(no subject)
Mar. 27th, 2011 03:08 pmFandom: Original ("I once ruled the world")
Challenge: Schreibe eine Fic (Fanfic oder Original) in maximal 1000 Wörter, die folgende vier Dinge enthält:
1. eine verschlossene Tür
2. ein vertauschtes Kleidungstück / ein Kleidungsstück, das nicht da ist wo es hingehört
3. eine unerwartete Begegnung
4. ein blauer Fleck
Wörter: 993 (knapp, ganz knapp)
Personen: Solveigh, Masa und seine Familie
Summary: Zwei Leute auf der Flucht kommen endlich ans Ziel.
Anmerkung: Oh Gott, ich bin so aus der Übung. Falls irgendwer meinen Schreibstil findet, bitte hier abgeben!
Die Dämmerung hatte vor etwa zwanzig Minuten eingesetzt. Nicht, dass sie diesen Zeitpunkt beschwören würde. Aber in ihrem Kopf hatte sich vor ein paar Tagen so etwas wie ein Tagebuchmodul herausgebildet, etwa wie das Logbuch eines Kapitäns auf See, in welchem sie in knappen Gedankenellipsen zusammenfasste, was geschah, was sie sah, was sie fühlte und was sie meinte, dass Masa fühlte. In Wirklichkeit hatte sie mit einem Logbuch nie mehr zu tun gehabt als durch die Lektüre von Abenteuerromanen. Dementsprechend dilettantisch mutete ihr Gehirnlogbuch an.
Ca. 18 Uhr: Ankunft am Einfamilienhaus von Masa. Hintereingang. Gegend ruhig und unauffällig notierte sie sich dort als sie sich prüfend umsah und dem hastigen Klimpern auf der Suche nach dem richtigen Hausschlüssel in seiner Hosentasche lauschte.
Er sortierte mit vor Aufregung bebenden Händen die Schlüssel, schien in der Dunkelheit endlich den richtigen zu finden und fingerte ihn ins Schloss. Es klickte. Und klickte. Und nichts tat sich.
„Wieso nur...?“ , murmelte er irritiert und rüttelte am Schloss.
„Er geht nicht richtig rein.“
Sie beugte sich über seine Schulter und betrachtete wie er immer versuchte, den Schlüssel in die in der einkehrenden Finsternis unsichtbare Öffnung zu stoßen.
18:01 Uhr: Erkenntnis: Das Schloss wurde ausgewechselt.
„Das nutzt nichts“, flüsterte sie und schaute sich erneut nervös um.
„Du solltest klopfen.“
Er begann mehrfach die Klinke zu drücken- so eine dieser vielen unsinnigen Handlungen, zu denen sich verwirrte Menschen hinreißen lassen- schließlich fluchte er irgendetwas, das sie nicht verstand und trat, mehr verzweifelt als wütend, gegen die Tür.
Von drinnen waren Schritte zu hören, eine aufgeregte, weibliche Stimme, deren Worte Solveigh durch die Barriere nicht verstehen konnte.
„Ich bin´s!“ rief Masa leise.
„Kein Einbrecher!“
Dann ging im Fenster neben der Hintertür das Licht an, ein ängstliches Gesicht erschien im Halbschatten, verschwand wieder und endlich wurde aufgemacht.
„Was machst du denn hier?“, rief die Frau überwältigt und während Solveigh darüber nachdachte, wie man angesichts der Gefahr, in welcher der eigene Sohn derzeit schwebte, so etwas fragen konnte, wurde Masa in eine hektische Umarmung gezogen.
„Tut mir Leid, dass ihr euch Sorgen gemacht habt“, murmelte Masa während seine Mutter ihm so oft über die Haare fuhr, dass sie ihm elektrisch aufgeladen zu Berge standen.
„Es war etwas schwer, herzukommen.“
Untertreibung des Jahres, dachte Solveigh. Eine Schlägerei in Shibuya, während der sie ihr Tränengas verloren hatte, zwei halbe Überfälle, getarntes Bahnfahren und eine scheinbar endlos lange Wanderung durch Bergwälder hätte sie anders betitelt. Sie hoffte inständig, sich hier eine Dusche gönnen zu dürfen. Mit einem Mal begannen Müdigkeit und Erschöpfung wie bleierne Gewichte auf ihre Schultern zu sinken. Ihre Reise war hier wahrscheinlich vorerst zuende und ganz langsam tauchte die Frage, was sie jetzt machen sollte, an die Oberfläche ihres Bewusstseins.
Sie trat hinter Masa ins Haus und schob hinter sich die Tür zu.
Vor ihr tat sich ein gemütliches Wohnzimmer mit einer fliederfarbenen Couch, kitschigen Häkeldeckchen, einem Flachbildfernseher und mehreren Bücherregalen auf. Aus dem Flur kamen ein Junge und ein Mann mittleren Alters (wer wenn nicht Masas Vater?) gestürzt.
„Du hier?“, rief letzterer entgeistert und Solveigh war sich mittlerweile nicht mehr ganz sicher, ob die Familie wirklich gehofft hatte, ihren Sohn hier wiederzusehen.
„Was machst du hier? Und warum hast du das an?“
Masa schaute kurz verwirrt an sich herab ehe er sich zu erinnern schien, dass er noch in dem weißen Sweatshirt des Mannes steckte, welcher vorgestern versucht hatte, ihm mit einer Eisenstange den Schädel zu zertrümmern.
„Ach das...Tarnung.“
„Erregt man damit nicht unnötig viel Aufmerksamkeit? Hat dich irgendjemand gesehen?“
„Nein, ich denke nicht...“
Masa sah aus als würde er jeden Augenblick auf dem flauschigen Teppich, auf dem er jetzt stand auf die Knie fallen und einschlafen wollen.
„Ich dachte, du bist im Ausland“, mischte sich der Junge, offensichtlich sein Bruder, plötzlich ein. Das war der Augenblick, in dem Solveigh sehen konnte wie die Haltung der Eltern mit einem Mal steifer wurde.
Masa blinzelte irritiert.
„Im Ausland?“
„Papa hat gesagt, du bist weggegangen. Nach Amerika oder so. Oder war es Europa?“
Der Junge kratzte sich angestrengt am Kopf.
„Oder bist du schon zurück? Ist das eine Amerikanerin?“
Solveigh fühlte sich etwas erleichtert, dass überhaupt irgendjemand aus dieser Familie sie wahrzunehmen schien. Nicht dass sie nach Aufmerksamkeit heischte, sie hatte sich nur plötzlich sehr unsichtbar gefühlt.
Masa presste ratlos die Lippen aufeinander als er sich an seinen Vater wendete.
„Wieso sagst du sowas?“
„Wir hatten es gehofft“, antwortete seine Mutter schnell und hob beschwichtigend die Arme. Erst da bemerkte Solveigh die vier blauen Flecken am Oberarm der Frau, fingerkuppengroß und in gleichmäßigen Abständen nebeneinander gereiht.
„Dass die Agentur dich rausbringen würde... Immerhin hast du nie angerufen.“
„Mein Handy ist verlorengegangen. Aber angerufen habe ich“, erwiderte Masa und klang als müsse er sich verteidigen.
„Mit ihrem Handy“, er zeigte auf Solveigh, „aber ihr seid nie rangegangen.“
„Nun ja, wir kannten die Nummer nicht...“
Die Frau lächelte Solveigh hilflos höflich an.
Fünf Minuten später ließ Solveigh sich erschöpft neben Masa auf dem Teppich niedersinken.
Mit den Klamotten, in denen sie auf dem Waldboden übernachtet hatte, traute sie sich nicht auf die Couch. Zudem war der Teppich wirklich sehr flauschig.
Der Junge war ins Bett geschickt worden, die Mutter werkelte in der Küche an Tee und Abendessen herum. Der Vater war irgendwo im Haus verschwunden und man konnte ihn rumoren und überall die Rolläden herunterlassen hören.
Masa lehnte an der Couch und hatte den Kopf müde auf der Sitzfläche abgelegt.
„Ich kann nicht bleiben“, flüsterte er.
Es war der Satz, der seit den letzten Minuten in der Luft gehangen und sich nur in irgendjemandes Mund hatte verfangen müssen.
„Irgendjemand hat meine Mutter grob angefasst. Mein Vater macht sonst selten alle Vorhänge zu. Alle Familienfotos, auf denen ich abgebildet bin, sind aus diesem Zimmer verschwunden. Mein Bruder wurde angelogen.“
Solveigh nickte. Und all die Verzweiflung, die sie sich in den letzten Minuten versucht hatte, abzustreifen, kehrte zurück.
18:10 Uhr: Zu gefährlich, hierzubleiben. Sie waren bereits hier und haben ihn gesucht. Planmäßige Abreise morgen früh.
Challenge: Schreibe eine Fic (Fanfic oder Original) in maximal 1000 Wörter, die folgende vier Dinge enthält:
1. eine verschlossene Tür
2. ein vertauschtes Kleidungstück / ein Kleidungsstück, das nicht da ist wo es hingehört
3. eine unerwartete Begegnung
4. ein blauer Fleck
Wörter: 993 (knapp, ganz knapp)
Personen: Solveigh, Masa und seine Familie
Summary: Zwei Leute auf der Flucht kommen endlich ans Ziel.
Anmerkung: Oh Gott, ich bin so aus der Übung. Falls irgendwer meinen Schreibstil findet, bitte hier abgeben!
Die Dämmerung hatte vor etwa zwanzig Minuten eingesetzt. Nicht, dass sie diesen Zeitpunkt beschwören würde. Aber in ihrem Kopf hatte sich vor ein paar Tagen so etwas wie ein Tagebuchmodul herausgebildet, etwa wie das Logbuch eines Kapitäns auf See, in welchem sie in knappen Gedankenellipsen zusammenfasste, was geschah, was sie sah, was sie fühlte und was sie meinte, dass Masa fühlte. In Wirklichkeit hatte sie mit einem Logbuch nie mehr zu tun gehabt als durch die Lektüre von Abenteuerromanen. Dementsprechend dilettantisch mutete ihr Gehirnlogbuch an.
Ca. 18 Uhr: Ankunft am Einfamilienhaus von Masa. Hintereingang. Gegend ruhig und unauffällig notierte sie sich dort als sie sich prüfend umsah und dem hastigen Klimpern auf der Suche nach dem richtigen Hausschlüssel in seiner Hosentasche lauschte.
Er sortierte mit vor Aufregung bebenden Händen die Schlüssel, schien in der Dunkelheit endlich den richtigen zu finden und fingerte ihn ins Schloss. Es klickte. Und klickte. Und nichts tat sich.
„Wieso nur...?“ , murmelte er irritiert und rüttelte am Schloss.
„Er geht nicht richtig rein.“
Sie beugte sich über seine Schulter und betrachtete wie er immer versuchte, den Schlüssel in die in der einkehrenden Finsternis unsichtbare Öffnung zu stoßen.
18:01 Uhr: Erkenntnis: Das Schloss wurde ausgewechselt.
„Das nutzt nichts“, flüsterte sie und schaute sich erneut nervös um.
„Du solltest klopfen.“
Er begann mehrfach die Klinke zu drücken- so eine dieser vielen unsinnigen Handlungen, zu denen sich verwirrte Menschen hinreißen lassen- schließlich fluchte er irgendetwas, das sie nicht verstand und trat, mehr verzweifelt als wütend, gegen die Tür.
Von drinnen waren Schritte zu hören, eine aufgeregte, weibliche Stimme, deren Worte Solveigh durch die Barriere nicht verstehen konnte.
„Ich bin´s!“ rief Masa leise.
„Kein Einbrecher!“
Dann ging im Fenster neben der Hintertür das Licht an, ein ängstliches Gesicht erschien im Halbschatten, verschwand wieder und endlich wurde aufgemacht.
„Was machst du denn hier?“, rief die Frau überwältigt und während Solveigh darüber nachdachte, wie man angesichts der Gefahr, in welcher der eigene Sohn derzeit schwebte, so etwas fragen konnte, wurde Masa in eine hektische Umarmung gezogen.
„Tut mir Leid, dass ihr euch Sorgen gemacht habt“, murmelte Masa während seine Mutter ihm so oft über die Haare fuhr, dass sie ihm elektrisch aufgeladen zu Berge standen.
„Es war etwas schwer, herzukommen.“
Untertreibung des Jahres, dachte Solveigh. Eine Schlägerei in Shibuya, während der sie ihr Tränengas verloren hatte, zwei halbe Überfälle, getarntes Bahnfahren und eine scheinbar endlos lange Wanderung durch Bergwälder hätte sie anders betitelt. Sie hoffte inständig, sich hier eine Dusche gönnen zu dürfen. Mit einem Mal begannen Müdigkeit und Erschöpfung wie bleierne Gewichte auf ihre Schultern zu sinken. Ihre Reise war hier wahrscheinlich vorerst zuende und ganz langsam tauchte die Frage, was sie jetzt machen sollte, an die Oberfläche ihres Bewusstseins.
Sie trat hinter Masa ins Haus und schob hinter sich die Tür zu.
Vor ihr tat sich ein gemütliches Wohnzimmer mit einer fliederfarbenen Couch, kitschigen Häkeldeckchen, einem Flachbildfernseher und mehreren Bücherregalen auf. Aus dem Flur kamen ein Junge und ein Mann mittleren Alters (wer wenn nicht Masas Vater?) gestürzt.
„Du hier?“, rief letzterer entgeistert und Solveigh war sich mittlerweile nicht mehr ganz sicher, ob die Familie wirklich gehofft hatte, ihren Sohn hier wiederzusehen.
„Was machst du hier? Und warum hast du das an?“
Masa schaute kurz verwirrt an sich herab ehe er sich zu erinnern schien, dass er noch in dem weißen Sweatshirt des Mannes steckte, welcher vorgestern versucht hatte, ihm mit einer Eisenstange den Schädel zu zertrümmern.
„Ach das...Tarnung.“
„Erregt man damit nicht unnötig viel Aufmerksamkeit? Hat dich irgendjemand gesehen?“
„Nein, ich denke nicht...“
Masa sah aus als würde er jeden Augenblick auf dem flauschigen Teppich, auf dem er jetzt stand auf die Knie fallen und einschlafen wollen.
„Ich dachte, du bist im Ausland“, mischte sich der Junge, offensichtlich sein Bruder, plötzlich ein. Das war der Augenblick, in dem Solveigh sehen konnte wie die Haltung der Eltern mit einem Mal steifer wurde.
Masa blinzelte irritiert.
„Im Ausland?“
„Papa hat gesagt, du bist weggegangen. Nach Amerika oder so. Oder war es Europa?“
Der Junge kratzte sich angestrengt am Kopf.
„Oder bist du schon zurück? Ist das eine Amerikanerin?“
Solveigh fühlte sich etwas erleichtert, dass überhaupt irgendjemand aus dieser Familie sie wahrzunehmen schien. Nicht dass sie nach Aufmerksamkeit heischte, sie hatte sich nur plötzlich sehr unsichtbar gefühlt.
Masa presste ratlos die Lippen aufeinander als er sich an seinen Vater wendete.
„Wieso sagst du sowas?“
„Wir hatten es gehofft“, antwortete seine Mutter schnell und hob beschwichtigend die Arme. Erst da bemerkte Solveigh die vier blauen Flecken am Oberarm der Frau, fingerkuppengroß und in gleichmäßigen Abständen nebeneinander gereiht.
„Dass die Agentur dich rausbringen würde... Immerhin hast du nie angerufen.“
„Mein Handy ist verlorengegangen. Aber angerufen habe ich“, erwiderte Masa und klang als müsse er sich verteidigen.
„Mit ihrem Handy“, er zeigte auf Solveigh, „aber ihr seid nie rangegangen.“
„Nun ja, wir kannten die Nummer nicht...“
Die Frau lächelte Solveigh hilflos höflich an.
Fünf Minuten später ließ Solveigh sich erschöpft neben Masa auf dem Teppich niedersinken.
Mit den Klamotten, in denen sie auf dem Waldboden übernachtet hatte, traute sie sich nicht auf die Couch. Zudem war der Teppich wirklich sehr flauschig.
Der Junge war ins Bett geschickt worden, die Mutter werkelte in der Küche an Tee und Abendessen herum. Der Vater war irgendwo im Haus verschwunden und man konnte ihn rumoren und überall die Rolläden herunterlassen hören.
Masa lehnte an der Couch und hatte den Kopf müde auf der Sitzfläche abgelegt.
„Ich kann nicht bleiben“, flüsterte er.
Es war der Satz, der seit den letzten Minuten in der Luft gehangen und sich nur in irgendjemandes Mund hatte verfangen müssen.
„Irgendjemand hat meine Mutter grob angefasst. Mein Vater macht sonst selten alle Vorhänge zu. Alle Familienfotos, auf denen ich abgebildet bin, sind aus diesem Zimmer verschwunden. Mein Bruder wurde angelogen.“
Solveigh nickte. Und all die Verzweiflung, die sie sich in den letzten Minuten versucht hatte, abzustreifen, kehrte zurück.
18:10 Uhr: Zu gefährlich, hierzubleiben. Sie waren bereits hier und haben ihn gesucht. Planmäßige Abreise morgen früh.
no subject
Date: 2011-03-27 04:54 pm (UTC)Und keine Ahnung, wo dein eigentlicher Schreibstil is, aber der jetzige ist auch sehr passend. Sehr ruhig und gut zu lesen, er bringt Verzweiflung und Aussichtslosigkeit gut rüber ^^
no subject
Date: 2011-03-27 08:46 pm (UTC)Naja, mal sehen, wann ich meinen eigentlichen wiederfinde. Solange macht der hier die Vertretung 8D
no subject
Date: 2011-03-27 05:19 pm (UTC)so ein mist aber auch, kaum wähnt man sich in sicherheit geht die hetzerei schon wieder von vorne los @___@ ein grund mehr auf dem teppich zusammenzubrechen!
wieder ein fall von "warum hab ich nur keine eigene bat höhle?" -.-
ich war schon sehr gespannt wem du weswegen den blauen fleck verpasst, mit so einer geschickten und für die geschichte wichtigen positionierung hab ich jedoch nicht gerechnet ;-)
schaffen es die beiden oder werden sie doch geschnappt?
lg
no subject
Date: 2011-03-27 08:47 pm (UTC)Wuas? Keine Bat-Höhle? Die beiden sind ja keine Superhelden. xD
Tja, werden sie es schaffen oder werden sie vorher auf offener Straße gelyncht...?
>P
no subject
Date: 2011-03-28 06:49 pm (UTC)XD das ist doch egal JEDER SOLLTE eine bat höhle haben!
für fälle wie DIESEN!!!
fies >.<
aber ich glaub sie schaffen es...