[identity profile] lumcheng.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Titel: Nach wie vor zum Kotzen
Fandom: YuGiOh
Pairing: Kaiba/Joey (und Roland hat nen Cameo ♥ )
Rating: PG-13
Warnings: yaoi, humor, romance
Note: Eigentlich hatte ich nie geplant, irgendwann wieder etwas über YGO zu schreiben, aber wie das Leben nunmal so ist... alte Gewohnheiten sterben nie. (oder so...)
Wordcount: 950~
Challenge: Vorher - Nachher
Contact: batdriven[at]googlemail[dot]com

~*~

(Joey’s POV)

Vorher - das war, als er nicht an mir vorbeigehen konnte, ohne eine perfide Bemerkung zu machen.
Vorher, da hat er keine Gelegenheit ausgelassen um mich vorzuführen.
Vorher... als wir uns nicht ausstehen konnten. Nicht, dass sich da großartig viel geändert hätte.

Ich finde ihn nach wie vor zum Kotzen. Er mich auch. Das hoffe ich jedenfalls, sonst müsste ich ja ein schlechtes Gewissen kriegen. Naja, nur fast. Ein kleines Bisschen.

Später ist dann etwas passiert. Irgendwie hat es ‚Klick’ gemacht. Und ich meine nicht die Art von Klick, wenn man den Lichtschalter drückt. Mehr wie so eine Art Blitzschlag. Mitten ins Hirn. Zapp! –und mein Hirn war Matsch.
R.I.P, Joey Wheeler. Treuer Freund, Duel Monsters Champion, geliebter Bruder und verkappter Homosexueller.
Okay, streicht das Letzte. Ich muss da noch an einer geeigneten Formulierung arbeiten, die meinen Freunden keine bleibenden Schäden zufügen wird.

Oh, wie es dazu kam? Na, so wie es fast immer anfängt.
Der erste Kuss war - gelinde gesagt - eine Katastrophe.
Es war als wenn ein Wolkenkratzer neben uns einkrachen würde. Der Dominotower fiel in sich zusammen und eine riesige Flutwelle brach über alles herein und schwemmte uns fort.
So in der Art jedenfalls. Glaube ich.

Das zweite Mal war dann weniger dramatisch. Aber immer noch schlimm. Und wenn ich schlimm sage, dann meine ich schlimm!
So mit Zähne-aufeinander-klacken und zu viel Sabber und all dem anderen peinlichen Zeug.
Was eben so passiert, wenn man die Mandeln des jeweils anderen mit der Zunge untersuchen will.
Vielleicht hätte ich Kaiba vorher sagen sollen, dass ich meine gar nicht mehr habe. Jepp, wurden mir schon mit 8 rausgenommen. Ich fand das damals gar nicht schlimm, gab viel Eis und kalte Getränke.

Tja, und jetzt?
Jetzt suche ich meinen linken Turnschuh.
Unter Kaiba’s beschissenem Schreibtisch, in seinem beschissenen Büro, in seiner beschissenen Firma.
Aber da ist er nicht. Wo ist er vorhin nur gelandet?

Resigniert krabbele ich unter besagtem Schreibtisch wieder hervor, richte mich auf und kratze mich ausgiebig am Hinterkopf.

„Hey, pass auf mit deinen Flöhen.“

Ärgerlich drehe ich mich um und sehe wie er kopfschüttelnd ein paar Papiere, die am Rande des Tisches lagen, zu sich nimmt und unnötigerweise ausschüttelt.
Er kann es einfach nicht lassen.
Und während ich noch überlege, was ich Besseres erwidern könnte, als ein lahmes ’Pass du lieber auf, dass du dir keine einfängst’, klopft es an der Tür.

Kurz darauf steckt Roland den Kopf ins Zimmer und meint höflich: „Sir? Mark Parker, der Präsident von Nike Inc., wird ungeduldig. Er hat angedroht zu gehen, wenn sie ihn noch länger warten lassen. Hallo, Joey.“

„Hey…“, meine ich langsam und kann nicht anders, als diesen Mann zu bewundern.

Wenn er überrascht ist, mich hier anzutreffen, oberkörperfrei und mit nur einem verfickten Turnschuh – so lässt er sich das jedenfalls nicht anmerken. Vielleicht hat Kaiba das mit dem Pokerface von ihm. Warum dann nicht auch die Manieren?

„Ich bin gleich da“, antwortet Kaiba hochnäsig und Roland zieht sich mit einem Nicken zurück.

Hastig greife ich nach meinem Shirt, welches auf dem Boden neben dem Tisch lag, und streife es über.
Fehlt aber immer noch dieser Turnschuh. Ich beginne langsam diese Dinger zu hassen. Warum laufen wir nicht einfach alle barfuß rum? Gäbe es dann immer noch Fußgeruch?
Dabei fällt mir ein: Ich hab seine nackten Füße noch nie gesehen.
Liegt vielleicht daran, dass er allgemein sparsam damit ist, Haut zu zeigen. Meistens macht er nur vorne seine Hose auf.

Als ich seinen schwarzen, dünnen Pulli das erste Mal hochgeschoben habe, ist er fast ausgerastet.
Und hat drei Tage nicht mit mir gesprochen.

Suchend sehe ich mich um und brumme: „Hey, Geldsack...“

„Flohsack?“, erwidert er fragend und sieht mich an.

Für einen Augenblick ist alles ruhig und wir starren uns einfach nur an. Dann zucken seine Mundwinkel nach oben und ich muss auch grinsen.

Verdammter Kaiba! Gegen meinen Willen muss ich lachen, als er blindlings mit der rechten Hand nach dem Papierkorb fischt und ihn hochhält, dabei amüsiert fragt: „Suchst du das hier?“

„Boah! Du hast es die ganze Zeit gewusst?!“

Mit drei Schritten bin ich bei ihm und angle meinen verschollenen Turnschuh zwischen ein paar zerknüllten Zetteln heraus.
Doch bevor ich das vermaledeite Ding anziehen kann, hat Kaiba mich schon gegen den Schreibtisch gepresst und hält mein rechtes Handgelenk fest.

„Was machst du denn da?!“, knurre ich halb böse, halb belustigt. „Du musst zu deiner Besprechung. Nike? Plant ihr etwa einen blinkenden ’Duel-Schuh’ zu produzieren?“

„Sowas in der Art“, meint er und nähert sich meinem Gesicht.

Schnell drehe ich meinen Kopf zur Seite. Au Backe, er hat wieder Birnen gegessen. Ich kann’s genau riechen.
Darf ich kotzen? Gleich hier?

„Joseph!“

Ich fühle seine kühlen Fingerspitzen an meinem Kinn, als er mein Gesicht zu sich dreht. Vorsichtshalber schließe ich die Augen und presse meine Lippen fest aufeinander.
Aber es geschieht nichts und oh---!
Überrascht öffne ich die Augen, als er sein Bein zwischen meine Oberschenkel schiebt.
Was zum…?! Wir haben doch gerade.

„Du bist so ein Schwachkopf“, murmelt er, bevor er mich küsst und ich kann nicht anders, als da zu stehen, halb zu sitzen, an den Tisch gepresst zu werden, was-auch-immer, und mich zu fragen, was mit uns passiert ist.

Seine Lippen sind schmal, fordernd, meistens spröde und im Moment schmecken sie nach Birnen.
Ein, zwei Herzschläge gehen vorbei, dann fällt der Schuh dumpf zu Boden, meine Hände finden ihren Weg in seinen Nacken und ziehen Kaiba näher zu mir. Blöde Hände, macht nicht immer Sachen auf eigene Faust. (...das sollte jetzt keine Anspielung sein.)

Es dauert nicht lange und er zieht sich zurück.
Inklusive Pokerface.

Denn wir können uns nicht leiden.
Vorher nicht und auch jetzt nicht.

Denn dann würde alles ja nur halb so viel Spaß machen, oder?

~*~end~*~

Danke für's Lesen. Is wie gesagt schon... 4? 5? Jahre her, dass ich zuletzt YGO geschrieben habe. Aber da ich neulich mal wieder gute Fanfics dazu gelesen habe, bekam ich furchtbar doll Lust auch was zu schreiben ^^
(deleted comment)

Date: 2011-06-03 10:34 am (UTC)
From: [identity profile] kisara-kaiba22.livejournal.com
Awww good old Joey/Kaiba-stuff <3 Habs vermisst ~ <3
& hin&wieder muss ichs auch wieder lesen *_*

ergo: ich maaaaaaaaags <3

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