Wichtelbeitrag für Tsutsumi
Dec. 25th, 2010 04:08 pmFandom: Original
Für:
tsutsumi
Autor:
hope_calaris
Charaktere: Paul, Sascha, diverse Andere
Länge: irgendwas um 9oo
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Ein Weihnachtsmorgen
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Okay, also das hier? Das war Grütze, serviert mit Jägersoße und Spargel. Paul neben ihm schien das alles hier nicht zu stören. Weder der Schnee, der winterliche Wald, noch die furchtbare Beschallung durch das Busradio. Wenn das noch einmal „Last Christmas“ spielte während sie hier festsaßen würde er, Sascha, höchstpersönlich nach vorne zum Busfahrer gehen und das dumme Ding kaputt treten. Und wenn ihn dann seine Mitreisenden im Schnee sitzen ließen, wenigstens war es da still. Naja, zumindest klangen Schneefall und eisiger Wind nicht nach Wham!, vermutete er zumindest. Vielleicht wollte Paul neben ihm aber auch selber im Schnee landen. Er hatte wieder angefangen, dieses furchtbar idiotische Lied in dem ihm eigenen, merkwürdigen Sing Sang von sich zu geben.
„Ich schwöre, wenn du noch einmal ‘Last Christmas‘ auch nur summst, bringe ich dich um!“, zischte er daher an Paul gewandt. Paul grinste ihn nur fröhlich an und genervt ließ Sascha den Kopf gegen die Stuhllehne vor sich sinken. „Ich hasse dich“, murmelte er.
Paul hatte Schneid, dass musste man ihm lassen. Er legte den Arm um ihn und ... nein, das war kein Knuddeln, das war männlicher Wärmeaustausch. „Tust du nicht, du liebst mich“, erwiderte Paul ausgelassen und tauschte als Antwort auf sein Grummeln noch ein wenig mehr Wärme mit ihm aus.
„Wie entzückend!“ fiepte daraufhin die Oma zwei Reihen vor ihnen und gab sich nicht die geringste Mühe, sie nicht anzustarren. Paul winkte ihr zu und begann mit dem Fuß zu wippen. Es klang verdächtig nach dem Takt von ‘Last Christmas‘.
„Versteh nicht, wie die alle so gut gelaunt sein können. Wir hängen mit dem Linienbus in der Pampa fest.“
„Doch erst seit zehn Minuten“, bemerkte Paul gut gelaunt.
„Aber es ist Weihnachten!“
„Es ist zehn Uhr am Weihnachtsmorgen.“
„Plätzchen?“
„Was?!?“ Für einen Moment hatte er geglaubt, Paul würde ihm Plätzchen anbieten. Aber Paul überließ das Backen lieber seinen Schwestern oder doch gleich ganz dem Bäcker am Ende der Straße. Backen war nicht sein Ding, genauso wenig wie mit hoher Piepsstimme zu sprechen. Also drehte sich Sascha um, neigte den Kopf dann noch etwas und starrte schließlich in eine offene Keksdose. Er schaute noch ein wenig weiter und sah den Kopf des Mädchens, das ihm hier offenbar Plätzchen anbot, dahinter hervor lugen.
„Plätzchen, magst du welche?“, fragte die Kleine erneut und schüttelte ihre Keksdose ein wenig hin und her um ihr Dasein zu unterstreichen.
„Oh, das ist aber lieb von dir“, sagte Paul und griff an ihm vorbei nach einem Schokoplätzchen. Sascha war da nicht so schnell. Misstrauisch beäugte er die Kleine.
„Wieso gehst du rum und verteilst Plätzchen?“ fragte er mit hochgezogener Augenbraue.
„Weil ... äh ... “, unsicher schaute die Kleine von Paul zu Sascha und wieder zu Paul. Der hatte wohl den eindeutig freundlicheren Gesichtsausdruck.
„Weil heute Weihnachten ist und man an Weihnachten ganz besonders nett zu Anderen ist und Geschenke verteilt. Nicht wahr?“ sprang ihr Paul dann auch hilfsbereit zur Seite und stieß ihm den Ellenbogen in die Rippen. Er verzog das Gesicht, aber schaffte es dennoch, zustimmend zu nicken. Er wollte nicht noch einen Rippenstoß abbekommen. Gottergeben griff er dann auch in die Dose und schob sich ein Plätzchen in den Mund. Das Mädchen und Paul schauten ihn beide glücklich an. Irgendwo starb jetzt sicherlich ein Grinch und eine Fee jauchzte glücklich auf. Mit federnden Schritten ging das Mädchen weiter zu der alten Dame. Sascha zog es vor, sich die letzten Krümel des köstlichen Plätzchens aus den Mundwinkeln zu wischen und Paul böse anzustarren. Den schien das nicht im Geringsten zu stören, diesen teflonbeschichteten Weihnachtsatmosphärenausatmer. Es war zum Verzweifeln. Weiter vorne im Bus verteilte das kleine Mädchen weiter fleißig Plätzchen an die anderen Mitreisenden und um die alte Dame und sie hatte sich eine kleine Traube von Frauen gebildet, die offenbar ihre liebsten Backrezepte austauschten. Der Busfahrer unterhielt sich mit zwei Männern und einer Studentin über die neusten Fußballergebnisse und ganz hinten im Bus taten zwei verliebte Teenager Dinge, von deren Geräuschen Sascha schon ganz schlecht wurde. Fröhlichkeit und Harmonie bis zum Erbrechen in einem Bus, der im Schnee stecken geblieben war. Sascha konnte förmlich spüren wie Paul neben ihm an ein Weihnachtswunder dachte.
„Tu das nicht“, grummelte er.
„Was denn?“ fragte Sascha mit einer Unschuldsmine zurück.
„So positive Gedanken zu denken. Du strahlst gerade zu.“
„Oh.“ Für den Hauch einer Sekunde hatte Paul tatsächlich den Anstand, ihn betreten anzuschauen. Dann war das auch schon wieder vorbei.
„Ich tausch dein Geschenk um. Ich mach’s wirklich. Ernsthaft. Und dann ... dann bekommst du ein Tranchiermesser“, drohte Sascha jetzt.
„Für meinen Tofutruthan? Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass ich da ein extra Messer brauche“, überlegte Paul mit schief gelegtem Kopf. Sascha seufzte auf, was glücklicherweise von der Durchsage des Busfahrers übertönt wurde.
„Der Abschleppdienst ist in zehn Minuten da“, verkündete er und Beifall brandete auf. Als ob es eine großartige Leistung wäre, den Abschleppdienst zu rufen wenn man den Bus schon selbst in die Schneewehe gesetzt hatte. Sascha schnaubte.
„Ach komm schon ... “ flüsterte Paul und rückte etwas näher. „Das heißt wir haben noch zehn Minuten bevor du dich in den Weihnachtstrubel stürzen musst um mein Geschenk umzutauschen.“
„Wenn, dann wäre es ja wohl der Weihnachtsmorgentrubel“, korrigierte Sascha ihn und war fest entschlossen, die nächsten zehn Minuten die ausgestreckten Arme Pauls zu ignorieren.
Wirklich.
Er hatte keine Ahnung wie das passiert war, aber zehn Minuten später tat es ihm tatsächlich leid als er in einen anderen Bus umsteigen musste. Pauls Arme waren doch so schön kuschelig gewesen. Und sie waren nicht einmal dazu gekommen, die letzte Strophe von ‘Last Christmas‘ zu singen.
Das nächste Mal.
- fin
Für:
Autor:
Charaktere: Paul, Sascha, diverse Andere
Länge: irgendwas um 9oo
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Ein Weihnachtsmorgen
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Okay, also das hier? Das war Grütze, serviert mit Jägersoße und Spargel. Paul neben ihm schien das alles hier nicht zu stören. Weder der Schnee, der winterliche Wald, noch die furchtbare Beschallung durch das Busradio. Wenn das noch einmal „Last Christmas“ spielte während sie hier festsaßen würde er, Sascha, höchstpersönlich nach vorne zum Busfahrer gehen und das dumme Ding kaputt treten. Und wenn ihn dann seine Mitreisenden im Schnee sitzen ließen, wenigstens war es da still. Naja, zumindest klangen Schneefall und eisiger Wind nicht nach Wham!, vermutete er zumindest. Vielleicht wollte Paul neben ihm aber auch selber im Schnee landen. Er hatte wieder angefangen, dieses furchtbar idiotische Lied in dem ihm eigenen, merkwürdigen Sing Sang von sich zu geben.
„Ich schwöre, wenn du noch einmal ‘Last Christmas‘ auch nur summst, bringe ich dich um!“, zischte er daher an Paul gewandt. Paul grinste ihn nur fröhlich an und genervt ließ Sascha den Kopf gegen die Stuhllehne vor sich sinken. „Ich hasse dich“, murmelte er.
Paul hatte Schneid, dass musste man ihm lassen. Er legte den Arm um ihn und ... nein, das war kein Knuddeln, das war männlicher Wärmeaustausch. „Tust du nicht, du liebst mich“, erwiderte Paul ausgelassen und tauschte als Antwort auf sein Grummeln noch ein wenig mehr Wärme mit ihm aus.
„Wie entzückend!“ fiepte daraufhin die Oma zwei Reihen vor ihnen und gab sich nicht die geringste Mühe, sie nicht anzustarren. Paul winkte ihr zu und begann mit dem Fuß zu wippen. Es klang verdächtig nach dem Takt von ‘Last Christmas‘.
„Versteh nicht, wie die alle so gut gelaunt sein können. Wir hängen mit dem Linienbus in der Pampa fest.“
„Doch erst seit zehn Minuten“, bemerkte Paul gut gelaunt.
„Aber es ist Weihnachten!“
„Es ist zehn Uhr am Weihnachtsmorgen.“
„Plätzchen?“
„Was?!?“ Für einen Moment hatte er geglaubt, Paul würde ihm Plätzchen anbieten. Aber Paul überließ das Backen lieber seinen Schwestern oder doch gleich ganz dem Bäcker am Ende der Straße. Backen war nicht sein Ding, genauso wenig wie mit hoher Piepsstimme zu sprechen. Also drehte sich Sascha um, neigte den Kopf dann noch etwas und starrte schließlich in eine offene Keksdose. Er schaute noch ein wenig weiter und sah den Kopf des Mädchens, das ihm hier offenbar Plätzchen anbot, dahinter hervor lugen.
„Plätzchen, magst du welche?“, fragte die Kleine erneut und schüttelte ihre Keksdose ein wenig hin und her um ihr Dasein zu unterstreichen.
„Oh, das ist aber lieb von dir“, sagte Paul und griff an ihm vorbei nach einem Schokoplätzchen. Sascha war da nicht so schnell. Misstrauisch beäugte er die Kleine.
„Wieso gehst du rum und verteilst Plätzchen?“ fragte er mit hochgezogener Augenbraue.
„Weil ... äh ... “, unsicher schaute die Kleine von Paul zu Sascha und wieder zu Paul. Der hatte wohl den eindeutig freundlicheren Gesichtsausdruck.
„Weil heute Weihnachten ist und man an Weihnachten ganz besonders nett zu Anderen ist und Geschenke verteilt. Nicht wahr?“ sprang ihr Paul dann auch hilfsbereit zur Seite und stieß ihm den Ellenbogen in die Rippen. Er verzog das Gesicht, aber schaffte es dennoch, zustimmend zu nicken. Er wollte nicht noch einen Rippenstoß abbekommen. Gottergeben griff er dann auch in die Dose und schob sich ein Plätzchen in den Mund. Das Mädchen und Paul schauten ihn beide glücklich an. Irgendwo starb jetzt sicherlich ein Grinch und eine Fee jauchzte glücklich auf. Mit federnden Schritten ging das Mädchen weiter zu der alten Dame. Sascha zog es vor, sich die letzten Krümel des köstlichen Plätzchens aus den Mundwinkeln zu wischen und Paul böse anzustarren. Den schien das nicht im Geringsten zu stören, diesen teflonbeschichteten Weihnachtsatmosphärenausatmer. Es war zum Verzweifeln. Weiter vorne im Bus verteilte das kleine Mädchen weiter fleißig Plätzchen an die anderen Mitreisenden und um die alte Dame und sie hatte sich eine kleine Traube von Frauen gebildet, die offenbar ihre liebsten Backrezepte austauschten. Der Busfahrer unterhielt sich mit zwei Männern und einer Studentin über die neusten Fußballergebnisse und ganz hinten im Bus taten zwei verliebte Teenager Dinge, von deren Geräuschen Sascha schon ganz schlecht wurde. Fröhlichkeit und Harmonie bis zum Erbrechen in einem Bus, der im Schnee stecken geblieben war. Sascha konnte förmlich spüren wie Paul neben ihm an ein Weihnachtswunder dachte.
„Tu das nicht“, grummelte er.
„Was denn?“ fragte Sascha mit einer Unschuldsmine zurück.
„So positive Gedanken zu denken. Du strahlst gerade zu.“
„Oh.“ Für den Hauch einer Sekunde hatte Paul tatsächlich den Anstand, ihn betreten anzuschauen. Dann war das auch schon wieder vorbei.
„Ich tausch dein Geschenk um. Ich mach’s wirklich. Ernsthaft. Und dann ... dann bekommst du ein Tranchiermesser“, drohte Sascha jetzt.
„Für meinen Tofutruthan? Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass ich da ein extra Messer brauche“, überlegte Paul mit schief gelegtem Kopf. Sascha seufzte auf, was glücklicherweise von der Durchsage des Busfahrers übertönt wurde.
„Der Abschleppdienst ist in zehn Minuten da“, verkündete er und Beifall brandete auf. Als ob es eine großartige Leistung wäre, den Abschleppdienst zu rufen wenn man den Bus schon selbst in die Schneewehe gesetzt hatte. Sascha schnaubte.
„Ach komm schon ... “ flüsterte Paul und rückte etwas näher. „Das heißt wir haben noch zehn Minuten bevor du dich in den Weihnachtstrubel stürzen musst um mein Geschenk umzutauschen.“
„Wenn, dann wäre es ja wohl der Weihnachtsmorgentrubel“, korrigierte Sascha ihn und war fest entschlossen, die nächsten zehn Minuten die ausgestreckten Arme Pauls zu ignorieren.
Wirklich.
Er hatte keine Ahnung wie das passiert war, aber zehn Minuten später tat es ihm tatsächlich leid als er in einen anderen Bus umsteigen musste. Pauls Arme waren doch so schön kuschelig gewesen. Und sie waren nicht einmal dazu gekommen, die letzte Strophe von ‘Last Christmas‘ zu singen.
Das nächste Mal.
- fin
no subject
Date: 2010-12-26 10:12 pm (UTC)Awww, sie ist süß. *__*
Eingeschneite Busse sind derzeit ja nun echt kein realitätsfernes Ding, da ist es doch nett und flauschig, wenn man es sich beim Warten etwas gemütlicher macht. Wer kann Plätzchen schon widerstehen, bzw. geöffneten Armen? *__* Spread the love!
Und äh...Last christmas hat mehr als eine Strophe? *hust*
Vielen Dank für die Geschichte, habe mich sehr gefreut und hoffe, du hattest auch ein schönes, entspannendes, fröhliches Weihnachten :D