Heimkehr

Jun. 25th, 2011 09:30 pm
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Titel: Heimkehr
Challenge: Neuanfang
Fandom: Digimon
Charaktere: Yamato und seine Familie
Wörter: 1175
Anmerkungen: So locker die Verbindung auch ist, es ist ein einer Reihe hiermit und hiermit zu sehen. Der Zeitabstand ist aber sehr groß, nicht wundern. ^^°
Und es ist zwar h/c, aber meine Bingo-Karte hat leider nichts Passendes auf Lager ;_;


Es war ein angenehmes Gefühl, wieder zu Hause zu sein. Auch wenn es sich nach dem Jahr Abwesenheit nicht mehr ganz so anfühlte. Yamato ließ seinen Koffer erstmal achtlos im Flur stehen, um die Wäsche würde er sich kümmern, nachdem er gegessen und geschlafen hatte. Zur Feier seiner Rückkehr hatte sein Vater ein paar Tage freigenommen, was Yamatos Meinung nach zwar nicht nötig gewesen wäre, aber es rührte ihn doch.
Daher war der morgige Tag für die Familie reserviert, was vielleicht auch keine schlechte Idee war. Taichi und die anderen wären sicherlich einfacher zu ertragen, wenn er wenigstens ein paar Tage Zeit gehabt hatte, den Jetlag zu überwinden. Wie es wohl wäre, Taichi wiederzusehen…
„Was meinst du, hältst du dich lange genug wach um etwas zu essen?“ Die Stimme seines Vaters riss ihn aus seinen müdigkeitsbedingten Tagträumen.
„Jetzt sag nicht, du hast gekocht.“
„Irgendwie musste ich mich ja ernähren, wenn du in Paris bist.“ Die Hand seines Vaters griff liebevoll in Yamatos (ohnehin schon lange ruinierte) Frisur, als wäre er noch ein kleiner Junge. Sein Widerstand fiel eher symbolisch aus. „Da du ja noch lebst, muss es essbar sein.“
„Danke für dein Vertrauen, Frechdachs.“
Yamato wich dem Klaps aus und grinste. „Ab morgen koche trotzdem ich wieder.“
„Morgen nicht, morgen gehen wir essen. Aber dann gehört die Küche wieder ganz dir.“
„Besten Dank.“
Etwas rot-getigertes stolzierte aus dem Wohnzimmer und schnupperte argwöhnisch an Yamatos Koffer, der die Katze ebenso skeptisch beobachtete. „Seit wann hast du eine Katze?“
„Das ist Jean. Minamis Katze hat Junge bekommen und ich hab zwei genommen. Es ist angenehmer, wenn jemand da ist, wenn ich nach Hause komme.“ Sein Vater grinste etwas schief und Yamato hatte kurz ein schlechtes Gewissen, weil er gegangen war. Aber er hatte unbedingt ins Ausland gehen wollen, und sein Vater hatte es voll und ganz unterstützt.
„Essen kochen kann eine Katze aber nicht.“ Yamato ging in die Küche und fand Katze Nr. 2 auf seinem Stuhl liegend vor. Im Gegensatz zu ihrem Bruder war sie dreifarbig. Also weiblich, wenn er sich nicht irrte. „Darf ich vorstellen, das ist Suki. Sie hat den Stuhl von Anfang an belegt, der Geruch muss ihr gefallen.“
„Ich fühle mich geschmeichelt, das ist trotzdem mein Platz“, murrte Yamato, ließ die Katze aber erstmal liegen und warf einen Blick in die Töpfe, die auf dem Herd standen. Es sah zumindest essbar aus.
„Jetzt schau nicht so skeptisch und setz dich. Ich hab dich schließlich groß bekommen. Setz dich und lass mich einfach machen.“
Das stimmte allerdings. Yamato streckte ihm aber nur die Zunge heraus und wandte sich wieder der Katze zu, die ihn nun fast herablassend anblinzelte. Jean strich schnurrend um die Beine seines Herrchens. „Er scheint auch was abhaben zu wollen…“
„Die beiden haben etwas bekommen, bevor ich zum Flughafen gefahren bin, die sollten also zufrieden sein. Aber Jean hat immer Hunger.“
„Sieht man.“ Mager war er nicht, aber seine Schwester war recht leicht, als Yamato sie vorsichtig hochhob, sich hinsetzte und die Katze auf seinen Schoß platzierte. Die sah ihn pikiert an, gähnte und schnupperte, bevor sie ihr Köpfchen an ihm rieb und dann auf den Boden sprang.
„Sie scheint dich angenommen zu haben.“
„Ich fühle mich geehrt. Ich wohne ja auch etwas länger hier als sie.“
„Das weiß sie ja nicht.“
„Dann sollte sie es schnell lernen. Wie lange braucht das Essen noch?“ Flugzeugfraß reichte nicht wirklich um satt zu werden, auch wenn es bei seinem Flug nach Amerika schlimmer gewesen war. Gott, was freute er sich auf richtiges Essen… es war ein Wunder, dass… Das Telefon schrillte und Yamato sprang auf. „Ich geh schon!“
Bittebittebitte lass es Taichi sein… Schließlich wusste der doch, dass er um diese Zeit nach Hause kommen würde. Falls er überhaupt noch daran dachte. Der Kontakt war weniger geworden, seit sie beide studierten. Und dann noch verschiedene Fächer. Mit dem Auslandsjahr hatte es sich auf vereinzelte E-Mails reduziert, aber irgendwie hegte Yamato immer noch die kindliche Hoffnung, dass alles wieder besser werden würde, wenn er erst zurück in Japan war.
„Ja?“
„Matt?“
„Takeru…“ Er sollte sich mehr freuen, die Stimme seines kleinen Bruders zu hören. Aber er konnte einfach nicht anders, als enttäuscht zu sein. Enttäuscht, weil es nicht derjenige war, der ihm so lange am Allerwichtigsten gewesen war. Der Einzige… dem er es auf der Abschlussfeier wirklich abgenommen hatte, dass sie für immer Freunde bleiben würden.
„Etwas mehr Begeisterung bitte! Sonst leg ich wieder auf!“ Aber Takeru klang nicht ernsthaft verletzt, eher schien er sich zu amüsieren. Glück gehabt. „Tut mir Leid. Ich bin gerade erst wiedergekommen, musste mit einer Katze um meinen Platz kämpfen und will eigentlich nur schlafen…“
„Es ist gerade mal halb drei!“
„Rechne mal acht Stunden zurück und dann noch die Flugzeit mit. Ich bin bestimmt schon wesentlich länger auf den Beinen als du, also sei nicht so frech!“
„Konntest du im Flugzeug nicht schlafen? Ich konnte das echt gut.“
„Ja, ich hatte es eigentlich vor… aber der Typ neben mir hat so dermaßen geschnarcht… da konnte ich vom Glück reden, wenn ich meine Musik verstanden habe. Am Anfang wollte er mich noch zulabern…“
„Das hast du ihm abgewöhnt?“
„Du kennst mich doch.“
„Klar. Und? Was hältst du von deinen neuen Mitbewohnern?“
„Ich hoffe, sie lassen die Krallen von meiner Gitarre. Dann kommen wir wohl miteinander klar.“
„Dann ist ja gut. Äh, Mama will dich sprechen. Bis morgen dann!“
„Ja, bis morgen.“ Während er in den nächsten zehn Minuten seiner Mutter versicherte, dass er einen guten Flug gehabt hatte und sich in Paris wirklich wohlgefühlt hatte (als ob er das nicht schon jede Woche des vergangenen Jahres via Skype getan hätte…), begann er sich wieder etwas besser zu fühlen. Nun ja, vielleicht nicht gerade besser, aber weniger… enttäuscht. Was hatte er denn erwartet? Er war alt genug, um sich keine falschen Hoffnungen mehr machen zu dürfen. Oder sollte es wenigstens sein. Er wusste nicht einmal, wann es begonnen hatte, mit Taichi so… schief zu laufen. War es nach dem Kuss auf Takerus Geburtstagsfeier gewesen? Als er einfach davongelaufen war?
Er hatte danach versucht, mit Taichi zu reden, versucht ihm zu erklären, was da in ihm vorgegangen war, aber Taichi hatte ihn nicht einmal richtig zu Wort kommen lassen.
Er hat mir nicht mal zugehört…, schoss es ihm durch den Kopf.
„Hörst du mir überhaupt zu?“, fragte seine Mutter passend und er beeilte sich zu erklären, dass er einfach nur müde war. Dafür hatte sie natürlich Verständnis und riet ihm, ins Bett zu gehen. Was er eher halbherzig versprach und dann auflegte. Eine Stunde nach dem Essen vielleicht. Aber besser, er gewöhnte sich so schnell es ging wieder an die japanische Zeit. Vielleicht weckte es seine Lebensgeister wieder etwas, wenn er etwas spazieren ging. Vielleicht vertrieb das Taichi aus seinen Gedanken… das glaubte er ja wohl selbst nicht. Jetzt, wo ihn wieder jede Ecke an die gemeinsame Zeit erinnerte… Yamato seufzte und streichelte Suki, die aus dem Wohnzimmer kam und kurz um seine Beine strich, über das glatte Fell. „Ich bin so ein Idiot…“ Hatte er damals alles kaputt gemacht?

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