Team: van Gogh
Challenge: Päckchen 1: Frühjahrsmüdigkeit
Fandom: Original
Wörter: 505
Gerne: Space Opera >3
Warnung: Spontan und un-gebetan'ed
(die zwei letzten Challenges vom Päckchen hätte ich auch noch geschafft, wenn ich gerade wieder normal I-net hätte -.-“ *gerade aus der Bibliothek post* oder wenn wir noch das WE dazu bekommen hätten ._.“ Aber gut, besser als gar nichts und die zwei anderen reiche ich später noch nach >_<““ *ganz viel Abneigung gegen die I-net-Adims send, die nie da sind, wenn man sie braucht <.<"* aber eigentlich bin ich selber schuld, alles auif den letzten Drucker machen zu wollen ^^"")
Die Lichter am Gerätepult glühten schwach grünlich und füllten die enge Navigationskabine mit sanftem Schimmern, Mozarts Serenade No. 12 in C minor kräuselte sich langsam aus den Lautsprechern heraus und füllte den Raum ihrerseits mit leisen, weichen Tönen. Die verbrauchte Luft vibrierte träge zu der Musik, ließ sich von ihr zu Schwingungen formen, willenlos und erschöpft. Die Schiffsatmosphäre, mehrfach eingeatmet, vergewaltigt, wieder ausgeatmet, mit Sauerstoff angereichert und erneut in Umlauf gebracht, war weitaus schlimmeres gewöhnt als von der Musik zu einem sanften Tanz geführt zu werden.
Der Wachmann schlief.
Der bequeme Sessel war viel zu bequem, die Musik einlullend, die Kontrolllichter beruhigend und der Routineflug langweilig.
Die Lichter schimmerten. Oder schimmerte das Netz, welches den Traum des Wachmannes durchzog? Leuchtende, dünne Fäden glitten durch den Körper, durchströmten die Außenhaut des Schiffs, bliesen in den Geist hinein und stießen verwirrt an den schlaftrunkenen Gedanken.
Das Netz schimmerte, und lockte, und wand sich und dann erschwoll die Alarmglocke.
Der Wachmann fiel aus dem Sessel, stand auf, lief, lief, lief, lief und endlich fing er sich.
Nur eine Routineuntersuchung.
Seit 2103 hatte die Planetarische Regierung beschlossen, überall an den gängigen Kreisflächen, die ein Schiff zwangsläufig durchkreuzen musste, sogenannte „schwebende Polizisten“ - eine moderne Art der Bremsschwellen - zu positionieren.
Der Schiffspilot, dessen Ausbildung dem Planet weitaus mehr kostet hatte, schlief ebenfalls. Allerdings in einem Kältesarg, denn wer alterte während einer sich ewig hinziehenden Sternenreise schon gerne rum, einer Reise, auf der man die Sternen außer am Computermonitor nicht mal sehen konnte?
Sein Aufwachen war sehr viel schmerzvoller als der dösende Wachmann, es erlebt hatte. Eigentlich war so ein schnelles Hochfahren aller Lebenserhaltungsysteme verboten, aber noch strenger war verboten, während eines einfachen interplanetarischen Fluges die Kältesärge – außer in Notfällen – zu aktivieren.
Der Pilot schwanke, erhob sich aus dem Sarg, schwankte wieder, langte nach dem Gleichgewicht und griff daneben.
Das automatisierte Programm fing an, das Schiff zu durchleuchten, der Strafpunktezähler ratterte nach oben: 12, 17, 32, … Wenn die Anzeige 100 erreichen sollte, wurde dem Pilot für die nächsten zwei Jahre die Lizenz entzogen.
Doch das süße schimmerte Etwas, das von vom Traum herrührte und sich während des abrupten Aufwachen inmitten seiner Gedanken verfängt hatte, blieb präsent. Dem anfänglichen Unwohlsein wich eine böswillige Freude.
Das automatisierte Programm erreichte die Navigationskabine. Der Wachmann saß an seinem Platz und kontrollierte gewissenhaft die Anzeigen, der Pilot war ebenfalls da, vertieft in die aktuelle Sternenkarten und Kursberechnungen. Keine Strafpunkte zu vergeben.
>>Check over: 76 Punkte, eine Mahnung und einen guten Flug an die Besatzung.<<
„Das war knapp, was, Ralf 67?“
Die Augen des Piloten schimmerten, als er sich zu dem Menschen neben ihm umdrehte und diesen genauso neugierig musterte wie vorhin die Sternenkarte, gesprenkelt mit ihm völlig unbekannten Konstellationen.
„Ich heiße also Ralf. Und was hat es mit 67 auf sich?“
Und das schimmernde Netz flog weiter, sammelte die toten Existenzen auf: Menschen, die im Schlaf gestorben waren, Menschen, die sich den Drogen hingaben, Menschen und Nicht-Menschen, deren Gedanken weiterflogen und manchmal, nur ganz selten, in besonders klebrigen, leeren Fleischklumpen stecken blieben.
no subject
Date: 2010-09-30 07:56 pm (UTC)Und ich muss irgendwie an Lem denken. Aber es ist die Richtung. Es ist auch eine ähnliche Verwirrung.
<3