Dead Angels
Apr. 12th, 2011 11:33 pmFandom: Original ("I once ruled the World")- Masas POV
Challenge: Ich weiß noch nicht mal deine Lieblingsfarbe
Warnung: sinnlos, pointless, Plot, was für´n Plot?, schlechte Metaphern- das Übliche
Kommentar: Nichts kommt raus wenn man versucht, einen Roman mit den beiden zu schreiben. Aber zwei-Seiten-Drabbles gehen, ja? Oh, meine Muse, was hab ich dir nur getan? >.<
Wörter: 807
Manchmal hängt nachts der Mond über uns schief. Vielleicht weil die Wolken nicht ganz parallel sind, weil sie geometrisch nicht so ganz korrekt sind in ihrer Wattigkeit und ihrem Wolkensein.
Manchmal wache ich mitten in der Nacht auf und frage mich, wo ich bin. Zuerst probiere ich es mit einer Illusion: Das hier ist nur ein Studio. Ich bin nur während einer Drehpause eingeschlafen. Gleich kommt jemand an mit einem Handtuch oder etwas zu Trinken.
Aber dann setze ich mich auf und da ist nur Dunkelheit und Gewissheit.
Und du, die du neben mir liegst und manchmal schnarchst.
Ich denke nicht zuviel darüber nach. Es ergäbe ohnehin keinen Sinn. Worüber unnötig nachdenken, was man nicht ändern kann?
Einen Schritt nach dem anderen. Darauf kommt es jetzt an.
„Da fragt man sich doch einmal mehr“, sagst du eines Nachmittags als wir im Schatten eines Schreines sitzen und Calpis in uns reinkippen als wär´s Alkohol,
„gibt es eigentlich einen Gott.“
Du guckst abwesend über deine Schulter und dein Blick aus den Augenwinkeln wirkt ertappt.
„Oder Götter. Oder Engel. Oder wasweißich.“
Es ist eine dieser großen philosophischen Sachen, die du dauernd von dir gibst und die ich nicht verstehen kann. Weil es, wie gesagt, keinen Sinn ergibt, zu lange über so etwas wie das Schicksal nachzudenken.
„Vielleicht sind alle Engel tot“, murmelst du und schüttelst umständlich an der Flasche herum.
„Können Engel sterben?“, entgegne ich verdutzt.
Da schaust du mich an.
„Keine Ahnung. Wahrscheinlich nicht.“
Du wischst dir ziemlich undamenhaft mit dem Handrücken Schweiß von der Oberlippe.
„Die sind alle untot.“
Ich nicke bedächtig;
„Zombie-Engel.“
Dann lachst du glucksend.
Manchmal steht die Sonne schief über unseren Köpfen und saugt mit ihren harten Strahlen das Leben aus allem um uns herum, das atmet oder photosynthetisiert.
Wenn ich doch mal über die ganze Sache nachdenke, ist es mitten am Tag, weil die Gedanken zwischen tausenden von Schritten und Gesprächspausen anfangen von selbst zu rasen.
Zum Beispiel über deine seltsame Schwermütigkeit.
Zum Beispiel warum du mir nie irgendetwas über dich erzählst, dafür aber dauernd buchstäblich über Gott und die Welt philosophierst als seist du ein Lexikon.
„Ich weiß ja gar nichts über dich“, werfe ich hin und wieder ein.
„Nichts über deine Familie, nichts über deine Hobbies oder warum du Japanisch gelernt hast. Ich kenn´ nicht mal deine Lieblingsfarbe.“
Jedesmal gibst du mir mehr oder weniger schroff eine Abfuhr;
„Das hat mit dem hier nichts zu tun.“
Jedesmal will ich irgendetwas Unfreundliches antworten.
Muss denn immer alles etwas damit zu tun haben? Geht man so bei euch mit Problemen um, indem man sich so lange damit beschwert bis man an Depressionen zugrunde geht?
Manchmal weht der Wind schräg über unsere Köpfe hinweg.
Gerade dann, wenn dir plötzlich mitten in der Bahn ein Licht aufgeht und du dich zu mir herüberbeugst, so nahe, dass dem alten Ehepaar auf der anderen Seite, das eh schon wegen deiner blonden Haare guckt, beinahe die Augen rausfallen.
„Ich hab´s! Tengu! Tengu sind Zombie-Engel.“
Ich warte bis wir an unserer Zielstation sind und als sich die Türen der Bahn hinter uns schließen, hole ich tief Luft.
„Tengu sind Tengu. Engel sind Engel. Ich weiß nicht, was du für ein Problem hast, aber vermisch nicht dauernd Dinge nur weil sie dir günstig daherkommen!“
Du starrst mich verblüfft an, mit spaltweit geöffneten Lippen und zusammengefurchten Augenbrauen, die sagen `Wieso widerspricht der mir plötzlich?!´.
„Deine Probleme sind deine Probleme. Meine Probleme sind meine. Alles andere hat mit dem hier nichts zu tun!“ Ich äffe sogar deinen Akzent nach. Wie auch nicht, ich habe seit Tagen niemand anderen reden hören. Wenn das so weitergeht, spreche ich selbst auch so komisch.
Einen Augenblick stehen wir da und gucken uns wütend an. Du tust so als wäre ich der erste Mensch, der dir je widersprochen hat und ich denke daran, dass Frauen überall auf der Welt womöglich gleich sind. Irgendwo ganz tief drinnen.
Dein Augenlid zuckt kurz. Dann verschränkst du die Arme.
„Blau.“
„Eh?“
„Blau ist meine Lieblingsfarbe. Ich bin 24 Jahre alt, kinderlos, nicht verheiratet und nicht geschieden, habe eine kleine Schwester und meine Hobbies sind Lesen, Musik hören, Bier trinken, Fotographie, Kino und Gitarre spielen.“
Du räusperst dich unwillig.
„So, nun zufrieden?“
Ich muss blinzeln und nicke.
„Das ist immerhin ein Anfang.“
„Prima, dann können wir ja weiter.“
In dieser Nacht kreisen die Sterne schräg über unseren Köpfen hinweg. Eine verdammt kalte Nacht wenn man unter freiem Himmel schläft und sich nicht traut, in die Scheune neben diesem Reisbauernhaus einzubrechen. Schlafen ist schwer wenn man sich vor Viehzeugs wie Schlangen, Spinnen und Kröten fürchtet, also wechselt man sich ab.
Kurz vor dem Einschlafen schließlich raschelt im Reisstroh nebenan etwas und wir schrecken beide auf.
„Ratten?“, murmele ich gedankenverloren.
„Nein“, wisperst du zurück.
„Zombie-Engel.“
Dann lachen wir und es rückt die Welt ein wenig zurecht.
Challenge: Ich weiß noch nicht mal deine Lieblingsfarbe
Warnung: sinnlos, pointless, Plot, was für´n Plot?, schlechte Metaphern- das Übliche
Kommentar: Nichts kommt raus wenn man versucht, einen Roman mit den beiden zu schreiben. Aber zwei-Seiten-Drabbles gehen, ja? Oh, meine Muse, was hab ich dir nur getan? >.<
Wörter: 807
Manchmal hängt nachts der Mond über uns schief. Vielleicht weil die Wolken nicht ganz parallel sind, weil sie geometrisch nicht so ganz korrekt sind in ihrer Wattigkeit und ihrem Wolkensein.
Manchmal wache ich mitten in der Nacht auf und frage mich, wo ich bin. Zuerst probiere ich es mit einer Illusion: Das hier ist nur ein Studio. Ich bin nur während einer Drehpause eingeschlafen. Gleich kommt jemand an mit einem Handtuch oder etwas zu Trinken.
Aber dann setze ich mich auf und da ist nur Dunkelheit und Gewissheit.
Und du, die du neben mir liegst und manchmal schnarchst.
Ich denke nicht zuviel darüber nach. Es ergäbe ohnehin keinen Sinn. Worüber unnötig nachdenken, was man nicht ändern kann?
Einen Schritt nach dem anderen. Darauf kommt es jetzt an.
„Da fragt man sich doch einmal mehr“, sagst du eines Nachmittags als wir im Schatten eines Schreines sitzen und Calpis in uns reinkippen als wär´s Alkohol,
„gibt es eigentlich einen Gott.“
Du guckst abwesend über deine Schulter und dein Blick aus den Augenwinkeln wirkt ertappt.
„Oder Götter. Oder Engel. Oder wasweißich.“
Es ist eine dieser großen philosophischen Sachen, die du dauernd von dir gibst und die ich nicht verstehen kann. Weil es, wie gesagt, keinen Sinn ergibt, zu lange über so etwas wie das Schicksal nachzudenken.
„Vielleicht sind alle Engel tot“, murmelst du und schüttelst umständlich an der Flasche herum.
„Können Engel sterben?“, entgegne ich verdutzt.
Da schaust du mich an.
„Keine Ahnung. Wahrscheinlich nicht.“
Du wischst dir ziemlich undamenhaft mit dem Handrücken Schweiß von der Oberlippe.
„Die sind alle untot.“
Ich nicke bedächtig;
„Zombie-Engel.“
Dann lachst du glucksend.
Manchmal steht die Sonne schief über unseren Köpfen und saugt mit ihren harten Strahlen das Leben aus allem um uns herum, das atmet oder photosynthetisiert.
Wenn ich doch mal über die ganze Sache nachdenke, ist es mitten am Tag, weil die Gedanken zwischen tausenden von Schritten und Gesprächspausen anfangen von selbst zu rasen.
Zum Beispiel über deine seltsame Schwermütigkeit.
Zum Beispiel warum du mir nie irgendetwas über dich erzählst, dafür aber dauernd buchstäblich über Gott und die Welt philosophierst als seist du ein Lexikon.
„Ich weiß ja gar nichts über dich“, werfe ich hin und wieder ein.
„Nichts über deine Familie, nichts über deine Hobbies oder warum du Japanisch gelernt hast. Ich kenn´ nicht mal deine Lieblingsfarbe.“
Jedesmal gibst du mir mehr oder weniger schroff eine Abfuhr;
„Das hat mit dem hier nichts zu tun.“
Jedesmal will ich irgendetwas Unfreundliches antworten.
Muss denn immer alles etwas damit zu tun haben? Geht man so bei euch mit Problemen um, indem man sich so lange damit beschwert bis man an Depressionen zugrunde geht?
Manchmal weht der Wind schräg über unsere Köpfe hinweg.
Gerade dann, wenn dir plötzlich mitten in der Bahn ein Licht aufgeht und du dich zu mir herüberbeugst, so nahe, dass dem alten Ehepaar auf der anderen Seite, das eh schon wegen deiner blonden Haare guckt, beinahe die Augen rausfallen.
„Ich hab´s! Tengu! Tengu sind Zombie-Engel.“
Ich warte bis wir an unserer Zielstation sind und als sich die Türen der Bahn hinter uns schließen, hole ich tief Luft.
„Tengu sind Tengu. Engel sind Engel. Ich weiß nicht, was du für ein Problem hast, aber vermisch nicht dauernd Dinge nur weil sie dir günstig daherkommen!“
Du starrst mich verblüfft an, mit spaltweit geöffneten Lippen und zusammengefurchten Augenbrauen, die sagen `Wieso widerspricht der mir plötzlich?!´.
„Deine Probleme sind deine Probleme. Meine Probleme sind meine. Alles andere hat mit dem hier nichts zu tun!“ Ich äffe sogar deinen Akzent nach. Wie auch nicht, ich habe seit Tagen niemand anderen reden hören. Wenn das so weitergeht, spreche ich selbst auch so komisch.
Einen Augenblick stehen wir da und gucken uns wütend an. Du tust so als wäre ich der erste Mensch, der dir je widersprochen hat und ich denke daran, dass Frauen überall auf der Welt womöglich gleich sind. Irgendwo ganz tief drinnen.
Dein Augenlid zuckt kurz. Dann verschränkst du die Arme.
„Blau.“
„Eh?“
„Blau ist meine Lieblingsfarbe. Ich bin 24 Jahre alt, kinderlos, nicht verheiratet und nicht geschieden, habe eine kleine Schwester und meine Hobbies sind Lesen, Musik hören, Bier trinken, Fotographie, Kino und Gitarre spielen.“
Du räusperst dich unwillig.
„So, nun zufrieden?“
Ich muss blinzeln und nicke.
„Das ist immerhin ein Anfang.“
„Prima, dann können wir ja weiter.“
In dieser Nacht kreisen die Sterne schräg über unseren Köpfen hinweg. Eine verdammt kalte Nacht wenn man unter freiem Himmel schläft und sich nicht traut, in die Scheune neben diesem Reisbauernhaus einzubrechen. Schlafen ist schwer wenn man sich vor Viehzeugs wie Schlangen, Spinnen und Kröten fürchtet, also wechselt man sich ab.
Kurz vor dem Einschlafen schließlich raschelt im Reisstroh nebenan etwas und wir schrecken beide auf.
„Ratten?“, murmele ich gedankenverloren.
„Nein“, wisperst du zurück.
„Zombie-Engel.“
Dann lachen wir und es rückt die Welt ein wenig zurecht.