(no subject)
Feb. 6th, 2011 10:45 pmFandom: Original
Challenge: Outing
Wörter: ~ 790
Charaktere: Malin und Talitha
Warnung: femslash
A/N: Nach all den kreativen Outings hier brauchte ich einmal ein ganz klassisches. ;)
„Ist das Teil deiner... rebellischen Phase?“, fragte ihre Mutter und klang dabei in gleichem Maße besorgt wie verständnisvoll.
Malin seufzte. Rebellische Phase, ja klar. Sie hatte pinkfarbene Haare und sich schwarzen Nagellack und lilanen Lippenstift gekauft. Das war keine Rebellion, das war schlechter Geschmack, wie Talitha grinsend festgestellt hatte, als sie die Farbe in Malins Haare einmassiert hatte. Außerdem hatte sie den Farbton danach ausgewählt, ob er zur Schuluniform passen würde.
„Ich... denke nicht. So etwas ist genetisch.“
„Aber von wem solltest du das haben, wenn wir alle normal sind?“, erkundigte sich ihr Vater ehrlich interessiert und Malin setzte schon zu einer Erklärung von rezessiven Genen und Kombinationen an, bevor ihr wieder einfiel, worum es hier eigentlich ging.
„Es ist ein bisschen komplizierter als das, aber ich bin mir sicher, dass man einfach lesbisch ist. Oder halt nicht. Und ich habe schon mit zehn auf meine Sportlehrerin gestanden.“
Ihre Mutter nickte langsam. „Und was werden deine Lehrer sagen?“
Malin verzog das Gesicht. „Hoffentlich gar nichts? - Nicht, dass es sie etwas anginge...“ Sie konnte sich wirklich nicht entscheiden, ob es traurig oder beruhigend war, dass ihre Eltern nur sofort wieder an ihren schulischen Erfolg dachten. „Und es wird mich nicht dümmer oder weniger zu einem Streber machen...“ Wenn das nicht einmal pinke Haare und Ramones-T-Shirts konnten, würde es dieses Detail auch nicht schaffen.
Jetzt war es an ihrem Vater langsam und nachdenklich zu nicken. „Versteh das nicht falsch, Schatz, aber wir machen uns ein bisschen Sorgen. Du wirst in der letzten Zeit so... anders.“
Erwachsen, dachte sie. Himmel, sie war siebzehn und sie hatte sich auch früher nichts aus Puppen und Pferden gemacht.
„Und diese Musik und die Haare und jetzt das... Wir machen uns Sorgen um deine Zukunft. Du wolltest doch studieren...“
„Ich will immer noch studieren, Dad.“ Kunst- und Kulturgeschichte. Wegen dieses Plans sollte man sich Gedanken um ihre Zukunft machen, nicht weil sie eventuell auf den Studentenparties mit Mädels statt mit Jungs rumknutschen würde.
„Wir haben nur Angst, dass du dich jetzt von dem allen ablenken lässt...“
„Mum, ich glaube wirklich, dass es viel mehr Kerle gegeben hätte, die mich hätten ablenken können. Die Statistik ist da voll auf eurer Seite. - Ich kenne nicht mal Lesben.“
„Das heißt, du hast auch keine Freundin?“
„Genau das, Dad.“
„Oh... Na dann...“
„Ich habe es meinen Eltern gesagt...“
Talitha zog an ihrer Zigarette. „Du hast deinen Eltern was gesagt?“
„Dass ich lesbsich bin.“
„Cool.“ Es dauerte noch drei weitere Züge, bis sie Malin erneut ansah. „Du bist lesbisch?“
„Jepp.“
„Cool.“ Talitha spielte gedankenverloren an ihrem Feuerzeug herum.
„Weißt du eigentlich, dass deine Reaktion noch enttäuschender ist als die meiner Eltern?“
Mit einem leichten Lächeln drückte Talitha die Zigarette auf der steinernen Tischtennisplatte aus. „Tut mir leid, was hättest du denn erwartet?“
Malin zuckte mit den Achseln. „Keine Ahnung? ...Wirklich, keine Ahnung. Ich schätze, 'Cool.' ist schon ziemlich in Ordnung.“ Stimmt, was hatte sie von Talitha erwartet? Sie gehörte nicht wirklich zu den Leuten, die sich für irgendwelche Details im Liebesleben anderer interessierten. Malins andere Freundinnen hatten wirklich deutlich enthusiastischer reagiert. Tatsächlich war es Samanthas Vorschlag gewesen, Talitha auf diese Art zu konfrontieren.
„Vielleicht ist sie so überrascht, dass ihr ein 'Ich auch.' rausrutscht.“
„Tali ist nicht lesbisch.“
„Mal, sie trägt Anzughosen.“
Als wenn das ein Argument wäre. Talitha war seltsam und hatte definitiv ein Faible für formale Kleidung, aber... seltsam. Nicht lesbisch. Leider.
„Also, lesbisch, ja? - Hast du eine Freundin?“
„Nee...“
„Das ist gut.“
Malin streckte ihr die Zunge raus. „Hey, mehr Mitleid mit jemandem, der wahrscheinlich an sexueller Frustration sterben wird!“
Talitha zuckte mit den Achseln. „Komm, wir müssen zurück, die Pause ist gleich vorbei.“
Nach einem kurzen Blick auf ihre Armbanduhr ließ Malin sich von der Tischtennisplatte rutschen. Talitha hatte sich allerdings noch kein Stück bewegt.
„Tali, du wolltest los.“
„Ja...“ Sie verstaute das Feuerzeug wieder sorgsam in der Tasche ihres Mantels. „Gleich...“
Malin grinste sie herausfordernd an. „Weißt du, dass das ganz schön sexy ist, wie du dir so auf der Lippe rumbeißt?“ Und das war es. Einer der Gründe dafür, dass Malin freiwillig ihre Pausen hinter der Sporthalle verbrachte und Talitha beim Rauchen Gesellschaft leistete, obwohl sie Rauchen für eine furchtbare Angewohnheit hielt.
„Oh, ist das so?“ Talitha lächelte ein bisschen zu fröhlich.
„Ja, ich denke, ich werde dich vergewaltigen müssen“, grinste Malin und im nächsten Moment wurde sie an den Armen gepackt und, verdammt, Talitha schmeckte nach Zigaretten und Kaffee und ihre Lippen waren so weich und... wieder verschwunden. Malin konnte sie nur anstarren.
„Ich kann's kaum erwarten.“
Challenge: Outing
Wörter: ~ 790
Charaktere: Malin und Talitha
Warnung: femslash
A/N: Nach all den kreativen Outings hier brauchte ich einmal ein ganz klassisches. ;)
„Ist das Teil deiner... rebellischen Phase?“, fragte ihre Mutter und klang dabei in gleichem Maße besorgt wie verständnisvoll.
Malin seufzte. Rebellische Phase, ja klar. Sie hatte pinkfarbene Haare und sich schwarzen Nagellack und lilanen Lippenstift gekauft. Das war keine Rebellion, das war schlechter Geschmack, wie Talitha grinsend festgestellt hatte, als sie die Farbe in Malins Haare einmassiert hatte. Außerdem hatte sie den Farbton danach ausgewählt, ob er zur Schuluniform passen würde.
„Ich... denke nicht. So etwas ist genetisch.“
„Aber von wem solltest du das haben, wenn wir alle normal sind?“, erkundigte sich ihr Vater ehrlich interessiert und Malin setzte schon zu einer Erklärung von rezessiven Genen und Kombinationen an, bevor ihr wieder einfiel, worum es hier eigentlich ging.
„Es ist ein bisschen komplizierter als das, aber ich bin mir sicher, dass man einfach lesbisch ist. Oder halt nicht. Und ich habe schon mit zehn auf meine Sportlehrerin gestanden.“
Ihre Mutter nickte langsam. „Und was werden deine Lehrer sagen?“
Malin verzog das Gesicht. „Hoffentlich gar nichts? - Nicht, dass es sie etwas anginge...“ Sie konnte sich wirklich nicht entscheiden, ob es traurig oder beruhigend war, dass ihre Eltern nur sofort wieder an ihren schulischen Erfolg dachten. „Und es wird mich nicht dümmer oder weniger zu einem Streber machen...“ Wenn das nicht einmal pinke Haare und Ramones-T-Shirts konnten, würde es dieses Detail auch nicht schaffen.
Jetzt war es an ihrem Vater langsam und nachdenklich zu nicken. „Versteh das nicht falsch, Schatz, aber wir machen uns ein bisschen Sorgen. Du wirst in der letzten Zeit so... anders.“
Erwachsen, dachte sie. Himmel, sie war siebzehn und sie hatte sich auch früher nichts aus Puppen und Pferden gemacht.
„Und diese Musik und die Haare und jetzt das... Wir machen uns Sorgen um deine Zukunft. Du wolltest doch studieren...“
„Ich will immer noch studieren, Dad.“ Kunst- und Kulturgeschichte. Wegen dieses Plans sollte man sich Gedanken um ihre Zukunft machen, nicht weil sie eventuell auf den Studentenparties mit Mädels statt mit Jungs rumknutschen würde.
„Wir haben nur Angst, dass du dich jetzt von dem allen ablenken lässt...“
„Mum, ich glaube wirklich, dass es viel mehr Kerle gegeben hätte, die mich hätten ablenken können. Die Statistik ist da voll auf eurer Seite. - Ich kenne nicht mal Lesben.“
„Das heißt, du hast auch keine Freundin?“
„Genau das, Dad.“
„Oh... Na dann...“
„Ich habe es meinen Eltern gesagt...“
Talitha zog an ihrer Zigarette. „Du hast deinen Eltern was gesagt?“
„Dass ich lesbsich bin.“
„Cool.“ Es dauerte noch drei weitere Züge, bis sie Malin erneut ansah. „Du bist lesbisch?“
„Jepp.“
„Cool.“ Talitha spielte gedankenverloren an ihrem Feuerzeug herum.
„Weißt du eigentlich, dass deine Reaktion noch enttäuschender ist als die meiner Eltern?“
Mit einem leichten Lächeln drückte Talitha die Zigarette auf der steinernen Tischtennisplatte aus. „Tut mir leid, was hättest du denn erwartet?“
Malin zuckte mit den Achseln. „Keine Ahnung? ...Wirklich, keine Ahnung. Ich schätze, 'Cool.' ist schon ziemlich in Ordnung.“ Stimmt, was hatte sie von Talitha erwartet? Sie gehörte nicht wirklich zu den Leuten, die sich für irgendwelche Details im Liebesleben anderer interessierten. Malins andere Freundinnen hatten wirklich deutlich enthusiastischer reagiert. Tatsächlich war es Samanthas Vorschlag gewesen, Talitha auf diese Art zu konfrontieren.
„Vielleicht ist sie so überrascht, dass ihr ein 'Ich auch.' rausrutscht.“
„Tali ist nicht lesbisch.“
„Mal, sie trägt Anzughosen.“
Als wenn das ein Argument wäre. Talitha war seltsam und hatte definitiv ein Faible für formale Kleidung, aber... seltsam. Nicht lesbisch. Leider.
„Also, lesbisch, ja? - Hast du eine Freundin?“
„Nee...“
„Das ist gut.“
Malin streckte ihr die Zunge raus. „Hey, mehr Mitleid mit jemandem, der wahrscheinlich an sexueller Frustration sterben wird!“
Talitha zuckte mit den Achseln. „Komm, wir müssen zurück, die Pause ist gleich vorbei.“
Nach einem kurzen Blick auf ihre Armbanduhr ließ Malin sich von der Tischtennisplatte rutschen. Talitha hatte sich allerdings noch kein Stück bewegt.
„Tali, du wolltest los.“
„Ja...“ Sie verstaute das Feuerzeug wieder sorgsam in der Tasche ihres Mantels. „Gleich...“
Malin grinste sie herausfordernd an. „Weißt du, dass das ganz schön sexy ist, wie du dir so auf der Lippe rumbeißt?“ Und das war es. Einer der Gründe dafür, dass Malin freiwillig ihre Pausen hinter der Sporthalle verbrachte und Talitha beim Rauchen Gesellschaft leistete, obwohl sie Rauchen für eine furchtbare Angewohnheit hielt.
„Oh, ist das so?“ Talitha lächelte ein bisschen zu fröhlich.
„Ja, ich denke, ich werde dich vergewaltigen müssen“, grinste Malin und im nächsten Moment wurde sie an den Armen gepackt und, verdammt, Talitha schmeckte nach Zigaretten und Kaffee und ihre Lippen waren so weich und... wieder verschwunden. Malin konnte sie nur anstarren.
„Ich kann's kaum erwarten.“
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Date: 2011-02-06 10:34 pm (UTC)und talithas reaktion war doch auch nicht schlecht :D
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Date: 2011-02-07 12:35 pm (UTC)Und noch so ein Fall von: Wie die Welt sein sollte. *gg*
Danke für den Kommentar.^^
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Date: 2011-02-07 02:29 pm (UTC)aber immerhin selten und nicht nie.
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Date: 2011-02-07 03:22 pm (UTC)Aber abgesehen davon: Toll! Gefällt mir!
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Date: 2011-02-07 03:43 pm (UTC)Ah, da ist der Unterschied zwischen gut und nicht schlecht, nicht wahr?
(Ich glaube auch, dass ich eine gute Beziehung zu meinem Vater habe, auch wenn er erst im dritten Semester mitgekriegt hat, dass ich überhaupt studiere...XD)
Und freut mich, dass du die beiden magst, sie wachsen mir grade ans Herz (und haben ihre eigene Playlist bekommen), ich muss dringend mehr dazu schreiben. (Und wie das so ist, und weil Lesben ja vorallem in Segregaten auftreten, will ich random Begegnungen mit Ihr und der Anderen... *gg*)
Aber, yay, es gefällt dir! *___* Danke. =)
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Date: 2011-02-07 03:50 pm (UTC)Wenn der Weltuntergang nur ein heftiges Gewitter war, kannst du gerne random Begegnungen mit Ihr und der Anderen haben. Die beiden wollten während des Spam-Wochenendes einige Male gerne aufs Blatt, mal schauen, ob da in den nächsten Tagen noch was kommt ;)
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Date: 2011-02-07 04:00 pm (UTC)no subject
Date: 2011-02-08 10:43 am (UTC)Und endlich weiß ich, was ich nach der Klausurpahse anstelle.^^