich sie auch waren, mussten sie einen Kompromiss finden.
Einen, der hoffentlich darin resultierte, dass er nicht mehr hinter Jared herräumen musste.
Den Gedanken fand er nämlich wenig anziehend.
Autor: Jenchan
Titel: Another World
Challenge: Karte 1 - Gegensätze (für mich)
Fandom: Original (Hugh-versum)
Charaktere: Hugh, Jared
Wörter: 1524
Warnings: unbetaed, nicht Korrektur gelesen
Disclaimer: Alles meins, bis auf den Plot, den ich von einer Freundin gespendet bekommen habe.
Continuation: Teil 1
Kommentar: So ganz entschieden, was die beiden studieren, hab ich mich noch nicht. Aber sie werden sich sehr wahrscheinlich öfters begegnen als ihnen lieb ist.
Hugh tut mir ein wenig Leid, aber andererseits - er hat dieses Leben selbst gewählt. Und vielleicht kann er sich ja doch noch ein wenig für die anderen Studenten erwärmen... es sind ja nicht alle so unhöflich wie Jared XD
Another World
Als Hugh sich bereit machte, um schlafen zu gehen, stellte er noch einen anderen Makel an seinem neuen, ungewohnt gewöhnlichen Studentenleben fest: Es waren Gemeinschaftsduschen.
Zumindest relativ.
Die Duschen und die Toiletten befanden sich auf dem Gang. Jedes Stockwerk hatte seine eigene und musste darauf achten, es sauber zu halten. Damit würde er sich arrangieren müssen. Genauso wie mit der Tatsache, dass die Küche gemeinschaftlich gebraucht wurde. Aber dort würde er allerhöchstens eine Flasche Wasser in den Kühlschrank stellen. Er war ja glücklicherweise das Kind wohlhabender Eltern und konnte es sich leisten, Essen zu gehen.
Er würde es morgen in Angriff nehmen, sich die Umgebung genau anzusehen.
Jetzt erst einmal, musste er sich mit dem Gedanken beschäftigen, dass er duschen ging. Ein Waschbecken zum Zähneputzen und rasieren befand sich ja glücklicherweise im Zimmer.
Er warf einen Blick auf den schäbigen, nun geöffneten Koffer und rümpfte die Nase. Sein Zimmergenosse - er hoffte wirklich inständig, dass sie in der Verwaltung schnell eine Lösung fanden - war nicht hier, aber er hatte Chaos hinterlassen. Eins, dass Hugh sicher nicht aufräumen würde.
Er würde nicht!
Sicherheitshalber wandte er den Blick wieder ab, sammelte sein Handtuch, sein Pyjama und seinen Kulturbeutel ein, und kontrollierte in den Taschen seines Flanellbademantels, ob er den Zimmerschlüssel eingesteckt hatte.
Damit war er auf alle Eventualitäten vorbereitet und er atmete noch einmal tief durch. Das war eine vollkommen neue Erfahrung, die ihm zusätzlich helfen würde, sein bisher sehr angenehmes Leben zu schätzen zu wissen.
Und es waren ja nur knapp vier Jahre, die er es hier ertragen musste. Dann war er mit seinem geplanten Studium durch. Das musste doch zu schaffen sein.
Mit aufrechter Haltung schritt er selbstbewusst aus seinem Zimmer und verschloss hinter sich die Türe. Dann ging er zu der Türe, auf der groß "Dusche" stand und schob seinen Schlüssel in das Schloss. Mit einem leisen Klick sprang die Türe auf und Hugh betrat den Raum.
Skeptisch flog seine Augenbraue nach oben. Der Raum war klein. Aber das waren schon die Toiletten gewesen. Aber er war wirklich klein. Da konnte man sich ja kaum richtig bewegen.
Seufzend schloss er hinter sich die Türe ab und ließ den Schlüssel in seinem Bademantel verschwinden. Er musste da jetzt durch. Er konnte schließlich nicht schmutzig schlafen gehen. Außerdem musste er sich dringend ein wenig entspannen. Und was war da besser, als sich mit heißem Wasser seine ganzen Sorgen fortspülen zu lassen.
Es dauerte eine halbe Stunde, bis er wieder in sein Zimmer zurückkehrte, und dort das nasse Handtuch und den durch den Dampf feuchen Bademantel aufhing. An Kleiderhaken, weil er hier keinen adequaten Kleiderständer gab. Er würde es auf die List seiner Besorgungen setzen.
Vorerst musste das reichen.
Er war gerade am Zähneputzen, als die Türe aufflog und das Großmaul vom Dienst ins Zimmer stürmte. Hugh hätte sich bei dieser Rüpelhaftigkeit beinahe verschluckt. Von Höflichkeit hatte Jared wirklich keine Ahnung.
Mit einem angewiderten Blick spuckte er den Zahnpastaschaum aus und spülte sich den Mund aus. Dann wusch er sich die Hände und den Mund, und nachdem er beides getrocknet hatte, cremte er sich die Hände mit Feuchtigkeitsmilch ein.
Als er aus der Waschnische hervorkam und in den Raum trat, traf ihn fest der Schlag. Jared saß vor seinem Koffer und hatte dessen Inhalt malerisch auf dem Fußboden verstreut.
Um nicht wirklich noch wahnsinnig zu werden - so kurz, bevor er eigentlich schlafen wollte - räusperte er sich kurz. "Ich würde es sehr begrüßen, wenn Sie ihre Sachen in ihrem Eck behalten. Bitte räumen Sie das zur Seite, damit ich zu meinem Bett kann." Und da war er so freundlich und tolerierte den anderen jungen Mann in dem Zimmer.
Jared warf Hugh einen überraschten Blick zu. Als hätte ihn der andere bisher nicht registriert. "Du gehst schon schlafen? Scheiße - was bist du für ein Langweiler. Wir haben gerade Stockwerkstreffen, um uns alle kennenzulernen und du gehst SCHLAFEN?"
Hugh versuchte sich nicht angegriffen zu fühlen. Sich nicht auf dieses niedere Niveau hinabziehen zu lassen. "Es ist bereits knapp vor elf und ich habe morgen viel vor. Ausreichend Schlaf ist wichtig, um adequate Leistungen für den Tag vollbringen zu können."
Hughs Augenbraue begann zu zucken, als Jared lachte. "Du solltest echt etwas gegen diese geschwollene Ausdrucksweise machen. Und jetzt scheiß auf deinen Schönheitsschlaf. Der hilft bei deiner Visage sowieso nicht. Die anderen haben ein Recht darauf, dich kennen zu lernen!"
Zu Hughs Entsetzen wurde er von Jared erneut am Arm gepackt und aus dem Zimmer gezogen. Erst vor dem Gemeinschaftsraum schaffte er es Hugh, seine Integrität zusammenzurotten und sich dem Griff bestimmt zu entziehen. Er straffte seine Schultern und reckte seinen Hals, bevor er leise hinter Jared den Raum betrat.
Auf dem kleinen Tisch standen haufenweise leere und volle Bierdosen. Auf den Sofasesseln und -Bänken lungerten einige junge Männer und Frauen herum. Studenten wie er einer war, aber unterschiedlicher Altersklassen.
Wenigstens war er nicht der Einzige, der in schlafgewandähnlichen Klamotten hier war. Aber dennoch wurde ihm eines jetzt nur noch deutlicher bewusst: Unter dieser Bande von gewöhnlichen Menschen stach er heraus. Seine Kleidung war nicht zerknittert und er würde es NIEMALS schaffen, sich so... er wollte schon fast sagen vulgär... lässig irgendwo hinzupflanzen. Er hatte das im Fernseher schon ein paar Mal gesehen, wo sie in Serien oder Dokumentationen über gewöhnliche Familien der unteren Schichten berichtet hatten.
"Guten Abend", grüßte er die Gemeinschaft, deren Aufmerksamkeit sich nun auf ihn legte. "Ich bin Hugh Malkovich der Zweite und bewohne das Zimmer 1028. Leider wurde ich über diese Zusammenkunft nicht informiert und aufgrund eines vollen Terminplans kann ich leider nicht lange bleiben."
Er wäre ja erst gar nicht vorbeigekommen, aber das zu sagen wäre ziemlich unhöflich gewesen. Er wurde ja jetzt schon wie ein Alien angesehen, ein klarer Beweis dessen, was die Menschheit schon an Höflichkeit eingebüßt hatte.
Eine ganze Weile breitete sich Schweigen im Raum aus, bis schließlich eine junge Frau meinte: "Äh... kein Problem. Gute... Nacht?"
Hugh wurde ein steifes Nicken los. "Ich wünschen Ihnen auch allen eine gute Nacht." Dann wandte er sich um und als er die Türe hinter sich schloss, hörte er noch, wie alle zu lachen begannen.
Er atmete tief durch. Mit so etwas hätte er rechnen müssen. Er befand sich im Moment nicht unter seinesgleichen und hier galten ganz offenbar andere Regeln.
Und er gehörte ins Bett. Morgen... sah die Zukunft vielleicht ein wenig besser aus.
War sie nicht.
Als Hugh am nächsten Morgen erwachte, begrüßte ihn Chaos in seinem Zimmer. Eigentlich sollte es ja aufgeräumt sein. Es dauerte ein wenig, bis er sich wieder daran erinnerte, dass sein Zimmerkumpane gestern seinen Koffer entleert hatte.
Unbewusst kratzte sie Hugh am Kopf und stand schließlich auf. Seine nackten Füße schlüpften dabei schon automatisch in die flauschigen Pantoffeln. Ein wirklich ausgesprochen angenehmes Gefühl.
Er wandte sich seinem Bett zu, entfernte erst Decken und Kopfkissen, bevor er das Laken glättete. Anschließend faltete er die Decke und legte sie ans Fußende des Bettes, bevor er das Kopfkissen geschickt aufschüttelte und ans Kopfende legte. Erst als er mit dem Anblick zufrieden war, wandte er sich seinem Schrank zu und legte sich sein Outfit für den heuten Tag zurecht.
Das erledigt, ging er in die Waschnische seines Zimmers und rasierte sich. Dass Sein Zimmergenosse in der Nacht nicht zurückgekommen war, kratzte ihn dabei ziemlich wenig. Im Gegenteil - so hatte er wenigstens einen ruhigen Morgen.
Entspannt rasierte er sich gründlich - was bei dem Licht eine Schwierigkeit für sich war - und putzte sich die Zähne. Er wusch sich Hände und Gesicht, trug Aftershave auf und cremte sich seine Hände mit Feuchtigkeitsmilch ein.
Dann ging er sich anziehen.
Das dauerte nicht sehr lange und er setzte sich entspannt an den Bettrand, als er dazu kam, die Kravatte zu binden. Während seine Finger automatisch an einem perfekten Knoten arbeiteten, nahm er das Chaos noch einmal in sich auf und stieß schließlich ein Seufzen aus. Dann begann er den Boden von den Klamotten zu befreien, die Jared so schön verteilt hatte.
Dabei stellte er fest, dass sein Zimmergenosse scheinbar keinen einzigen Anzug zu seinen Habseligkeiten zählte. Es waren hauptsächlich T-Shirts, Jeans und ein paar Flanellhemden. Nichts aufregendes und alles ziemlich gewöhnlich. Bei den meisten Sachen hätte Hugh sogar vermutet, dass es Secondhand-Ware war.
Denn das Jared Gibson nicht viel Geld besaß, sah ein Blinder.
Er schloss Jareds Koffer und stellte ihn zur Seite, sodass das Zimmer wieder einen ordentlichen Eindruck machte.
Dann stellte er zu seinem Entsetzen fest, dass er seinen eigenen Vorsatz gebrochen hatte, NICHT hinter Jared herzuräumen. Aber er fühlte sich einfach nicht wohl, wenn in seinen eigenen vier Wänden Chaos herrschte. Er würde, sollte er dem anderen Mann heute noch einmal über den Weg laufen, mit ihm ein ernstes Wörtchen reden.
Wenn er in dem Zimmer bleiben wollte, dann musste er zusehen, dass er es sauber hielt. Ohnehin mussten sie sich dann überlegen, wie sie das Zusammenleben auf so kleinen Raum am besten gestalteten. Er würde sich also bemühen müssen, Jared besser kennen zu lernen und so gegensätzlich sie auch waren, mussten sie einen Kompromiss finden.
Einen, der hoffentlich darin resultierte, dass er nicht mehr hinter Jared herräumen musste.
Den Gedanken fand er nämlich wenig anziehend.