(no subject)
May. 13th, 2007 03:51 pmFandom: Autorin.
Challenge: Destruktiver Konstruktivismus und #3 ...mit Bonusandeutung von Grenzen.
Warnungen: Gänzlich sinnfrei. Entsprungen aus zu viel Beschäftigung mit Bibelexegese, Schöpfungsmythen und Gottesbildern.
Wörter: 491
Charaktere: Eine Autorin, ihr Zukünftiger und ein Kunstlehrer.
A/N: Das Ganze... spielt zu ihrer Schulzeit, im Kunstunterricht, ich vermisse meinen Kunst-LK und... eigentlich habe ich gar keine Zeit sondern müsste lernen. Ja. ...Tue ich dummerweise nicht und so kriegt ihr das hier eben schnell um die Ohren gehauen. Nein, ich meine das nicht ernst.
„Ich hasse solche Aufgabenstellungen...“ Anklagend deute ich auf die vollgeschriebene Tafel und das direkt daneben projizierte Dia. „So was ist einfach nur... doof!“
Ilja legt mir den rechten Arm um die Schulter und ich kann sein Grinsen, wenn schon nicht sehen, so jedoch hören, riechen und beinahe schmecken. „So sind sie, unsere Naturwissenschaftler... brauchen klare Anweisungen und Grenzen... Warum hast du eigentlich nicht Literatur gewählt?“
Ich bin versucht, ihn zu treten. – Wenigstens hat er darauf verzichtet, mich noch einmal auf Musik anzusprechen. So unmusikalisch wie ich, kann man gar nicht sein. Und Literatur... ist Literatur. Ich will mich nicht auf irgendeiner Bühne zum Affen machen und Shakespeare habe ich für mein Leben genug gelesen. Warum ich mich als für Kunst entschieden habe... Ich kann gut zeichnen. Schön einfach und geometrisch. Was jetzt nicht unbedingt ein Argument ist. – Schon gar nicht, wenn die Aufgabenstellung vorsieht, dass ich mit von mir ausgewählten Mitteln in von mir ausgewählten Stilrichtungen das Dia von einem Steg im Winter umsetzen soll.
Ich könnte kotzen.
Sagt mir: Male mit Acrylfarben einen expressionistischen Steg und ich tue das. Das ist dann nicht schön, aber es ist etwas. – Zur Not pinkle ich dieses Teil auch illusionistisch an die Flurwand, aber bitte, etwas präziser!
Gott, ich hasse „freie Aufgabenstellungen“, die uns ermöglichen, alle Grenzen unseres bisherigen Schaffens zu sprengen.
Ich lasse meinen Blick durch den Klassenrum schweifen. Zwei Reihen vor mir steht sie und kleckst wahllos Ölfarben zu einem illusionistischen Steg, Ilja, ungefähr genauso künstlerisch begabt wie ich, hat sich auf Popart versetzt, irgendwer hat sogar angefangen das Teil in Linoleum zu schnitzen. Fakt ist: Ich bin die einzige, die seit inzwischen vierzig Minuten vor einem gänzlich leeren Arbeitsplatz steht und hofft, dass sie von irgendeiner Idee erschlagen wird.
„Nimm doch etwas einfaches. Geometrisches“, schlägt Ilja irgendwann verzweifelt vor.
Was gar nicht mal so dumm ist.
Ich krame wahllos schwarze Wasserfarbe hervor und male einen Balken auf meinen Zeichenblock. Hübsch, soweit. Schön geometrisch.
Grade, als ich beschließe in künstlerischer Genialität zu zerfließen taucht unser Alt-68er-Kunstlehrer wie aus dem Nichts hinter mir auf. „So so“ ist alles, was er zu meinen künstlerischwertvollen Strichen auf weißem Grund zu sagen hat.
„Und das nennst du jetzt?“
„Einen Steg“, erläutere ich und überlege, ob ich ihn umbringen soll.
Reichen tut ihm das nicht. „Interessant... sehr ausdrucksvoll. Und was für einen Stil imitierst du hier?“
Jetzt muss ich wider willen doch grinsen. Die Idee ist genial. „Konstruktivismus“, erläutere ich. „Wobei es da ja eigentlich kein Steg ist. Es ist abstrakt. Gänzlich gegenstandslos. Ein schwarzer Strich auf weißem Grund, ganz in der Tradition Malewitschs...“ Ich bin kurz davor, mich in Rage zu reden. – Unser Prachtexemplar von Kunstlehrer ist nicht beeindruckt.
Zugegeben. Dieser Strich ist nicht... wirklich geometrisch. Eigentlich mehr so... pinselförmig. Und bestimmt nicht durchdacht. – Wahrscheinlich doch ehr expressionistisch.
„Konstruktivismus?“, hakt er nach.
Ich grinse.
Irgendwann zuckt er mit den Achseln. „Gut. Nennen wir es 'destruktiven Konstruktivismus'. Mach noch ein paar mehr davon, und es könnte funktionieren.“
Challenge: Destruktiver Konstruktivismus und #3 ...mit Bonusandeutung von Grenzen.
Warnungen: Gänzlich sinnfrei. Entsprungen aus zu viel Beschäftigung mit Bibelexegese, Schöpfungsmythen und Gottesbildern.
Wörter: 491
Charaktere: Eine Autorin, ihr Zukünftiger und ein Kunstlehrer.
A/N: Das Ganze... spielt zu ihrer Schulzeit, im Kunstunterricht, ich vermisse meinen Kunst-LK und... eigentlich habe ich gar keine Zeit sondern müsste lernen. Ja. ...Tue ich dummerweise nicht und so kriegt ihr das hier eben schnell um die Ohren gehauen. Nein, ich meine das nicht ernst.
„Ich hasse solche Aufgabenstellungen...“ Anklagend deute ich auf die vollgeschriebene Tafel und das direkt daneben projizierte Dia. „So was ist einfach nur... doof!“
Ilja legt mir den rechten Arm um die Schulter und ich kann sein Grinsen, wenn schon nicht sehen, so jedoch hören, riechen und beinahe schmecken. „So sind sie, unsere Naturwissenschaftler... brauchen klare Anweisungen und Grenzen... Warum hast du eigentlich nicht Literatur gewählt?“
Ich bin versucht, ihn zu treten. – Wenigstens hat er darauf verzichtet, mich noch einmal auf Musik anzusprechen. So unmusikalisch wie ich, kann man gar nicht sein. Und Literatur... ist Literatur. Ich will mich nicht auf irgendeiner Bühne zum Affen machen und Shakespeare habe ich für mein Leben genug gelesen. Warum ich mich als für Kunst entschieden habe... Ich kann gut zeichnen. Schön einfach und geometrisch. Was jetzt nicht unbedingt ein Argument ist. – Schon gar nicht, wenn die Aufgabenstellung vorsieht, dass ich mit von mir ausgewählten Mitteln in von mir ausgewählten Stilrichtungen das Dia von einem Steg im Winter umsetzen soll.
Ich könnte kotzen.
Sagt mir: Male mit Acrylfarben einen expressionistischen Steg und ich tue das. Das ist dann nicht schön, aber es ist etwas. – Zur Not pinkle ich dieses Teil auch illusionistisch an die Flurwand, aber bitte, etwas präziser!
Gott, ich hasse „freie Aufgabenstellungen“, die uns ermöglichen, alle Grenzen unseres bisherigen Schaffens zu sprengen.
Ich lasse meinen Blick durch den Klassenrum schweifen. Zwei Reihen vor mir steht sie und kleckst wahllos Ölfarben zu einem illusionistischen Steg, Ilja, ungefähr genauso künstlerisch begabt wie ich, hat sich auf Popart versetzt, irgendwer hat sogar angefangen das Teil in Linoleum zu schnitzen. Fakt ist: Ich bin die einzige, die seit inzwischen vierzig Minuten vor einem gänzlich leeren Arbeitsplatz steht und hofft, dass sie von irgendeiner Idee erschlagen wird.
„Nimm doch etwas einfaches. Geometrisches“, schlägt Ilja irgendwann verzweifelt vor.
Was gar nicht mal so dumm ist.
Ich krame wahllos schwarze Wasserfarbe hervor und male einen Balken auf meinen Zeichenblock. Hübsch, soweit. Schön geometrisch.
Grade, als ich beschließe in künstlerischer Genialität zu zerfließen taucht unser Alt-68er-Kunstlehrer wie aus dem Nichts hinter mir auf. „So so“ ist alles, was er zu meinen künstlerischwertvollen Strichen auf weißem Grund zu sagen hat.
„Und das nennst du jetzt?“
„Einen Steg“, erläutere ich und überlege, ob ich ihn umbringen soll.
Reichen tut ihm das nicht. „Interessant... sehr ausdrucksvoll. Und was für einen Stil imitierst du hier?“
Jetzt muss ich wider willen doch grinsen. Die Idee ist genial. „Konstruktivismus“, erläutere ich. „Wobei es da ja eigentlich kein Steg ist. Es ist abstrakt. Gänzlich gegenstandslos. Ein schwarzer Strich auf weißem Grund, ganz in der Tradition Malewitschs...“ Ich bin kurz davor, mich in Rage zu reden. – Unser Prachtexemplar von Kunstlehrer ist nicht beeindruckt.
Zugegeben. Dieser Strich ist nicht... wirklich geometrisch. Eigentlich mehr so... pinselförmig. Und bestimmt nicht durchdacht. – Wahrscheinlich doch ehr expressionistisch.
„Konstruktivismus?“, hakt er nach.
Ich grinse.
Irgendwann zuckt er mit den Achseln. „Gut. Nennen wir es 'destruktiven Konstruktivismus'. Mach noch ein paar mehr davon, und es könnte funktionieren.“
no subject
Date: 2007-05-13 03:08 pm (UTC)Hach, dieser trockene beiläufige Humor ist so typisch und markant für dich XD Ich glaube ich könnte anhand von ihm aus hunderten einen deienr Texte erkennen *g*
Gibt es Malewitsch wirklich?
Ich mag deine Autorin übrigens mehr wenn ie noch jung und nicht so...hm...verbittert ist wie später ^.^
PS: 20/100 :P, aber lass dich ja nicht durchs Drabblen vom Lernen abhalten!
no subject
Date: 2007-05-13 03:32 pm (UTC)Was in der Tat ein Experiment ist, das mal durchgeführt werden müsste... X'D - Aber danke, ich fühle mich unglaublich geehrt.^^
Es gab ihn. Einer der Begründer des Konstruktivismus. Der tolle Dinge wie: Schwarzes Quadrat auf weißem Grund gemalt hat. XD Sagt Wikipedia
Danke für den Kommentar. *__*
Okay, du hast mich überholt! - Sobald ich diesen Abi-Scheiss (und die Sache mit dem Führerschein *hust*) hinter mir habe, werde ich... zurückschlagen. *lol*
Und ich glaube, ich werde gleich wahnsinnig. Zu viel Beschäftigen mit Religion kann für Atheisten nur gesundheitsschädlich sein. XD
no subject
Date: 2007-05-13 07:33 pm (UTC)Mir gefallen dein Stil und dein Humor sehr gut. sehr, geil!
no subject
Date: 2007-05-14 12:54 pm (UTC)Und freut mich, dass es dir so gut gefällt.^^ Danke!
no subject
Date: 2008-04-27 04:55 pm (UTC)aber ich hätts jetzt auch auf den ersten blick zum konstruktivismus geschoben *nachdenk*
^^" aber in einer serie macht sich das ganze immer besser...*kopfschüttel* destruktiver konstruktivismus...^^
no subject
Date: 2008-04-28 04:57 pm (UTC)(Ganz nebenbei: Ich halte das auch für Konstruktivismus, aber... die Challenge war zu verfühererisch. ;))
Trotzdem... Danke.^^ Du Verrückte. XD
no subject
Date: 2008-05-02 06:31 pm (UTC)no subject
Date: 2008-05-04 12:31 pm (UTC)Danke. =)