Das 4. Türchen :D
Dec. 4th, 2010 04:00 pmHoffentlich nicht zu früh '_'
Titel: Ein Angebot, das man ausschlagen kann
Fandom: Original
Charas: Rayn, Zarifah
Rating: PG
Warnings: nichts diesmal, glaub ich...
Note: Gehört zum State of Decay Verse. Rayn bekommt ein ‘unmoralisches‘ Angebot von Zarifah abin Nahela...
Wordcount: 2700~
Challenge: "Ich glaube nicht, dass das eine gute Idee ist ..."
Contact: batdriven[at]googlemail[dot]com
~*~
Nachdem sie die Tür hinter sich geschlossen hatte und sich draußen auf dem Flur die Schritte entfernten, kam Rayn nicht umhin einmal laut ein- und wieder auszuatmen.
Sofort stützte er sich mit den Unterarmen auf der Trage ab, ließ den Kopf hängen und schloss für einen Moment die Augen, bevor er sich mit dem rechten Handballen über die geschlossenen Lieder rieb und dann die Karte aus dem Hosenbund zog. Hotel Pierre.
Diese Frau war... anstrengend. Er wusste nicht, ob er dieses höfliche Geplänkel durchhalten würde. Er war nicht so. Selbst in seiner ihr entgegengebrachten Respektlosigkeit, war er für seine Verhältnisse noch immer höflich gewesen. Die Frage hierbei war also, warum er es getan hatte.
Er wusste die Antwort selbst nicht und hatte auch nicht vor anzufangen sich vor sich selbst zu rechtfertigen. Und so beschloss Rayn sich vorerst nicht mehr darüber den Kopf zu zerbrechen und stattdessen zu duschen und sich etwas Vernünftiges zum Anziehen zu besorgen.
Eigentlich müsste in seinem gemieteten Apartment noch ein Anzug sein, doch während er sich nachlässig mit einem Handtuch abrieb und hastig seine Klamotten anzog, die er mit hatte, beschloss er nicht so förmlich dort aufzukreuzen. Einfach nur, um ihr zu zeigen, dass er nicht in ihre Schickimicki-Welt hineingehörte - und auch nicht vorhatte sich anzupassen.
Die wenigen Sachen, die er dabei hatte, waren schnell eingepackt. Das Taxi wartete schon am Hinterausgang und fuhr Rayn zu seinem Apartment, wo er sich beeilte zu duschen, um sich gleich darauf selbst zu verarzten.
Zuletzt stand er nackt vor seinem Kleiderschrank und starrte die Sachen an.
~*~
15 Minuten später saß er wieder im Taxi, auf dem Weg zu ihr, in eines der teuersten Hotels der Stadt – und er trug einen Anzug.
Anders würden sie ihn bestimmt nicht reinlassen. Zumindest nicht durch den Haupteingang. Rayn wusste, dass es unzählige Wege gab, um in bestimmte Hotelzimmer einzubrechen. Doch das hielt er an diesem Abend nicht für angebracht.
Er stieg aus und war froh, dass das Personal dafür Sorge trug, dass kein Schnee auf dem Bürgersteig vor dem Hotel lag.
Sein Blick wanderte an dem hohen Gebäude nach oben. Er bezahlte den Fahrer und setzte sich langsam in Bewegung, steuerte direkt auf die große Drehtür am Haupteingang zu, spürte dabei den kalten Stahl seiner Desert Eagle am Rücken, die er sich hinten in den Hosenbund gesteckt hatte.
Er passierte den Eingangsbereich und hoffte, dass es keine versteckten Waffenkontrollen gab.
Während er durch die Halle schritt, vorbei an der Rezeption, welche mit Tonnen von Weihnachtsschmuck dekoriert war, versuchte er sich wie ein Gast zu verhalten, hoffte, dass er keine Aufmerksamkeit erregte und atmete innerlich erleichtert auf, als er schließlich mit einem Pagen und 2 anderen Gästen im Fahrstuhl auf dem Weg nach oben war.
Alles hier war teuer und prunkvoll, doch Rayn mochte es nicht. Sogar die Musik im Aufzug war weihnachtlich.
Er fragte sich, ob sie ‘Jingle Bells‘ den ganzen Tag spielten. Als Page würde er hier wahnsinnig werden.
Im 30sten Stockwerk stieg Rayn jedoch aus und sah sich auf dem Flur kurz um. Den Zimmernummern nach zu urteilen, musste er nach rechts, doch er ging zuerst in die linke Richtung, erreichte das Ende vom Flur und starrte aus dem Fenster nach unten auf die Stadt. Er prüfte, ob es sich öffnen ließ und nachdem er es offen hatte, schaute er hinaus, vergewisserte sich, dass eine Feuerleiter vorhanden war.
Nachdem er das Fenster wieder geschlossen hatte, lockerte er seine Krawatte ein wenig und zog sie sich schließlich ganz vom Hals, bevor er auch noch die obersten beiden Knöpfe seines Hemdes öffnete. Jetzt war er ja drin, da war das egal. Und er hasste Anzüge.
Er behielt den Schlips in der rechten Hand, als er vor ihrem Zimmer stand und klopfte.
Dann steckte er die linke Hand lässig in seine Hosentasche und wartete.
Es dauerte nicht lange, bis geöffnet wurde und fast war Rayn ein wenig überrascht, dass die Miss dies höchstpersönlich tat und nicht einen ihrer Hunde vorschickte.
Sie sah genauso fantastisch aus wie vor über einer Stunde, vielleicht sogar noch besser in diesem Licht. Und er musste sich zusammenreißen ihr nicht laufend in die Augen zu sehen. Doch angesichts der ungewöhnlichen Farbe war das nicht leicht.
"Es freut mich, dass sie den Weg hergefunden haben", sagte sie, bat ihn mit einer Handgeste hinein und wandte sich schließlich um, um wieder ins innere des Zimmers zu gehen.
„War nicht schwer“, meinte er knapp und folgte ihrer Geste und trat ein, schaute sich dabei einmal prüfend um, bevor er die Tür hinter sich schloss und dort im Eingangsbereich stehen blieb, das Zimmer kritisch musternd. Am Auffälligsten war das große Himmelbett, doch auch die übrige Einrichtung glich dem, was er schon in der Halle gesehen hatte. Viel zu luxuriös, doch immerhin hatte die Lady den Anstand allen Weihnachtsschmuck aus ihren Räumlichkeiten zu verbannen. Er begrüßte das sehr.
Seine Finger spielten mit der Krawatte in seiner Hand und er fragte sich, ob es wirklich das war, was sie wollte. Oder ob sie ihn bloß zum Narren halten wollte. Allerdings wäre das zu viel Aufwand für einen schlechten Scherz. Dennoch... reiche Leute hatten ja bekanntlich merkwürdige Vorlieben und zudem auch genug Zeit und Geld.
Er beobachtete sie, wie sie aus dem Fenster schaute, hinunter auf das Meer an Lichtern, welches New York zur Weihnachtszeit noch heller erstrahlen ließ als sonst, und es dauerte ihm fast schon einen Moment zu lange, bevor sie ihn erneut bat, doch näher zu treten.
Rayn machte ein paar Schritte in den Raum hinein und blieb in der Nähe des Tisches stehen. Sein Blick wanderte zum Sofa - es sah bequem aus und lud ein, sich darauf auszuruhen. Er war müde nach dem Kampf, hatte seit über zwei Tagen nicht geschlafen und hätte sich normalerweise für einen kompletten Tag zurückgezogen. Doch dieses Angebot war zu verlockend gewesen.
"Ich nehme an, Sie mögen diese Kleidung nicht?", fragte sie ruhig und trat auf ihn zu, griff nach der Krawatte, um ihm diese aus der Hand zu nehmen.
„Nein, ich---“, er stockte, als sich ihre Hände dabei berührten.
Rayn sah auf sie herab und presste seine Zunge kurz gegen den Gaumen, bevor er sich wieder entspannte.
„Meine Arbeitskleidung ist bequemer“, bemerkte er und ließ den Schlips los.
Erneut fragte er sich, was genau er hier sollte. Vielleicht war es doch keine gute Idee gewesen zu kommen. Wenn er genau wüsste, worum es ging, könnte er entsprechend reagieren, könnte das Ganze einleiten, egal ob Geschäft, Sex oder sonst etwas.
Doch hier hatte sie die Zügel in der Hand und es gefiel ihm nicht.
Sie nickte leicht und legte seine Krawatte auf den Tisch, verwies dann auf das Sofa.
"Setzen Sie sich doch.", bat sie ihn und er kam ihrer Bitte nach, beobachtete, wie sie sich selbst auch setzte, die Haltung gerade und die Beine leicht schräg hintereinander gestellt.
Er hatte einen angemessenen Abstand gewählt, doch seine Haltung war lange nicht so elegant, wie die ihre. Er saß mehr auf der Kante, breitbeinig, die Ellbogen auf den Oberschenkeln abgestützt und die gefalteten Hände an seinem Kinn.
"Als ich sagte, dass ich Sie will, meinte ich keine speziellen Dienste. Ich möchte Ihnen heute ein Angebot unterbreiten, welches sich maßgeblich auf Ihre Zukunft auswirken kann. Einen meiner engsten Mitarbeiter haben sie ja bereits kennengelernt, er fungiert hauptsächlich in Personenschutz, aber auch in Assistenz, Problemlösung sowie sämtliche Aufträge, die ich ihm sonst auferlege. Wie ihn gibt es in dieser Position noch zwei weitere, allerdings musste ich vor kurzem einen Verlust verzeichnen, was bedeutet, dass diese Stellung nun wieder zu vergeben wäre", erklärte sie und sah ihm dabei ununterbrochen in seine grünen Augen.
Aufmerksam hörte Rayn ihr zu und ließ anschließend die Hände sinken, spielte abwesend mit seinen Fingern, während er nach den richtigen Worten suchte.
Diese Frau war unglaublich. Sie wollte also einen neuen Bodyguard, der bereit war, für sie sein Leben zu riskieren, nachdem ein anderer gerade ins Gras gebissen hatte? Das konnte nicht ihr Ernst sein!
Langsam drehte er seinen Kopf in ihre Richtung und lachte humorlos.
„Sie wollen einen Bodyguard?“, fragte er, während er die linke Augenbraue skeptisch hochzog. Der Unglaube war deutlich aus seiner Stimme herauszuhören.
„Hören sie, Miss... ich gehöre zu der Sorte Mensch, die Leben nehmen. Nicht zu der, die beschützen.“
Er hatte noch nie als Personenschützer gearbeitet. Vielleicht indirekt, indem er jemanden töten sollte, um wem anders damit das Leben zu retten, aber dafür bedurfte es nur eines einzigen wohl geplanten Auftrages. Das hier, das war viel größer. Er würde oft an ihrer Seite sein, durfte nie auch nur einen Augenblick zögern, um das eigene Leben einzusetzen, um damit das ihrige zu schützen.
Rayn wusste, dass er nicht bereit für so etwas war. Noch war ihm sein eigenes Leben das Wichtigste auf dieser Welt. Und lange schon hatte er es aufgegeben sich ernsthaft zu verlieben und auf einen ruhigen Lebensabend hin zu arbeiten. Er bezweifelte stark, dass er sich je ändern und bereit sein würde, ein anderes Leben über sein eigenes zu stellen.
„Ich denke nicht, dass ich der bin, den sie suchen“, schob er noch hinterher und ließ sich zurücksinken, bis er die Lehne an seinem Rücken spürte.
"Überlassen Sie bitte mir, wonach ich suche und wonach nicht. Und ich weiss, dass ich Sie will", erwiderte sie mit Nachdruck und es schien fast, als wenn sie ein wenig sauer wäre.
"Wie lange haben Sie noch vor ihrer derzeitigen Arbeit nachzugehen? Wie oft möchten Sie noch in den Ring steigen und jeden Morgen mit Ungewissheit über die berufliche Zukunft aufwachen? Ich kann ihnen diese Gewissheit bieten, einen Berufsweg mit festem Gehalt und allen dazugehörigen Vergünstigungen und Privilegien."
Ihre Stimme war wieder sanfter, doch er konnte deutlich hören, wie sie versuchte ihn zu überzeugen, versuchte ihm das Ganze schmackhaft zu machen.
Scheinbar schwerfällig setzte er sich wieder auf, starrte sie dabei an und dachte, dass er nicht übel Lust hätte, ihr den Schleier wegzureißen. Einfach nur so, um sie zu ärgern und zu sehen, wie sie reagieren würde.
„Überlassen sie bitte mir, wie lange ich noch gedenke als Hitman zu arbeiten“, entgegnete er spitz und setzte sich wieder so hin wie am Anfang.
„Es ist ja schön für sie, dass sie mich...“, er machte eine Pause und verzog sein Gesicht, als hätte er in eine saure Zitronenscheibe gebissen. „...ausgewählt haben... Aber ich halte das Ganze wirklich für keine gute Idee. Und sie vergessen dabei eines, Miss.“
Jetzt stand Rayn auf und steckte beide Hände in die Hosentaschen, während er begann im Zimmer umherzuwandern. Er war erst 27. Das war gar kein Alter für einen Killer. Er hatte Männer gekannt, die über 60 und immer noch verdammt gut waren. Aufträge bekam er genug, und zudem hatte er seine Ersparnisse. Somit war er auf all das, was sie ihm bot, nicht angewiesen. Zumindest im Moment nicht.
„Ich liebe meinen Beruf, so verwerflich das auch in ihren Ohren klingen mag. Ich bin nicht bereit mein Leben für das eines anderen Menschen zu geben. Schon gar nicht für jemanden, den ich nicht kenne und der...“
Er blieb stehen und zog seine rechte Hand hervor, strich mit den Fingerkuppen vorsichtig über das Motiv einer teuren Porzellanvase, bevor er sich ihr zuwandte und sie überlegen anschaute.
„...sich hinter einer Maske versteckt.“
Er hatte fast damit gerechnet, oder es gehofft, dass sie aufstehen und verärgert reagieren würde, doch sie blieb in ein und derselben Position sitzen, als wäre sie nur eine Statue, die zur Einrichtung gehörte und auch der warme Ausdruck in ihren Augen blieb weiterhin bestehen.
"Ihr Beruf ist nichts, was ich für verwerflich erklären würde...", meinte sie und schien nachdenklich, während sie aufstand und zu ihm ging.
"Hin und wieder verrät die Maske mehr über einen Menschen, als das Gesicht selbst."
Sie blieb einen Moment vor ihm stehen, ehe sie sich abwandte und wieder ein paar Schritte auf das Fenster zuging.
"Mr.Jordan, sagten sie nicht, dass sie alles für Geld tun? Nun, ich biete Ihnen Geld", merkte sie erneut an.
Natürlich tat er alles für Geld. ’Alles’ – das sagte sich so leicht. Bisher war ihm das wahre Ausmaß dieses Begriffs nicht klar gewesen. Wie auch? Nie war er auf die Idee gekommen, dass ihn jemand wollte, um ihn längerfristig zu beschützen.
Würde es denn wirklich so großartig anders von dem sein, was er ohnehin schon tat? Doch was nützte ihm alles Geld der Welt, wenn er für eine andere Person lebte? Seine Freiheit war ihm wichtig, die Tatsache, dass er frei entscheiden konnte, hatte immer eine große Rolle in seinem Leben gespielt.
Er hatte keine Lust sich plötzlich herum kommandieren zu lassen. Das war ihm in der Fremdenlegion zuletzt auch zuwider gewesen. Rayn war lieber sein eigener Boss. Indirekt. Der Kunde war König, doch Kunden kamen und gingen.
Schließlich räusperte er sich umständlich und meinte: „Das ist richtig. Prinzipiell gesehen. Doch diese Nummer ist nichts für mich. Für das Geld, welches sie mir anbieten, würde ich meine Freiheit verkaufen. So etwas tue ich nicht. Und abgesehen davon... haben sie nichts, was mich reizt.“
Das war eine glatte Lüge. Doch Rayns Leben bestand aus Lügen. Niemand wusste, wer er wirklich war und woher er kam.
Erneut drehte er sich von ihr weg und schritt langsam die Wand des Raumes ab, blieb an einem Gemälde stehen und betrachtete es scheinbar interessiert. Sein Blick glitt zur Seite und erspähte einen goldenen Kerzenhalter an der Wand, dessen ausschweifende Arme irgendwie schief zu sein schienen.
Neugierig streckte er die Hand aus und berührte einen der langen Schnörkel. Eine Sekunde später hatte er ihn in der Hand und schaute halb entsetzt, bevor er ihn schnell auf einen nahen Tisch legte und die Hände wieder in seinen Taschen vergrub.
Die Miss ließ ein helles Lachen erklingen.
"Mr.Jordan, für mich zu arbeiten, bedeutet nicht mein Sklave zu sein. Ich will nicht abstreiten, dass die Eigenkoordination ihres Zeitplanes eingeschränkter wäre und dass dieser Beruf eine gewisse Abrufbereitschaft beinhaltet, doch Sie haben immer noch ihre Freiheiten, möglicherweise in manchen Gebieten sogar mehr als zuvor..."
Dann trat sie wieder näher an ihn heran, um einen erneuten, direkten Blickkontakt herzustellen.
"Dann frage ich anders, was würde sie reizen, wenn es nicht das Geld ist, für das sie 'prinzipiell' alles machen?"
Rayn’s Blick glitt zum abgebrochenen Kerzenhalter und er betrachtete den schnörkeligen Arm nachdenklich. Dies war ein Luxushotel. Eigentlich war es sogar DAS Luxushotel der Stadt schlechthin. Wieso also schraubte man diese verfluchten Dinger nicht fester?
Er wandte sich ihr zu und sein Blick glitt prüfend an ihr hoch und runter.
Was ihn reizen würde? Diese Frau an sich auf jeden Fall. Doch selbst ihr Körper wäre nicht genug, um sein Leben dafür zu riskieren. Bei näherem Betrachten der Angelegenheit, musste er feststellen, dass es im Grunde wirklich nichts gab, das ihn dazu bewegen konnte einen solchen Job anzunehmen.
Andererseits fragte er sich aber auch, was so verdammt wertvoll an seinem Leben war, dass er es unbedingt bewahren wollte? Hatte er nicht schon hunderte Mal im Krieg sein Leben aufs Spiel gesetzt? Hatte er nicht schon hunderte Mal riskiert für immer ins Gefängnis zu wandern oder auf dem elektrischen Stuhl zu landen, wann immer er einen Auftrag annahm?
Wofür also lebte er momentan? Hatte er jemals ein Ziel vor Augen gehabt, außer jenem, ein verdammt guter Killer zu werden?
Rayn schloss kurz die Augen und wandte sich ab, sah gereizt aus. Wie immer, wenn er etwas fand, was ihn ankotzte.
Müde wischte er sich mit der rechten Hand über das Gesicht.
„Hören Sie, Miss... das Ganze hier wird langsam anstrengend. Wollen wir nicht einfach irgendwo was essen gehen? Ich kann mit leerem Magen keine Entscheidungen treffen.“
Es dauerte lange, bis sie reagierte, und er rechnete schon mit einer Ablehnung, doch letzten Endes nickte sie und ging zum Schreibtisch, um ihr Handy zu holen.
Etwas, das Rayn’s Meinung nach, kaum zu ihr passte. Sie gehörte nach Afrika. An die Seite eines reichen Ölscheiches, der sie stets mit Dienern und frischem Obst umgab.
Er stellte sich vor, wie er ihr Sklave wäre, nur im Lendenschurz gekleidet. Und er würde ihr Weintrauben reichen und mit einem Palmwedel Luft zufächeln. Absurd.
Kurz darauf war sie an seiner Seite und ergriff selbstbewusst seinen rechten Arm, um sich bei ihm einzuhaken.
„Wollen wir?“, fragte sie sanft und er nickte steif, verließ mit ihr das Zimmer und fragte sich, wie viele schlechte Entscheidungen er heute Nacht noch treffen würde.
(TBC)
Danke fürs Lesen und eine schöne Weihnachtszeit :D
Titel: Ein Angebot, das man ausschlagen kann
Fandom: Original
Charas: Rayn, Zarifah
Rating: PG
Warnings: nichts diesmal, glaub ich...
Note: Gehört zum State of Decay Verse. Rayn bekommt ein ‘unmoralisches‘ Angebot von Zarifah abin Nahela...
Wordcount: 2700~
Challenge: "Ich glaube nicht, dass das eine gute Idee ist ..."
Contact: batdriven[at]googlemail[dot]com
~*~
Nachdem sie die Tür hinter sich geschlossen hatte und sich draußen auf dem Flur die Schritte entfernten, kam Rayn nicht umhin einmal laut ein- und wieder auszuatmen.
Sofort stützte er sich mit den Unterarmen auf der Trage ab, ließ den Kopf hängen und schloss für einen Moment die Augen, bevor er sich mit dem rechten Handballen über die geschlossenen Lieder rieb und dann die Karte aus dem Hosenbund zog. Hotel Pierre.
Diese Frau war... anstrengend. Er wusste nicht, ob er dieses höfliche Geplänkel durchhalten würde. Er war nicht so. Selbst in seiner ihr entgegengebrachten Respektlosigkeit, war er für seine Verhältnisse noch immer höflich gewesen. Die Frage hierbei war also, warum er es getan hatte.
Er wusste die Antwort selbst nicht und hatte auch nicht vor anzufangen sich vor sich selbst zu rechtfertigen. Und so beschloss Rayn sich vorerst nicht mehr darüber den Kopf zu zerbrechen und stattdessen zu duschen und sich etwas Vernünftiges zum Anziehen zu besorgen.
Eigentlich müsste in seinem gemieteten Apartment noch ein Anzug sein, doch während er sich nachlässig mit einem Handtuch abrieb und hastig seine Klamotten anzog, die er mit hatte, beschloss er nicht so förmlich dort aufzukreuzen. Einfach nur, um ihr zu zeigen, dass er nicht in ihre Schickimicki-Welt hineingehörte - und auch nicht vorhatte sich anzupassen.
Die wenigen Sachen, die er dabei hatte, waren schnell eingepackt. Das Taxi wartete schon am Hinterausgang und fuhr Rayn zu seinem Apartment, wo er sich beeilte zu duschen, um sich gleich darauf selbst zu verarzten.
Zuletzt stand er nackt vor seinem Kleiderschrank und starrte die Sachen an.
~*~
15 Minuten später saß er wieder im Taxi, auf dem Weg zu ihr, in eines der teuersten Hotels der Stadt – und er trug einen Anzug.
Anders würden sie ihn bestimmt nicht reinlassen. Zumindest nicht durch den Haupteingang. Rayn wusste, dass es unzählige Wege gab, um in bestimmte Hotelzimmer einzubrechen. Doch das hielt er an diesem Abend nicht für angebracht.
Er stieg aus und war froh, dass das Personal dafür Sorge trug, dass kein Schnee auf dem Bürgersteig vor dem Hotel lag.
Sein Blick wanderte an dem hohen Gebäude nach oben. Er bezahlte den Fahrer und setzte sich langsam in Bewegung, steuerte direkt auf die große Drehtür am Haupteingang zu, spürte dabei den kalten Stahl seiner Desert Eagle am Rücken, die er sich hinten in den Hosenbund gesteckt hatte.
Er passierte den Eingangsbereich und hoffte, dass es keine versteckten Waffenkontrollen gab.
Während er durch die Halle schritt, vorbei an der Rezeption, welche mit Tonnen von Weihnachtsschmuck dekoriert war, versuchte er sich wie ein Gast zu verhalten, hoffte, dass er keine Aufmerksamkeit erregte und atmete innerlich erleichtert auf, als er schließlich mit einem Pagen und 2 anderen Gästen im Fahrstuhl auf dem Weg nach oben war.
Alles hier war teuer und prunkvoll, doch Rayn mochte es nicht. Sogar die Musik im Aufzug war weihnachtlich.
Er fragte sich, ob sie ‘Jingle Bells‘ den ganzen Tag spielten. Als Page würde er hier wahnsinnig werden.
Im 30sten Stockwerk stieg Rayn jedoch aus und sah sich auf dem Flur kurz um. Den Zimmernummern nach zu urteilen, musste er nach rechts, doch er ging zuerst in die linke Richtung, erreichte das Ende vom Flur und starrte aus dem Fenster nach unten auf die Stadt. Er prüfte, ob es sich öffnen ließ und nachdem er es offen hatte, schaute er hinaus, vergewisserte sich, dass eine Feuerleiter vorhanden war.
Nachdem er das Fenster wieder geschlossen hatte, lockerte er seine Krawatte ein wenig und zog sie sich schließlich ganz vom Hals, bevor er auch noch die obersten beiden Knöpfe seines Hemdes öffnete. Jetzt war er ja drin, da war das egal. Und er hasste Anzüge.
Er behielt den Schlips in der rechten Hand, als er vor ihrem Zimmer stand und klopfte.
Dann steckte er die linke Hand lässig in seine Hosentasche und wartete.
Es dauerte nicht lange, bis geöffnet wurde und fast war Rayn ein wenig überrascht, dass die Miss dies höchstpersönlich tat und nicht einen ihrer Hunde vorschickte.
Sie sah genauso fantastisch aus wie vor über einer Stunde, vielleicht sogar noch besser in diesem Licht. Und er musste sich zusammenreißen ihr nicht laufend in die Augen zu sehen. Doch angesichts der ungewöhnlichen Farbe war das nicht leicht.
"Es freut mich, dass sie den Weg hergefunden haben", sagte sie, bat ihn mit einer Handgeste hinein und wandte sich schließlich um, um wieder ins innere des Zimmers zu gehen.
„War nicht schwer“, meinte er knapp und folgte ihrer Geste und trat ein, schaute sich dabei einmal prüfend um, bevor er die Tür hinter sich schloss und dort im Eingangsbereich stehen blieb, das Zimmer kritisch musternd. Am Auffälligsten war das große Himmelbett, doch auch die übrige Einrichtung glich dem, was er schon in der Halle gesehen hatte. Viel zu luxuriös, doch immerhin hatte die Lady den Anstand allen Weihnachtsschmuck aus ihren Räumlichkeiten zu verbannen. Er begrüßte das sehr.
Seine Finger spielten mit der Krawatte in seiner Hand und er fragte sich, ob es wirklich das war, was sie wollte. Oder ob sie ihn bloß zum Narren halten wollte. Allerdings wäre das zu viel Aufwand für einen schlechten Scherz. Dennoch... reiche Leute hatten ja bekanntlich merkwürdige Vorlieben und zudem auch genug Zeit und Geld.
Er beobachtete sie, wie sie aus dem Fenster schaute, hinunter auf das Meer an Lichtern, welches New York zur Weihnachtszeit noch heller erstrahlen ließ als sonst, und es dauerte ihm fast schon einen Moment zu lange, bevor sie ihn erneut bat, doch näher zu treten.
Rayn machte ein paar Schritte in den Raum hinein und blieb in der Nähe des Tisches stehen. Sein Blick wanderte zum Sofa - es sah bequem aus und lud ein, sich darauf auszuruhen. Er war müde nach dem Kampf, hatte seit über zwei Tagen nicht geschlafen und hätte sich normalerweise für einen kompletten Tag zurückgezogen. Doch dieses Angebot war zu verlockend gewesen.
"Ich nehme an, Sie mögen diese Kleidung nicht?", fragte sie ruhig und trat auf ihn zu, griff nach der Krawatte, um ihm diese aus der Hand zu nehmen.
„Nein, ich---“, er stockte, als sich ihre Hände dabei berührten.
Rayn sah auf sie herab und presste seine Zunge kurz gegen den Gaumen, bevor er sich wieder entspannte.
„Meine Arbeitskleidung ist bequemer“, bemerkte er und ließ den Schlips los.
Erneut fragte er sich, was genau er hier sollte. Vielleicht war es doch keine gute Idee gewesen zu kommen. Wenn er genau wüsste, worum es ging, könnte er entsprechend reagieren, könnte das Ganze einleiten, egal ob Geschäft, Sex oder sonst etwas.
Doch hier hatte sie die Zügel in der Hand und es gefiel ihm nicht.
Sie nickte leicht und legte seine Krawatte auf den Tisch, verwies dann auf das Sofa.
"Setzen Sie sich doch.", bat sie ihn und er kam ihrer Bitte nach, beobachtete, wie sie sich selbst auch setzte, die Haltung gerade und die Beine leicht schräg hintereinander gestellt.
Er hatte einen angemessenen Abstand gewählt, doch seine Haltung war lange nicht so elegant, wie die ihre. Er saß mehr auf der Kante, breitbeinig, die Ellbogen auf den Oberschenkeln abgestützt und die gefalteten Hände an seinem Kinn.
"Als ich sagte, dass ich Sie will, meinte ich keine speziellen Dienste. Ich möchte Ihnen heute ein Angebot unterbreiten, welches sich maßgeblich auf Ihre Zukunft auswirken kann. Einen meiner engsten Mitarbeiter haben sie ja bereits kennengelernt, er fungiert hauptsächlich in Personenschutz, aber auch in Assistenz, Problemlösung sowie sämtliche Aufträge, die ich ihm sonst auferlege. Wie ihn gibt es in dieser Position noch zwei weitere, allerdings musste ich vor kurzem einen Verlust verzeichnen, was bedeutet, dass diese Stellung nun wieder zu vergeben wäre", erklärte sie und sah ihm dabei ununterbrochen in seine grünen Augen.
Aufmerksam hörte Rayn ihr zu und ließ anschließend die Hände sinken, spielte abwesend mit seinen Fingern, während er nach den richtigen Worten suchte.
Diese Frau war unglaublich. Sie wollte also einen neuen Bodyguard, der bereit war, für sie sein Leben zu riskieren, nachdem ein anderer gerade ins Gras gebissen hatte? Das konnte nicht ihr Ernst sein!
Langsam drehte er seinen Kopf in ihre Richtung und lachte humorlos.
„Sie wollen einen Bodyguard?“, fragte er, während er die linke Augenbraue skeptisch hochzog. Der Unglaube war deutlich aus seiner Stimme herauszuhören.
„Hören sie, Miss... ich gehöre zu der Sorte Mensch, die Leben nehmen. Nicht zu der, die beschützen.“
Er hatte noch nie als Personenschützer gearbeitet. Vielleicht indirekt, indem er jemanden töten sollte, um wem anders damit das Leben zu retten, aber dafür bedurfte es nur eines einzigen wohl geplanten Auftrages. Das hier, das war viel größer. Er würde oft an ihrer Seite sein, durfte nie auch nur einen Augenblick zögern, um das eigene Leben einzusetzen, um damit das ihrige zu schützen.
Rayn wusste, dass er nicht bereit für so etwas war. Noch war ihm sein eigenes Leben das Wichtigste auf dieser Welt. Und lange schon hatte er es aufgegeben sich ernsthaft zu verlieben und auf einen ruhigen Lebensabend hin zu arbeiten. Er bezweifelte stark, dass er sich je ändern und bereit sein würde, ein anderes Leben über sein eigenes zu stellen.
„Ich denke nicht, dass ich der bin, den sie suchen“, schob er noch hinterher und ließ sich zurücksinken, bis er die Lehne an seinem Rücken spürte.
"Überlassen Sie bitte mir, wonach ich suche und wonach nicht. Und ich weiss, dass ich Sie will", erwiderte sie mit Nachdruck und es schien fast, als wenn sie ein wenig sauer wäre.
"Wie lange haben Sie noch vor ihrer derzeitigen Arbeit nachzugehen? Wie oft möchten Sie noch in den Ring steigen und jeden Morgen mit Ungewissheit über die berufliche Zukunft aufwachen? Ich kann ihnen diese Gewissheit bieten, einen Berufsweg mit festem Gehalt und allen dazugehörigen Vergünstigungen und Privilegien."
Ihre Stimme war wieder sanfter, doch er konnte deutlich hören, wie sie versuchte ihn zu überzeugen, versuchte ihm das Ganze schmackhaft zu machen.
Scheinbar schwerfällig setzte er sich wieder auf, starrte sie dabei an und dachte, dass er nicht übel Lust hätte, ihr den Schleier wegzureißen. Einfach nur so, um sie zu ärgern und zu sehen, wie sie reagieren würde.
„Überlassen sie bitte mir, wie lange ich noch gedenke als Hitman zu arbeiten“, entgegnete er spitz und setzte sich wieder so hin wie am Anfang.
„Es ist ja schön für sie, dass sie mich...“, er machte eine Pause und verzog sein Gesicht, als hätte er in eine saure Zitronenscheibe gebissen. „...ausgewählt haben... Aber ich halte das Ganze wirklich für keine gute Idee. Und sie vergessen dabei eines, Miss.“
Jetzt stand Rayn auf und steckte beide Hände in die Hosentaschen, während er begann im Zimmer umherzuwandern. Er war erst 27. Das war gar kein Alter für einen Killer. Er hatte Männer gekannt, die über 60 und immer noch verdammt gut waren. Aufträge bekam er genug, und zudem hatte er seine Ersparnisse. Somit war er auf all das, was sie ihm bot, nicht angewiesen. Zumindest im Moment nicht.
„Ich liebe meinen Beruf, so verwerflich das auch in ihren Ohren klingen mag. Ich bin nicht bereit mein Leben für das eines anderen Menschen zu geben. Schon gar nicht für jemanden, den ich nicht kenne und der...“
Er blieb stehen und zog seine rechte Hand hervor, strich mit den Fingerkuppen vorsichtig über das Motiv einer teuren Porzellanvase, bevor er sich ihr zuwandte und sie überlegen anschaute.
„...sich hinter einer Maske versteckt.“
Er hatte fast damit gerechnet, oder es gehofft, dass sie aufstehen und verärgert reagieren würde, doch sie blieb in ein und derselben Position sitzen, als wäre sie nur eine Statue, die zur Einrichtung gehörte und auch der warme Ausdruck in ihren Augen blieb weiterhin bestehen.
"Ihr Beruf ist nichts, was ich für verwerflich erklären würde...", meinte sie und schien nachdenklich, während sie aufstand und zu ihm ging.
"Hin und wieder verrät die Maske mehr über einen Menschen, als das Gesicht selbst."
Sie blieb einen Moment vor ihm stehen, ehe sie sich abwandte und wieder ein paar Schritte auf das Fenster zuging.
"Mr.Jordan, sagten sie nicht, dass sie alles für Geld tun? Nun, ich biete Ihnen Geld", merkte sie erneut an.
Natürlich tat er alles für Geld. ’Alles’ – das sagte sich so leicht. Bisher war ihm das wahre Ausmaß dieses Begriffs nicht klar gewesen. Wie auch? Nie war er auf die Idee gekommen, dass ihn jemand wollte, um ihn längerfristig zu beschützen.
Würde es denn wirklich so großartig anders von dem sein, was er ohnehin schon tat? Doch was nützte ihm alles Geld der Welt, wenn er für eine andere Person lebte? Seine Freiheit war ihm wichtig, die Tatsache, dass er frei entscheiden konnte, hatte immer eine große Rolle in seinem Leben gespielt.
Er hatte keine Lust sich plötzlich herum kommandieren zu lassen. Das war ihm in der Fremdenlegion zuletzt auch zuwider gewesen. Rayn war lieber sein eigener Boss. Indirekt. Der Kunde war König, doch Kunden kamen und gingen.
Schließlich räusperte er sich umständlich und meinte: „Das ist richtig. Prinzipiell gesehen. Doch diese Nummer ist nichts für mich. Für das Geld, welches sie mir anbieten, würde ich meine Freiheit verkaufen. So etwas tue ich nicht. Und abgesehen davon... haben sie nichts, was mich reizt.“
Das war eine glatte Lüge. Doch Rayns Leben bestand aus Lügen. Niemand wusste, wer er wirklich war und woher er kam.
Erneut drehte er sich von ihr weg und schritt langsam die Wand des Raumes ab, blieb an einem Gemälde stehen und betrachtete es scheinbar interessiert. Sein Blick glitt zur Seite und erspähte einen goldenen Kerzenhalter an der Wand, dessen ausschweifende Arme irgendwie schief zu sein schienen.
Neugierig streckte er die Hand aus und berührte einen der langen Schnörkel. Eine Sekunde später hatte er ihn in der Hand und schaute halb entsetzt, bevor er ihn schnell auf einen nahen Tisch legte und die Hände wieder in seinen Taschen vergrub.
Die Miss ließ ein helles Lachen erklingen.
"Mr.Jordan, für mich zu arbeiten, bedeutet nicht mein Sklave zu sein. Ich will nicht abstreiten, dass die Eigenkoordination ihres Zeitplanes eingeschränkter wäre und dass dieser Beruf eine gewisse Abrufbereitschaft beinhaltet, doch Sie haben immer noch ihre Freiheiten, möglicherweise in manchen Gebieten sogar mehr als zuvor..."
Dann trat sie wieder näher an ihn heran, um einen erneuten, direkten Blickkontakt herzustellen.
"Dann frage ich anders, was würde sie reizen, wenn es nicht das Geld ist, für das sie 'prinzipiell' alles machen?"
Rayn’s Blick glitt zum abgebrochenen Kerzenhalter und er betrachtete den schnörkeligen Arm nachdenklich. Dies war ein Luxushotel. Eigentlich war es sogar DAS Luxushotel der Stadt schlechthin. Wieso also schraubte man diese verfluchten Dinger nicht fester?
Er wandte sich ihr zu und sein Blick glitt prüfend an ihr hoch und runter.
Was ihn reizen würde? Diese Frau an sich auf jeden Fall. Doch selbst ihr Körper wäre nicht genug, um sein Leben dafür zu riskieren. Bei näherem Betrachten der Angelegenheit, musste er feststellen, dass es im Grunde wirklich nichts gab, das ihn dazu bewegen konnte einen solchen Job anzunehmen.
Andererseits fragte er sich aber auch, was so verdammt wertvoll an seinem Leben war, dass er es unbedingt bewahren wollte? Hatte er nicht schon hunderte Mal im Krieg sein Leben aufs Spiel gesetzt? Hatte er nicht schon hunderte Mal riskiert für immer ins Gefängnis zu wandern oder auf dem elektrischen Stuhl zu landen, wann immer er einen Auftrag annahm?
Wofür also lebte er momentan? Hatte er jemals ein Ziel vor Augen gehabt, außer jenem, ein verdammt guter Killer zu werden?
Rayn schloss kurz die Augen und wandte sich ab, sah gereizt aus. Wie immer, wenn er etwas fand, was ihn ankotzte.
Müde wischte er sich mit der rechten Hand über das Gesicht.
„Hören Sie, Miss... das Ganze hier wird langsam anstrengend. Wollen wir nicht einfach irgendwo was essen gehen? Ich kann mit leerem Magen keine Entscheidungen treffen.“
Es dauerte lange, bis sie reagierte, und er rechnete schon mit einer Ablehnung, doch letzten Endes nickte sie und ging zum Schreibtisch, um ihr Handy zu holen.
Etwas, das Rayn’s Meinung nach, kaum zu ihr passte. Sie gehörte nach Afrika. An die Seite eines reichen Ölscheiches, der sie stets mit Dienern und frischem Obst umgab.
Er stellte sich vor, wie er ihr Sklave wäre, nur im Lendenschurz gekleidet. Und er würde ihr Weintrauben reichen und mit einem Palmwedel Luft zufächeln. Absurd.
Kurz darauf war sie an seiner Seite und ergriff selbstbewusst seinen rechten Arm, um sich bei ihm einzuhaken.
„Wollen wir?“, fragte sie sanft und er nickte steif, verließ mit ihr das Zimmer und fragte sich, wie viele schlechte Entscheidungen er heute Nacht noch treffen würde.
(TBC)
Danke fürs Lesen und eine schöne Weihnachtszeit :D
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Date: 2010-12-06 02:25 pm (UTC)Ich liebe die Stelle mit dem Kerzenhalter. x3 Ansonsten...die Frau ist mir irgendwie unsympathisch. Und am Anfang hab ich geglaubt, er wäre nur gekomnmen, um sie zu erschießen...
Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass er für so eine arbeitet. >__
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Date: 2010-12-11 05:13 am (UTC)Ja, die Desert Eagle war meine Lieblingswaffe bei Half Life/Counter Strike und ich gebe sie fast allen meinen Charas, die mit Waffen zu tun haben.
Zarifah ist wirklich nervenaufreibend und teilweise unleidlich, aber das ändert sich im Laufe der Zeit ;)