Türchen Nr. 3
Dec. 3rd, 2010 12:27 amUnd weil es nach Mitternacht ist und ich noch wach bin... XD
Titel: Ferienauftakt mal anders
Fandom: Harry Potter (dank des Fanflashs nach dem Film. XD)
Challenges: 1. Eiskalt 2. Sprachfehler (irgendwie oO)
Charaktere: Scorpius Malfoy, Albus Potter, Harry Potter
Wörter: ~1900
Besonderer Dank an:
bananasea fürs Motivieren. ^-^
„Was machst du denn hier?“ Ja, er wusste, er könnte seinen Freund etwas netter begrüßen, als er in große Halle kam, den Slytherintisch links liegen ließ und sich neben ihn setzte.
„Frühstücken“, kam prompt die Antwort und Albus Potter griff nach Scorpius' Toast.
„Das sehe ich.“ Schmollend nahm er sich ein neues und sah Albus auffordernd an. Eigentlich sollte er es inzwischen ja wirklich besser wissen. Was ein echter Potter war hatte keinen Sinn für Subilitäten. Natürlich nicht. Aber hin und wieder hatte er eben doch die Hoffnung...
„Warum hast du mir nicht gesagt, dass du über die Weihnachtsferien hier bleibst? Lily und Rose haben auch nichts gesagt.“ Und die waren seit gestern weg, wohlgemerkt.
„Kein Wunder, sie wissen es nicht. Ich hab vorgestern ne Eule nach Hause geschickt, dass ich hier bleibe.“
Das war mal eine spontane Entscheidung... „Stress zu Hause?“
„Nicht direkt... eigentlich eher nicht. Aber...“
„Aber?“
„Besprechen wir das draußen, okay? Das müssen die anderen nicht hören.“
Draußen? Draußen wie... draußen? Also im Schnee? „Dir ist schon klar dass es schneit als gäbe es kein Morgen, oder?“ Scorpius deutete nach oben zur Decke der großen Halle. Die sparte einem jeden Wetterbericht. Und im Moment konnte man vor lauter Schneeflocken kaum die grauen Wolken erkennen!
„Ja. Und?“
„Es ist eiskalt?“
„Stell dich nicht so an.“
Scorpius hätte am liebsten laut gelacht. „Wer hat denn letzte Woche noch rumgeheult, dass die Gewächshäuser so kalt sind?“
„Das war etwas anderes. Das war Unterricht!“
Scorpius beschloss das einfach mal so hinzunehmen. Es war immerhin Albus, da mussten seine Erklärungen keinen Sinn machen. Nicht für andere. Bevor Albus sich noch seinen Tee schnappen konnte, leerte Scorpius die Tasse und stand auf. „Ich hol eben meinen Umhang.“ Und Schal. Und überhaupt.
„Du kannst so ein Mädchen sein...“
„Pass bloß auf, mit wem du dich hier anlegst... die nächsten Nächte könnten sehr einsam für dich werden.“
„Hä?“
„Ich hab unseren Schlafsaal für mich alleine.“
Albus starrte ihn an. Und starrte. Scorpius konnte es richtig in seinem Kopf arbeiten sehen. Dann: „Ganz alleine?“
„Aus meinem Jahrgang ist nur Vanessa geblieben.“
„Oh großer Scorpius Malfoy, tollster aller Vertrauensschüler, ich nehme alles zurück, was ich unter Umständen jemals gemeines zu dir gesagt habe, aber bitte sag mir euer Passwort!“
Viel hätte wohl nicht gefehlt und Albus wäre vor ihm auf die Knie gefallen, eine Vorstellung, die Scorpius weniger gut gefiel als es vielleicht angebracht wäre. Albus hätte das sicherlich weniger Sorgen. Oder gar Hemmungen.
„Wenn ich es dir sage... was hab ich davon?“
„Ich werde dir die Nächte versüßen?“
Und er hatte eine ziemlich genaue Vorstellung, wie das aussehen würde. Er würde bei seinen Hausaufgaben sowas von hinterherhinken...
„Eine Bedingung.“
„Ja?“
„Wenn du es meinen Schwestern sagst, werde ich dir so viele Punkte abziehen, dass ihr keine Chance bei der Hausmeisterschaft habt.“
„Du bist grausam.“
„Nein, ich kenne dich. Beziehungsweise Mira. Tom ist auch noch da.“ Und auch wenn seine kleine Schwester langsam alt genug war (oder es zumindest glaubte), sein Vater würde ihn umbringen, wenn er irgendwie etwas zuließ, was er unter Umständen verhindern könnte.
Wie gerufen tauchten die Zwillinge in der großen Halle auf und Mira verdrehte direkt den Hals um den Gryffindortisch genauer zu beobachten. Da Tom aber ein extremer Langschläfer war... war er noch nicht aufgetaucht. Zu schade.
„Mal sehen, ob ich ihn aus dem Bett werfe...“, murmelte er und stand auf um seine Sachen zu holen. Was auch immer Albus ihm sagen wollte, er musste zugeben er wollte es wirklich gerne wissen.
Nach einer Weckaktion bei den Drittklässlern – die nicht nötig war, weil Tom gerade von Steve aus dem Bett gejagt wurde – beeile Scorpius sich, wieder in die große Halle zurückzugehen wo er feststellte, dass seine Anwesenheit wohl erstmal... überflüssig war. Harry Potter höchstpersönlich redete auf seinen jüngsten Sohn ein, der so dermaßen demonstrativ schmollte, wie es eigentlich nur Al konnte.
Was zur Hölle war da los?
In diesem Moment entdeckte Albus Scorpius und sprang auf, wobei er beinahe seinen Vater erwischte. Nur Sekunden später packte er Scorpius' Hand und zog ihn hinaus. „Komm, ich hab keinen Bock auf Dad.“
Einen verwirrten Blick auf einen sichtlich verzweifelten Mr Potter zurückwerfend ließ Scorpius sich nach draußen in das Schneegestöber ziehen. Bis sie den See erreicht hatten – oder zumindest die glatte, weiße Fläche die sich genau da befand, wo der See sein sollte – hatte Scorpius das Gefühl, als Schneemann zu enden. Und Al hatte die ganze Zeit kein weiteres Wort mehr gesagt.
„Dad will Zaubereiminister werden.“
Das kam so plötzlich, dass es eine Weile brauchte, bis Scorpius wirklich begriffen hatte, was das bedeutete. Aber was er nicht verstand war, warum Albus deswegen so rebellierte.
„Warum denn das?“
„Keine Ahnung. Er hält es offenbar für eine gute Idee. Und verflucht, er wird es auch werden, wenn er sich zur Wahl stellt! Er ist der große Harry Potter!“
„Na... und?“
„Na und? Das fragst du echt noch? Dann ist es vorbei mit der Ruhe. Oder zumindest... ach, du weißt schon! Es war bisher ja schon schlimm genug, aber wenn das passiert, wenn Dad das wirklich durchzieht, ist die Hölle los! Und hast du ne Ahnung, worauf die Geier von der Presse sich stürzen werden? Auf die ganze Familie! Und dreimal darfst du raten, was denen besonders gut gefällt: Ich in Slytherin. Dem böööösen Haus voller Schwarzmagier. Und dann ist es nicht mehr weit bis du da mit reingezogen wirst.“ Erst schien es, als hätte Albus sich total in Rage geredet, aber jetzt klang er müde und legte seine Arme um Scorpius. Der gab seinem Freund einen kurzen Kuss auf die kalten Lippen und flüsterte: „Mach dir keine Sorgen deswegen... Das wird schon nicht so schlimm werden...“
„Hast du ne Ahnung... in den Sommerferien stand die Kimmkorn schon auf der Matte.“
Scorpius verzog das Gesicht. Aber er würde jetzt bestimmt nicht zulassen, dass sein Freund sich noch weiter reinsteigerte. Dann hätte er wohl die ganzen Ferien keine Ruhe mehr. Und wenn er Al das Passwort sagte, hatte er andere Dinge im Kopf als sich das Gejammer anzuhören, nur weil Albus Potter zu stolz war mit seinem Vater zu reden, der ja wohl extra dafür hergefloht war.
„Und wenn schon. Die interessiert mich nicht. Rede mit deinem Vater. Bitte. Dann sage ich dir auch unser Passwort.“
Albus schnaubte. „Wieso bist du eigentlich ein Gryffindor? Außerdem hab ich schon versprochen, es für mich zu behalten.“
„Weil der Hut nen schlechten Tag hatte? Außerdem hast du es streng genommen noch nicht versprochen.“
„Aber nen ganz schlechten“, grummelte Al und drückte sich etwas enger an Scorpius. Das konnte zwei Gründe haben: Entweder wurde ihm einfach kalt oder er wollte die ungestörte Nähe genießen... Scorpius vermutete, dass ersteres der Fall war, auch wenn ihm zweiteres natürlich besser gefallen würde.
„Also?“, fragte er, als nach einer gefühlten Ewigkeit immer noch keine Antwort gekommen war.
Erstmal grummelte Albus nur unverständlich vor sich hin, dann aber seufzte er. „Okay, okay. Ich rede mit ihm. Aber du kommst mit!“
„Was? Warum?“ Das war nicht ganz der Plan gewesen.
„Das betrifft dich genauso wie mich.“
Manchmal neigte Al wirklich dazu, zu übertreiben.
Mr Potter saß inzwischen am Lehrertisch und unterhielt sich mit Professor Longbottom. Ein merkwürdiges Bild, auch wenn Scorpius wusste, dass die beiden seit der Schulzeit befreundet waren. Als Mr Potter die beiden zugeschneiten Gestalten erblickte, war Erleichterung auf seinem Gesicht zu sehen und er winkte sie zu sich. Am liebsten würde Scorpius sich ja einfach zu seinen Schwestern setzen, aber Al hielt seine Hand so fest, dass es ohne Gewaltanwendung wohl kein Entkommen gab.
Am Lehrertisch angekommen platzte Albus heraus: „Okay, mach was du willst. Aber wenn Scorpius und ich irgendwie in einem Klatschblatt landen, jage ich dir einen Fluch auf den Hals. Und nach Hause komme ich in den Ferien auch nicht.“ Demonstrativ schlang er seine Arme um Scorpius, der sich weit weg wünschte.
Mr Potters Blick flackterte kurz von Al zu Scorpius, der nur hilflos die Schultern zuckte, dann lächelte er: „Einverstanden. Aber... Al. Wenn du wirklich so dagegen bist, werde ich nicht kandidieren.“
„Nee... mach das besser. Außer dir sind doch eh nur Deppen im Ministerium. Außer Tante Hermine natürlich.“
Scorpius hatte gewisse Zweifel, dass Al es wirklich so meinte, aber hey... der Versuch zählte. Und am Ende der Ferien glaubte er es vielleicht sogar selbst. Auch Mr Potter wirkte nicht so richtig überzeugt, aber er beschloss wohl, es nicht weiter zu hinterfragen. War wohl besser für alle Beteiligten.
„Es würde deine Mutter aber wirklich freuen, wenn du nach Hause kommst...“
Scorpius hatte kurzzeitig das Gefühl, keine Luft zu bekommen, als Al ihn fester an sich drückte.
„Nein!“
„Sie hätte auch bestimmt nichts dagegen, wenn Scorpius mitkommt.“
Scorpius blinzelte. Er? Weihnachten bei den Potters? Im Leben nicht!
„Ich hab nein gesagt, was verstehst du daran nicht?“
Mr Potter suefzte. „Scorpius, was meinst du dazu?“ Seine Augen flehten ihn regelrecht an, den sturen Sohn zu überzeugen.
„Al, du solltest wirklich mit nach Hause gehen. Es ist immerhin deine Familie.“ Die nicht geschäftlich im Ausland war.
„Ich bleibt bei dir!“
„Also die Einladung war ernst gemeint“, startete Mr Potter einen neuen Versuch, aber Scoprius schüttelte den Kopf. „Meine Schwestern sind hier und ich will Weihnachten mit ihnen verbringen.“
„Dann bleib ich auch hier.“
Wie alt war Al? Vier? Fünf? Oder vielleicht doch schon 18?
„Albus, bitte...“ Mr Potter hatte resigniert, das war ihm deutlich anzuhören.
„Wehe dir geht es nur um den leeren Schlafsaal“, zischte Scorpius ihm zu und er sah, das Al grinste. „Nein. Nicht nur. Aber ich möchte endlich mal wirklich mit dir Weihnachten feiern. In Ruhe!“
Das... war ein Argument. Mr Potter hatte das auch gehört und seufzte. „Gut... wenn du so gerne hierbleiben willst...“
„Will ich!“
„Dann kann man wohl nichts machen. Scorpius, danke, dass du ihn wenigstens so weit zur Vernunft gebracht hast, dass er mit mir reden wollte.“
Al öffnete schon empört den Mund, aber Scorpius brachte ihn effektiv mit einem Kuss zum Schweigen. „Das ist unfair“, zischte Al dann, und Scorpius meinte nur: „Denk an das Passwort...“
„Habt ihr beiden Lust auf einen Ausflug nach Hogmeade? Ihr habt jetzt ja immerhin Ferien.“
„Von mir aus...“
Wieder raus in den Schnee? Aber Scorpius nickte. Er hatte nämlich das dumme Gefühl, dass Al sich wieder sträuben würde, würde er hierbleiben wollen.
Während Mr Potter mit Professor Longbottom redete, ging kurz zu seinen Schwestern, um ihnen Bescheid zu sagen und stellte fest, dass Vega sich riesig über Tom amüsierte, der stammelnd versuchte, Mira etwas zu fragen.
„Was soll das werden?“, fragte er Vega leise, die kicherte. „Keine Ahnung, man versteht kein Wort. Mira ist aber hin und weg.“
Bevor er weiter fragen konnte, stand Al hinter ihm und sagte: „Mira, Tom ist bis über beide Ohren in dich verknallt und jetzt hört auf, meinen Freund abzulenken. Bis später!“
Da hatte jemand eindeutig seine gute Laune wiedergefunden.
Titel: Ferienauftakt mal anders
Fandom: Harry Potter (dank des Fanflashs nach dem Film. XD)
Challenges: 1. Eiskalt 2. Sprachfehler (irgendwie oO)
Charaktere: Scorpius Malfoy, Albus Potter, Harry Potter
Wörter: ~1900
Besonderer Dank an:
„Was machst du denn hier?“ Ja, er wusste, er könnte seinen Freund etwas netter begrüßen, als er in große Halle kam, den Slytherintisch links liegen ließ und sich neben ihn setzte.
„Frühstücken“, kam prompt die Antwort und Albus Potter griff nach Scorpius' Toast.
„Das sehe ich.“ Schmollend nahm er sich ein neues und sah Albus auffordernd an. Eigentlich sollte er es inzwischen ja wirklich besser wissen. Was ein echter Potter war hatte keinen Sinn für Subilitäten. Natürlich nicht. Aber hin und wieder hatte er eben doch die Hoffnung...
„Warum hast du mir nicht gesagt, dass du über die Weihnachtsferien hier bleibst? Lily und Rose haben auch nichts gesagt.“ Und die waren seit gestern weg, wohlgemerkt.
„Kein Wunder, sie wissen es nicht. Ich hab vorgestern ne Eule nach Hause geschickt, dass ich hier bleibe.“
Das war mal eine spontane Entscheidung... „Stress zu Hause?“
„Nicht direkt... eigentlich eher nicht. Aber...“
„Aber?“
„Besprechen wir das draußen, okay? Das müssen die anderen nicht hören.“
Draußen? Draußen wie... draußen? Also im Schnee? „Dir ist schon klar dass es schneit als gäbe es kein Morgen, oder?“ Scorpius deutete nach oben zur Decke der großen Halle. Die sparte einem jeden Wetterbericht. Und im Moment konnte man vor lauter Schneeflocken kaum die grauen Wolken erkennen!
„Ja. Und?“
„Es ist eiskalt?“
„Stell dich nicht so an.“
Scorpius hätte am liebsten laut gelacht. „Wer hat denn letzte Woche noch rumgeheult, dass die Gewächshäuser so kalt sind?“
„Das war etwas anderes. Das war Unterricht!“
Scorpius beschloss das einfach mal so hinzunehmen. Es war immerhin Albus, da mussten seine Erklärungen keinen Sinn machen. Nicht für andere. Bevor Albus sich noch seinen Tee schnappen konnte, leerte Scorpius die Tasse und stand auf. „Ich hol eben meinen Umhang.“ Und Schal. Und überhaupt.
„Du kannst so ein Mädchen sein...“
„Pass bloß auf, mit wem du dich hier anlegst... die nächsten Nächte könnten sehr einsam für dich werden.“
„Hä?“
„Ich hab unseren Schlafsaal für mich alleine.“
Albus starrte ihn an. Und starrte. Scorpius konnte es richtig in seinem Kopf arbeiten sehen. Dann: „Ganz alleine?“
„Aus meinem Jahrgang ist nur Vanessa geblieben.“
„Oh großer Scorpius Malfoy, tollster aller Vertrauensschüler, ich nehme alles zurück, was ich unter Umständen jemals gemeines zu dir gesagt habe, aber bitte sag mir euer Passwort!“
Viel hätte wohl nicht gefehlt und Albus wäre vor ihm auf die Knie gefallen, eine Vorstellung, die Scorpius weniger gut gefiel als es vielleicht angebracht wäre. Albus hätte das sicherlich weniger Sorgen. Oder gar Hemmungen.
„Wenn ich es dir sage... was hab ich davon?“
„Ich werde dir die Nächte versüßen?“
Und er hatte eine ziemlich genaue Vorstellung, wie das aussehen würde. Er würde bei seinen Hausaufgaben sowas von hinterherhinken...
„Eine Bedingung.“
„Ja?“
„Wenn du es meinen Schwestern sagst, werde ich dir so viele Punkte abziehen, dass ihr keine Chance bei der Hausmeisterschaft habt.“
„Du bist grausam.“
„Nein, ich kenne dich. Beziehungsweise Mira. Tom ist auch noch da.“ Und auch wenn seine kleine Schwester langsam alt genug war (oder es zumindest glaubte), sein Vater würde ihn umbringen, wenn er irgendwie etwas zuließ, was er unter Umständen verhindern könnte.
Wie gerufen tauchten die Zwillinge in der großen Halle auf und Mira verdrehte direkt den Hals um den Gryffindortisch genauer zu beobachten. Da Tom aber ein extremer Langschläfer war... war er noch nicht aufgetaucht. Zu schade.
„Mal sehen, ob ich ihn aus dem Bett werfe...“, murmelte er und stand auf um seine Sachen zu holen. Was auch immer Albus ihm sagen wollte, er musste zugeben er wollte es wirklich gerne wissen.
Nach einer Weckaktion bei den Drittklässlern – die nicht nötig war, weil Tom gerade von Steve aus dem Bett gejagt wurde – beeile Scorpius sich, wieder in die große Halle zurückzugehen wo er feststellte, dass seine Anwesenheit wohl erstmal... überflüssig war. Harry Potter höchstpersönlich redete auf seinen jüngsten Sohn ein, der so dermaßen demonstrativ schmollte, wie es eigentlich nur Al konnte.
Was zur Hölle war da los?
In diesem Moment entdeckte Albus Scorpius und sprang auf, wobei er beinahe seinen Vater erwischte. Nur Sekunden später packte er Scorpius' Hand und zog ihn hinaus. „Komm, ich hab keinen Bock auf Dad.“
Einen verwirrten Blick auf einen sichtlich verzweifelten Mr Potter zurückwerfend ließ Scorpius sich nach draußen in das Schneegestöber ziehen. Bis sie den See erreicht hatten – oder zumindest die glatte, weiße Fläche die sich genau da befand, wo der See sein sollte – hatte Scorpius das Gefühl, als Schneemann zu enden. Und Al hatte die ganze Zeit kein weiteres Wort mehr gesagt.
„Dad will Zaubereiminister werden.“
Das kam so plötzlich, dass es eine Weile brauchte, bis Scorpius wirklich begriffen hatte, was das bedeutete. Aber was er nicht verstand war, warum Albus deswegen so rebellierte.
„Warum denn das?“
„Keine Ahnung. Er hält es offenbar für eine gute Idee. Und verflucht, er wird es auch werden, wenn er sich zur Wahl stellt! Er ist der große Harry Potter!“
„Na... und?“
„Na und? Das fragst du echt noch? Dann ist es vorbei mit der Ruhe. Oder zumindest... ach, du weißt schon! Es war bisher ja schon schlimm genug, aber wenn das passiert, wenn Dad das wirklich durchzieht, ist die Hölle los! Und hast du ne Ahnung, worauf die Geier von der Presse sich stürzen werden? Auf die ganze Familie! Und dreimal darfst du raten, was denen besonders gut gefällt: Ich in Slytherin. Dem böööösen Haus voller Schwarzmagier. Und dann ist es nicht mehr weit bis du da mit reingezogen wirst.“ Erst schien es, als hätte Albus sich total in Rage geredet, aber jetzt klang er müde und legte seine Arme um Scorpius. Der gab seinem Freund einen kurzen Kuss auf die kalten Lippen und flüsterte: „Mach dir keine Sorgen deswegen... Das wird schon nicht so schlimm werden...“
„Hast du ne Ahnung... in den Sommerferien stand die Kimmkorn schon auf der Matte.“
Scorpius verzog das Gesicht. Aber er würde jetzt bestimmt nicht zulassen, dass sein Freund sich noch weiter reinsteigerte. Dann hätte er wohl die ganzen Ferien keine Ruhe mehr. Und wenn er Al das Passwort sagte, hatte er andere Dinge im Kopf als sich das Gejammer anzuhören, nur weil Albus Potter zu stolz war mit seinem Vater zu reden, der ja wohl extra dafür hergefloht war.
„Und wenn schon. Die interessiert mich nicht. Rede mit deinem Vater. Bitte. Dann sage ich dir auch unser Passwort.“
Albus schnaubte. „Wieso bist du eigentlich ein Gryffindor? Außerdem hab ich schon versprochen, es für mich zu behalten.“
„Weil der Hut nen schlechten Tag hatte? Außerdem hast du es streng genommen noch nicht versprochen.“
„Aber nen ganz schlechten“, grummelte Al und drückte sich etwas enger an Scorpius. Das konnte zwei Gründe haben: Entweder wurde ihm einfach kalt oder er wollte die ungestörte Nähe genießen... Scorpius vermutete, dass ersteres der Fall war, auch wenn ihm zweiteres natürlich besser gefallen würde.
„Also?“, fragte er, als nach einer gefühlten Ewigkeit immer noch keine Antwort gekommen war.
Erstmal grummelte Albus nur unverständlich vor sich hin, dann aber seufzte er. „Okay, okay. Ich rede mit ihm. Aber du kommst mit!“
„Was? Warum?“ Das war nicht ganz der Plan gewesen.
„Das betrifft dich genauso wie mich.“
Manchmal neigte Al wirklich dazu, zu übertreiben.
Mr Potter saß inzwischen am Lehrertisch und unterhielt sich mit Professor Longbottom. Ein merkwürdiges Bild, auch wenn Scorpius wusste, dass die beiden seit der Schulzeit befreundet waren. Als Mr Potter die beiden zugeschneiten Gestalten erblickte, war Erleichterung auf seinem Gesicht zu sehen und er winkte sie zu sich. Am liebsten würde Scorpius sich ja einfach zu seinen Schwestern setzen, aber Al hielt seine Hand so fest, dass es ohne Gewaltanwendung wohl kein Entkommen gab.
Am Lehrertisch angekommen platzte Albus heraus: „Okay, mach was du willst. Aber wenn Scorpius und ich irgendwie in einem Klatschblatt landen, jage ich dir einen Fluch auf den Hals. Und nach Hause komme ich in den Ferien auch nicht.“ Demonstrativ schlang er seine Arme um Scorpius, der sich weit weg wünschte.
Mr Potters Blick flackterte kurz von Al zu Scorpius, der nur hilflos die Schultern zuckte, dann lächelte er: „Einverstanden. Aber... Al. Wenn du wirklich so dagegen bist, werde ich nicht kandidieren.“
„Nee... mach das besser. Außer dir sind doch eh nur Deppen im Ministerium. Außer Tante Hermine natürlich.“
Scorpius hatte gewisse Zweifel, dass Al es wirklich so meinte, aber hey... der Versuch zählte. Und am Ende der Ferien glaubte er es vielleicht sogar selbst. Auch Mr Potter wirkte nicht so richtig überzeugt, aber er beschloss wohl, es nicht weiter zu hinterfragen. War wohl besser für alle Beteiligten.
„Es würde deine Mutter aber wirklich freuen, wenn du nach Hause kommst...“
Scorpius hatte kurzzeitig das Gefühl, keine Luft zu bekommen, als Al ihn fester an sich drückte.
„Nein!“
„Sie hätte auch bestimmt nichts dagegen, wenn Scorpius mitkommt.“
Scorpius blinzelte. Er? Weihnachten bei den Potters? Im Leben nicht!
„Ich hab nein gesagt, was verstehst du daran nicht?“
Mr Potter suefzte. „Scorpius, was meinst du dazu?“ Seine Augen flehten ihn regelrecht an, den sturen Sohn zu überzeugen.
„Al, du solltest wirklich mit nach Hause gehen. Es ist immerhin deine Familie.“ Die nicht geschäftlich im Ausland war.
„Ich bleibt bei dir!“
„Also die Einladung war ernst gemeint“, startete Mr Potter einen neuen Versuch, aber Scoprius schüttelte den Kopf. „Meine Schwestern sind hier und ich will Weihnachten mit ihnen verbringen.“
„Dann bleib ich auch hier.“
Wie alt war Al? Vier? Fünf? Oder vielleicht doch schon 18?
„Albus, bitte...“ Mr Potter hatte resigniert, das war ihm deutlich anzuhören.
„Wehe dir geht es nur um den leeren Schlafsaal“, zischte Scorpius ihm zu und er sah, das Al grinste. „Nein. Nicht nur. Aber ich möchte endlich mal wirklich mit dir Weihnachten feiern. In Ruhe!“
Das... war ein Argument. Mr Potter hatte das auch gehört und seufzte. „Gut... wenn du so gerne hierbleiben willst...“
„Will ich!“
„Dann kann man wohl nichts machen. Scorpius, danke, dass du ihn wenigstens so weit zur Vernunft gebracht hast, dass er mit mir reden wollte.“
Al öffnete schon empört den Mund, aber Scorpius brachte ihn effektiv mit einem Kuss zum Schweigen. „Das ist unfair“, zischte Al dann, und Scorpius meinte nur: „Denk an das Passwort...“
„Habt ihr beiden Lust auf einen Ausflug nach Hogmeade? Ihr habt jetzt ja immerhin Ferien.“
„Von mir aus...“
Wieder raus in den Schnee? Aber Scorpius nickte. Er hatte nämlich das dumme Gefühl, dass Al sich wieder sträuben würde, würde er hierbleiben wollen.
Während Mr Potter mit Professor Longbottom redete, ging kurz zu seinen Schwestern, um ihnen Bescheid zu sagen und stellte fest, dass Vega sich riesig über Tom amüsierte, der stammelnd versuchte, Mira etwas zu fragen.
„Was soll das werden?“, fragte er Vega leise, die kicherte. „Keine Ahnung, man versteht kein Wort. Mira ist aber hin und weg.“
Bevor er weiter fragen konnte, stand Al hinter ihm und sagte: „Mira, Tom ist bis über beide Ohren in dich verknallt und jetzt hört auf, meinen Freund abzulenken. Bis später!“
Da hatte jemand eindeutig seine gute Laune wiedergefunden.
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Date: 2010-12-08 10:50 am (UTC)