ext_184151: (Default)
[identity profile] nyx-chan.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Fandom: Original
Für: [livejournal.com profile] kurimukeiki 
Autor: [livejournal.com profile] tsutsumi 
Genre: comedy
Personen: Onkel, Tante, Thomas
Warnung: oberflächlich vulgäre Bemerkungen, drama-Style
Wörter: ~870
Verwendete Challenges: „Was soll ich denn damit?“, Nichts ist wie es scheint
Anmerkungen: Da du, mein liebes Wichtelkind, nichts Düsteres lesen zu wollen scheinst, habe ich mich einfach mal an etwas (hoffentlich) Lustigem und Anrührendem versucht. Ich hoffe, hoffe, hoffe, dass du Spaß damit hast. 

Einblick in ein deutsches Wohnzimmer. 24.12. (der Leser darf sich an dieser Stelle frei für ein Jahr entscheiden). Ein Esstisch mit Geschirr (Zwiebelmuster), halbvollen Tellern (Kartoffelsalat und Würstchen), weggerückte Stühle, ein geschmückter Weihnachtsbaum in der Ecke neben dem Fernseher. Drei Menschen sitzen um den Baum herum: Onkel Rolf, Tante Kerstin, Neffe Thomas (zarte sechzehn Jahre). Dem Leser soll hier nicht in langer, ausschweifender und tragischer Art und Weise dargelegt werden, warum Thomas weder Eltern noch Geschwister hat- dies sei der eigenen Fantasie überlassen. Wichtig ist vor allem der Moment: Das Auspacken der Geschenke.
Thomas: Das Geschenkpapier ist…rosa.
Tante Kerstin: Stör dich nicht dran, wir hatten kein anderes mehr da.
Thomas: Ich störe mich nicht, ich finde es nur bemerkenswert. Ist das dasselbe wie vor zwei Jahren? Und vor drei?
Onkel Rolf: Wir sind eben sehr sparsam.
Thomas: Das könnte auch daher rühren, dass ich in den letzten Jahren nichts zum Geburtstag bekommen habe.
Onkel Rolf: Heute ist dein Geburtstag.
Thomas: Richtig. Und Weihnachten. Das sind zwei Begebenheiten, die rein zufällig auf denselben Tag fallen.
Tante Kerstin: Geld wächst nicht auf Bäumen.
Thomas: Mercedes Benze auch nicht.
Tante Kerstin: Was wird das hier? Pubertäre Rebellion? Hör mal, ich habe wirklich nicht die Nerven-
Ihre Worte werden übertönt vom Geräusch raschelnden Geschenkpapiers (rosa) als Thomas sein Paket weiter auspackt und eine hellblaue Unterhose mit Tannenbaumsymbolen zutage fördert.
Thomas: Ernsthaft?
Onkel Rolf: Sie ist funktionell und passt zur Saison.
Thomas: Wieviele schlaflose Nächte habt ihr wohl beim Überlegen dieses Geschenks durchgewacht?
Onkel Rolf: Gern geschehen, Rotzbengel. Hättest du näher hingesehen, hättest du bemerkt, dass sie aus Satin ist.
Thomas: Aber ich lade mich an Satin auf. Soll ich meine künftige Herzensdame mit Elektroschocks bezirzen?
Tante Kerstin: Welche Zukünftige? Als ob du jemals eine Freundin gehabt hättest bisher.
Sie beugt sich vor und greift aus dem übersichtlichen Haufen Geschenke eines heraus, an dem ein Schildchen mit ihrem Namen hängt. Während sie es auswickelt, runzelt sie die Stirn mehr und mehr zu einem fragenden Blick.
Tante Kerstin: Was ist das?
Thomas: Das sind Batterien mit bei. Kommen da hinten rein.
Tante Kerstin: Versteh ich nicht. Ist das ein Nackenmassagegerät?
Sie dreht die Packung in ihren Händen bis ihr Blick an einer Abbildung mit einer nackten Blondine festfriert, die lasziv die Lippen schürzt.
Thomas: Lass es mich so sagen: Es ist eher für die innere Anwendung.
Tante Kerstin: Das- oh Gott- wie kommst du denn auf so eine Idee? Was soll ich denn damit?!
Thomas: (schulternzuckend) Ich dachte, du bist untervögelt und hast deswegen immer so schlechte Laune? Ich wollte nur behilflich sein.
Onkel Rolf: Das kann ja wohl nicht wahr sein!
Thomas: Ich hab erst überlegt, ob ich dir auch einen schenke, aber dafür hat mein Taschengeld dann doch nicht gereicht.
Tante Kerstin: (Das Päckchen von sich wegschiebend) Ich will das nicht. Geh mir weg damit. Das ist ja ekelhaft.
Thomas: Prima, dann kann ich ihn ja haben.
Onkel Rolf: Das ist ja wohl die Höhe! Den bringst du gefälligst zurück zu- Moment mal, wie bist du überhaupt da rangekommen? Du bist noch viel zu jung für Sexshops!
Thomas: Sicher. (erneutes Schulternzucken) Aber nicht für Dildoking.de.
Onkel Rolf: Was? Aber wie ohne Kreditkarte..?
Thomas: (süffisantes Lächeln) Manche Leute sollten ihre Kreditkarten nicht offen auf dem Schreibtisch liegenlassen.
Tante Kerstin: (theatralisch seufzend) Und es schien so ein netter Heiligabend zu werden…
Thomas: Tja, nichts ist wie es scheint, oder? Ich finde es ja auch reichlich unfair: Du hast so einen tollen Vibrator- sogar in Delfinform. Ich hab da extra drauf geachtet. Du kannst ihn sogar in der Badewanne benutzen. Und mir schenkst du eine hässliche, elektrisierende Unterhose mit Weihnachtsbäumen drauf.
Tante Kerstin: Dummer Junge. Das soll ein Geschenk sein? Eine Beleidigung ist das. Dieses Ding kannst du…kannst du
Thomas: …dir in den Arsch schieben? Gerne doch.
Onkel Rolf: (ein wimmerndes Geräusch machend) Oh Gott, der Junge ist schwul! Das darf nicht wahr sein!
Thomas: Bin ich nicht. Ich habe nur spezielle Vorlieben.
Er verschränkt die Arme.
Onkel Rolf: Schluss jetzt! Da, nimm deine Unterhose und hau ab in dein Zimmer! Ich will dich heute Abend nicht mehr sehen!
Thomas nimmt ihm das Kleidungsstück ab, geht am Plattenspieler vorbei, der sich im Laufe des Gespräches verschluckt hat und auf einem Kratzer herumhüpft („Stille Nacht, heil- Stille Nacht, heil- Stille Nacht, heil-) und verlässt den Raum. Er betritt sein Zimmer, verschließt die Tür hinter sich, öffnet sein Parterrefensterund wischt mit der rechten Hand beiläufig Schnee vom Fensterbrett während er mit der linken nach seinem Handy in der Hosentasche angelt. Er tippt auf den Tasten herum und wartet bis das erste Klingeln ertönt ehe er sich das Telefon an die Wange presst.
Thomas: Ja, ich bin´s. Hat ein bisschen gedauert…Was? Nein, ich denke nicht, dass der Delfin übertrieben war. Zur Not können wir uns das Ding immer noch in die Vitrine im Bad stellen. Jedenfalls komm ich gleich vorbei, du kannst also die Feuerzangenbowle schon mal anschmeißen. Und zur Feier des Tages (sein Blick fällt auf die Unterhose) hab ich was Nettes für ein Lagerfeuer dabei.
Kurze Pause.
Thomas: Und achja: Danke, dass du meinen Geburtstag nicht untergehen lässt.
Er lächelt. Dann zieht er sich eine Jacke über, nimmt etwas Schwung und klettert aus dem Fenster, in die Dunkelheit hinein.

Date: 2010-12-25 11:52 pm (UTC)
From: [identity profile] kurimukeiki.livejournal.com
Herrlich! Verkorkste Familien sind so wunderbar *_* Das Verlangen, einer gewissen Person einen Vibrator aus scherzhaftem Protest zu schenken, kenne ich tatsächlich selbst sehr gut. XD
Insofern hast du eigentlich die perfekte Geschichte für mich verfasst.
Und dann auch noch mit schönem, weihnachtlichem Eierkuchen-Ende ^^
Vielen lieben Dank!!

Date: 2010-12-26 07:41 pm (UTC)
From: [identity profile] rei17.livejournal.com
Onkel Rolf: (ein wimmerndes Geräusch machend) Oh Gott, der Junge ist schwul! Das darf nicht wahr sein!
Thomas: Bin ich nicht. Ich habe nur spezielle Vorlieben.

*rofl* xD
Bei dem Satz musste ich laut losprusten.

Oh Gott, war das böse. Ich finds ja irgendwie toll, wenn Leute sich so rundum anhassen. XD
Aber schön, dass Thomas dann irgendwie, irgendwo doch noch wen hat, der sich für seinen Geburtstag interessiert und den er mit seiner neuen, schicken Weihnachtsunterhose glücklich machen kann. ^__^
Entzückende FF. ;)

Profile

120_minuten: (Default)
Die Uhr läuft ... jetzt!

Most Popular Tags

January 2026

M T W T F S S
   1 234
567891011
12131415 161718
19202122232425
262728293031 

Style Credit

Powered by Dreamwidth Studios