Dramatic DaiKeru ahead
May. 11th, 2011 11:59 pmFandom: Digimon 02
Personen: Takeru, Daisuke, Yamato
Wörter: 451
Challenge: mit folgenden Wörtern:
+ ein Regenschirm
+ ein Unfall
+ "Das hab ich dir doch gleich gesagt."
+ eine Notlüge
Warnung: Drama, angst
And the sun was wondering if it should stay away
For a day 'til the feeling went away
And the sky was falling on the clouds were dropping and
The rain forgot how to bring salvation
[Nelly Furtado]
Die Steuerung an Daisukes Rollstuhl sieht aus wie ein Joystick.
So etwas zu denken, würde Kôshiro besser stehen als ihm, denkt Takeru und seine Finger umklammern den schwarzen Griff des Regenschirms so fest, dass die Knöchel weiß werden.
Ein Joystick, um sich selbst zu steuern, durch ein Leben, welches niemand hat kommen sehen, welches Takeru sich für seinen Freund nicht einmal im Traum hätte vorstellen können.
Daisuke ist immer noch Daisuke. Trotzdem fühlt es sich an, als habe der Unfall zwei Drittel des Jungen mit sich genommen, in das Meer der Zeit und des Sinns verschwinden lassen, brausend und stürmend. Daisuke liest nicht mehr heimlich Pornoheftchen, weil er sie nicht mehr unter dem Bett verstecken kann. Er hat seinen Fußball dem Nachbarsjungen geschenkt, weil seine Beine nun nicht mehr sind als zwei unbewegliche, tote Stücke Fleisch. Er kann nicht mehr neben Takeru auf dem Schulklo das Pissoir nebenan nehmen und auf Fliegen zielen, weil ein Katheter in seiner Harnröhre steckt. Er riecht nach altem, kranken Mensch, ist blass wie ein Tuch und sein Lächeln ist dünn und stechend wie Nadeln.
Der Regen prasselt nieder und hüllt Takeru und den Regenschirm, an den er sich klammert wie an einen Anker auf hoher See, in umherwallenden Dunst. Die Feuchtigkeit durchnässt ihn bis auf die Knochen, lässt das Bild auf Daisuke in dem Joystick-Rollstuhl unter dem Verandadach verschwimmen.
„Ich“, macht Takeru und räuspert sich zweimal.
„Ich muss wieder los. Sorry...Prüfungsvorbereitungen und so.“
Daisuke nickt und er weiß. Natürlich tut er das. Er ist mit dem Hinterkopf aufgeschlagen an jenem Tag, aber er ist nicht dumm.
Takeru dreht sich um und rennt beinahe davon. Er fühlt sich schlecht, weil er vor Daisuke flüchtet, weil er – ausgerechnet er- nicht weiß, was er sagen soll, was er mit diesem so engen Freund reden soll (es war so viel einfacher, im Krankenhaus an seinem Bett zu stehen, seine Hand zu halten und dem regelmäßigen Piepen der Maschinen zuzuhören), weil er nichts dagegen tun kann, absolut gar nichts. Er fühlt sich schlecht, weil seine Beine noch funktionieren, weil er den Basketballclub des Schreibens wegen verlassen hat und Daisuke nie wieder einen Ball wird kicken können. Er wünscht sich die Zeiten zurück, in denen sie einander necken und beleidigen konnten. Ein richtiges Leben, ohne Joystick.
Yamato schaut ihn lange und ruhig an, als er sich pitschnass in dessen Auto zwängt (wo der Regenschirm verloren gegangen ist, ist Takeru unklar). Regen und Tränen, Scham und Schuldgefühle, Magenbrennen und Schluckauf vermischen sich mit dem Staccato der Millionen von Tropfen, die auf der Frontscheibe aufschlagen.
„Das hab ich dir doch gleich gesagt“, murmelt Yamato schließlich.
„Dass es noch zu früh ist, ihn zu besuchen.“
Er legt beruhigend die Arme um seinen schluchzenden Bruder.
Personen: Takeru, Daisuke, Yamato
Wörter: 451
Challenge: mit folgenden Wörtern:
+ ein Regenschirm
+ ein Unfall
+ "Das hab ich dir doch gleich gesagt."
+ eine Notlüge
Warnung: Drama, angst
And the sun was wondering if it should stay away
For a day 'til the feeling went away
And the sky was falling on the clouds were dropping and
The rain forgot how to bring salvation
[Nelly Furtado]
Die Steuerung an Daisukes Rollstuhl sieht aus wie ein Joystick.
So etwas zu denken, würde Kôshiro besser stehen als ihm, denkt Takeru und seine Finger umklammern den schwarzen Griff des Regenschirms so fest, dass die Knöchel weiß werden.
Ein Joystick, um sich selbst zu steuern, durch ein Leben, welches niemand hat kommen sehen, welches Takeru sich für seinen Freund nicht einmal im Traum hätte vorstellen können.
Daisuke ist immer noch Daisuke. Trotzdem fühlt es sich an, als habe der Unfall zwei Drittel des Jungen mit sich genommen, in das Meer der Zeit und des Sinns verschwinden lassen, brausend und stürmend. Daisuke liest nicht mehr heimlich Pornoheftchen, weil er sie nicht mehr unter dem Bett verstecken kann. Er hat seinen Fußball dem Nachbarsjungen geschenkt, weil seine Beine nun nicht mehr sind als zwei unbewegliche, tote Stücke Fleisch. Er kann nicht mehr neben Takeru auf dem Schulklo das Pissoir nebenan nehmen und auf Fliegen zielen, weil ein Katheter in seiner Harnröhre steckt. Er riecht nach altem, kranken Mensch, ist blass wie ein Tuch und sein Lächeln ist dünn und stechend wie Nadeln.
Der Regen prasselt nieder und hüllt Takeru und den Regenschirm, an den er sich klammert wie an einen Anker auf hoher See, in umherwallenden Dunst. Die Feuchtigkeit durchnässt ihn bis auf die Knochen, lässt das Bild auf Daisuke in dem Joystick-Rollstuhl unter dem Verandadach verschwimmen.
„Ich“, macht Takeru und räuspert sich zweimal.
„Ich muss wieder los. Sorry...Prüfungsvorbereitungen und so.“
Daisuke nickt und er weiß. Natürlich tut er das. Er ist mit dem Hinterkopf aufgeschlagen an jenem Tag, aber er ist nicht dumm.
Takeru dreht sich um und rennt beinahe davon. Er fühlt sich schlecht, weil er vor Daisuke flüchtet, weil er – ausgerechnet er- nicht weiß, was er sagen soll, was er mit diesem so engen Freund reden soll (es war so viel einfacher, im Krankenhaus an seinem Bett zu stehen, seine Hand zu halten und dem regelmäßigen Piepen der Maschinen zuzuhören), weil er nichts dagegen tun kann, absolut gar nichts. Er fühlt sich schlecht, weil seine Beine noch funktionieren, weil er den Basketballclub des Schreibens wegen verlassen hat und Daisuke nie wieder einen Ball wird kicken können. Er wünscht sich die Zeiten zurück, in denen sie einander necken und beleidigen konnten. Ein richtiges Leben, ohne Joystick.
Yamato schaut ihn lange und ruhig an, als er sich pitschnass in dessen Auto zwängt (wo der Regenschirm verloren gegangen ist, ist Takeru unklar). Regen und Tränen, Scham und Schuldgefühle, Magenbrennen und Schluckauf vermischen sich mit dem Staccato der Millionen von Tropfen, die auf der Frontscheibe aufschlagen.
„Das hab ich dir doch gleich gesagt“, murmelt Yamato schließlich.
„Dass es noch zu früh ist, ihn zu besuchen.“
Er legt beruhigend die Arme um seinen schluchzenden Bruder.
no subject
Date: 2011-05-12 08:41 pm (UTC)das is so hart...sticht einem direkt ins herz!
(trotzdem ist es schön geschrieben und einfach süß wie sehr takeru versucht trotzdem ein freund zu bleiben)
ich war schon sehr gespannt was zu der challenge kommt und war mehr als nur positiv überrascht!!!
<3 danke für was trauriges, das ich trotzdem irre gern gelesen hab!
no subject
Date: 2011-05-15 01:03 pm (UTC)Ja,viele hätten aus der Challenge womöglich was Lustiges gemacht. Aber ich bin nicht so gut im Lustigsein
xD
no subject
Date: 2011-05-26 02:36 pm (UTC)Wie konntest du das Daisuke nur antun? Und dem armen Takeru?
Und Yamato versucht sein Brüderchen zu trösten... ein großes yay dafür! (auch wenn er sich den Spruch hätte sparen können >D Aber Challenge ist Challenge)
Ich weiß nicht, ob ich auf mehr Digimon-Ffs von dir hoffen soll... die sind immer so traurig. ._. Ich liebe es aber trotzdem!