Challenge: Was Neues, was Altes, was Geliehenes und was Blaues.
Beschreibung: Im Kopf geht alles. Im Leben nicht. Das ist die Tragödie.
Pairing: zwei Menschen
Fandom: Original
Wörter: 430
Thema: Beziehung
In meinem Kopf heiraten wir gerade.
Du trägst deine echten blauen Augen und sonst gar nichts. Wie alles an dir unecht ist, außer deine Augen. Wie alles an dir auffallen will (die Haarfarbe, die Piercings, die Tattoos). Deine Augen gucken so nach unten, dabei musst du noch nicht mal was dafür tun, dass die auffallen.
Das ist in meinem Kopf.
In meinem Kopf hast du den absoluten Lachanfall. Wir lachen einfach zusammen. Du und ich. Das passt. Es wird immer passen. Jetzt ist es so weit. Mir fällt nicht ein, was wir brauchen könnten, um noch glücklicher zu sein.
So haben wir uns das beide vorgestellt. Etwas Blaues (deine Augen), etwas Altes (das Leben bis dahin), etwas Neues (das Leben ab dann), etwas Geborgtes (jaja, die Erde von den Kindern… Wir und Kinder – eine absurde Vorstellung, wir lachen), ein See. Keine Kleider. Keine Gäste. Kein Geld.
Ich wünschte, es wäre so. Es könnte so sein. Wenn ich nicht ich wäre. Und du nicht du.
Du glaubtest, ich bleibe so schlank, wie ich war, du glaubtest, wenn ich nur so richtig lerne, schaffe ich auch mal eine Prüfung. Bloß nicht zwischendurch wieder feiern gehen, dann klappt das schon. Ich glaubte, du machst mit all den komischen Dingen, die du in deinem Kopf so richtig gut kannst, was komplett Tolles. Ich glaubte, du schmeißt dein Studium nicht hin. Ich glaubte, du bekommst keine Kopfschmerzen. Ich glaubte, du räumst in unserer Wohnung auf. Du glaubtest, ich schreie nicht immer so rum, wenn ich wütend werde, ich werde überhaupt nur ausnahmsweise so schnell wütend und ich schlage auch ganz bestimmt nicht zu.
Wir haben aber auch jeden Scheiß geglaubt.
Wir waren wie Anhänger einer bekloppten Sekte, komplett überzeugt, alles die Wahrheit, niemand zweifelt, aber dann ist doch alles Schwachsinn.
Das Glauben verzeihe ich uns. Wir waren nicht älter als Zwanzig.
Wir wurden dreißig und dreiunddreißig und fünfunddreißig. Mal waren wir zusammen und mal nicht.
Jetzt willst du mir schon wieder verzeihen. Ich verstehe dich nicht. Ich habe einen Aschenbecher nach dir geworfen und hätte fast getroffen. Das ist meine Schuld, sage ich und sollte es meinen.
An dem Abend, an dem wir uns kennen gelernt haben, hast du mir erzählt, was du alles tun willst und ich hab dir erzählt, was ich alles tun will. Dass wir nichts davon geschafft haben und nichts davon schaffen werden, das verzeihe ich uns nie.
Ich glaub nicht mehr, aber ich will immer noch. Ich will genau die Szene wahr haben, die gerade in meinem Kopf ist.
In meinem Kopf heiratet ein anderes Ich gerade ein anderes Du.
Beschreibung: Im Kopf geht alles. Im Leben nicht. Das ist die Tragödie.
Pairing: zwei Menschen
Fandom: Original
Wörter: 430
Thema: Beziehung
In meinem Kopf heiraten wir gerade.
Du trägst deine echten blauen Augen und sonst gar nichts. Wie alles an dir unecht ist, außer deine Augen. Wie alles an dir auffallen will (die Haarfarbe, die Piercings, die Tattoos). Deine Augen gucken so nach unten, dabei musst du noch nicht mal was dafür tun, dass die auffallen.
Das ist in meinem Kopf.
In meinem Kopf hast du den absoluten Lachanfall. Wir lachen einfach zusammen. Du und ich. Das passt. Es wird immer passen. Jetzt ist es so weit. Mir fällt nicht ein, was wir brauchen könnten, um noch glücklicher zu sein.
So haben wir uns das beide vorgestellt. Etwas Blaues (deine Augen), etwas Altes (das Leben bis dahin), etwas Neues (das Leben ab dann), etwas Geborgtes (jaja, die Erde von den Kindern… Wir und Kinder – eine absurde Vorstellung, wir lachen), ein See. Keine Kleider. Keine Gäste. Kein Geld.
Ich wünschte, es wäre so. Es könnte so sein. Wenn ich nicht ich wäre. Und du nicht du.
Du glaubtest, ich bleibe so schlank, wie ich war, du glaubtest, wenn ich nur so richtig lerne, schaffe ich auch mal eine Prüfung. Bloß nicht zwischendurch wieder feiern gehen, dann klappt das schon. Ich glaubte, du machst mit all den komischen Dingen, die du in deinem Kopf so richtig gut kannst, was komplett Tolles. Ich glaubte, du schmeißt dein Studium nicht hin. Ich glaubte, du bekommst keine Kopfschmerzen. Ich glaubte, du räumst in unserer Wohnung auf. Du glaubtest, ich schreie nicht immer so rum, wenn ich wütend werde, ich werde überhaupt nur ausnahmsweise so schnell wütend und ich schlage auch ganz bestimmt nicht zu.
Wir haben aber auch jeden Scheiß geglaubt.
Wir waren wie Anhänger einer bekloppten Sekte, komplett überzeugt, alles die Wahrheit, niemand zweifelt, aber dann ist doch alles Schwachsinn.
Das Glauben verzeihe ich uns. Wir waren nicht älter als Zwanzig.
Wir wurden dreißig und dreiunddreißig und fünfunddreißig. Mal waren wir zusammen und mal nicht.
Jetzt willst du mir schon wieder verzeihen. Ich verstehe dich nicht. Ich habe einen Aschenbecher nach dir geworfen und hätte fast getroffen. Das ist meine Schuld, sage ich und sollte es meinen.
An dem Abend, an dem wir uns kennen gelernt haben, hast du mir erzählt, was du alles tun willst und ich hab dir erzählt, was ich alles tun will. Dass wir nichts davon geschafft haben und nichts davon schaffen werden, das verzeihe ich uns nie.
Ich glaub nicht mehr, aber ich will immer noch. Ich will genau die Szene wahr haben, die gerade in meinem Kopf ist.
In meinem Kopf heiratet ein anderes Ich gerade ein anderes Du.
no subject
Date: 2011-05-26 09:02 am (UTC)(Und leider oft eine traurige Wahrheit)
no subject
Date: 2011-06-06 11:34 am (UTC)