Ratte zum Kaffee
Mar. 27th, 2011 07:20 pmTitel: Ratte zum Kaffee
Challenge: eine verschlossene Tür, ein vertauschtes Kleidungstück / ein Kleidungsstück, das nicht da ist wo es hingehört, eine unerwartete Begegnung, ein blauer Fleck
Fandom: Original (Our Own World)
Charaktere: Sabine, Markus, Natalie
Wörter: 914
„Markus?“ Sabine hämmerte gegen die Badezimmertür. Keine Antwort.
„MARKUS! WENN DU DA NICHT SOFORT RAUSKOMMST, GIBT ES TOTE!“
„Sag mal, musst du so brüllen?“ Natalie hatte ihre Tür halb geöffnet und sah mit verquollenen Augen hinaus.
„Ja, muss ich. Der Kerl ist schlimmer als jede Frau, ich schwörs dir! Ich muss aufs KLO, verdammt!“ Mit diesen Worten begann sie wieder gegen die Tür zu hämmern. Bis diese abrupt aufflog und Sabine landete mit einem erschrockenen Schrei auf dem Hosenboden.
„Spinnst du?“
„Das sagt die Richtige, wer brüllt hier das ganze Haus wach?“ Markus funkelte sie wütend an und versuchte auf einem Bein hüpfend etwas anzuziehen, was eindeutig keine Socke war. Sabine rieb sich fluchend ihren Ellenbogen, der ebenfalls unangenehme Bekanntschaft mit dem Boden gemacht hatte. Das würde bestimmt einen blauen Fleck geben. Ihre Haut musste man nur schief anschauen, dann wurde sie blau.
„Du weißt schon, dass das ein Handschuh ist, oder?“
Markus hielt inne und Natalie schloss grinsend wieder in ihre Tür, wohl um noch mal ins Bett zu gehen.
Einen kuriosen Moment glaubte Sabine, er würde das Gleichgewicht verlieren und umfallen, aber dann stützte Markus sich am Türrahmen ab und räusperte sich. „Beeil dich, ich muss arbeiten.“
„Jaja. Such dir lieber Socken.“
Er antwortete nicht, sondern stapfte durch den Flur zu seinem Zimmer, wo die Tür erstaunlich sanft ins Schloss fiel. Vermutlich um Natalie nicht nochmal zu stören.
Nett von ihm,
Wenige Minuten später fühlte sie sich sehr viel leichter – was so eine leere Blase alles ausmachen konnte – und verließ das Badezimmer wieder. Jetzt konnte Markus dort herumtrödeln wie er wollte. Der Tag konnte also beginnen.
Am besten mit einem schönen, frischen, heißem Kaffee.
Voller Vorfreude ging sie in die Küche und...
...schrie.
Entsetzt (und mit einer Spur Panik) starrte sie auf den Küchentisch und konnte sich nicht rühren. Wie... warum...
„Was ist los?“ „Könnt ihr auch mal keinen Krach machen, ist das zu viel verlangt? - Oh...“ Natalie schielte an Sabine vorbei auf die braun-weiße Ratte, die sie verwirrt aus schwarzen Knopfaugen ansah.
„Wegen einer Ratte machst du so einen Aufstand? Frauen...“ Kopfschüttelnd ging Markus ins Bad, während Natalie auf den Tisch zuschlich.
„Tut mir echt leid...“
„Jetzt sag bloß, das ist deine?“ Hatte Natalie irgendwie nicht verstanden, dass sie eine panische Angst vor Ratten hatte? Und vor Mäusen? Eigentlich hatte Sabine gedacht, dass das mehr als nur offensichtlich wäre.
„Nein... natürlich nicht. Du solltest sie ja auch gar nicht sehen!“
„Mach sie WEG!“
„Ich bin dabei, bleib ruhig.“
„JETZT!“
Die Ratte hatte sich entweder vor ihrer lauten Stimme erschreckt oder wollte sich nicht einfangen lassen. Warum auch immer, sie sprang vom Tisch auf einen der Stühle und war wenig später auf dem Boden. Mit einem erstickten Schrei stolperte Sabine zurück. Dieser Tag hatte etwas gegen sie, oder?
„Wenn ich wiederkommt ist das Vieh weg, klar?“, brachte sie hervor und floh in ihr Zimmer. Erst als die Tür zu war und die Ratte damit sicher ausgesperrt atmete sie durch. „Scheiße!“
Diese WG voller Wahnsinniger! Trieb sie noch an den Rand eines Nervenzusammenbruchs. Ihre Hand zitterte immer noch leicht, als sie ihren Kleiderschrank öffnete um nach frischen Klamotten zu suchen. Eigentlich ließ sie sich gerne Zeit mit dem Anziehen – zumindest wenn sie diese Zeit hatte – aber heute war wirklich ein Ausnahmetag. Da konnte man auch mit alten Gewohnheiten brechen. Und auf keinen Fall würde sie länger als nötig mit einer Ratte in derselben Wohnung sein!
„Ich hab sie wieder in ihren Käfig gesperrt!“, rief Natalie wenig später von draußen und mit einem gemurmelten: „Das will ich hoffen, sonst hole ich die Katze von Frau Mank!“
„Es tut mir wirklich Leid! Ich hab auch Kaffee gemacht!“
Das war ja auch das Mindeste. Aber sie sagte: „Schon gut... das Biest hat mir nur einen riesigen Schrecken eingejagt.“ Mit Natalie im Schlepptau ging sie durch die Küche auf den Balkon, wo sie erstmal eine Zigarette anzündete.
„Also? Wo kommt die Ratte her?“
„Sie gehört meinem Bruder. Aber er ist auf Klassenfahrt und Papa hat keine Zeit, sich um sie zu kümmern. Du weißt doch, wie beschäftigt er immer ist.“
„Und deine Mutter?“
„Die ist schlimmer als du, was Ratten angeht.“
„Und da musstest ausgerechnet du Rattensitter spielen?“
„Er ist mein Bruder!“
Das war ein Argument. „Wie lange ist das Vieh schon hier?“
„Drei Tage. Übermorgen ist sie schon wieder weg, ich schwöre!“
„Jaja. Wie ist sie in die Küche gekommen?“
„Ich... naja... ich muss wohl den Käfig nicht richtig zugemacht haben... und heute nacht bin ich kurz aufgestanden. Dabei muss sie ausgebüxt sein. Es tut mir wirklich leid!“ Natalies blauen Augen sahen sie so flehentlich an, dass Sabine kurz davor war, sie in den Arm zu nehmen, damit sie nicht einfach losheulte. Würde Natalie nicht zu den Frauen gehören, die ganz genau wussten, wie sie ihr Gegenüber rumbekamen.
„Ich hab dir doch schon gesagt, dass es gut ist.“ Die Zigarette war nur noch ein Stummel und ihr Puls hatte sich wieder beruhigt. Gut.
„Ich brauch nen Kaffee. Auch einen?“
„Keine schlechte Idee. Schlafen kann ich jetzt eh nicht mehr.“
„Geh dich anziehen, ich übernehme das. Meinst du, Markus hat auch noch Zeit für Kaffee?“
„Er ernährt sich morgens doch eh nur davon. Mach am besten ne ganze Kanne, die kriegen wir wohl leer.“
Challenge: eine verschlossene Tür, ein vertauschtes Kleidungstück / ein Kleidungsstück, das nicht da ist wo es hingehört, eine unerwartete Begegnung, ein blauer Fleck
Fandom: Original (Our Own World)
Charaktere: Sabine, Markus, Natalie
Wörter: 914
„Markus?“ Sabine hämmerte gegen die Badezimmertür. Keine Antwort.
„MARKUS! WENN DU DA NICHT SOFORT RAUSKOMMST, GIBT ES TOTE!“
„Sag mal, musst du so brüllen?“ Natalie hatte ihre Tür halb geöffnet und sah mit verquollenen Augen hinaus.
„Ja, muss ich. Der Kerl ist schlimmer als jede Frau, ich schwörs dir! Ich muss aufs KLO, verdammt!“ Mit diesen Worten begann sie wieder gegen die Tür zu hämmern. Bis diese abrupt aufflog und Sabine landete mit einem erschrockenen Schrei auf dem Hosenboden.
„Spinnst du?“
„Das sagt die Richtige, wer brüllt hier das ganze Haus wach?“ Markus funkelte sie wütend an und versuchte auf einem Bein hüpfend etwas anzuziehen, was eindeutig keine Socke war. Sabine rieb sich fluchend ihren Ellenbogen, der ebenfalls unangenehme Bekanntschaft mit dem Boden gemacht hatte. Das würde bestimmt einen blauen Fleck geben. Ihre Haut musste man nur schief anschauen, dann wurde sie blau.
„Du weißt schon, dass das ein Handschuh ist, oder?“
Markus hielt inne und Natalie schloss grinsend wieder in ihre Tür, wohl um noch mal ins Bett zu gehen.
Einen kuriosen Moment glaubte Sabine, er würde das Gleichgewicht verlieren und umfallen, aber dann stützte Markus sich am Türrahmen ab und räusperte sich. „Beeil dich, ich muss arbeiten.“
„Jaja. Such dir lieber Socken.“
Er antwortete nicht, sondern stapfte durch den Flur zu seinem Zimmer, wo die Tür erstaunlich sanft ins Schloss fiel. Vermutlich um Natalie nicht nochmal zu stören.
Nett von ihm,
Wenige Minuten später fühlte sie sich sehr viel leichter – was so eine leere Blase alles ausmachen konnte – und verließ das Badezimmer wieder. Jetzt konnte Markus dort herumtrödeln wie er wollte. Der Tag konnte also beginnen.
Am besten mit einem schönen, frischen, heißem Kaffee.
Voller Vorfreude ging sie in die Küche und...
...schrie.
Entsetzt (und mit einer Spur Panik) starrte sie auf den Küchentisch und konnte sich nicht rühren. Wie... warum...
„Was ist los?“ „Könnt ihr auch mal keinen Krach machen, ist das zu viel verlangt? - Oh...“ Natalie schielte an Sabine vorbei auf die braun-weiße Ratte, die sie verwirrt aus schwarzen Knopfaugen ansah.
„Wegen einer Ratte machst du so einen Aufstand? Frauen...“ Kopfschüttelnd ging Markus ins Bad, während Natalie auf den Tisch zuschlich.
„Tut mir echt leid...“
„Jetzt sag bloß, das ist deine?“ Hatte Natalie irgendwie nicht verstanden, dass sie eine panische Angst vor Ratten hatte? Und vor Mäusen? Eigentlich hatte Sabine gedacht, dass das mehr als nur offensichtlich wäre.
„Nein... natürlich nicht. Du solltest sie ja auch gar nicht sehen!“
„Mach sie WEG!“
„Ich bin dabei, bleib ruhig.“
„JETZT!“
Die Ratte hatte sich entweder vor ihrer lauten Stimme erschreckt oder wollte sich nicht einfangen lassen. Warum auch immer, sie sprang vom Tisch auf einen der Stühle und war wenig später auf dem Boden. Mit einem erstickten Schrei stolperte Sabine zurück. Dieser Tag hatte etwas gegen sie, oder?
„Wenn ich wiederkommt ist das Vieh weg, klar?“, brachte sie hervor und floh in ihr Zimmer. Erst als die Tür zu war und die Ratte damit sicher ausgesperrt atmete sie durch. „Scheiße!“
Diese WG voller Wahnsinniger! Trieb sie noch an den Rand eines Nervenzusammenbruchs. Ihre Hand zitterte immer noch leicht, als sie ihren Kleiderschrank öffnete um nach frischen Klamotten zu suchen. Eigentlich ließ sie sich gerne Zeit mit dem Anziehen – zumindest wenn sie diese Zeit hatte – aber heute war wirklich ein Ausnahmetag. Da konnte man auch mit alten Gewohnheiten brechen. Und auf keinen Fall würde sie länger als nötig mit einer Ratte in derselben Wohnung sein!
„Ich hab sie wieder in ihren Käfig gesperrt!“, rief Natalie wenig später von draußen und mit einem gemurmelten: „Das will ich hoffen, sonst hole ich die Katze von Frau Mank!“
„Es tut mir wirklich Leid! Ich hab auch Kaffee gemacht!“
Das war ja auch das Mindeste. Aber sie sagte: „Schon gut... das Biest hat mir nur einen riesigen Schrecken eingejagt.“ Mit Natalie im Schlepptau ging sie durch die Küche auf den Balkon, wo sie erstmal eine Zigarette anzündete.
„Also? Wo kommt die Ratte her?“
„Sie gehört meinem Bruder. Aber er ist auf Klassenfahrt und Papa hat keine Zeit, sich um sie zu kümmern. Du weißt doch, wie beschäftigt er immer ist.“
„Und deine Mutter?“
„Die ist schlimmer als du, was Ratten angeht.“
„Und da musstest ausgerechnet du Rattensitter spielen?“
„Er ist mein Bruder!“
Das war ein Argument. „Wie lange ist das Vieh schon hier?“
„Drei Tage. Übermorgen ist sie schon wieder weg, ich schwöre!“
„Jaja. Wie ist sie in die Küche gekommen?“
„Ich... naja... ich muss wohl den Käfig nicht richtig zugemacht haben... und heute nacht bin ich kurz aufgestanden. Dabei muss sie ausgebüxt sein. Es tut mir wirklich leid!“ Natalies blauen Augen sahen sie so flehentlich an, dass Sabine kurz davor war, sie in den Arm zu nehmen, damit sie nicht einfach losheulte. Würde Natalie nicht zu den Frauen gehören, die ganz genau wussten, wie sie ihr Gegenüber rumbekamen.
„Ich hab dir doch schon gesagt, dass es gut ist.“ Die Zigarette war nur noch ein Stummel und ihr Puls hatte sich wieder beruhigt. Gut.
„Ich brauch nen Kaffee. Auch einen?“
„Keine schlechte Idee. Schlafen kann ich jetzt eh nicht mehr.“
„Geh dich anziehen, ich übernehme das. Meinst du, Markus hat auch noch Zeit für Kaffee?“
„Er ernährt sich morgens doch eh nur davon. Mach am besten ne ganze Kanne, die kriegen wir wohl leer.“
no subject
Date: 2011-03-27 06:40 pm (UTC)no subject
Date: 2011-03-27 06:47 pm (UTC)Wie es im Moment aussieht wird sich meine Nano-Geschichte wohl um die drei drehen, ich habe sooo viele Ideen. x_X
no subject
Date: 2011-03-27 10:33 pm (UTC)no subject
Date: 2011-03-28 08:29 am (UTC)no subject
Date: 2011-03-28 09:45 am (UTC)no subject
Date: 2011-03-28 09:47 am (UTC)no subject
Date: 2011-03-28 02:41 pm (UTC)Schnipsel kommen auf jeden Fall eine ganze Menge. XD Ich liebe die drei einfach.