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[personal profile] luinaldawen posting in [community profile] 120_minuten
Team: Hendrix
Challenge: Karte 1, Genie und Wahnsinn (für mich)
Fandom: Digimon
Charaktere: Mimi, Sora
Anmerkungen: Es hat zumindest für meine Schreiberei einen klaren Vorteil, dass mein Netz Skype nicht mochte. XD
Wörter: ~866

Mimi war sich schon immer sicher gewesen, dass sie von einem ganzen Haufen Wahnsinniger umgeben war. Natürlich war sie nicht weniger verrückt als der Rest ihrer Freunde, aber es gab durchaus Momente, da wurden ihre kühnsten Erwartungen übertroffen.
Als Takeru sich mit Daisuke prügelte weil... oder hatte Daisuke angefangen? Es hatte jedenfalls mit Hikari zusammengehangen, die erst ziemlich überfordert und dann wütend gewesen war. Das war jetzt zwei Tage her und sie sprach immer noch mit keinem der beiden ein Wort. Gut, das war vergleichsweise harmlos und übertraf bei weitem nicht Koushiros Liebeserklärung an sein neues MacBook Air. Oder Jou, der allen Ernstes zu einem Campingausflug seine Lernbücher mitgebracht hatte, weil er sich wirklich Sorgen machte, durch die Aufnahmeprüfung der Uni zu fliegen, wenn er drei Tage lang Pause machte. Mimi bezweifelte, dass Jou überhaupt irgendwo durchfallen konnte. Nicht übel war auch Soras plötzlicher Wunsch gewesen, eine Schneiderschule zu besuchen, dabei waren sich alle einig, dass sie Sora noch nie mit einer Nähnadel in der Hand gesehen hatten. Und auch wenn Mimi sich gerne unter anderem als Soras beste Freundin betrachtete, sie fand dass das Geld dafür so ziemlich zum Fenster herausgeschmissen war. Sora war keine Schneiderin oder was auch immer sie damit anfangen wollte. Taichi war vollkommen ihrer Meinung, wie er ihr gestern ziemlich angetrunken anvertraut hatte. Zum Glück war es noch ein Jahr Zeit, bis sie ihren Abschluss machen würde... genau wie bei Taichi, der aus irgendeinem Grund Jura machen wollte. Yamato war sich sicher, dass er damit einfach nur seinen Eltern eine reinwürgen wollte und weigerte sich vehement, jetzt schon irgendwelche Zukunftspläne zu machen. Abgesehen von den halbgaren Ambitionen, Rockstar zu werden. Was Mimi für genauso einen Schwachsinn hielt.
Unter ihr waren leise, durch den Waldboden gedämpfte Schritte zu hören und sie wäre bei der Verrenkung um zu sehen wer da kam, beinahe von dem Ast gefallen, den sie so mühsam erklommen hatte.
Zwei Minuten später rutschte sie vorsichtig etwas zur Seite, um Sora platz zu machen.
„Findest du es dumm, dass ich Designierin werden will?“, fragte sie leise und beinahe kleinlaut.
„Äh... untypisch.“ Das war wohl die diplomatischste Form, es auszudrücken. Sora lächelte, als hätte sie ihre Gedanken gelesen. „Mama wünscht sich so sehr, dass ich einen... weiblichen Beruf mache, ich mächte sie nicht enttäuschen.“
„Meine Mutter wünscht sich auch so viel für mich... vor allem aber, dass ich einen reichen Kerl heirate und für ihn die Hausfrau spiele. Mit einem Haus in einer idyllischen amerikanischen Vorstadt, Kind und Hund.“
„Das kann sie sowas von vergessen“, grinste Sora und Mimi nickte und streckte eine Hand nach dem anderen Mädchen aus, das sie ergriff. „Was willst du denn machen? Unabhängig davon, was andere von dir erwarten.“
„Ich weiß es nicht... Und bald mache ich den Schulabschluss... die anderen wissen schon so genau, was sie dann machen...“
„Sicher, dass Taichi wirklich dieses Jura-Studium macht?“
„Warum nicht?“ Sora zuckte die Schultern. „Er kann auf jeden Fall gut seine Klappe aufreißen.“
Das war in der Tat ein Argument. „Yamato weiß es auch noch nicht“, meinte Mimi also, um von diesem Thema wegzuführen.
„Ich glaube, er wollte irgendwas im Medienbereich machen.“
Musste Sora alle ihre Argumente zerpflücken?
„Takeru will Schriftsteller werden und Hikari Kindergärtnerin. Jou wird Arzt.“
„Und Inori und Miyako? Und... also bitte, Daisuke mit seinen Nudelsuppenträumen!“
„Was ist daran denn so falsch?“
„Ich will dich aufheitern, also mach mir nicht alles kaputt!“
Sora kicherte. „Entschuldige. Ich würde gerne Sport studieren... Oder sowas in die Richtung. Das wäre wirklich schön.“
„Was spricht dagegen?“
„Ich will doch...“
„Vergiss deine Mutter doch für einen Moment. Es ist dein Leben! Nicht ihrs! Glaubst du nicht, sie würde auf jeden Fall stolz auf dich sein, egal welchen Weg du einschlägst?“
„Doch, schon...“
„Und sie würde bestimmt nicht wollen, dass du dich auf einer Schneiderschule oder sowas unglücklich machst.“
„Aber...“
„Wenn du Sport studieren willst, tu es. Ich bin sicher, das wäre das richtige für dich. Aber noch hat es keine Eile... dein letztes Schuljahr hat doch noch nicht mal angefangen.“
„Ich werd drüber nachdenken... Vielleicht kann ich ja zum Studieren nach Amerika kommen... das wäre schön...“
Leider hinderte das labile Gleichgewicht, das Mimi davon abhielt von dem Ast herunterzufallen davon ab, Sora in die Arme zu nehmen, aber sie lächelte verträumt. „Ja... das wäre es wirklich. Oder ich komme nach Japan zurück, wenn ich mit der Schule fertig bin.“
„Was willst du eigentlich später machen?“
„Ich weiß es noch nicht so genau... aber ich will mit Menschen arbeiten. Irgendwas im sozialen Bereich.“
„Das würde wirklich zu dir passen.“
„Ich weiß.“ Sie grinste. „Oder ich werde Popstar!“
Sora lachte: „Du bist verrückt!“
„Ach, Genie und Wahnsinn liegen doch nah beieinander.“
Irgendwann würde sie jedenfalls um die verrückteste Handlung ihres Lebens nicht herumkommen: Ihrer Mutter beichten, dass es niemals Enkelkinder geben würde, wenigstens nicht von einem reichen Ehemann. Ja, man musste schon eine gewisse lebensmüde Neigung haben, um Frau Tachikawa zu sagen, dass der 'Freund' an den man dachte, wenn man so abwesend war, in Wirklichkeit eine Freundin war.

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