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Autor: Jenchan
Team: Sartre
Challenge: Szenario: ausgesperrt
Word count: 828
Fandom: Original (Hundesaga)
Charaktere: Sie, Robin Hood und Hund 
Titel: Pechvogel
Warnungen: unbetaed

Kommentar: Das hier ist fürs Team und Teil 4 meiner Hundesaga. Die Personen darin haben bewusst keinen Namen ^^ obgleich das langsam anstrengend wird, es beizubehalten und es deshalb teilweise sicher sehr seltsam klingt.

Pechvogel

Es war jetzt eine Woche her, seit sie diesen Robin-Hood-Verschnitt das letzte Mal gesehen hatte und immer noch ärgerte sie sich darüber, dass er sie so dumm angemacht hatte. Sie schob es ja darauf, dass sie den Hund so mochte und jedes Mal wenn sie an den Hund dachte, dachte sie an ihn und dann führte eins ins andere und schon wollte sie irgendwas gegen die Wand werden.
Das war uncool, deshalb tat sie es nicht. Außerdem ersetzte ihre Haushaltsversicherung nicht, was sie absichtlich zerstört hatte. Und im Lügen war sie nicht besonders gut. Wenn die Geschichte zu einfach war, hakten Versicherungsleute immer besonders gründlich nach und das wäre ihr Todesurteil. So gewieft, dass sie sich ne haarsträubende Geschichte ausdachte, war sie nicht.
Also ging sie Laufen um den Stress abzubauen. Laufen und Essen, damit sich alles ausglich. Aber sie wählte bewusst nicht mehr die Route über den Park, denn da könnte ihr ja Mister Wonderful über den Weg laufen und das musste nicht sein. Nicht nach so einem Spruch.
Da ... sie war schon wieder dort angelangt und schon wieder spürte sie, wie sie vor Wut kochte. Da half nur noch einen Zahn zulegen.
Völlig fertig kam sie dann auch wieder bei ihrer Wohnung an und bekam den Schock ihres Lebens. In ihrer blinden Wut schien sie den Schlüssel vergessen zu haben. Das durfte echt nicht wahr sein! Und das an einem Freitag Abend. Da würde es wieder ewig dauern, bis der Aufsperrdienst ankam und ihr das letzte Geld aus der Tasche zog.
Welche Alternativen gab es dazu also? Bei der Hausverwaltung war niemand mehr da, die hätten einen Ersatzschlüssel. Ihre Freunde wollte sie nicht unbedingt belästigen und das Wochenende zu ihren Eltern fahren? Wäre ein Möglichkeit, aber ihre Mutter würde ihr dann nur wieder sagen, dass sie doch einen Ersatzschlüssel hier deponieren hätte sollen. Klar! Sie war ja auch total wahnsinnig ihrer Mutter ihren Wohnungsschlüssel zu überlassen, damit diese aufkreuzen und hereinplatzen konnte, wie es ihr gerade passte.
Nein, das kam gar nicht in Frage.
„Alles in Ordnung?“, fragte sie eine Stimme und sie wirbelte herum. Fast hätte sie einen Heulkrampf gekriegt, als vor ihr Robin Hood auftauchte. Gott hatte sie eindeutig nicht mehr lieb.
„Ja alles in Ordnung...“
„Ähm... Entschuldigung wegen letztens, da hatten wir wohl keinen guten Start...“, begann er dann und obwohl sie sich abweisend verhalten hatte, schien Öko-Fuzi keine Anstalten zu machen, die gängige Körpersprache zu erhören.
„Entschuldigung angenommen...“ Sie betete, dass endlich jemand rauskam, damit sich dieser Peinlichkeit entfliehen konnte, aber irgendwie schien sie heute vom Pech verfolgt zu werden.
„Wohnen Sie hier?“, wurde sie allerdings gleich weiter gelöchert, während der Hund hechelnd und schwanzwedelnd seine Aufmerkskeit forderte. Aber sie musste diesen Hund und diesen Mann vergessen. Auch wenn das Tier nichts dafür konnte, aber wenn sie sich jetzt einwickeln ließ, hatte dieser Arsch gewonnen und das lag wohl eher nicht in ihrem Interesse.
„Nein, ich warte auf jemanden...“, brachte sie eilig hervor, sah ihn aber bewusst nicht an. In ihrer Stimme war etwas Aufgeregtes und sie wurde piepsiger wann immer sie log. Und gerade log sie, dass sich die Balken bogen, als sie hinzufügte: „Ich warte auf meinen Freund. Er wird jeden Moment da sein!“
Jetzt betete sie nicht nur, dass jemand herauskam, sondern dass es der schwule, aber überaus attraktive Bewohner vom Appartement über ihr war. Dann war sie gerettet und sie würde ihrem Nachbarn einen Geschenkkorb schicken.
Aber nichts geschah, während sie schweigend vor dem Gebäude standen.
„Das ist gelogen, nicht wahr?“, fragte Mister Wonderful dann direkt, wenn auch etwas scheu und mit einem Stöhnen ließ sie sich auf die Treppen vor ihrem Eingang nieder. Sofort war der Hund bei ihr und leckte ihr über das Gesicht und sie kraulte ihn hinter den Ohren und schmuste ein wenig mit ihm. Dann erklärte ihr Robin Hood, dass der Hund ihn bis hierher gezogen hatte und sie offensichtlich etwas besonderes miteinander verband. Wahrscheinlich wollte er nur die Stille überbrücken und das Eis ein wenig brechen.
Ihr war es mittlerweile egal. Sie hatte einen beschissenen Tag hinter ihr und ganz eindeutig war sie auch jetzt nicht vom Glück verfolgt. Also beschloss sie, dass eine weitere Demütigung es nicht wesentlich schlimmer machen konnte: „Ich habe mich ausgesperrt...“
Sie erwartete, dass der Typ nun über sie lachen würde, aber das geschah nicht. Stattdessen begegnete er ihr mit Verständnis und meinte tröstend: „Das ist mir auch schon öfters passiert.“ Dann fügte er mit einem viel zu freundlichen Lächeln an: „Kommen Sie, ich lade Sie auf einen Kaffee ein und dann rufe ich meinen Vater an. Der ist Schlosser.“
Sie ergriff die dargebotene Hand und ließ sich aufhelfen. „Das würden Sie wirklich für mich tun?“, fragte sie etwas erstaunt nach - immerhin kostete das doch eine ganze Menge, einen Schlosser zu bezahlen. Aber sie erntete nur ein Schulterzucken.
Dann sah er zu ihr und meinte: „Es freut mich, wenn ich helfen kann...“

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