"Es gibt Grenzen!"
Jul. 8th, 2011 09:50 pmTeam: Dean
Challenge: Karte 2/ "Du nennst es Unfall, ich nenne es Schicksal" (für mich)
Fandom: Original (Genau, die Tusse-und-Kerl-rennen-durch-die Weltgeschichte-Geschichte)
Warnung: dialoglastig
Wörter: 487
Sie wischt sich das Bier mit dem Handrücken vom Mund ab wie Männer im Fernsehen. Oder wie Frauen, die auf männlich machen wollen im Fernsehen. Ein wenig parodiert sie damit ihren Nachdruck.
„Vergiss diesen ganzen Quatsch!“, sagt sie und er ist sich nicht sicher, wen sie genau weswegen anspricht. Die Bar ist ziemlich voll und bisher hat sich noch niemand getraut, sich neben sie zu setzen und sie anzuquatschen. Er lässt den Blick durch den winzigen Raum wandern und spürt das dunkle Schauen auf sie.
Seltsam, denkt er, sonst gucken immer alle ihn an.
Es fühlt sich an wie eine außerkörperliche Erfahrung.
„Dieser ganze Unfall hier, in dem wir stecken. In dem du steckst“, betont sie und zeigt mit dem Finger auf ihn ehe sie das halbvolle Bierglas verdrießlich wegschiebt.
„Und ich seh es doch, du willst jetzt sowas sagen wie `Du nennst es Unfall, ich nenn es Schicksal´.“
Ihre blauen Augen richten sich auf ihn mit betrunkenem Vorwurf.
„Nicht wirklich“, entgegnet er verdutzt.
„Aber das ist es doch, was du mir dauernd erzählen willst. Und dass wir unser Schicksal selbst entscheiden. Dass wir nur alles tun können, wenn wir nur richtig dran glauben und uns ganz doll anstrengen.“ Sie äfft den Ton eines Kindergärtners nach.
„Ich sag dir was; in den Botschaften der heutigen Medienlandschaft steckt zuviel von diesem Scheiß. Wenn ein Pferd davon träumt zu fliegen, kann es sich sehnen wie es will, ihm werden keine Flügel wachsen. Ein blind Geborener wird niemals wundersamerweise sehen können, nur weil er nur fest genug dran glaubt. Es gibt Grenzen. Grenzen!“
Sie tippt mit dem Finger auf die Theke.
„Wieso nur vergessen das alle?!“
Er blinzelt sie an.
„Soru“, sagt er, langsam, und nicht ganz so laut, weil in dem Moment die Musik aussetzt und sie in einen plätschernden Schleier aus Gesprächen gehüllt werden.
„Erstens: Welches Tier strebt nach so etwas? Das macht nur der Mensch. Zweitens: Was denkst du, wieso es Religionen gibt? Und drittens: Natürlich. Hast du gedacht, alle Leute glauben an das, was sie da singen und schreiben und malen?“
Sie schaut ihn entgeistert an.
„Du bluffst doch“, murmelt sie schließlich stützt den Kopf auf dem Ellenbogen ab. Ihre Augen schwimmen vom Alkohol, sie spricht schneller und hektischer; Masa merkt, dass sie sich keine Gedanken darum macht, ob sie Grammatikfehler begeht.
„Du warst vollkommen überzeugt davon bis man versucht hat, deinen Schädel mit einem Baseballschläger zu spalten für das, was du darstellst.“
„Kann sein“, entgegnet er arrogant.
„Kann aber auch nicht sein. Du wirst es niemals wissen. Und jemand, der sich über diese Geschichte so aufregt, beweist nur, dass er selber so gedacht hat. Oder immer noch denkt.“
Sie mustert ihn und sieht kurz so aus als würde sie erschrocken Luft holen müssen. Er ertappt sie nicht oft, aber wenn, ist es stets ein Volltreffer.
Und vielleicht, denkt er sich, zum wiederholten Male seit den letzten paar Tagen, sind sie ja doch nicht so unterschiedlich.
Challenge: Karte 2/ "Du nennst es Unfall, ich nenne es Schicksal" (für mich)
Fandom: Original (Genau, die Tusse-und-Kerl-rennen-durch-die Weltgeschichte-Geschichte)
Warnung: dialoglastig
Wörter: 487
Sie wischt sich das Bier mit dem Handrücken vom Mund ab wie Männer im Fernsehen. Oder wie Frauen, die auf männlich machen wollen im Fernsehen. Ein wenig parodiert sie damit ihren Nachdruck.
„Vergiss diesen ganzen Quatsch!“, sagt sie und er ist sich nicht sicher, wen sie genau weswegen anspricht. Die Bar ist ziemlich voll und bisher hat sich noch niemand getraut, sich neben sie zu setzen und sie anzuquatschen. Er lässt den Blick durch den winzigen Raum wandern und spürt das dunkle Schauen auf sie.
Seltsam, denkt er, sonst gucken immer alle ihn an.
Es fühlt sich an wie eine außerkörperliche Erfahrung.
„Dieser ganze Unfall hier, in dem wir stecken. In dem du steckst“, betont sie und zeigt mit dem Finger auf ihn ehe sie das halbvolle Bierglas verdrießlich wegschiebt.
„Und ich seh es doch, du willst jetzt sowas sagen wie `Du nennst es Unfall, ich nenn es Schicksal´.“
Ihre blauen Augen richten sich auf ihn mit betrunkenem Vorwurf.
„Nicht wirklich“, entgegnet er verdutzt.
„Aber das ist es doch, was du mir dauernd erzählen willst. Und dass wir unser Schicksal selbst entscheiden. Dass wir nur alles tun können, wenn wir nur richtig dran glauben und uns ganz doll anstrengen.“ Sie äfft den Ton eines Kindergärtners nach.
„Ich sag dir was; in den Botschaften der heutigen Medienlandschaft steckt zuviel von diesem Scheiß. Wenn ein Pferd davon träumt zu fliegen, kann es sich sehnen wie es will, ihm werden keine Flügel wachsen. Ein blind Geborener wird niemals wundersamerweise sehen können, nur weil er nur fest genug dran glaubt. Es gibt Grenzen. Grenzen!“
Sie tippt mit dem Finger auf die Theke.
„Wieso nur vergessen das alle?!“
Er blinzelt sie an.
„Soru“, sagt er, langsam, und nicht ganz so laut, weil in dem Moment die Musik aussetzt und sie in einen plätschernden Schleier aus Gesprächen gehüllt werden.
„Erstens: Welches Tier strebt nach so etwas? Das macht nur der Mensch. Zweitens: Was denkst du, wieso es Religionen gibt? Und drittens: Natürlich. Hast du gedacht, alle Leute glauben an das, was sie da singen und schreiben und malen?“
Sie schaut ihn entgeistert an.
„Du bluffst doch“, murmelt sie schließlich stützt den Kopf auf dem Ellenbogen ab. Ihre Augen schwimmen vom Alkohol, sie spricht schneller und hektischer; Masa merkt, dass sie sich keine Gedanken darum macht, ob sie Grammatikfehler begeht.
„Du warst vollkommen überzeugt davon bis man versucht hat, deinen Schädel mit einem Baseballschläger zu spalten für das, was du darstellst.“
„Kann sein“, entgegnet er arrogant.
„Kann aber auch nicht sein. Du wirst es niemals wissen. Und jemand, der sich über diese Geschichte so aufregt, beweist nur, dass er selber so gedacht hat. Oder immer noch denkt.“
Sie mustert ihn und sieht kurz so aus als würde sie erschrocken Luft holen müssen. Er ertappt sie nicht oft, aber wenn, ist es stets ein Volltreffer.
Und vielleicht, denkt er sich, zum wiederholten Male seit den letzten paar Tagen, sind sie ja doch nicht so unterschiedlich.