[identity profile] chija.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Dean
Challenge: Karte 1, Genie und Wahnsinn (für's Team)
Fandom: Original
Charaktere: Karolina
Worte: 361
Kommentar: Eine kleine Charakterstudie. Karolina ist ein Rollenspielcharakter von mir, bekannt hieraus und sie sprang mich einfach an, als ich die Challenge gelesen habe. Nicht wirklich hochwertig aber ich bin etwas aus der Übung.

Seht sie euch an. Karolina liebt Tschaikovsky. Diese federhafte Leichtigkeit, dieser spielerische Unterton, der die Füße geradezu herausfordert, ihn zu kitzeln, der sie reizt, immer höher, immer präziser, immer schneller...

„Schneller.“ Gnadenlos peitscht der Rohrstock auf die Schienbeine der Tänzerin. Sie beißt sich auf die Lippe, kann aber nicht verhindern, dass ihr die Tränen in die Augen schießen. „Noch schneller. Du bist viel zu träge. Nochmal.“


Seht ihr, wie sie strahlt? Wie sie die Musik fühlt, sie genießt, sie lebt? Sie, die man einmal die beste Tänzerin ihrer Zeit genannt hat. Schaut genau hin, dann wisst ihr, wieso. Und warum es ihre Masha war, die man am meisten geliebt hat. Schön. Stark. Mutig. Elegant. Zauberhaft.

„Zauberhaft.“ Unnachgiebig bohren sich die Fingernägel in den Arm des Tänzers und er beißt die Zähne zusammen, um nicht vor Schmerzen aufzuschreien. „Wo war der Zauber? Habe ich ihn in den Augen gesehen? In deiner Körperspannung? In deinen Händen? Nein. Habe ich nicht. Zeig es mir. Elias, da capo bitte.“


Seht ihr die Verzückung in ihrem Gesicht? Wenn sie tanzt, vergisst sie die Welt. Wenn die Musik sie erfüllt, dann ist alles andere nebensächlich. Dann zählt nur noch sie, und die Bühne, und der nächste Schritt, immer der nächste, immer einer mehr. Wenn sie tanzt, gibt es keine Einsamkeit, keine unerfüllbare Pflicht. Keine Schmerzen.

„Schmerzen.“ Das Mädchen zieht scharf die Luft ein, als ihr Bein hart nach oben gedrückt wird, weil es noch nicht „richtig“ war. „Beim Tanz gibt es keine Schmerzen. Das sind Gefühle. Und Tanz ist nun mal gefühlvoll. Und jetzt bewegt euch auf eure Plätze. Ich möchte die Schwäne noch heute in einer präsentablen Form sehen. Move!“


Und jetzt schaut genauer hin.
Schaut auf das Blut, das durch ihre Schuhspitzen sickert. Hört das Knirschen und Knacken ihrer Knie und Füße, die schon vor so vielen Jahren kaputt gegangen sind. Schaut in ihr Gesicht. Leichtigkeit. Zauber. Lächeln. Eiskalt.

„Habt ihr das gesehen?“ Langsam schreitet Karolina Kurkova an den Bühnenrand und blickt auf ihre Tänzer herab. „So möchte ich es haben. DAS ist ein schwarzer Schwan. Und jetzt übt. Heute Nacht wird keiner von euch dieses Theater verlassen, ehe nicht jede Bewegung perfekt ist.“

Date: 2011-07-11 09:33 am (UTC)
der_jemand: (saitou)
From: [personal profile] der_jemand
Warum, warum nur finde ich Ballett so gruselig? ...Wahrscheinlich deshalb. Weil es für Ballettverhältnisse gar nicht so sehr nach Wahnsinn aussieht... Aber das können meine Vorurteile und irrationalen Eindrücke sein. ;)
Also, was ich eigentlich zu sagen versuche: Das ist toll. Wirklich toll. Schon allein, weil es mein (irrationales) Gruseln so bestätigt und weil es toll geschrieben ist.

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