Das 5. Türchen
Dec. 5th, 2010 03:39 amAutor:
der_jemand
Fandom: Original
Challenge: “So war das aber nicht gedacht.“ und Kalte Füße.
Charaktere: Gregor, Tanja undMerlin Loredana Mel
Wörter: 804
Warnungen: Ungebetaed. Sappy. ...Desweiteren bin ich übermüdet und betrunken.
Dank:
nachanca und
nyx_chan, die mit mir wach geblieben sind und sich alle Mühe gegeben haben, mir in den Arsch zu treten und mich vorm Wahnsinn zu retten. ...Danke.
Weihnachten. Weihnachten ließ sich relativ einfach in Worte fassen: Traditionen, Tannengrün, Glühwein, Hass und Familie. Nicht unbedingt in dieser Reihenfolge.
Für mich hatte das die meiste Zeit meines Lebens bedeutet, Kartoffelsalat mit Bockwürstchen zu essen, in die Messe zu gehen, Geschenke zu bekommen, die ich mir nie gewünscht hatte, und Drei Haselnüsse für Aschenbrödel zu sehen. ...Und dann war ich ausgezogen. Seit dem sah die Tradition vor, sich in der Küche zu verschanzen und Plätzchen zu backen, die anschließend auf dem Sofa beim Gucken von Aschenbrödel verzehrt werden mussten. Supermarkt-Glühwein war obligatorisch.
Es war hochgradig armselig, aber ich freute mich schon jedes Jahr im September darauf.
„Was machst du denn hier?“
„Ich finde, dass du Weihnachten nicht allein verbringen solltest.“ Mel war eine wunderbare Frau, deren einziger Fehler in ihrer Tendenz bestand, aus dem Nichts aufzutauchen. - Sie behauptete, dass sei elementarer Teil ihres Charmes, mich verstörte es in diesem Moment ungemein.
„Wer sagt, dass ich allein bin?“
„Du. Jedes Jahr wieder.“ Sie lächelte hinter ihrem buntgemusterten Schal zu mir hoch.
„Und feierst du nicht jedes Jahr wieder mit deiner Mutter?“
Sie zuckte mit den Achseln. „Klar. Ich war bei ihr. Und ich hab dir Dinkelkekse von ihr mitgebracht.“ Grinsend streckte sie mir eine Plastiktüte mit etwas entgegen, das verdächtig an Briketts erinnerte.
„Was ist, lässt du mich rein?“
„Muss das sein?“
„Gregor, ich bin deine beste Freundin. Und ich kann die Krokantplätzchen riechen.“
Ich bin mir noch heute, Jahre später, sicher, dass ich ihr die Tür vor der Nase zu geschlagen habe. - Das hinderte sie natürlich nicht daran, Sekundenbruchteile später auf meinem Sofa zu sitzen und irgendwie Saw I in den Videorekorder geschmuggelt zu haben.
Mein Handy klingelte keine zwei Minuten später.
„Tanja, frohe Weihnachten! - Wie geht’s dir, Schwesterchen?“
„Ich glaube, meine Füße sind mir abgefroren.“
„Was?“
„Deine Hausnummer, 11?“
„31. Aber-“
„Das erklärt vieles. Ich bin gleich bei dir.“
Sie hatte aufgelegt, bevor ich noch irgendwelche Fragen stellen oder sonstwie ein guter großer Bruder sein konnte.
Als es klingelte, vermutete ich fast, dass irgendeiner meiner alten Kommilitonen oder Benni, mit dem ich im Kindergarten gewesen war, vor der Tür stehen würde. Es wäre typisch gewesen. Tatsächlich war es aber Tanja. Ihr Make Up war verschmiert und ihr hingen Schneeflocken im schwarzgefärbten Haar.
„Schwesterchen...“
„Es ist arschkalt. Und dein Vater ist ein Mistkerl.“
Natürlich hatte sie Stress mit Papa.Das hatte sie jedes Jahr um diese Zeit. Einer meiner Gründe dafür, dass ich Weihnachten hasste. Ich legte meine Arme um sie und einen kurzen Moment ließ sie sich einfach drücken, bevor ihr wieder einfiel, dass sie neunzehn war und es verdammt noch mal niemanden gab, der sie verstehen konnte, und dass sie Weihnachten hasste wie die Pest.
„Ich kann meine Füße nicht mehr spüren...“
„Komm rein, ich mach grad Glühwein warm. - Mel, mach dich nützlich und hol ne Decke aus dem Schlafzimmer!“
Tanja schloss erst die Wohnungstür, bevor sie mich fragend ansah. „Mel? Deine Freundin?“
„So seh ich aus. Mel ist ne Lesbe und auf der Flucht vor dem Tofu-Weihnachtsbraten ihrer Mutter.“
„Das hab ich gehört!“
„Na und?“
„Du hast die Dinkelkekse vergessen!“
Ich legte meiner Schwester die Hand auf die Schulter. „Ich bring dir gleich den Glühwein.“
Erst als ich die mit Rentieren bedruckte Tasse aus der Mikrowelle nahm, kam ich dazu, mich zu fragen, wie zur Hölle meine kleine Zwei Zimmer-Wohnung zum Asyl für Weihnachtsfamilienflüchtlinge hatte werden können. Und warum es mich fast nicht störte.
Verdammt, ich war ein Gewohnheitstier. Der heilige Abend gehörte mir allein. Mir und den Keksen und Aschenbrödel. Wie sollte man sonst dem Feiertagswahnsinn entkommen?
Ich gstellte die Rentiertasse auf das Tablett, das mir meine Mutter letztes Jahr zum Geburtstag geschenkt hatte und dass ich noch nie gebraucht hatte. Die Plätzchen waren noch warm, als ich sie in die Müslischale neben den Tassen füllte.
„So, da ist der...“
Tanja saß auf dem Sofa, in eine Wolldecke gewickelt und ihr Kopf lag auf Mels Schulter, die meiner Schwester grade das Haar aus dem Gesicht strich.
„Schh, sie schläft.“
„Das... Sie schläft bei Saw ein?“
Mel grinste mich an. „Du bringst mir Plätzchen?“
„Offenbar.“ Ich stellte das Tablett auf dem Wohnzimmertisch ab und setzte mich neben sie. „Ich hab sogar Glühwein.“
„Oho!“
„Wenn wir zu Aschenbrödel umschalten können.“
„Für Glühwein tu ich fast alles.“
Ich legte einen Arm um ihre Schulter und schob mir ein Plätzchen zwischen die Zähne.
„Frohe Weihnachten, Gregor.“
So hatte ich mir den Heilig Abend nicht vorgestellt. Aber ich musste zugeben, dass es so schlimm nicht war. Ich hatte meine Schwester, meine beste Freundin und Aschenbrödel. Das hatte fast das Zeug zu einer neuen Tradition.
„Frohe Weihnachten.“
Fandom: Original
Challenge: “So war das aber nicht gedacht.“ und Kalte Füße.
Charaktere: Gregor, Tanja und
Wörter: 804
Warnungen: Ungebetaed. Sappy. ...Desweiteren bin ich übermüdet und betrunken.
Dank:
Weihnachten. Weihnachten ließ sich relativ einfach in Worte fassen: Traditionen, Tannengrün, Glühwein, Hass und Familie. Nicht unbedingt in dieser Reihenfolge.
Für mich hatte das die meiste Zeit meines Lebens bedeutet, Kartoffelsalat mit Bockwürstchen zu essen, in die Messe zu gehen, Geschenke zu bekommen, die ich mir nie gewünscht hatte, und Drei Haselnüsse für Aschenbrödel zu sehen. ...Und dann war ich ausgezogen. Seit dem sah die Tradition vor, sich in der Küche zu verschanzen und Plätzchen zu backen, die anschließend auf dem Sofa beim Gucken von Aschenbrödel verzehrt werden mussten. Supermarkt-Glühwein war obligatorisch.
Es war hochgradig armselig, aber ich freute mich schon jedes Jahr im September darauf.
„Was machst du denn hier?“
„Ich finde, dass du Weihnachten nicht allein verbringen solltest.“ Mel war eine wunderbare Frau, deren einziger Fehler in ihrer Tendenz bestand, aus dem Nichts aufzutauchen. - Sie behauptete, dass sei elementarer Teil ihres Charmes, mich verstörte es in diesem Moment ungemein.
„Wer sagt, dass ich allein bin?“
„Du. Jedes Jahr wieder.“ Sie lächelte hinter ihrem buntgemusterten Schal zu mir hoch.
„Und feierst du nicht jedes Jahr wieder mit deiner Mutter?“
Sie zuckte mit den Achseln. „Klar. Ich war bei ihr. Und ich hab dir Dinkelkekse von ihr mitgebracht.“ Grinsend streckte sie mir eine Plastiktüte mit etwas entgegen, das verdächtig an Briketts erinnerte.
„Was ist, lässt du mich rein?“
„Muss das sein?“
„Gregor, ich bin deine beste Freundin. Und ich kann die Krokantplätzchen riechen.“
Ich bin mir noch heute, Jahre später, sicher, dass ich ihr die Tür vor der Nase zu geschlagen habe. - Das hinderte sie natürlich nicht daran, Sekundenbruchteile später auf meinem Sofa zu sitzen und irgendwie Saw I in den Videorekorder geschmuggelt zu haben.
Mein Handy klingelte keine zwei Minuten später.
„Tanja, frohe Weihnachten! - Wie geht’s dir, Schwesterchen?“
„Ich glaube, meine Füße sind mir abgefroren.“
„Was?“
„Deine Hausnummer, 11?“
„31. Aber-“
„Das erklärt vieles. Ich bin gleich bei dir.“
Sie hatte aufgelegt, bevor ich noch irgendwelche Fragen stellen oder sonstwie ein guter großer Bruder sein konnte.
Als es klingelte, vermutete ich fast, dass irgendeiner meiner alten Kommilitonen oder Benni, mit dem ich im Kindergarten gewesen war, vor der Tür stehen würde. Es wäre typisch gewesen. Tatsächlich war es aber Tanja. Ihr Make Up war verschmiert und ihr hingen Schneeflocken im schwarzgefärbten Haar.
„Schwesterchen...“
„Es ist arschkalt. Und dein Vater ist ein Mistkerl.“
Natürlich hatte sie Stress mit Papa.Das hatte sie jedes Jahr um diese Zeit. Einer meiner Gründe dafür, dass ich Weihnachten hasste. Ich legte meine Arme um sie und einen kurzen Moment ließ sie sich einfach drücken, bevor ihr wieder einfiel, dass sie neunzehn war und es verdammt noch mal niemanden gab, der sie verstehen konnte, und dass sie Weihnachten hasste wie die Pest.
„Ich kann meine Füße nicht mehr spüren...“
„Komm rein, ich mach grad Glühwein warm. - Mel, mach dich nützlich und hol ne Decke aus dem Schlafzimmer!“
Tanja schloss erst die Wohnungstür, bevor sie mich fragend ansah. „Mel? Deine Freundin?“
„So seh ich aus. Mel ist ne Lesbe und auf der Flucht vor dem Tofu-Weihnachtsbraten ihrer Mutter.“
„Das hab ich gehört!“
„Na und?“
„Du hast die Dinkelkekse vergessen!“
Ich legte meiner Schwester die Hand auf die Schulter. „Ich bring dir gleich den Glühwein.“
Erst als ich die mit Rentieren bedruckte Tasse aus der Mikrowelle nahm, kam ich dazu, mich zu fragen, wie zur Hölle meine kleine Zwei Zimmer-Wohnung zum Asyl für Weihnachtsfamilienflüchtlinge hatte werden können. Und warum es mich fast nicht störte.
Verdammt, ich war ein Gewohnheitstier. Der heilige Abend gehörte mir allein. Mir und den Keksen und Aschenbrödel. Wie sollte man sonst dem Feiertagswahnsinn entkommen?
Ich gstellte die Rentiertasse auf das Tablett, das mir meine Mutter letztes Jahr zum Geburtstag geschenkt hatte und dass ich noch nie gebraucht hatte. Die Plätzchen waren noch warm, als ich sie in die Müslischale neben den Tassen füllte.
„So, da ist der...“
Tanja saß auf dem Sofa, in eine Wolldecke gewickelt und ihr Kopf lag auf Mels Schulter, die meiner Schwester grade das Haar aus dem Gesicht strich.
„Schh, sie schläft.“
„Das... Sie schläft bei Saw ein?“
Mel grinste mich an. „Du bringst mir Plätzchen?“
„Offenbar.“ Ich stellte das Tablett auf dem Wohnzimmertisch ab und setzte mich neben sie. „Ich hab sogar Glühwein.“
„Oho!“
„Wenn wir zu Aschenbrödel umschalten können.“
„Für Glühwein tu ich fast alles.“
Ich legte einen Arm um ihre Schulter und schob mir ein Plätzchen zwischen die Zähne.
„Frohe Weihnachten, Gregor.“
So hatte ich mir den Heilig Abend nicht vorgestellt. Aber ich musste zugeben, dass es so schlimm nicht war. Ich hatte meine Schwester, meine beste Freundin und Aschenbrödel. Das hatte fast das Zeug zu einer neuen Tradition.
„Frohe Weihnachten.“
no subject
Date: 2010-12-05 11:12 am (UTC)Dafür hat es sich gelohnt, so lange wach zu bleiben! Jetzt hab ich auch Lust auf Glühwein, aber verdammt, schon um 12 mit dem Saufen anfangen? So asozial bin ich auch nicht, auch wenn ich Student bin... XD
Sie sind so herzallerliebst und was will ein Mann mehr, als drei großartige Frauen um sich zu scharen am Weihnachtsabend, die er liebt und trotzdem Single ist. Er ist soo liebenswert - darf ich ihn auch als BFF haben? Ö_Ö
Und yeah, wir wissen ja, was mit Mel und Tanja noch war! *husthust* XD~
Gib mir SpinOffs zu ihnen!
Sehr schöner Beitrag. Ich könnt mich wieder zurück ins Bett kugeln. *-*
<33
no subject
Date: 2010-12-05 04:14 pm (UTC)Und noch mehr danke noch mal wegen gestern abend und... überhaupt.^^
no subject
Date: 2010-12-06 06:50 pm (UTC)Hach, wunderbar, dass es dir gefällt. *__*
Gib mir SpinOffs zu ihnen!
Uhm... ähm... Ich habe heute permanent an sie gedacht. >__>
Und daran, dass ich nächstes Jahr ein Nano-Year machen werde. 50.000 Wörter in 365 Tagen... Anspruchvoll, aber vielleicht sogar machbar....Du machst mein Hirn kaputt. Ich wollte am Sonntagmorgen beschließen eine Schreibpause zu machen und dann schreibst du den Kommentar und ich fang an zu planen, was ich alles schreiben kann. Duh. >_<
Ach egal. *flauuusch*
no subject
Date: 2010-12-06 07:14 pm (UTC)So pleeaase pleeeaase pleeaasee write more stuff for meee~~ XD Ich approve total dein Nano-Jahr! Ich stehe dir willig und billig zur Seite, wenn du wieder meine Haare, meine dämlichen Kommentare,
meine Brüste und meine Kochkünstemeine Liedervorschläge und mein Anfeuern brauchst <333 *dich mit Inspirationspuder via schüttelnde Ponpons bestäubt*Und, was hast du schon schönes ausgebrütet, Liebes? *_*
<3
no subject
Date: 2010-12-06 12:51 pm (UTC)Scheint aber ja, als hätte es sich zumindest etwas gelohnt, dass ich bis 2 wach war - wenn auch nicht für meine eigene Geschichte. x3
Ich mag Tanja. Und bei Dinkelkeksen muss ich an meine Oma denken...
Jetzt möchte ich auch Weihnachtsgeschichten schreiben. Ich stelle mir grad schon meinen Nano-Protagonisten mit Weihnachtsmütze vor...oh ja, jetzt möchte ich ein Spin-off schreiben! <3 (Das wird mein Protagonist mir vermutlich ewig übel nehmen...aber du bist ja Schuld. :3)
Konstruktive Kritik kann man von mir erst wieder im nächsten Jahr erwarten...
no subject
Date: 2010-12-06 06:46 pm (UTC)Aber, tut mir leid, ich wollte kein Glühweinvermissen starten.^^"
Freut mich, dass es dir gefällt (moment, nein, das steht da nicht, ...dass es eine positive WIrkung auf dich hat ;)), und freut mich noch mehr, dass deinen armen Nano-Protagonisten jetzt in die Weihnachtszeit wirfst.^__^ Weihnachtsgeschichten sind völlig unterbewertet... Also, Weihnachtsgeschichten mit Charakteren, die es einem übel nehmen.^^