[identity profile] lumcheng.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Titel: Use Somebody
Fandom: YuGiOh
Pairing: Kaiba/Joey
Rating: soft NC-17?
Warnings: yaoi, angst, sap, sex (irgendwie so)
Note: Hm, die Idee schwirrte schon die ganze Nacht in meinem Kopf rum und dann... hat es sich praktisch von selbst geschrieben. Gut möglich, dass Joey hier etwas /zu/ emotional ist, aber... dun like, dun read *shrug*
Wordcount: 3200~
Challenge: Use Somebody (Kings of Leon)
Contact: batdriven[at]googlemail[dot]com



"Ich glaube (...) an die Gewalt der Liebe und der Untreue,
ich glaube an das schmerzlich Unberechenbare unseres Tuns.
" (Max Frisch)

~*~*~

(Joey’s POV)

Juni. Regenzeit.
Wie eine glockenartige Kuppel umschließt der Regen die Stadt, scheint sie vom Rest der Welt abzukapseln.
Warmer Rauch steigt aus den Gassen auf, wo die kalten Tropfen den heißen Asphalt berühren, und die feuchten Dunstschwaden ziehen gen Himmel, verflüchtigen sich auf dem Weg dorthin, werden vom Regen wieder weggewaschen.

Ich starre auf das Wasser.
Der Regen versetzt es in Aufruhr, lässt es nicht gemächlich ins Meer fließen, wie sonst üblich.

Das Regenwasser, welches sich an meiner Nasenspitze immer wieder ansammelt, kitzelt, und egal wie oft ich es wegwische, es dauert nur wenige Sekunden, bis sich erneut ein Tropfen bildet.
Meine Kleidung ist gänzlich durchnässt und es fühlt sich an, als stünden meine Turnschuhe unter Wasser.

Ich lehne mich mit den Unterarmen auf das Brückengeländer und lege mein Kinn auf das rechte Handgelenk, neige den Kopf etwas zur Seite.
So kann ich das Meer und den Hafen besser sehen.
Es brennen nur wenige Lichter um diese Uhrzeit, doch irgendwie scheint der Regen die Dunkelheit der Nacht etwas zu erhellen, ein wenig erträglicher zu machen.

Als ich meinen rechten Fuß bewege, stoße ich gegen eine alte Dose, die daraufhin hinunterfällt und im Fluss landet.
Das Geräusch des Aufpralls höre ich kaum, da der Regen alles übertönt.
So bemerke ich das Auto hinter mir auch erst, als der Fahrer lautstark einmal auf die Hupe drückt.

Ich drehe mich um und erkenne den Wagen sofort.
Resigniert schließe ich kurz die Augen, bevor ich sie wieder öffne und ein paar Schritte auf das Auto zukomme.

Kaiba fährt die Scheibe der Beifahrertür herunter und beugt sich etwas über den Sitz, um mich ansehen zu können. Automatisch lege ich meine Hand an die Tür und sehe ihn abwartend an.

„Wusste ich doch, dass du es bist“, sagt er neutral und scheint ebenfalls zu warten.

Nur auf was?

Abwesend lecke ich den Regen von meiner Lippe und frage: „Du fährst selber?“

Er schweigt für einen Augenblick und das Rauschen des Regens um mich herum kommt mir immer lauter vor.

„Hast du mal auf die Uhr gesehen?“, gibt er leicht säuerlich zurück und ich werfe automatisch einen Blick auf mein linkes Handgelenk, obwohl sich dort keine Armbanduhr befindet.

„Es ist halb zwei“, beantwortet er seine Frage selber und setzt hinzu: „Da werde ich sicher nicht Roland aus dem Bett klingeln. Außerdem komme ich ohnehin viel zu selten dazu den Camaro zu fahren...“

Ich nicke langsam und lasse meine Hand von der heruntergekurbelten Scheibe gleiten.
Zu gerne würde ich einsteigen, aber irgendwie… scheint es nicht richtig.
Noch immer bin ich sauer auf ihn wegen unseres Streits am Vormittag und ich spüre deutlich, dass auch er noch angefressen deswegen ist.
Mit einer fahrigen Bewegung wische ich mir das Regenwasser von der Oberlippe und trete einen Schritt vom Wagen zurück.
Kaiba starrt mich nach wie vor an; allmählich wird mir das unangenehm.

Kurz darauf klickt es und die Beifahrertür geht ein Stückchen auf.

„Jetzt steig endlich ein“, meint er knapp und sieht wieder nach vorne auf die Straße.

Einen Moment lang zögere ich noch und der Gedanke mit meinen nassen Sachen am Sitz festzukleben behagt mir auch nicht besonders, doch ich gebe mir einen Ruck und komme seiner Aufforderung nach.
Kaum ist die Tür ins Schloss gefallen, tritt er aufs Gaspedal und fährt mit viel zu viel PS durch die nassen Straßen.

„Warum hängst du um diese Uhrzeit und bei dem Wetter noch draußen rum?“

„Hab’ irgendwo meine Schlüssel verloren.“

„Und dein letztes Bisschen an Grips gleich mit, oder wieso hast du nicht den Schlüsseldienst gerufen oder dich bei wem anders einquartiert? Hey, schnall dich gefälligst an.“

Genervt zuckt mein Kopf in seine Richtung, während ich an dem Sicherheitsgurt ziehe und das andere Ende zum Einstecken suche.
Er weiß genau, dass Schlüsseldienste nachts viel teurer sind als tagsüber. Als wenn ich mir das leisten könnte.

„Ich hätt’ mir schon was gesucht, okay? Nen’ Hotel oder so was. Aber ich wollt’ halt ’n Spaziergang machen.“

„Im strömenden Regen“, meint er spöttisch und wirft mir einen Seitenblick zu, der noch viel mehr sagt als jede hämische Bemerkung.

„Das ist ja wohl meine Sache“, gifte ich zurück und muss wieder an den Streit denken.

Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr verspüre ich das Bedürfnis ihm eine rein zu hauen. In solchen Situationen kann ich mich kaum beherrschen und frage mich, wie er es immer schafft so kühl und gelassen zu bleiben.
Es ist lange her, dass wir physikalisch gewalttätig waren, das heißt allerdings nicht, dass ich nicht laufend darüber nachdenke meinem Ärger auf diese Art und Weise Luft zu machen.

Er sagt nichts mehr und ich wende mich ab, sehe nach draußen.
Hier drinnen ist es etwas wärmer und die rhythmischen Laute der Scheibenwischer nerven mich. Das Geräusch wird immer lauter und letzten Endes halte ich es nicht mehr aus und schalte das Radio ein.
Es läuft irgend so eine Rocknummer aus den Staaten. Mein rechter Fuß wippt unruhig im Takt des Liedes und ich hätte jetzt wirklich gern eine Zigarette.

„Hast du ’ne Kippe für mich?“, frage ich schließlich und sehe ihn an.

„Handschuhfach“, kommt es zurück und er biegt links ab.

Die Antwort kam mir fast zu schnell und ich beuge mich leicht vor, öffne besagtes Handschuhfach und fische eine Schachtel Dunhill hervor.
Es fehlen erst zwei oder drei Zigaretten, und nachdem ich mir eine rausgeangelt und zwischen die Lippen geklemmt habe, drücke ich den Knopf des Zigarettenanzünders und lasse mich in das teure Leder des Sitzbezugs zurücksinken.

„Weißt du“, nuschel ich und nehme den Stängel wieder aus dem Mund. „manchmal da frage ich mich, warum wir immer noch zusammen sind.“

Er schweigt eine Weile und ich denke schon, dass er überhaupt nicht mehr vorhat zu antworten, doch als ich mich gerade schwerfällig nach dem Zigarettenanzünder strecke, sagt er unerwartet: „Die Antwort kennst du bereits.“

Tue ich das?
Ich bin nicht sicher.
Müßig drücke ich die glühende Spirale des Anzünders an das Ende der Kippe und ziehe daran. Keinen Augenblick später streckt er seine Hand danach aus und ich gebe ihm die Zigarette, bevor ich mir eine weitere anstecke und das Fenster einen Spalt runterfahren lasse.

~*~*~

Als wir die Villa erreichen, regnet es nach wie vor in Strömen.
Da ich eh nass bin, ist mir das egal und ich steige aus, bevor Kaiba den Camaro in der Garage parkt.
Meine Hände tief in den Taschen meiner nassen Jeans vergraben, schlendere ich langsam zum Haupteingang, bleibe vor den fünf Treppenstufen stehen und sehe hinauf zum Himmel.

Regen fällt direkt auf mein Gesicht und ich muss blinzeln, als mir ein paar Tropfen in die Augen fallen.
So kalt ist es gar nicht mehr. Vielleicht kommt es mir aber auch nur so vor.

„Mach nicht so ein Gesicht.“

Ich wende meinen Blick zur Seite und da steht Kaiba; die Schlüssel in der einen Hand, seinen Aktenkoffer in der anderen.
Ich folge ihm, als er die fünf Treppenstufen in drei großen Schritten nimmt und die Haustür aufschließt.
Leise gehen wir hinein um Mokuba und das Personal nicht zu wecken.

Meine durchtränkten Schuhe lasse ich inklusive der Socken im Flur stehen und hänge auch meine blaue Jeansjacke an einen freien Haken des großen Kleiderständers, bevor ich auf Zehenspitzen nach oben gehe.
Kaiba ist schon vorausgegangen und als ich schließlich sein Schlafzimmer erreiche und so geräuschlos wie möglich die Tür öffne und schließe, sehe ich, dass er bereits seinen Mantel und den Pullover ausgezogen hat. Die Schuhe ebenfalls.

Barfuß steht er an seiner Minibar und schenkt sich im Halbdunkeln etwas zu trinken ein. Einen Whiskey, vermute ich; und etwas ratlos stehe ich mitten im Raum und beobachte, wie er ein zuvor zurechtgelegtes Handtuch vom Schreibtisch nimmt und auf mich zu geht.

„Du bist so ein Idiot“, murmelt er, während er das Handtuch auf meinen nassen Haarschopf fallen lässt und mit einer Hand ein paar Mal darüber rubbelt, bevor er es mir überlässt meine Haare zu trocknen.

Er geht zum Fenster und wendet mir den Rücken zu. Die Eiswürfel in seinem Glas klirren leise, als er es anhebt, um einen Schluck Bourbon zu trinken.

Missmutig ziehe ich mir das Handtuch vom Kopf und sehe runter auf den Teppich.
Ich hasse es, wenn wir uns ernsthaft streiten.
Die Stimmung danach ist immer so gedrückt.
Eigentlich will ich etwas sagen, aber ich weiß nicht was. Eigentlich will ich mich entschuldigen, aber ich weiß nicht wie. Eigentlich will ich jetzt auf ihn zu gehen, ihn an mich pressen, mein Gesicht zwischen seine Schulterblätter drücken, aber ich traue mich nicht.

Leise seufze ich und hebe meinen Kopf, als ich höre, wie er das Glas auf den Schreibtisch stellt.
Einen Herzschlag später steht er wieder genau vor mir.
Unsere Hände berühren sich kurz, als er mir das Handtuch abnimmt und es blind hinter sich über die Stuhllehne legt.
Dann sind seine Hände an meinen Wangen, und seine Stirn lehnt an meiner. Er muss sich leicht runterbeugen, da er immer noch einen halben Kopf größer ist als ich.

Wasser perlt von meinen Haaren hinab, läuft meinen Hals hinunter, versickert im feuchten T-Shirt.
Wortlos greift er nach dem Saum und macht Anstalten mir das nasse Ding auszuziehen. Ich hebe die Arme und er zieht es nach oben, streift es über meinen Kopf und lässt den Stoff daraufhin achtlos zu Boden fallen.
Lange Zeit sehen wir uns einfach nur an, während draußen der Regen gegen die Fensterscheiben trommelt.


Danach geht alles irgendwie zu schnell.
Plötzlich sind seine Lippen auf meinen, seine Hände sind überall zugleich und ehe ich mich versehe, drängt er mich rückwärts, bis ich die Bettkante in meinen Kniekehlen spüre und widerstandslos auf das Bett sinke. Ich rutsche etwas zurück, bis ich etwa in der Mitte liege, Kaiba folgt mir.

Wir tun es nicht oft in letzter Zeit, darum fühlt es sich umso merkwürdiger an. Ich fühle mich fast, als würde ich fremdgehen. Oder als wäre dies unser erstes Mal. Oder... als wenn es das letzte Mal seien würde...
Da ist dieses unangenehme Ziehen in meiner Magengegend, welches ich schon lange nicht mehr verspürt habe. Ich bin nervös, mein Herz klopft schmerzlich schnell und aus irgendeinem Grund habe ich ein schlechtes Gewissen.

Seine Fingerspitzen fahren über meinen Oberkörper, wo die Haut noch kalt und feucht vom Regen ist. Beinahe klebrig.
Doch Kaiba macht unbeirrt weiter, verteilt Küsse neben meinem Bauchnabel und beißt mir leicht in den linken Beckenknochen, während seine Ponyfransen meine Haut kitzeln.

Ich helfe ihm dabei meine Hose und Shorts auszuziehen, hebe mein Becken leicht an, damit er mir beide Kleidungsstücke über den Po streifen kann.
Sofort ist er wieder über mir, seine Knie links und rechts neben meinen Oberschenkeln, streicht mit seiner rechten Hand außen an meinem Körper entlang, vom linken Knie bis hin zum Brustkorb. Seine Fingerspitzen fahren dabei mit festem Druck über meine Haut.

Ich fühle mich wie seine Beute. Wie etwas, das er gejagt hat und jetzt näher in Augenschein nimmt.
So ruhig es geht atme ich aus, zwinge mich innerlich zur Ruhe. Das Ganze hier ist irgendwie seltsam, anders. Aber bestimmt kein Grund deswegen gleich in Panik zu verfallen.
Doch das metallische Klirren seiner Gürtelschnalle reißt mich aus den Gedanken, ich höre wie er das Leder durch die Schlaufe zieht und sehe nach unten, als er gerade seine Hose aufknöpft.

Mit der rechten Hand fahre ich mir über das Gesicht und richte mich etwas auf, stütze mich mit den Ellbogen hinter meinem Rücken auf der Matratze ab.
Kaiba zieht seine Hose aus und verschwendet danach keine Zeit, sich über mich hinweg zu beugen und zum Nachttisch zu greifen.
Mehr aus Reflex denn aus Interesse sehe ich seinem linken Arm hinterher, seiner Hand, die die oberste Schublade aufzieht und blindlings nach der ersten Flasche greift, die sie zu fassen kriegt.

Nachlässig lässt er die Schublade offen und legt die kleine Plastikflasche neben das Kopfkissen, bevor er sich mir zuwendet und sich auf meine Oberschenkel setzt.
Die Kuppe seines rechten Daumens fährt sanft die Konturen meiner Lippen nach.

„Ich habe doch gesagt, du sollst nicht so ein trauriges Gesicht machen“, flüstert er und stützt seine Unterarme neben meinem Kopf auf dem Kissen ab, bevor er sich tiefer zu mir runterbeugt und mich küsst.
Von traurig war nie die Rede gewesen, denke ich, während seine rechte Hand hinter meinem Ohr im dichten, feuchten Haar verschwindet.

Unsere Zungen streifen sich zwischen unseren Lippen, bevor er meine zurückdrängt und meinen Mund in Beschlag nimmt.
Es dauert nicht lange und meine Lippen und Mundwinkel sind nass von unserem Speichel. Meine Hände streichen über seinen Nacken und seine Schultern, ziehen ihn dichter an mich heran.
Er beißt mir in die Unterlippe, doch sie ist so nass, dass sie seinen Zähnen umgehend wieder entgleitet.

Mit einem leisen Keuchen lösen wir uns voneinander und Kaiba richtet sich auf, drückt meine Beine mit sanfter Gewalt auseinander, um dazwischen knien zu können.
Er greift nach dem Fläschchen und ich höre wie der Verschluss aufschnappt.
Abwesend streiche ich mit meinen Fingerspitzen über seinen glatten Oberkörper und betrachte ihn so gut es geht im Halbdunkel des Zimmers. Doch inzwischen haben meine Augen sich an das wenige Licht gewöhnt und ich kann genug erkennen, um zu wissen, dass ich mag, was ich sehe.

Das leise Klicken als er den Deckel wieder zuklappt, lässt mich Blinzeln, und ich winkel meine Beine leicht an, als er sich nach vorne sinken lässt und die Hände neben meinen Schultern abstützt.
Warum nur werde ich das Gefühl nicht los, dass das hier anders ist als sonst?



Aber es ist tatsächlich anders.
Es tut weh und ich habe das Gefühl, als könnte ich nichts dagegen tun.
Es ist viel zu langsam, viel zu intim, viel zu intensiv. Beinahe so, als könnte er mir jetzt in diesem Moment in die Seele blicken und plötzlich fühle ich mich, als hätte ich keine Geheimnisse mehr.

Ich drehe den Kopf zur Seite und schließe meine Augen, nicht willens länger in die seinigen zu blicken. Wenn er sich doch nur schneller bewegen würde...
Wenig später drückt er meine Oberschenkel weiter nach oben, bevor er sich gänzlich auf mich sinken lässt, seine Stirn an meine Schulter lehnt.

„Joey“, höre ich ihn gegen mein linkes Schlüsselbein murmeln. Ich spüre, wie er sich immer noch zurückhält. Sein heißer, feuchter Atem auf meiner Haut lässt mich erschauern.
Ich schlinge die Arme um seinen Hals und seine Schultern, vergrabe mein Gesicht in seinem Nacken und atme tief den Duft seines herben Aftershaves ein.

Zögernd sage ich: „Du... musst dich nicht zurückhalten...“ – und es dauert scheinbar einen Moment, bis er gänzlich begreift, was ich ihm gerade zu sagen versuche.
Ein kurzes, ersticktes Lachen entringt sich seiner Kehle und er greift nach meinen Hüften, hält sie fest, während er tiefer in mich eindringt.

Es dauert dieses Mal eine ganze Weile, doch irgendwann finden wir unseren Rhythmus.
Das Stöhnen und Keuchen wirkt viel zu laut in dem ansonsten stillen, ordentlichen Raum. Ich komme mir obszön und irgendwie pervers vor, wenn ich daran denke, dass ein junger Teenager sich ebenfalls gerade in diesem Haus befindet und hoffentlich friedlich schläft.
Doch im selben Moment versetzt mir dieser Gedanke auch einen leisen Kick und ich kreuze meine Hacken über seinem Steißbein, reibe die Innenseiten meiner Oberschenkel über seine Taille und schließe die Augen.

Dann fällt mir unser kurzer Wortwechsel aus dem Auto wieder ein und auf einmal kenne ich auch die Antwort.

„Du brauchst mich“, keuche ich atemlos und versuche mein Becken weiter anzuheben, um ihm mehr entgegen zu kommen. Vergebens suchen meine gespreizten Finger Halt auf seinem schweißnassen Rücken.

„Nicht weniger als du mich“, antwortet er abgehackt, während sein Unterkörper sich fortwährend gegen meinen bewegt.

Meine kurzen Nägel bohren sich in seine Schulterblätter und ich beiße mir auf die Unterlippe, bis ich spüre wie das dünne Fleisch unter meinen Zähnen aufbricht.
Stöhnend versuche ich ihn enger an mich zu drücken, als er mit einer schlampigen Geste das Blut von meiner Lippe leckt.

Das Geräusch von seiner Haut, die wieder und wieder hart auf meine trifft, das leichte Brennen und die Hitze, all das bringt mich immer näher an mein Ziel.
Meine Zehen spreizen sich krampfhaft ab, mein Körper zittert, mein Mund – so weit geöffnet, dass mein Kiefer schmerzt; alles dreht sich, es wird erst schwarz, dann weiß vor meinen Augen und ich habe das Gefühl metertief in einen endlosen Abgrund zu stürzen, als mein Körper zurück auf das Bett fällt.

Es dauert noch ein paar Momente bis auch Kaiba kommt, doch ich kann ihn genau beobachten. Seine Lippen öffnen sich in einem stummen Schrei purer Extase, als er den Kopf zurückwirft und erschauert. Verklebte Haarsträhnen an seinen Schläfen, Schweiß perlt seine Wangen hinab und er ist so tief in mir drin, dass es wehtut.

Kraftlos rutschen meine Arme und Beine von seinem Rücken und ich bleibe schwer atmend unter ihm liegen.
Als hätte ich eine Wahl.
Er lässt sich zurück auf meinen Körper sinken und es dauert lange bis wir beide langsam wieder runterkommen.

~*~*~

Ich betrachte sein entspanntes, schlafendes Gesicht.
Kaiba schläft niemals von mir abgewandt.
Ein Detail, welches mich immer wieder heimlich in Staunen versetzt. Wir ’kuscheln’ nicht oder tun sonst irgendwas Gefühlsduseliges, aber niemals kehrt er mir den Rücken wenn wir zusammen im Bett liegen.
Vielleicht bilde ich mir auch nur zu viel ein und es ist lediglich eine unterbewusste Schutzreaktion. Dennoch mag ich es.

Leise, um ihn nicht zu wecken, rutsche ich zurück und schlage die Bettdecke beiseite, um aufzustehen.
Ich suche meine Sachen zusammen und muss leider feststellen, dass sie in der Zwischenzeit nicht getrocknet sind.

„Du gehst schon?“

Fast erschrocken drehe ich den Kopf in seine Richtung. Hat er nur so getan, als würde er schlafen?

„Mhm. Schlaf weiter, es ist noch dunkel.“

Träge dreht er sich um und wirft einen Blick auf die Digitalanzeige des Weckers, während ich mich in meine feuchte, enge Jeans reinzwänge.

„Es ist erst vier“, meint er ungläubig und sieht mir beim Anziehen zu.

„Und?“, frage ich, als wenn es das normalste der Welt wäre, um diese Uhrzeit das Haus seines Freundes zu verlassen.

„Es regnet noch“, schlägt er als nächstes vor.

Mit verschränkten Armen stehe ich schließlich angezogen vor dem Bett und blicke auf Kaiba herab.

„Wenn du nicht willst, dass ich gehe, dann bitte mich darum“, sage ich mit fester Stimme. „Und such’ nicht nach Ausreden, das passt nicht zu dir.“

„Wer sucht denn hier nach Ausreden?“, meint er leichthin. „Wenn du gehen willst, dann tu es, bitte, da ist die Tür.“

„Danke, ich weiß wo die Tür ist. Bin hier schon öfter gewesen.“

Doch irgendwie fehlt es meiner Stimme heute etwas an Sarkasmus.
Ich sehe ihn an, wie er da im Bett sitzt, die Decke in seinem Schoß. Sein Gesicht ist ein einziger Schatten.

„Bis bald, Seto“, sage ich schließlich und drehe mich um.

„Bis dann“, höre ich noch, bevor ich die Tür hinter mir schließe und im dunklen Flur tief durchatme.
Schnell habe ich den Weg nach unten gefunden und ziehe mir meine restlichen Sachen an.


Draußen regnet es mittlerweile nicht mehr so stark.
Nur noch ein mäßiges Nieseln.
Die Hände in den Taschen meiner Jeansjacke vergraben, mache ich mich auf den Weg zum Haupttor. Vor der Biegung bleibe ich noch einmal stehen und drehe mich um.

Dort oben, im ersten Stock, beim dritten Fenster von links, steht eine Person und schaut mir nach.

~end~


Wie immer danke für's Lesen. Ich hoffe es war nicht irgendwie lame oder so ^^;
Hatte leider keine Zeit mehr es zu 'korrigieren', aber ich werd das die Tage nachholen, denke ich.
Lummy~

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