10 kleine Dinge
Apr. 19th, 2011 10:36 amZur Ausnahme trete ich mal als Zeichner an euch heran, der im Internet was Schönes gefunden hat: How To Steal Like An Artist (And 9 Other Things Nobody Told Me).
Der gute Verfasser, Austin Kleon, ist Künstler, der in erster Linie sich mit dem kreativen Wort beschäftigt, sich aber auch im visuellen Bereich mit einbringt. Worauf ich hinaus will: Seine 10 Goldenen Regel mögen im größten Unfang wahrscheinlich vielen bekannt sein. Ob nun aus Eigenerfahrung oder dem klugen Ratschlag 'älterer Künstler/Mentoren'. Ich für meinen Teil finde es aber immer wieder inspirierend, beruhigend und bestehtigend, es wiederzufinden, oder noch besser: Was Neues zu lernen. Und hierbei geht es nicht nur, um einen Arbeitsprozess zu optimieren, sondern um viele wichtigen Dinge, die einen Künstler betreffen (Ideenfindung, Stil, Experementieren, Umgebung, usw.).
Vllt regt es den einen oder anderen auch dazu an, darüber nachzudenken, was einem bisher geholfen hat, womit man sich definitiv auf die Nase gepackt hat oder was man noch alles ausprobieren kann. (Über einen Austausch darüber würde ich mich in den Kommentaren freuen - ich will von euch klauen. *g*)
Der gute Verfasser, Austin Kleon, ist Künstler, der in erster Linie sich mit dem kreativen Wort beschäftigt, sich aber auch im visuellen Bereich mit einbringt. Worauf ich hinaus will: Seine 10 Goldenen Regel mögen im größten Unfang wahrscheinlich vielen bekannt sein. Ob nun aus Eigenerfahrung oder dem klugen Ratschlag 'älterer Künstler/Mentoren'. Ich für meinen Teil finde es aber immer wieder inspirierend, beruhigend und bestehtigend, es wiederzufinden, oder noch besser: Was Neues zu lernen. Und hierbei geht es nicht nur, um einen Arbeitsprozess zu optimieren, sondern um viele wichtigen Dinge, die einen Künstler betreffen (Ideenfindung, Stil, Experementieren, Umgebung, usw.).
Vllt regt es den einen oder anderen auch dazu an, darüber nachzudenken, was einem bisher geholfen hat, womit man sich definitiv auf die Nase gepackt hat oder was man noch alles ausprobieren kann. (Über einen Austausch darüber würde ich mich in den Kommentaren freuen - ich will von euch klauen. *g*)
no subject
Date: 2011-04-19 08:43 am (UTC)Neben dem Logbuch und Kalender - oder, da kommt es auf den Kalender an - trage ich meist, wenn ich daran denke, ein kleines Heft mit einem Stift mit mir rum. Ich muss gestehen, dass ich es bisher selten getan habe, aber ich will es mir antrainieren, dass ich da immer meine Gedankenfetze in Stichworten oder Zitaten oder auch in einer Skizze festhalte (wobei ich ein seperates Mitschleppkrakelbüchlein habe - und alles, was ein Blatt ist :P). Ich bin so schrecklich vergesslich. D:' (Merkwürdigerweise hab ich es mir dafür angewöhnt, mir im Handy Notizen einzutippen - was länger dauert *grr* -, wenn mir tatsächlich was einfällt. Ich untergrabe mich selbst. O___o'')
Kann mir bitte jemand sagen, dass ich bisher nicht die einzige war, die sich immer, immer, immer schlecht fühlte - und es noch immer gerne manchmal tut - wenn sie sich dabei erwischt, wie sie 'abkupfert'. Nicht 1:1, aber verdammte Ähnlichkeiten auftauchen zu Dingen, die man gelesen, gesehen, gehört hat? D:' Ich fühle mich dann immer ganz räudig und unkreativ, weil ich trotzdem versuche mir einzureden, dass da viel mehr aus mir herauskommen müsste. Aber wenn ich darüber nachdenke: Ich hab nie was anderes gemacht, wenn ich gezeichnet habe - technisch. Nicht vom Motiv sprechend. Und ich bin stolz drauf, weil es dazu beitrug, dass mein Stil sich immer weiter entwickelt und ich trotzdem noch bereit bin, sogar es hinkriege, herumzuexperementieren, oder einen Krampf zu haben oder die eigene Note zu verlieren.
Ach, du dummes Originalgenie!
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Date: 2011-04-19 10:15 am (UTC)no subject
Date: 2011-04-19 10:47 am (UTC)no subject
Date: 2011-04-19 10:11 am (UTC)Wenn ich schon stehle, versuche ich von mir selbst zu stehlen. Und ich habe ständig das Gefühl, dass sich meine geschriebenen Küsse gleich anhören.
Handschriftliche Notizen sind Luxus. Ich finde auch, dass der Schreibfluss ein besserer ist, zumindest bei mir, doch inzwischen bin ich zu faul, das Handgeschriebene abzutippen. Aber ich habe ständig ein Notizbuch dabei, für den Fall, dass mir plötzlich und unerwartet etwas tolles einfällt. (Ist sogar schon ein paar Mal passiert, aber leider nicht so oft wie ich es gerne hätte)
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Date: 2011-04-19 10:49 am (UTC)Von mir selbst stehlen hab ich irgendwie noch nicht 'gefühlt'. Ich denke, das würde mein Gewissen um einiges erleichtern. XD
EIgentlich könnte man den Zwischenschritt zwischen handschriftlich Aufschreiben und später in den PC tippen als die ohnehin meist angewandte Überarbeitungs/Editing-Phase nehmen, ne? Zeitmanagmentaspekt? :'D
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Date: 2011-04-19 12:04 pm (UTC)Ich mochte Sylar sehr als er Zack war. Er hieß doch Zack, oder? Zane?
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Date: 2011-04-19 10:19 am (UTC)Für Notizen unterwegs habe ich meinen Ipod (ja, auch deswegen hab ich den gekauft xD), den schlepp ich eh immer mit und hab auch schon ein paar Tweets drauf.
Inwiefern jetzt ein Logbuch fürs Schreiben sinnvoll ist bei mir...Keine Ahnung.
Natürlich fühlt man sich schlecht wenn man klaut. Wir leben in einer Gesellschaft, welche Originalität hochhält. Keine Ahnung woran das liegt- Religion? Unseren Philosophen? Der Aufklärung? Wattweeßick- aber man ist einfach doof, wenn man Ideen anderer Leute klaut. Dabei ist es an sich ja richtig; wenn ich ein neues Haus bauen will, brauche ich Holz und Steine. Haben andere auch schon benutzt vor mir. Hm, scheiße, ist jetzt nicht mehr originell. Nehme ich Glas? Auf die Idee kamen die Architekten auch schon. Und wenn mein Haus genauso aussieht wie alle anderen, ist das auch abgekupfert. >.< Ich könnte mir ein Haus stricken, aber wohnen will ich darin nicht. XD
In Japan hat man viel Zeit damit zugebracht, die chinesischen Schriften des Konfuzianismus abzuschreiben und auswenig zu lernen. Man hat versucht zu malen wie Hokusai. Man hat versucht zu dichten wie Bashô. Wenn man da irgendwas Neues eingebaut hat- eine neue Metapher für den Frühling, die nicht Kirschblüte oder Nachtigall war- dann war man ein schlechter Künstler, oder gleich gar keiner. xD
Wie auch immer. Wahrscheinlich sollte man sich darauf konzentrieren einfach das zu machen, worauf man Lust hat ohne gleich ganze Werke, Storylines oder Motive zu klauen. Es gibt ja einen Unterschied zwischen klauen und plagieren. *hust*
Aber wie so oft denkt man dann wieder viel zu lange nach und hat sich die Idee ganz schnell zerdacht.
no subject
Date: 2011-04-19 10:44 am (UTC)Originalgenie kam Ende des 18./Anfang des 19. Jahrhunderts in unserem DUnstkreis auf. Die Entwicklung bis dahin ist jedoch eine Lange, denn im Mittelalter war das noch hip und toll, wenn man das gezeichnet hat, was jemande gezeichnet hat, der bekannt damit wurde. Man machte alles nach, weil das, was man nachmachte, als anerkannt awesome galt. Aber ok, es war auch eine Zeit, in der Künstler nicht wirklich sehr als Künstler, sondern mehr als handwerker (sprechend von den Bildenen Künsten) angesehen wurden. Und dann kam auch schon eigentlich neben den Ideen-Klau-Trend noch der Realitäts-Klau-Trend: Je realer do was erschaffen konntest, um so toller war es. Denn bekanntlich war Gott der coolste Künstler auf dem Markt seit einigen Ewigkeiten. Es war zudem eine Form Intellekt zu zeigen. Wenn du was wie der baust oder malst, dann kennst du ihn - du bist gebildet! Gerade in der Architektur sieht man es. Aber jeder wollte nicht 1:1 von Nachbar Y geklaut haben, deswegen schlichen sich da schon immer Innovationen und Variationen rein - oftmals einfach aus Unkenntnis! Ich erinner mich an einige Ornamentschnitzerein, die sollten eine Rocaille darstellen, aber das hätteste anhand von Künstlerhand nicht bei dieser Tischlerhand ums Verrecken erkannt. XD So wird auch Neues geschaffen. <3
Aber ja, Aufklärung muss geblamet werden. All das 'Denke doch selbst nach, du Horst!' ist wohl schuld an dem Dilemma. Dazu kommt die Kunstkrise des 19./20. Jahrhundert - Was ist Kunst? Was sollen wir noch darstellen? Und WIE? Ach, alles ein Katzenjammer. Und: Generation Leistungsdruck. Ich denke, das ist die Krönung heutzutage noch dazu. .____.
Warum starten wir nicht eine Revolution, eine neue Hippie-Welle. *le sigh*
no subject
Date: 2011-04-19 01:01 pm (UTC)no subject
Date: 2011-04-19 10:41 am (UTC)Und ja - ich fange auch mit Klauen an. *nick*
Bei mir entstehen Dinge ganz oft so: Ich gucke Zombieland. Ich denke - hey, du MUSST mal was mit Zombies machen. *abspeicher* Ich rede mit Maddle über lesbische Soaps und wieso ich mir mehr Action-Lesben wünsche. Ich denke - erfinde bei Gelegenheit mal Action-Lesben. Ich lese ein Buch mit einem Road Trip und zwei Brüdern von denen der eine den anderen vergessen hat - ich denke, omg Road Trip. Omg Amnesie! Und irgendwann wache ich auf und hab ne herrliche Idee mit Zombies und Actionlesben und Amnesie und Brüder!issues und Road Trip und bastel darauf was neues, ganz und gar wundervolles.
Und er hat so recht.
Man kann immer nur schreiben was man liebt.
no subject
Date: 2011-04-19 10:46 am (UTC)LIEBE <3
Ich muss mir echt einreden, dass wenn ich nur einen Aspekt irgendwo klaue, es nicht alles deswegen 'verdorben' ist - Gammelfleisch und Ideen von der Restetheke. u_U
no subject
Date: 2011-04-19 12:08 pm (UTC)Wie wärs mit lesbischen action-Zombies auf nem Roadtrip!? Und Amnesie wollte ich auch schon lange schreiben. Aber nicht diese Cliche!Amnesie, sondern viel cooler. *lol*
no subject
Date: 2011-04-19 01:00 pm (UTC)no subject
Date: 2011-04-19 12:11 pm (UTC)Dieser Ratschlag in einem Buch übers Schreiben hat mich mehrere Monate Kreativität gekostet, weil ich jung und naiv war und den Mist geglaubt hab. Bis mir auffiel, dass Sci-Fi so überhaupt nicht möglich war. Ab dem Moment hab ich das Buch in die hinterste Ecke meines Regals verbannt und nie wieder angerührt.
Und was die Originalität angeht, jaahaa ... damit hab ich so meine Probleme. Ich war erst einmal total demotiviert als jemand meinte, meine -- nennen wir es großzügig mal Romanidee würde ihn an "Rendevouz mit Joe Black" erinnern. Einen Film den ich nach gefühlten 2oo Stunden ausgestellt hab weil ich mich zu Tode (bad pun indeed) gelangweilt hab. *gulp* Aber ich behaupte einfach mal, Hermann und Tom sind zusammen viel cooler als Brad Pitt und Anthony Hopkins es jemals sein könnten und schreib trotzdem weiter.
no subject
Date: 2011-04-19 01:02 pm (UTC)Das ist einfach nur awesome, awesome, awesome, awesome, awesome, awesome, awesome, awesome, awesome, awesome, awesome, awesome, awesome, awesome, awesome, awesome, awesome, awesome!!!
no subject
Date: 2011-04-19 02:29 pm (UTC)Ich glaub, gerade das "Write what you like" ist unglaublich wichtig. Der Satz bezieht sich zwar auf's Schreiben, aber ich denke, für Zeichnen (und pretty much alles) kann man den auch anwenden - wenn man gezwungen wird, irgendwas zu machen, wird's selten so gut, wie wenn man das macht, was man mag.
Der Grund warum ich Kunst in 13.2 absolut gehasst (und gefailt) hab - nur blöde Themen, die ich nicht mochte.Wenn man etwas mag, kann man damit arbeiten; wenn nicht, dann nicht. Und ehrlich, wenn jeder nur über Dinge schreiben würde, die er kennt, dann gäb's viel mehr langweilige Bücher, weil die wenigsten Leute ein aufregendes Leben haben.
Aber ich bezweifle, dass z.B. ein Kalender immer hilft. Klar, man kann besser planen, aber oh Gott, ich persönlich würd verrückt werden, wenn ich meinen ganzen Tag durchgeplant hätte. Und wenn dann was Unvorhergesehenes passiert, hat man auch ein Problem. :v
Oh, und die direkte Verbindung zwischen dem achten Punkt ("Be nice.") und Kunst kann ich zwar nicht erkennen, aber nett sein schadet eigentlich ganz, ganz selten. Ehrlich, man freut sich fast immer, wenn man random angelächelt wird/jemanden anlächelt. Und wer derjenige schlechte Laune hat und grimmig guckt, dann hat man auch nichts verloren. Win-win-Situation!
Von daher: ein ♥ für diesen Post.
/rambling
no subject
Date: 2011-04-19 03:10 pm (UTC)Das mit dem Notizbuch mach ich auch, hab zwar noch keine Idee daraus verwendet, aber es ist ein gutes Gefühl, Satz- und Ideenfetzen einfach irgendwohin zu krakeln.
Und das stehlen von Künstlern is klasse ^^
Diese Angst, dass man nicht originell genug ist oder gar tatsächlich stiehlt wurde mir GSD schon sehr früh genommen. Lustigerweise aber von meinem Geschichtslehrer und nie von meinem Kunstlehrer.
Als wir zum ersten Mal eine Hausarbeit schreiben mussten, und wir fragten, wieviel eigene Ideen und neue Ansätze da rein müssten, meinte er nur:
"Freiherr von Leibniz war ein Genie. Aber keiner weiß, ob er von Netwon abgeschrieben oder inspiriert wurde. Als wir Europäer über den Buchdruck staunten, zuckten die Chinesen nur mit der Schulter und meinten "Haben wir schon!". Die erste Dampfmaschine wurde von den Römern erfunden. "Eigene Ideen" und "Neue Ansätze" gibt es nicht, also schreiben sie ab!"
Seitdem mach ich nichts anderes. Ich verbinde es auch mit dem "Mach nebenher was, was Spaß macht" und seinem Vorschlag "Klaue wie ein Künstler".
Die meisten meiner Ideen kommen eh aus Filmen oder Büchern, bei denen ich denke "Ich hätte ihn nicht sterben lassen, sondern sie!" Und dann spinne ich weiter und am Ende entsteht aus eine Titanic-FF eine eigenständige Story über einen alternden Piraten, der eine Finanzkrise auf dem Mars auslöst um seine Tochter von Krebs zu heilen.
Mann keine neuen Dinge erfinden, du kannst nur Dinge neu erfinden. Der Linke und der Rechte Schuh wurden auch erst im 19. Jh. erfunden - soll heißen, man hat es so gemacht, wie die Römer damals. ;-P
Insofern mach ich mir da keinen Kopf mehr. Es sind meine Ideen, meine Gedanken, meine Stories. Basta XD