luinaldawen: (Default)
[personal profile] luinaldawen posting in [community profile] 120_minuten
Team: Hendrix
Karte: 2
Challenge: Karte 2: Nicht falsch, nur anders (für mich)
Fandom: Digimon
Charaktere: Yamato, Takeru
Anmerkung: Ich bin nicht zufrieden. Wirklich nicht. Aber da es hier um Punkte geht... XD


Ich habe schon den halben Weg hinter mir, bis mir wieder einfällt, dass Taichi gar nicht zu Hause ist. Das ganze Wochenende nicht. Das ganze verdammte Wochenende! Und heute ist gerade mal Freitag!
Am liebsten würde ich ja mein Fahrrad einfach in die nächste Ecke werfen, aber dann müsste ich laufen und auch wenn ich gerade ziemlich durch den Wind bin, so sehr hat mein Hirn sich dann doch nicht abgeschaltet.
Und was mache ich jetzt? Ich könnte natürlich wieder nach Hause fahren, aber was soll ich da? Zusehen, wie mein Vater und seine komische Neue sich schöne Augen machen? Hätte ich gewusst, was mich erwartet, hätte ich Papas Angebot ausnahmsweise mal zu kochen nicht angenommen. Ganz sicher nicht. Aber da wusste ich ja noch nicht, dass er vor... wie hieß sie noch? Yumi, genau. Ich wusste ja noch nicht, dass Papa vor Yumi wohl nur ungerne zugibt, dass sein Sohn normalerweise das Kochen übernimmt. Oder er wollte sich bei mir einschleimen, bevor er mir seine Freundin vorstellt, mit der er schon seit zwei Monaten zusammen ist.
Besten Dank auch. Es wäre trotzdem nett gewesen, wenn er mich wenigstens vorgewarnt hätte.
Aber nein... das konnte der Herr auch nicht. Und kaum war die Tussi da...
Ich seufze und scrolle frustriert durch die Nummernliste meines Handys. Bei Taichis Namen zögere ich kurz, aber was würde es bringen, sollte ich ihn anrufen? Gar nichts. Er kann nichts ändern und würde sich nur Sorgen machen.
Vielleicht zu Recht, ich weiß es nicht.
Der Name unter Taichis ist da eine bessere Option, schließlich bin ich nicht der Einzige, den das was angeht. Ich wähle und warte.
„Hey Matt!“ Takeru klingt gut gelaunt wie meistens in letzter Zeit. Könnte daran liegen, dass er und Hikari jetzt zusammen sind... Taichi hat fast der Schlag getroffen, als er das erfahren hat.
„Hi. Störe ich?“
„Natürlich nicht!“ Und selbst wenn, würde er das nicht sagen, ich kenne ihn doch.
„Was gibt’s denn?“
„Hast du Zeit?“
„Äh... ja?“ Er klingt unsicher und ich kann es ihm nicht mal verdenken. Würde mir wohl genauso ergehen, wäre ich an seiner Stelle. Bei mir ist es selten gut, wenn etwas außer der Reihe passiert. Takeru weiß das.
„Kann ich vorbeikommen?“
So wahnsinnig weit hab ich es ja nicht mehr, dann hab ich den bisherigen Weg wenigstens nicht umsonst gemacht.
„Ja, klar. Aber Mama ist noch arbeiten...“
„Das ist egal.“ Eine Sorge weniger, denn Mama würde sofort unangenehme Fragen stellen. „Bis gleich.“ Ich warte Takerus Antwort nicht mehr ab, sondern lege einfach auf. Vielleicht ist es gar nicht mal so schlecht, das Taichi nicht da ist... es ist bei ihm einfacher... sich gehen zu lassen. Etwas, was mir ehrlich gesagt so gut wie nie passiert, aber wenn... dann immer bei ihm. Und immer fühle ich mich hinterher schuldig. Weil ich mit meinem Scheiß nicht alleine klarkommen kann. Weil Taichi wieder herhalten musste, obwohl er ebenso wenig tun kann wie ich, wenn es mir scheiße geht. Und doch... Ich atme ein paar Mal tief durch. Damit will ich jetzt gar nicht erst anfangen. Nicht wenn es mein kleiner Bruder ist, den ich gleich sehen werde. Irgendwo habe ich auch noch meinen Stolz, auch wenn der sich in letzter Zeit immer häufiger verkrümelt.
Ich weiß nicht, was mit mir los ist... früher war das Leben nicht so... so kompliziert. Oder so. Oder auf eine Art kompliziert, mit der ich klargekommen bin. Einfach war es ja nie, vor allem dann nicht, wenn irgendein Depp ein Tor zur Digiwelt geöffnet hat. Aber das waren Dinge... damit konnte ich umgehen.
Nicht so wie jetzt... Mein Vater mit seiner Neuen... das ist etwas, mit dem ich eindeutig nicht umgehen kann. Es wirft mich aus der Bahn und macht mir angst. Obwohl mein Verstand mir sagt, dass ich mich für ihn freuen sollte. Aber ich kann es nicht. Vielleicht bin ich einfach ein schlechter Mensch. Missgünstig.
Ich stelle das Fahrrad an der Hauswand ab und schließe es ab. Dabei würde die Kiste eh nur ein Lebensmüder klauen. Papa verspricht schon seit Wochen, dass wir ein neues kaufen, aber er hatte nie Zeit. Jetzt kann ich mir auch denken warum.
Wütend über mich selbst und meine schon wieder kreisenden Gedanken stopfe ich den Fahrradschlüssel in die Jackentasche und hole den anderen Bund heraus. Natürlich habe ich einen Schlüssel zu Mamas Wohnung, auch wenn ich ihn kaum benutze. Warum auch? Bisher war ja immer alles super. Oder ich konnte Taichi mit meinen Launen auf die Nerven fallen. Vielleicht ist er sogar ganz froh, wenn er mich für ein paar Tage los ist.
Ich fange schon wieder damit an. Das sollte ich mir wirklich mal abgewöhnen.
Die Wohnungstür fällt hinter mir ins Schluss und Takeru kommt aus seinem Zimmer. Er sieht etwas müde aus, aber wenn die Schule bei ihm im Moment auch nur halb so stressig ist wie bei mir, hat er jedes Recht dazu. Wie üblich begrüßt er mich mit einer freudigen Umarmung, die ich gerne erwidere. Dann aber sieht er mich ernst an. „Gehen wir in mein Zimmer. Oder willst du noch etwas trinken?“
„Nein, danke.“
„Okay...“ Takeru geht voraus in sein Zimmer, ich folge ihm und setze mich auf seinen Schreibtischstuhl.
„Also? Was ist passiert? Hast du Stress mit Papa?“
„Nein... nicht wirklich.“ Es ist jedenfalls nicht bis zu einem Streit gekommen, vorher bin ich aufgestanden und habe die Turteltäubchen alleine gelassen. Manche Dinge müssen nicht sein, und der Vater wie ein frisch verliebter Teenager... gehört absolut dazu! Da musste ich mich nicht einmal überflüssig fühlen, um weg zu wollen.
„Er hat eine Freundin.“
Ich hatte es ihm nicht so sagen wollen. Nicht so schonungslos. Aber Takeru hat die Dinge schon immer besser verkraftet als ich. Jetzt schluckt er erstmal.
„Wow...“ In seinem Gesicht arbeitet es, ich sehe ganz genau wie er versucht, diese Information zu verarbeiten. Dann grinst er. „Wow, das ist toll! Ich wünschte ja, Mama würde auch mal endlich jemanden treffen.“
Ja... mit dieser Reaktion habe ich ungefähr gerechnet. Als ich ernst bleibe, ziehen sich seine Augenbrauen unsicher zusammen. „Oder ist sie nicht nett?“
„Doch... bestimmt sogar. Glaub ich.“
„Glaubst du?“
Ich hebe etwas ratlos die Schultern. „Ich hab nicht viel mit ihr geredet.“
„Matt... du hast doch nicht...“
„Nein!“ Ich kann mir denken, was Takeru denkt und es ist eindeutig falsch! Ich hatte nicht mal Lust, den beiden mit dummen Sprüchen zu kommen, obwohl das wohl jeder am ehesten von mir erwartet.
„Ich war für die beiden nicht mal existent.“
„Oh... Wie lange sind sie zusammen?“
„Zwei Monate...“
„Und er hat es dir erst jetzt gesagt?“
„Ja.“
„Das ist krass.“
„Jap.“ Ich weiß nicht warum, aber Takerus Art mit der Sache umzugehen macht es mir einfacher. Fürs erste. Mein Gedankenkarussell hört erstmal auf sich zu drehen und ich kann einen Blick auf die positiven Dinge werfen. Es ist doch gut, wenn Papa endlich wieder glücklich wird... ich sollte mich wirklich für ihn freuen. Der Gedanke daran, dass da plötzlich eine Frau in Papas Leben ist fühlt sich auch nicht direkt falsch an. Nur anders. Und anders... anders macht mir einfach angst.
„Hey!“ Takeru wirft mir ein Kissen gegen den Kopf. Sehr zielsicher sogar. Verdammter Basketballer. „Zieh nicht so ein Gesicht, lach mal! Das tust du viel zu selten.“
Ich schnaube. „Etwas mehr Respekt bitte!“
Er lacht. „Vor dir? Im Leben nicht!“
Das reicht. Ich nehme das Kissen und gehe grinsend auf ihn los.

Date: 2011-07-02 07:39 am (UTC)
From: [identity profile] exiles-diary.livejournal.com
Aaawww - hab ich dir schon mal gesagt, dass ich deinen Yamato liebe? XD
Aber du hast auch Takeru sehr gut getroffen.
Und die Kissenschlacht am Schluss *O* das ist wahre Bruderliebe!

Ist auch mal gut, wenn Taichi nicht Yamatos Laune abbekommt. Sein Bruder hat da sowieso scheinbar besser helfen können XD

Date: 2011-08-08 06:52 pm (UTC)
From: [identity profile] rei17.livejournal.com
Awwwwwwwwwwwwwww~! óò
Ach Yamato.
Ich liiiebe Yamato und Takeru. Sie sind einfach so süß zusammen und irgendwie so gegensätzlich. Obwohl man trotzdem immer gleich die Verwandtschaft merkt, einfach an der Art wie sie miteinander umgehen.
Yamato will man immer nur knuddeln wenn er traurig ist. *ihn flausch* Er macht mich dann auch immer ganz traurig. Aber Takeru hat wirklich eine ganz entzückende Art mit seinem Bruder umzugehen und ihn aufzueitern. Sie sind wirklich adorable. <3
Ich hätte absolut nichts dagegen wenn du mehr über die beiden schreibst. ;-)

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