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[personal profile] luinaldawen posting in [community profile] 120_minuten
Fandom: Original (Nano)
Challenge: Charaktereinführung
Charakter: Lucas
Besonderer Dank: [livejournal.com profile] rei17 für das Spenden des Namens "Oscar"
Warnung: In einem Rutsch runtergeschrieben und nicht nochmal gegengelesen. Muss ich mehr sagen? ^^°°°

Noch vor ein paar Jahren hätte Lucas jeden, der ihm sagte, er würde eines Tages Kindergärtner werden, eine reingehauen. Oder ihn wenigstens ausgelacht.
Und jetzt... korrigierte er nur diejenigen, die ihn staunend fragten, ob er wirklich Kindergärtner wäre, nur darin, dass sein Beruf 'Erzieher' hieß. Und er ihn gerne machte.
Meistens.
Eigentlich hatte er studieren wollen, aber die örtliche Universität hatte ihn nicht angenommen und er wollte den Rest seiner Familie nicht verlassen um woanders hinzugehen. Die Möglichkeiten, zu reisen waren nach wie vor begrenzt und würden es wohl auch bleiben. Sein Vater hatte natürlich nicht gesagt, dass er ihn lieber in der Nähe wusste. Aber Lucas hatte es in seinen Augen gesehen, als sie diskutiert hatte, welche Möglichkeiten er nach der Schule hatte. Also war es kein Pädagogikstudium geworden, sondern eine Ausbildung im Blockeigenen Kindergarten. Und er bereute es selten.
Wenn er seine Exfreundin mit ihren Kommilitonen über Dinge reden hörte, die er nicht einmal ansatzweise verstand – konnte daran liegen, dass sie Raumfahrttechnik studierte – und er sich entsprechend ausgeschlossen fühlte. Oder wenn er einfach aus Spaß in einem Fachbuch blätterte und zu gerne mehr über all das erfahren würde.
Aber wenn er ehrlich war füllte ihn sein Beruf voll und ganz aus. Es gab viele Kinder in Wohnblock 11C. Alle besuchten den Kindergarten im obersten Stock, mit den bunt bemalten Fenstern. Sechs Gruppen, jede hatte 15-20 Kinder im Alter von 3-6 Jahren. Er arbeitete in der dritten Gruppe, auch 'Mondbasis' genannt. Die Kinder hier waren die Astronauten und sehr stolz darauf. Nur der 'Zoo' wurde manchmal neidvoll bäugt, weil man sich da ein Tier aussuchen konnte, das man sein wollte.
An diesem Morgen war das Wetter recht schön, während Lucas im Aufzug an der verspiegelten Wand lehnte, überlegte er, ob man heute vielleicht einen Ausflug machen konnte. An den Stadtrand, damit die Kinder auch mal aus der Siedlung herauskamen. Mal etwas mehr sahen, als nur Häuser, Häuser und... Häuser. Der Aufzug hielt und ein Mädchen stieg hinzu. Wirklich hübsch... kurze Haare, hellbraun mit Strähnchen, die im Licht des Fahrstuhls golden schimmerten. Er hatte sie noch nie gesehen. „Bist du neu hier?“
Sie sah ihn durch den Spiegel an und wirkte einen Moment verwirrt, dass er sie angesprochen hatte. Faszinierende Augen... grüngrau, umrahmt von dunkel getuschten Wimpern. „Mehr oder weniger. Ich wohne hier seit zwei Wochen.“
Na also. Hatte er sich nicht geirrt.
„Achso. Ich hab mich nur gewundert... ich habe dich noch nie hier gesehen.“
Jetzt drehte sie sich mit einer fließenden Bewegung zu ihm um und sah ihn direkt an. „So?“
„Du wärst mir auf jeden Fall aufgefallen.“ Flirtete er gerade? Nunja... sie war absolut sein Typ, einen Versuch wäre es also auf jeden Fall wert.
Ja, er war ein Weiberheld, wie ihn sein bester Freund gerne bezeichnete. Aber er sah nichts schlimmes daran. Spaß haben war doch wohl erlaubt, selbst heutzutage.
„Ja... da bin ich mir sicher.“ Jetzt grinste sie. Na also. Er erkannte die Signale doch, wenn er sie sah. Dieses Mädchen war eindeutig interessiert.
„Ich bin gleich da. Oberste Etage. Ich arbeite da. Hast du heute Nachmittag Zeit?“
„Nein.“ Kurz und knapp. Leichte Enttäuschung machte sich breit, aber dann fügte sie hinzu: „Aber heute abend. Unten im 'Melani' soll der Kaffee sehr gut sein.“
„Er ist sehr gut. Wie spät passt es dir?“
„Halb acht? Im Melani?“
„Ich werde da sein.“ Na also. Ging doch.
Als er nur zwei Minuten später durch die buntverglaste Tür seiner Gruppe ging, sah Svetlana direkt von einem Karton mit neuen Büchern auf und lachte. „Diesen Blick kenne ich. Wer ist es diesmal?“
„Keine Ahnung, ich hab vergessen, nach ihrem Namen zu fragen. Aber ich treffe sie heute abend im 'Melani'.“
Svetlana schüttelte mit einem breiten Grinsen den Kopf. „Also wirklich... wie machst du das nur immer wieder? - Halt nein. Ich will es nicht wissen. Marietta kommt heute nicht, sie hat sich erkältet. Aber sie geht heute noch direkt zur Medizinischen. Morgen ist sie wieder fit.“
„Einen Tag schaffen wir es auch ohne sie“, meinte Lucas schulterzuckend und bückte sich um den Inhalt des Kartons zu inspizieren.
„Das hab ich ihr auch gesagt. Sie hatte aber ein furchtbar schlechtes Gewissen. Dabei wissen wir doch alle, dass sie die Impfungen nicht verträgt.“
„Ist Oscar bei ihr?“
Svetlana schüttelte den Kopf. „Er muss den ganzen Tag arbeiten.“
„Dann seh ich heute mittag mal nach ihr.“
„Gute Idee. Nimm am besten etwas vom Mittagessen mit, wie ich sie kenne wird sie keine Lust haben zu kochen.“
„Besser für sie.“ Wenn Marietta eines nicht konnte, dann war es kochen. Kinder liebten sie, vergötterten sie sogar. Aber ließ man sie alleine in eine Küche... dann war das totale Chaos vorprogrammiert. Lucas dagegen liebte das Kochen – was bei seinen Dates immer sehr gut ankam. Leute, die regelmäßig selbst kochten waren nur noch spärlich gesäht. Es gab nunmal wesentlich schnellere Möglichkeiten und die galten dazu noch als besonders gesund. Ihm war das egal. Er stand gerne am Herd und das würde er sich auch nicht ausreden lassen. Außerdem schmeckte es einfach besser, da konnten auch zehnmal tolle neue Inhaltsstoffe fehlen. Er lebte immer noch und erfreute sich bester Gesundheit.
Svetlana und er räumten gerade die letzten Bücher in das Regal und sortierten die aus, die ersetzt wurden, als die Tür aufflog, und zwei kleine Wirbelwinde hineinstürmten. „Gute moorge~!“
„Das heißt guten Morgen, Dummkopf!“
Die beiden Frühaufsteher Tina und ihr kleiner Bruder Simon waren soeben eingetroffen. Nach und nach würden auch die anderen eintreffen und dann war es endgültig vorbei mit der Ruhe.

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