[identity profile] bananasea.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Challenge: Vorsätze
Fandom: Harry Potter
Charaktere: Ein OC - und Harry hat ne Gastrolle und Ron nen Cameo-Auftritt
Randnotizen: Spielt ein halbes Jahr nach der Schlacht von Hogwarts. Alles Canon
Kommentar: Harry war in der letzten Szene im Direktorenbüro offensichtlich noch etwas benebelt. Um den Elderstab aus dem Verkehr zu ziehen, müsste er schließlich nicht nur eines natürlichen Todes, sondern auch ganz und gar unbesiegt sterben. Wie Dumbledore und vor allem Draco ja bewiesen haben.



Bernard Jenkins starrte nachdenklich den großen, weißen Marmorquader an.
Seine Frau war doch wahnsinnig.
Oder?
Bernard Jenkins war ein Ravenclaw gewesen, und hatte nach seinem Abschluss eine langweilige Beamtenkarriere im Ministerium gestartet. Langweilig, wie gesagt (und dann, zu dieser bestimmten Zeit, auch irgendwie moralisch unangenehm), aber immerhin konnte er mit dem Geld seine Familie unterstützen, und das war bei Merlin nötig gewesen. Als Harry Potter und sein zusammengewürfelter Haufen Getreuer dann die bestimmte Zeit beendet hatten, hatte Bernard beschlossen, das als Wink des Himmels zu sehen und sein Leben zu ändern. Und außerdem waren zwei seiner drei Geschwister inzwischen auch berufstätig. Im Sommer 1998 hatte er sich also zum Aurorentraining angemeldet, und war zur allgemeinen Verwunderung auch angenommen worden. Mit 30 war er zwar so ziemlich der älteste Anwärter – und nebenbei auch einer der wenigen, die nicht zur DA gehört hatten. Die Knirpse stellten über die Hälfte der Truppe – aber immerhin hatte er sich nicht nur gemeldet, um etwas Heldenruhm abzubekommen, sondern hatte auch tatsächlich etwas auf dem Kasten. Sein Spezialgebiet war Tarnung.
Harry Potter war natürlich der Star des Jahrgangs. Das war einerseits praktisch, weil er dem gesamten Jahrgang einen gewissen mysteriösen, geheimnisumwitterten Touch gab, aber andererseits erschwerte es das ganze Unternehmen ungemein. Vor allem, weil der einzige Rekrut, der nicht vor Ehrfurcht erstarrte und den Rest der Aufgabe praktisch nutzlos war, wenn er mit Potter in ein Team gewürfelt wurde, Ron Weasley war. Und Potter und Weasley konnten ja nicht IMMER zusammenarbeiten. Besonders schlimm war es in den Duellkursen. Bernard entwickelte schon nach der ersten Woche den leisen Verdacht, dass mindestens ein Drittel der Leute allen Ernstes erwarteten, von Potters Extra-Spezial-Expelliarmus in Stücke gerissen zu werden.
Was natürlich Quatsch war.
Bernard hatte im Krieg nicht mitgekämpft, aber er hatte sich danach gut darüber informiert. Den allgemeinen Ablauf, die Internas des Ministeriums, aber vor allem die Vorgeschichte Des Duells. Er hatte alles über 'Tom Riddle', die Zwillingskerne und den Elderstab gelesen, das es zu lesen hab, selbst diesen Quatsch, den die Kimmkorn fabrizierte. Vor allem natürlich Potters Interviews. Hochinteressant. Fast wäre er versucht gewesen, auf Zauberstabmacher umzuschulen.
Jedenfalls verstand Bernard die Umstände des Todes des Dunklen Lordes sehr gut, und obwohl auch er eine gewisse Portion Bewunderung und Dankbarkeit Potter gegenüber hegte – der Mann hatte ihnen schließlich allen den Arsch gerettet – ging ihm das Verhalten seiner Kollegen langsam auf die Nerven (und an Potters Gesicht war abzulesen, dass es dem genauso ging) und so hatte er sich bereits nach wenigen Tagen geschworden, sollte er je mit Potter in ein Team kommen, er würde sich ganz normal verhalten.
Beim ersten mal gings schief.
Er war so nervös gewesen, dass sogar seine Standard-Tarnung, die er sonst mit verknoteten Zehen und unter Wasser mit dem Zauberstab im Mund hätte vollführen können... ziemlich blamabel endete. Der Betreuer hatte nur frustriert, aber nicht gerade überrascht den Kopf geschüttelt und sich dem nächsten Paar zugewandt.
Das zweite mal landeten sie einige Wochen später in einem Team – ausgerechnet im Duellkurs. Bernard hatte allerdings am selben Morgen – als etwa 23 Minuten zuvor – eine Standpauke von seiner Frau bekommen, weil er seine Socken schon wieder herumliegen hatte lassen, und war deshalb so gar nicht in Heldenverehrungsstimmung. Und so kam es, dass an diesem kühlen Dezembermorgen 1998 in einem kleinen Trainingsraum der Aurorenzentrale sich der große Harry Potter und ein wahllos ausgewählter Mitrekrut zum Kampf gegenüberstanden, und der gesamte Rest der Gruppe, inklusive Betreuer (und Potter, um genau zu sein), nur gelangweilt auf die Uhren schielten, und auf das nächste Paar warteten.
Potter, der von allen Betreuern ein einstimmigen Expelliarmus-Verbot auferlegt bekommen hatte, eröffnete die Runde mit einem Stupor, und hatte entweder nur halbherzig gezielt, oder war durch das fehlende Training erschreckend schnell eingerostet.
Bernards Reflexe schalteten sofort, er machte einen Ausweichschritt nach links, hob den rechten Arm, und schoss ein Petrifikus Totalus zurück.
Das traf.
Der Raum war totenstill.
Bis das laute Poltern von Potters Hinterkopf auf den Parkettboden die Stille durchbrach, und Bernard als erster (...zweiter...) seine Schockstarre loswurde. Schnell nahm er Potter den Zauberstab ab, piekte ihn kurz in den Hals (das Zeichen, dass er ihn hätte töten können und damit besiegt
hatte), und löste dann den Zauber.
Als er Potter danach hochhalf und ihm den Stab zurückgab, grinste der ihn breit an, während der Rest des Kurses noch immer mit dem Mund Fliegen fing.
Als er die Geschichte später beim Abendessen Andrea erzählte, ließ die langsam den Löffel sinken und starrte ihn ungläubig an: „Du hast Potter im Duell besieht?“
Er sah sie verletzt an, und sie konkretisierte hastig: „Ich meine – du hast Potter entwaffnet und geschlagen, so wie... Potter... Draco Malfoy... entwaffnet und geschlagen hat? Und Draco Malfoy Albus Dumbledore?“
Er setzte wie automatisch zu einer Verneinung an, bis... er es sich anders überlegte, und nur mindestens ebenso ungläubig zurückstarrte. „Merlin, Mordred und Morgana...“
Das war vor zwei Stunden gewesen, und so stand er nun hier und starrte den großen, weißen Marmorquader an.
Andrea war doch wahnsinnig.
Leicht spöttisch lächelte er, schüttelte den Kopf, und drehte sich wieder um.
Vollkommen wahnsinnig.

Date: 2011-01-06 12:37 am (UTC)
From: [identity profile] leviathans-moon.livejournal.com
ah, sehr schön, dass das mal jemand thematisiert hat*g*. Vermutlich ist die liebe Rowling davon ausgegangen, dass, da Harry ja Voldemort geschlagen hat, er jeden schlagen kann, oder sie hat einfach einen Fehler gemacht. Sie ist ja schließlich auch nur ein Mensch.
Auf jeden Fall finde ich die Geschichte super. Ich find's gut, dass du einen OC mit eingebaut hast. Und Bernard kommt wie ein absolut bodenständiger Kerl rüber, der sich aber auch überhaupt nicht beeindrucken lässt (außer beim ersten Mal^^).
Sehr schön.

Date: 2011-01-06 01:06 am (UTC)
From: [identity profile] tee-eulchen.livejournal.com
Also wenn seine Frau ihn für herumliegende Socken beschimpft... WO bitte lässt er die rumliegen? Bzw. wie doll verdammt nochmal müssen die müffeln, dass sie sich so aufregt?!

Aber, mal ganz ehrlich... was macht der arme Mensch nun? o_O
Oder war es Harrys Absicht?
Oder oder oder... die Sache mit diesem Zauberstab ist durchaus komplex... und verdammt unklug gelöst!

Date: 2011-01-06 01:09 pm (UTC)
luinaldawen: (evil)
From: [personal profile] luinaldawen
War das ein Wink mit dem Zaunpfahl? Oder bilde ich mir das nur ein? *unfertige ff anschiel* Ich muss den Elderstab wirklich einbauen. >_<
Aber Bernard ist zum Glück niemand, der nebenbei mal Amok läuft. *überleg*

*hust* Gefällt mir aber. ^-^ Ich frage mich, ob Harry diese kleine Konsequenz aber wirklich klar geworden ist. XDDD Bezweifle es aber. Es wäre wohl eher Hermine, der das auffällt.
(Armer Dumbledore... immer wieder wird sein Grab geschändet)

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