[identity profile] rei17.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Fandom: The social Network
Pairings: Dustin, Mark, Eduardo, Chris
Challenge: "Ich sehe was, was du nicht siehst"
Warnungen: Fluff, Angst und unrequited!love bis zum abwinken
Wörter: ~1400
Vorwort: Ich schreibe über die fiktiven Versionen von Mark Zuckerberg, Eduardo Saverin und Dustin Moskovitz so wie sie von Jesse Eisenberg, Andrew Garfield und Joseph Mazzello dargestellt wurden, und nicht die echten Personen. Ob das nun trotzdem RPF ist oder nicht, sei einfach mal dahingestellt und ist sicher eine spannende philosophische Debatte wert. Ach ja, und Chris Hughs ist übrigens tatsächlich schwul - der Film hat sich dazu nicht geäußert, deswegen hab ich das einfach mal als gegeben angenommen.
Widmung: [livejournal.com profile] leviathans_moon hat sich mehr Dustin gewünscht. Und mehr Dustin/Mark/Eduardo. Das ist leider nicht direkt OT3. Mehr uhm ... seltsame vibes in allen Richtungen und unrequited!love und so.



Manchmal schlief Dustin auf Marks Bett ein.
Das war okay, weil Mark selbst sowieso nie drin lag, sondern seine Nächte mit Programmieren verbrachte und zwischendurch höchstens mit dem Kopf auf der Tischplatte einnickte. Mark hielt nicht viel von essen und schlafen, er lebte von Codes und Koffein.

Dustin programmierte auch gerne, so war das nicht. Aber Dustin schlief eben auch gerne. Nur nicht unbedingt immer seinem eigenen Bett. Denn das hatte zwei ungleichmäßige Klumpen in der Matratze, die sich nicht flach liegen ließen, egal wie ausgedehnt er sich darauf herumwälzte und eine herausragende Sprungeder, die sich meistens zielsicher in seine Nierengegend bohrte, wenn er sich nachts umdrehte.
Also Marks Bett.
Das war so gut wie unbenutzt und die Matratze praktisch neu und völlig sprungfedernlos.

Außerdem war es nicht so, als ob Mark das jemals auffiel. So lange keine Bombe neben ihm einschlug, die ihn vom PC losriss, bekam der sowieso nichts mit.
Manchmal bekam Mark auch so wenig von allem mit, dass er sich nach drei durchgemachten Nächten voll bekleidet und halb komatös auf sein Bett fallen ließ und einfach einschlief, völlig unabhängig davon, ob Dustin bereits da lag oder nicht.

Beim ersten Mal als das passiert war, hatte Dustin noch mit angehaltenem Atem darauf gewartet, dass Mark seine Anwesenheit registrierte und ihn kurz und bündig rauswarf.
War aber nicht passiert. Mark war schon eingeschlafen, bevor sein Kopf überhaupt auf dem Kissen gelandet war. Er hatte Dustins Arm unter sich begraben.
Dustin zuckte ein paar Mal probeweise, aber Mark rührte sich keinen Millimeter. Er war schwerer als es seine magere Gestalt vermuten ließ.
Sein Gesicht war nur wenige Zentimeter vor Dustins in das Kissen gedrückt. Seine Pupillen zuckten unter den Augenlidern und sein Mund war sogar im Schlaf zu einer ernsten Linie zusammengepresst.
Dustins Arm schlief ein, lange bevor Dustin einschlief.

Als es das zweite Mal passierte, dachte er rechtzeitig daran Marks zusammenbrechender Gestalt auszuweichen. Die äußerste Ritze zwischen Wand und Matratze war auch kein schlechter Platz zum schlafen. Irgendwie.

Falls es Mark jemals auffiel, dass mehr in seinem Bett lag als zerkrümelte Kekse und benutzte Socken, kommentierte er es nicht. Aber vielleicht bemerkte er es auch einfach nur nicht. Bei Mark war das schwer zu sagen.

Mark war ein unbequemer Schläfer.
Er bewegte sich viel und ruckartig und Dustin bekam haufenweise spitze Ellbogen in die Rippen. Er war hart und kantig und kein bisschen anschmiegsam, und es war, als ob er sogar im Schlaf immerzu angespannt war. Vielleicht war es sein überaktives Gehirn, das ohne Pause endlose Reihen von Nullen und Einsern produzierte und ihn in Code träumen ließ, in endlosen, entrückten Strängen von HTML und Java. Sogar seine Locken waren drahtig und abweisend.
Es waren unbequeme Nächte, viel zu warm und auf zu engem Raum.
Das hielt Dustin trotzdem nicht davon ab, viel und gerne auf Marks Bett einzuschlafen, wann immer sich die Gelegenheit ergab.

Bis er eines Abends von seinem letzten Seminar zurückkam und da lag bereits jemand anderes auf Marks Bett.

Dustin stockte mitten im Schritt und stolperte, so dass er mit einer uneleganten Pirouette auf der Kante landete.

„Dustin, das ist Eduardo“, verkündete Chris von der Tür. Er hielt drei Flaschen Bier in der Hand.

„Hey“, sagte Dustin ein wenig atemlos. Er blickte zu Chris und wieder zurück zu dem Eindringling auf dem Bett.

„Wir haben ‚Marketing‘ zusammen“, sagte Chris, der Dustins verwirrte Blicke meistens richtig deuten konnte.

„Hallo“, erwiderte Eduardo. Er klang überraschend scheu.

Eduardo hatte große, dunkle Bambiaugen, trug Anzüge mit gebügelten Hemden und studierte, Gott bewahre, Wirtschaft. Er war groß und gutaussehend und hatte offenbar Geld, und Dustin hatte absolut nicht die geringste Ahnung, was jemand wie Eduardo mit Leuten wie ihnen anfangen wollte. Noch weniger hatte er eine Ahnung, was Eduardo auf Marks zerwühlten Bett zu suchen hatte, wo er in seinem Satinhemd aussah wie ein besonders schöner, völlig deplatzierter Dekorationsgegenstand.

Chris reichte ihm ein Bier und Dustin blickte zwischen Mark und Eduardo hin und her. Mark saß falsch herum auf seinem Schreibtischstuhl, die Arme auf die Lehne gestützt und hielt irgendeinen schnellen, abgehackten Monolog darüber wie man eine Firewall hackte. Eduardo hing fasziniert an seinen Lippen.
Mark verzog keine Miene und blickte an ihm vorbei aus dem Fenster, während er sprach, aber das war das erste Mal seit geschätzten drei Wochen, dass Dustin ihn mit dem Rücken zum Bildschirm erwischte.
Dustin war sicher, dass das etwas zu bedeuten hatte.
Er hatte nur keine Ahnung was.

Die Antwort darauf kam einige Wochen später.
Vielleicht. Vielleicht war es auch keine Antwort auf irgendwas.

Eduardo war da und er ging auch nicht mehr weg, und Dustin begann sich daran zu gewöhnen, dass er so häufig in ihrer WG herumhing, als sei er praktisch eingezogen. Aber das war okay. Wardo war super. Er stockte ihren Biervorrat auf, wann immer der drohte zur Neige zu gehen und er hatte nichts dagegen Dustin sämtliche Mädchen in seinen Kursen vorzustellen. Er schaffte es sogar ab und zu, dass Mark Lebensmittel zu sich nahm, die nicht nur aus Farbstoff und Alkohol bestanden.
Aus unerfindlichen Gründen störte es ihn nie, wenn sie stundenlang über Codes redeten oder seinen Laptop missbrauchten, weil ihre eigenen grade ausgelastet waren.
Er mochte sie.

Anfangs hatte Dustin angenommen, er sei vielleicht wegen Chris da.
Chris war so ekelhaft diskret mit seinem Liebesleben und er sagte selten direkt, wenn er auf jemanden stand. Als ob Dustin irgendein Problem damit hätte. Als ob Mark das mit mehr als einem Achselzucken zur Kenntnis nehmen würde. Niemand kümmerte das. Aber so war Chris. Diskret. Zurückhaltend.
Außer es ging darum Pornos runterzuladen.

Auf jeden Fall hätte es sein können. Dustin glaubte nicht so sehr an Klischées, aber Wardo hatte die gepflegtesten Fingernägel von allen Jungs, die er kannte.

Nach einigen Tagen hatte Dustin diese Gedanken wieder an den Nagel gehängt. Chris mochte Wardo, so viel war klar. Aber eben auch nicht so.

Und dann kam der Zeitpunkt an dem er sich fragte, wie er so blind hatte sein können.

Es war weit nach Mitternacht als Dustin in Marks Zimmer stolperte.
Der Computer lief (wie immer) und das bläuliche Licht des Bildschirms war die einzige Lichtquelle. Mark war weit und breit nicht zu sehen.
Dustin war mehr als angeheitert und er hatte einen Knutschfleck auf dem Hals. Chloe hatte ihm ihre Nummer in die Hosentasche geschoben und Dustin war angesäuselt und glücklich und emotional, und er vermisste Marks viel zu warmes, vollgekrümeltes Bett und seine drahtigen Locken und sogar die spitzen Ellbogen.

Ohne hinzusehen und mit einem Glucksen ließ er sich mit dem Gesicht voran auf Marks Bett fallen.
Und landete direkt neben einer zusammengerollten Gestalt.

„Gwah!“ Dustin unmännliches Quieken wurde von dem Kissen verschluckt. Er wedelte mit den Armen und hustete eine Feder aus.
Wardo! Es war Wardo. Und er lag in Marks Bett, als ob er da hingehörte, wie der Teddy, den Marks Mutter ihm geschenkt hatte. Mitten zwischen die Kekskrümel und getragene Socken.

„Shit!“ Dustin rang nach Luft. Sein Herz pumpte wie die überlastete Lüftung seines Rechners.

„M’rk-…“ murmelte Wardo und rutschte näher.

„Uhm sorry“, flüsterte Dustin und stützte sich auf die Ellbogen. „Ich bin gleich weg, falsches Zimmer, kann mal passieren, nichts für ungut, Kumpel…“

Mark…“ Es war ein leises, sehnsüchtiges Seufzen und Dustin hörte mitten im Satz auf zu reden.
Es war der Tonfall. Er hatte noch nie gehört, dass Wardo irgendetwas in diesem Tonfall gesagt hatte.
Wardos Hand war auf seinen Rücken gewandert.

„Uhm…“ Dustin blinzelte und fühlte sich schlagartig sehr wach und sehr ernüchtert.
Es war ein Gefühl wie die Sprungfeder, die sich in seine Nieren bohrte, wann immer er sich umdrehte, plötzlich und schmerzhaft.

Wardo murmelte irgendetwas Unverständliches und rutschte in einer fließenden Bewegung so nah an Dustin heran, dass kein Blatt Papier mehr dazwischen gepasst hätte.
Ein Strahl Mondlicht erwischte sein Gesicht. Sein Gesicht war weiß und entspannt und seine Wimpern malten schwarze Schatten auf seine Wangen.
Dustin hielt die Luft an. Und er dachte SHIT in Großbuchstaben.

Marks Bett war plötzlich enger als es je zu vor gewesen. Zu klein, zu überhitzt. Viel zu wenig Platz für zwei Menschen. Wardos Hand hatte Dustins T-Shirt nach oben geschoben und Krümel kratzten unfreundlich auf seiner bloßen Haut.

Wardo vergrub das Gesicht an Dustins Hals wie ein Hund. Warmer Atem streifte Dustins Nacken. Und wieder: „Mark.“ Es war wie ein langes, tiefes Ausatmen.
Mark. Mark.

Und das war die Antwort. Vielleicht. Auf alle Fragen, die Dustin nicht gestellt hatte.

Wardo mochte sie.
Aber mehr als alles andere…mochte er Mark.


Date: 2011-02-26 09:14 am (UTC)
From: [identity profile] leviathans-moon.livejournal.com
awwwwwwwwwwwwwwwww. *quietsch* *freudig herumspring*

es ist toll*-* armer dustin._. aber es ist toll*-*
jetzt will ich mehr ö_ö

ich liebe die unelegante Pirouette*g*

Es war ein Gefühl wie die Sprungfeder, die sich in seine Nieren bohrte, wann immer er sich umdrehte, plötzlich und schmerzhaft.
und der Satz sticht einem ins herz. óò

Date: 2011-02-26 10:28 am (UTC)
From: [identity profile] ina-chan0808.livejournal.com
awwwwwwwww der arme dustin >.<
schon irgendwie sehr traurig, den angestammten platz zu verlieren...auch wenns an wen ist den man mag und das eigene bett doch so unbequem ist!
(mal ganz davon abgesehen, dass ich eduardo entzückend finde *___*)

Date: 2011-02-26 11:01 am (UTC)
From: [identity profile] ina-chan0808.livejournal.com
XD warum sollte man keine TSN fics lesen? wenn sie gut sind: IMMER doch!
(und wenn kleine bambis vorkommen :D)

Date: 2011-02-26 12:29 pm (UTC)
From: [identity profile] freaky-nea.livejournal.com
Mark und Eduardo haben irgendwie mein Leben übernommen... IDEK

Date: 2011-02-26 12:47 pm (UTC)
From: [identity profile] freaky-nea.livejournal.com
Würde ich supergerne und ich hab auch schon zig Ideen, aber die wachsen sich immer so schnell aus, dass ich nach zwei Stunden immer noch nicht fertig bin und ich finde ich kann auf deutsch nicht schreiben und das real life tritt mich im Moment mit Anlauf in den Hintern und ich hab den Film immer noch nicht gesehen sondern nur das Buch gelesen und könnte mich mal bitte jemand vom Labern abhalten und OMG ICH WILL SIE EINFACH SCHREIBEN, VERDAMMT!

Date: 2011-02-26 12:59 pm (UTC)
From: [identity profile] freaky-nea.livejournal.com
Ich hab schon ne Tonne FanVids geschaut und ich halte mich mit dem Film bewußt zurück, weil ich ne Diplomarbeit schreiben muss und ich weiß, wenn ich den Film sehe, dann findet real life ganz ohne mich statt. Es sind noch 6 Wochen zur Abgabe, und DANN ABER!

Hab gerade gesehen, Du liebst Eames/Arthur auch?

Date: 2011-02-26 01:18 pm (UTC)
From: [identity profile] freaky-nea.livejournal.com
Ja, ich kenne das Vid (das und jedes andere in der Community) und liebe es.

Wir müssen definitiv! Aber ich muss Dich warnen, ich fangirle ständig (meistens über Jesse Eisenberg/TSN und Breaking Bad) und jammere hin und wieder in meinem LJ. Und ich liebe Picspams!

Das ist der Plan. ;)

Date: 2011-02-26 05:55 pm (UTC)
luinaldawen: (Default)
From: [personal profile] luinaldawen
Oh Gott... OH GOTT!
*hasp*
Soviel also zu den gepflegten Fingernägeln. XD
Aber... armer Dustin... ._. Eduardo und Mark sind aber auch einfach toll! <3
Hach, es hat riesigen Spaß gemacht, es zu lesen *o*

Date: 2011-03-01 10:39 am (UTC)
From: [identity profile] herzausglas.livejournal.com
Ui, das war toll zu lesen. Und macht auch gleich Lust was zu TSN zu schreiben.
Das mit Eduardos gepflegten Fingernägel kann ich mir irgendwie ziemlich gut vorstellen und Andrew Garfield scheint die ja auch zu haben :D
Dass alle (bzw Dustin und Wardo) regelmässig in Marks Bett schlafen gehört jetzt zu meinem personal canon. Außerdem muss ich mich den anderen anschließen und sagen: MEEEHR? Bitte? :)

Date: 2011-03-01 02:26 pm (UTC)
From: [identity profile] hope-calaris.livejournal.com
Dann schreib mehr! Bzw. SCHREIBT MEHR! Ihr beide!

Profile

120_minuten: (Default)
Die Uhr läuft ... jetzt!

Most Popular Tags

January 2026

M T W T F S S
   1 234
567891011
12131415 161718
19202122232425
262728293031 

Style Credit

Powered by Dreamwidth Studios