ext_184151: (Default)
[identity profile] nyx-chan.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Titel: ‚Ähm‘ ist eine gute Antwort
Für: [livejournal.com profile] luinaldawen 
Autor: [livejournal.com profile] leviathans_moon 
Genre: Original
Wörter: ca. 900
Disclaimer: Alles meins.
Rating: PG-13
Challenges: „Ist das alles?“, Wer A sagt, muss auch B sagen
Kommentar: Lee und Ben wohnen in Manchester, aber Lee ist halber Deutscher, weshalb seine Familie in Deutschland wohnt. Ben ist kompletter Engländer und Sportjournalist. Lee ist Fußballspieler, aber das ist hier nicht wichtig. Die zwei sind seit ungefähr fünf Jahren verheiratet, Civil Partnership nennt man das in Großbritannien.
Ich hoffe, es gefällt und entspricht ein wenig den Wünschen. Frohe Weihnachten und viel Spaß damit^^.


Es lief ungefähr so ab.
„Hi Mum.“
„Lee, möchten du und Ben nicht zu Weihnachten auch mal wieder zu uns kommen? Deine Schwestern sind auch da, selbst Lisa, und ihr müsstet ja auch nichts machen, ich koche ja und wir besorgen den Baum und so.“
„Ähm –“
„Sehr schön. Könnt ihr dann vielleicht ein bisschen von dieser leckeren Karamell-Schokolade mitbringen, die ich so gerne mag? Du bist ein Schatz. Sagt Bescheid, wann genau ihr kommt und ob mit Flugzeug oder mit Auto, okay. So, ich muss los, die Arbeit ruft. Grüß Ben von mir.“ Und es tutete in der Leitung und Lee stand im Flur und starrte die Wand an.

Es ging ungefähr so weiter.
„Aber wir hatten doch meinen Eltern schon zugesagt, hast du das deiner Mutter nicht gesagt?“ Ben stand mit verschränkten Armen in der Küche, während Lee den Tee bereitete.
„Naja doch, aber sie war dann so traurig, weil wir die letzten zwei Jahre schon bei deinen Eltern waren und so. Du weißt schon.“
„Hast du überhaupt irgendwas gesagt außer ‚Hi mum‘ und eine farbenfrohe Auswahl an ‚ähm’s?“
Lee drehte sich defensiv um. „Es ist ja nicht so, als hätte ich eine Chance bei dieser Frau überhaupt ein Wort dazwischen zu schieben, selbst wenn sie nicht meine Mutter wäre. Und du schaffst das auch nicht, was ist deine Ausrede?“
„Sie ist meine Schwiegermutter, das ist schlimmer, als wenn sie meine Mutter wäre. Ich darf mir überhaupt nichts Schlechtes erlauben.“
Lees Augen blitzten triumphierend auf. „Ha, siehst du, wenn du ans Telefon gegangen wärst, wäre dasselbe dabei herausgekommen, also warum diskutieren wir eigentlich darüber.“
„Aber du sagst meinen Eltern Bescheid, dass wir doch nicht kommen,“ funkelte Ben und schlenderte aus der Küche. Der Kessel pfiff.
„Aber es sind deine Eltern.“ Lee bekam nie eine Antwort.

Die Planung wurde in 10 Minuten abgetan.

Lee stand im Bad und putzte sich die Zähne. Ben lag schon im Bett und arbeitete am Laptop.
„Wo sind wir nun zu Weihnachten?“ sagte er, während er auf die Tastaturen haute.
„Hm?“ Lee schob seinen Kopf um die Ecke und schaute fragend zum Bett.
„Weihnachten – wo?“
„Deutschland.“
„Meine Eltern wissen das auch?“
Lee verschwand kurz, man konnte den Wasserhahn und Gurgeln hören, dann kam er aus dem Bad. „Nein, sie warten jetzt darauf, dass wir am 24. dort auftauchen, weißt du.“
„Fliegen wir?“
„Ich werde nicht mit dem Auto durch den Schnee fahren.“
„Was, wenn die Flughäfen dicht sind.“
„Dann fahren wir.“
„Okay, du besorgst den Flug. Am besten am 23.“
Lee seufzte und schaute Ben an. „Warum ich?“
„Es sind deine Eltern.“
Ben klappte den Laptop zu, schaltete sein Licht aus und drehte sich auf die Seite. Lee pikste ihn in den Rücken und kuschelte sich dann in die Decke, seine Füße streiften Bens zum Aufwärmen.

Es passierte, was passieren musste.

„Du weißt aber schon, dass wir diesmal beide wegfliegen, zum selben Ort?“
Ben grinste. Sie lagen auf dem Boden im Schlafzimmer in einem Chaos von Sachen, wovon sie nur noch zwei anhatten. Das Bett war von den zwei Koffern in Beschlag genommen worden.
„Aber wir haben immer Sex, bevor einer von uns auf Reisen geht.“
„Ja, einer von uns – nicht beide – zusammen,“ lachte Lee. Und dann schaute er erschrocken zu Ben. „Oder hast du etwa vor, die ganze Woche lang keinen Sex zu haben?“
„Ich werd doch nicht im Haus deiner Eltern mit dir schlafen,“ sagte Ben ernst. Lee schlug ihm nur auf den Arm.
„Spinner.“ Ein Kuss auf den Mund und er rappelte sich auf und zog sich wieder an. „Los, wir müssen noch zu Ende packen. Wo hast du die Schokolade hingetan?“


Das Flugzeug landet, schlittert ein wenig und Lees Hand sucht nach Bens. Dieser schüttelt immer noch den Kopf über Lees Flugangst. Der Mensch kann sich sonst an alles gewöhnen, aber für Lee war es egal, dass er mindestens zwei Mal im Monat ein Flugzeug betreten musste, die Angst wurde nicht weniger. Während andere Passagiere sich sofort abschnallten, sobald das Flugzeug den Boden berührte, blieb Lee angeschnallt sitzen bis die Türen aufgingen.
Als sie schließlich ihr Gepäck haben und den Zoll passieren, wartet Lees Mutter auf sie, wirft ihre Arme um ihren Sohn.
„Ich bin so froh, dass ihr kommen konntet.“
„Du hast uns nicht so unbedingt eine Wahl gelassen, Mum,“ grinst Lee. Sie lächelt zurück wie ein Unschuldsengel und umarmt Ben.
„Habt ihr mir denn meine Schokolade mitgebracht?“ fragt sie.
„Zehn Tafeln.“
„Ist das alles?“ Sie lacht und hakt sich bei Lee unter.
„Weißt du, Mum, es gibt da so eine Sache, die nennt sich Post. Da kann man dann was einpacken und klebt da so ein Zettelchen drauf, was man vorher bezahlt hat und dann wird das Ganze innerhalb weniger Tage dahin geschickt, wo man es haben will. Wir können das gerne mal ausprobieren.“
Ben bleibt mit den Koffern zurück, aber das ist ihm egal. Er liebte diese Familie, Lees fünf Geschwister, die allesamt ihre Ansprüche und Macken hatten - Lee war da fast noch der Einfachste - seine verrückte Mutter, sein stiller Vater, die dämlichen Hunde, die regelmäßig in den Pool fielen, weil sie nicht aufpassten, wo sie hinliefen, die Katze, die sich liebend gerne unter der Couch verkroch und dann die Beine jedes Vorbeilaufenden ansprang und das Chaos, das immer entstand, sobald mehr als drei Familienmitglieder auf einem Haufen waren. Ben lächelt, nimmt je einen Koffer in eine Hand, folgt seiner anderen Familie, und ist froh, dass Lee bei diesem Telefonat nur ‚Hi mum‘ und ‚ähm‘ gesagt hat.

Date: 2010-12-25 05:53 pm (UTC)
luinaldawen: (kawaii)
From: [personal profile] luinaldawen
OMG, danke! *o*
Ich finde es ganz, ganz toll und es war genau das richtige in meinem total angenervtem Zustand.
Lee und Ben sind einfach toll (und meinen Glückwunsch an die beiden, dass sie es zu Weihnachten mit dem Flugzeug nach Deutschland geschafft haben XD), es hat so dermaßen großen Spaß gemacht, die beiden zu lesen, dass ich richtig enttäuscht war, als es vorbei war.
Einfach hinreißend, ich bin total hin und weg <3
Danke, danke, danke! *umknuddel*

Date: 2010-12-25 08:22 pm (UTC)
From: [identity profile] exiles-diary.livejournal.com
Sou XD ich wollte dem Wichtelkind den Vortritt lassen.
Ich fand die Story auch total goldig und irgendwie war das so... aus dem Leben gegriffen. Ich fand das echt schön zu lesen.
Wirklich toll gemacht ^^

Date: 2010-12-25 11:54 pm (UTC)
From: [identity profile] kurimukeiki.livejournal.com
Mütter - man muss sie lieben, ohne sie wäre das Leben doch langweilig!
Von Lee und Ben plus Verwandschaft würde ich gerne mehr lesen. ^.^

Date: 2010-12-26 07:47 pm (UTC)
From: [identity profile] rei17.livejournal.com
Awww, ist das süß. <3
Wunderschöne Fic, hat mir sehr gefallen. Ben und Lee sind einfach nur putzig und domestic. Ganz viel Liebe.
Lee's Mutter klingt ja auch ganz reizend.
Und Weihnachtsstress wäre ja nicht komplett mit Eltern die sich darum streiten wen man nun zuerst zu besuchen hat. *g* Und die Tradition Sex zu haben, bevor sie wegfliegen hat mir auch sehr gefallen. XD

Profile

120_minuten: (Default)
Die Uhr läuft ... jetzt!

Most Popular Tags

January 2026

M T W T F S S
   1 234
567891011
12131415 161718
19202122232425
262728293031 

Style Credit

Powered by Dreamwidth Studios