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Team: Hendrix
Autor: Jenchan
Titel: Die Grenzen der Freiheit
Challenge: Karte 3 - Grenzen (fürs Team)
Fandom: Original (Mindgames)
Charaktere: Noryoku Kiseki
Wörter: 1042
Warnings: Kindesmissbrauch (angedeutet); unbetaed, nicht Korrektur gelesen
Disclaimer: Die beiden Charas sind auf meinem Mist gewachsen. Alle beschriebenen Ereignisse sind fiktiv und können daher auch unlogische Elemente enthalten.

Kommentar: Ich bin immer noch Luina zu großem Dank verpflichtet, dass sie mit mir diese Geschichte aufgebaut hat, auch wenn diese Ereignisse in Kisekis Vergangenheit stattfinden und es damit nichts mit den gegenwärtigen Problemen unserer Protagonisten zu tun hat. Ich liebe alle unsere Charas heiß und innig.


Die Grenzen der Freiheit

Er war etwas Besonderes. Kiseki wurde das immer wieder gesagt. Er war ein schlaues Kerlchen. Hatte Grips und Cleverness. Er brauchte sich in der Schule nicht einmal anzustrengen - wenn schon war ihm meistens einfach nur extrem langweilig.
Außer in Physik. Da passte er immer besonders gut auf, auch wenn die Lehrerin ihm eigentlich nichts mehr beibringen konnte. Da ging es ums Prinzip, auch wenn er mit seinen zwölf Jahren nicht wirklich etwas von Prinzipien verstand.
Aber er wusste, dass er etwas Besonderes war. In jeder hinsicht. Eigentlich standen ihm die Türen zur Welt weit offen und er konnte sich nehmen was immer er wollte. Egal, was es war, er konnte alles erreichen. Er war besser als jeder andere auf der Welt.
Er war aufgeweckt und lächelte viel. Er war bei vielen beliebt, bei anderen weniger, weil er trotz seiner ständigen Störungen, einer der besten in der Klasse war. Vielen war das ein Dorn im Auge, diese Überlegenheit.
Es war ihm aber auch egal. Ihm war eingetrichtert worden, das er etwas Besonderes war. Intelligenter als viele andere. Er musste nur noch lernen, wie er diese Intelligenz umsetzte.

Kiseki strebte nach Freiheit. Wann immer er konnte, war er draußen zu finden. Es kam ihm zu Gute, dass seine Eltern Workaholics der besonders schlimmen Sorte waren. Sie fanden es zwar nicht so prickelnd, dass er sich immer herumtrieb und sehr wahrscheinlich Unruhe stiftete, aber sie waren so sehr mit ihrer Arbeit verbunden, dass er sich eher selten etwas von ihnen sagen ließ. Warum sollte er auch? Er war etwas Besonderes und das mussten sogar seine Eltern anerkennen, seiner Meinung nach.

Kiseki mochte auch keine öffentlichen Verkehrsmittel und so begann er schon sehr früh, große Strecken zu Fuß zurück zu legen. Wenn er mit der Bahn fahren musste, dann tat er das mit seinem besten Freund und Nachbarskind. Er schlief oft ein, wenn er sich in einem öffentlichen Verkehrmittel befand und Himitsu achtete darauf, dass er ihre Haltestelle nicht verpasste. Ohnehin war Himitsu wirklich der einzige Mensch, dem Kiseki vertraute. Dafür half er ihm in der Schule. Sie hingen immer zusammen und das mochte Kiseki an Himitsu. Er war so etwas wie seine Vernunft, die er gerne Mal zur Seite schob, wenn er neue Ideen für noch hinterlistigeren Schabernack hatte.
Alles in allem war Kiseki ein Mensch, der sich gerne austobte. Seine dunklen Augen funkelten auch meistens aufgeweckt. Er lächelte in die Welt und zeigte meist auf eher unvorteilhafte Weise, wie intelligent er wirklich war.

In seinen Augen konnte Kiseki tatsächlich der König der Welt werden. Aber das strebte er gar nicht an. Er wollte einfach nur in absoluter Freiheit leben.

Gut gelaunt kam Kiseki nach Hause und schon als er die Türe öffnete, ahnte er, dass seine Freiheit erneut Grenzen bekommen hatte. Physikalische wie Psychische. Aber er hatte einen ausgesprochen starken Willen und so setzte er ein Lächeln auf und stolzierte in sein Zimmer. Er warf seinen Rucksack in eine Ecke und zog sich um. Er ignorierte, dass er sich auf gewisse Weise beobachtet fühlte, weil er wusste, dass es absurd war. Er hatte seine Zimmertüre geschlossen.
Nachdem er sich umgezogen hatte, stopfte er in seinen Rucksack noch ein paar mehr Schulbücher und schulterte ihn. Er würde heute bei Himitsu lernen, auch wenn sie sich das nicht ausgemacht hatten. Sein bester Freund kam mit solchen Überraschungen zurecht.

"Kiseki... wo willst du hin?", wurde er allerdings von Sakura aufgehalten. "Komm einen Moment in die Küche. Wir müssen etwas besprechen."
Kiseki wusste schon was das war und eigentlich wollte er nicht. Er war auch gar nicht wirklich darauf vorbereitet, dennoch seufzte er theatralisch und meinte: "Fein. Aber nur ganz kurz. Ich muss lernen." Das war gelogen, er würde sich bei Himitsu nur zu dessen Spielkonsole setzen und sich vergnügen. Und wenn sein bester Freund mit den Hausaufgaben fertig war, würde er sie abschreiben und für Himitsu korrigieren. Das war seine Art zu lernen.
Sich fest vornehmend, dass es diesmal anders werden würde, betrat er die Küche und grüßte die Anwesenden. Das war seine Mutter Sakura und sein Vater Keiichi. Und dann war da noch sein Onkel Kurasaki Satoshi. Ihm warf er ein besonders freundliches Lächeln zu. "Okay - ich hab nicht viel Zeit. Wie lange werdet ihr weg sein? Und es war wirklich nicht notwendig, dass ihr mir einen Babysitter besorgt. Ich bin schon ein großer Junge", sprach er seine Eltern an. Immer wenn sein Onkel hier war, bedeutete das, dass seine Eltern auf Geschäftsreise gingen und ihn hier zurückließen. Aber er dachte mit zwölf war er nun wirklich schon alt genug, dass sie ihn die Zeit über alleine lassen konnten. Er benahm sich ja auch so schon sehr selbstständig.
Es war allerdings sein Onkel, der die Antwort übernahm. Satoshi kam auf seinen Neffen zu und legte ihm eine Hand auf die Schulter. Es brauchte Kisekis ganze Willenskraft, nicht zusammenzuzucken und zu flüchten. Das konnte er später noch machen, wenn seine Eltern weg waren.
"Das sehe ich, dass du groß geworden bist. Aber das hat mit dem Alter nichts zu tun", sprach Satoshi in einem sanftmütigen Tonfall. "Gesetzlich sind deine Eltern dazu verpflichtet, auf ihr Kind acht zu geben und wenn sie das aus irgendwelchen Gründen nicht können, muss das eben jemand für sie übernehmen."
Kiseki seufzte und tat so, als würde er das Argument hinnehmen und seinem Onkel Recht geben.
"Gut, gut - ich muss jetzt aber wirklich los. Himitsu wartet auf mich. Kommt gut zurück." Kiseki entwand sich der Hand auf seiner Schulter und winkte noch, als er wieder aus der Küche ging.
"Kiseki!", rief ihm seine Mutter noch nach, aber das war ihm egal.
"Um sechs Uhr gibt es Abendessen, Kiseki, sei pünktlich", forderte allerdings noch Satoshi und ungesehen knirschte Kiseki mit den Zähnen. Das würden sie ja noch sehen, ob er pünktlich war. Dann war er auch schon aus dem Haus, das in den nächsten Wochen eine neue Herausforderung darstellen würde. Diesmal würde er es umgehen können.
Diesmal würde sein Onkel nicht das bekommen, was er sich sonst immer geholt hatte. Diesmal nicht.

Im tiefsten Inneren war Kiseki allerdings klar, dass hier die Grenzen seiner Freiheit begraben lagen. So stark sein Wille auch war, seine Entschlossenheit. Nichts würde etwas nützen.
Denn er war etwas Besonderes.
Und Kurasaki Satoshi hatte ihn besonders lieb.


(Wenns nicht für die Punkte wäre, hätte ich es nicht gepostet >.<)

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