[identity profile] tristraine.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Challange: Sinkende Schiffen
Fandom: Original
Team: Monroe
Wörter: 336
Anmerkung: Tsutsumis Geschichte zu "Freak" hat mir sehr gefallen, da wollte ich es auch mal ausprobieren, aber es liegt mir leider nicht so.



Die See ist ruhig und nur kleine Wellen brechen sich am Bug des Schiffes als sie aufwacht. Marie braucht einen Moment um sich zu orientieren. Der Mond scheint fahl auf das windstille Deck. Im Halbdunkel der Nacht sieht alles so viel größer für sie aus. Marie ist auf einem der morschen Liegestühle eingeschlafen und niemand hat sie weiter beachtet. Von irgendwoher kommt Musik. Vielleicht gibt es einen Tanz, von dem sie nichts weiß. Sie hört jemanden Lachen, während sie sich vergessen fühlt. Marie muss sich festhalten. Im ersten Moment weiß sie nicht, was sich verändert hat. Der Seegang ist immer noch ruhig, die selben kleinen Wellen, die an der Schiffswand brechen. Es ist nicht das Meer. Es ist das Schiff, das immer mehr schwankt und sich von einer Seite auf die andere wirft. Es passt alles nicht zusammen. Vielleicht ist ihr nur schwindelig. Sie lässt sich auf den Boden sinken und schließt die Augen.

Endlich findet ihre Mutter sie. Sie scheint auch geweint zu haben, ihre Augen sind gerötet und ihre Stimme zitterig als sie Maries Namen ruft. Sie schließt Marie in ihre Arme und drückt sie fest an sich. Ein Geruch von Waschmittel und Bleiche umhüllt sie. „Schlafenszeit“ Ihre Mutter lächelt. „Du solltest doch schon längst im Bett sein.“ Sie nimmt Marie an die Hand. Alles fühlt sich plötzlich viel besser an. Marie wirft einen Blick auf die Rettungsboote. Der Kapitän hatte sie ihnen gezeigt, eine Rettungsweste überstreifen und dieses Schiff verlassen. Marie möchte ihre Mutter sagen, dass sie weg will. Das sie gehen müssen. Aber ihre Hand in der großen Hand ihre Mutter fühlt sich so gut an, so gut wie nie zuvor. Sie kann es nicht sagen und vergisst alle Gedanken an Flucht, sobald sie ihre Kajüte betreten. Ihre Mutter deckt sie liebevoll zu und steckt die Bettdecke fest, damit Marie nicht raus fällt. Sie singt Lieder bis Marie einschläft. Marie fühlt sich glücklich und sicher.
Außer, dass sie schon lange keine fünf mehr ist.
Fast genauso lange wie ihre Mutter tot ist.

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