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[personal profile] luinaldawen posting in [community profile] 120_minuten
Challenge: Goldene Regel
Fandom: Original (Our Own World)
Charaktere: Markus, Natalie, Sabine, Jonas (meine Rollenspieler mit einem neuen Mitglied)
Wörter: 844


„Die goldene Regel beim Rollenspiel... Der Meister hat immer Recht.“
Sabine sah Markus skeptisch an. „Wissen wir. Und? Das bringt uns nicht aus der Situation raus.“
„Ihr seid einfach echt miese Würfler.“
„Kein Widerspruch von meiner Seite...“, murmelte Jonas und starrte unglücklich auf seine Würfel, wohl in der Hoffnung, sich die miesen Werte irgendwie schönreden zu können.
Natalie seufzte. „So viel also zu deinem neuen Schwert.“
„Ich fürchte es fast.“ Er sah Markus an, der sich mit einer Hand durch die ohnehin schon wilden Haare fuhr und schließlich murrte: „Könnt ihr nicht einmal etwas richtig machen? Langsam macht es keinen Spaß mehr, euch fertigzumachen.“
„Sadist“, meinte Natalie und drehte ihre Würfel in der Hand. „Meinst du, eine perfekte Probe könnte jetzt noch was retten?“
„Nee... aber...“ Er grinste. „Es hat gewisse Vorteile, wenn der Meister immer Recht hat.“
„So? Und die wären?“
„Ihr müsst jede noch so dämliche Lösung akzeptieren.“
„Du, wenn es uns da rausbringt, kann ich auch damit leben, wenn du uns allen Flügel wachsen lässt“, beeilte Natalie sich zu versichern.
„Ihr seid in einer Höhle.“
„War ja nur ein Vorschlag...“
„Und ich erinnere euch daran, dass Sarus euch gewarnt hat.“
„Sarus hat ja auch Raumangst und nicht Terinas verdammte Neugierde!“ Ein vorwurfsvoller Blick ging an Sabine, die abwehrend die Hände hob. „Ich hab euch nicht gesagt, dass ihr mir hinterherrennen müsst!“
Markus lachte. „Dann wärst du auch tot. Also sei froh, dass unser schlapper Haufen samt feigem Elfen dir hinterhergerannt ist.“
„Großartig. Du warst ja auch keine Hilfe.“ Natalies Augen funkelten gut gelaunt, auch wenn ihre Stimme spöttisch war. Gott, sie liebte ihre Gruppe.
„Hey, ich habe immerhin ein paar Schadenspunkte gemacht. Wenn... Sarus seine Angst überwunden hat.“
„Halleluja. Ijana wird später sein Händchen halten. Und was ist jetzt deine Lösung?“
„Ach, ihr lasst mich mal ausreden?“
„Du bist derjenige, der hier immer abschweift.“
Markus schwieg und Sabine grinste zufrieden. Dann räusperte er sich und sagte: „Okay... Taras Schwert landet mit Vollkaracho auf dem nächstbesten Felsen, weil du ganz dringend mal Zielwasser trinken solltest. Deine Waffe braucht das zum Glück nicht, denn als die Klinge absplittert – miese Arbeit, wirklich. Lass dich nächstes Mal nicht so übers Ohr hauen.“ Er räusperte sich und fuhr fort: „Äh... die Klinge geht kaputt und deine Arme fühlen sich von der Wucht des Schlages taub an, aber du verletzt dich nicht. Sei gefälligst dankbar. Das kann man von dem Troll dir gegenüber nicht gerade sagen, denn er guckt verdutzt dabei zu, wie du ihn verfehlst und rafft erst, dass die Klinge durch irgendeinen kosmischen Zufass seine Kehle erwischt und die ledrige Haut etwas aufschlitzt.“
„Etwas?!“, Jonas Stimme klang empört, aber Markus schnitt ihm das Wort ab. „Ijana wittert ihre Chance und... Natalie, eine Probe bitte. Möglichst gut, etwas solltet ihr ja auch alleine hinkriegen.“
Natalie schluckte eine spitze Bemerkung hinunter und konzentrierte sich lieber auf ihre Würfel, die nun über ihren vollgekritzelten Blick rollten. Als sie ruhig liegen blieben nickte Markus zufrieden. „Es geht doch. Ijana wirft eine Windklinge hinterher- in Todesangst kriegt selbst die schlappste Magierin sowas hin“, er duckte sich unter einem Würfel hinweg. Oder versuchte es wenigstens. „Autsch... zurück zur Windklinge. Die schlitzt dem Troll endgültig die Kehle auf. Eine ganze Menge Blut spritzt hervor und ihr nehmt die Beine in die Hand. Mehr oder weniger unverletzt schafft ihr es nach draußen und Sarus schaut euch triumphierend an. 'Ich habe es euch gesagt. Geht da nicht rein. Aber hört jemand auf mich? Nein.'“
Jonas leerte sein Bier und sagte: „Taras wirft ihm einen wütenden Blick zu. 'Klappe, Waldelf. Wir leben doch noch.' Und du hast Recht, Markus. Das war eine dämliche Lösung.“
„Es leben doch noch alle.“
„Aber etwas plump war das schon, oder?“ Natalie lachte.
„Vielleicht, aber ich musste improvisieren. Wann kommt endlich unsere Pizza?“
Jonas sah auf die Uhr. „Wann haben wir nochmal bestellt?“
„Vor einer halben Stunde. Also müsste sie jetzt kommen.“
„Hoffentlich...“, meinte Sabine und nahm einen Schluck aus ihrer Bierflasche. „Ich verhungere.“
„Ja, du bist schon ganz abgemagert“, spottete Natalie, „Hast du die halbe Chipspackung wieder ausgekotzt?“
„Das reicht doch nicht! Ich brauche eben viel Energie!“
„Ich beneide dich. Wirklich.“ Bedauernd strich Natalie über ihre kleinen Speckröllchen, die unter dem T-Shirt zum Glück gut versteckt waren.
„Frauen“, Jonas schüttelte den Kopf und stand auf und ging zum Kühlschrank. „Will jemand noch ein Bier?“
„Jo!“ Markus' Hand flog in die Höhe.
„Dann musst du wohl zum Rewe. Wir haben nur noch eine Flasche.“
„Fuck... Okay, du bist der Gast, du kriegst sie. Ich geh eben los, bevor die dichtmachen.“ Er stand auf und ging in den Flur, wo er sein Portmonee aus dem Rucksack kramte und einen Schein und ein paar Münzen heraussuchte. Die reichte er Natalie. „Wenn die Pizza kommt, zahl bitte für mich mit.“
„Alles klar.“

Date: 2011-04-26 09:24 pm (UTC)
From: [identity profile] exiles-diary.livejournal.com
Ach, ich mag die Gruppe auch XD
Die hat eine gute Dynamik ^^
Wie immer super geschrieben, witzig und spannend.

Und es war eine echt plumpe Lösung XP
*hug*

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