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Autor: Jenchan
Team: Sartre
Challenge: Gefühlsduselei und anderer Kitsch
Word count: 1752
Fandom: Original
Charaktere: Trish, Jack, Liza und Cameron
Titel: Prom-Night
Warnungen: unbetaed, ein bereits 1000fach ausgeschlachtetes Konzept.

Kommentar: Ich hoffe, das zählt zu Gefühlsduselei und anderem Kitsch. Ich jedenfalls liebe Cinderella-Stories XD

Prom-Night

Heute war es soweit. Ein wenig fühlte sich Trish wie in einem Märchen. Sie war nicht wirklich hübsch, sie trug schon eine Ewigkeit eine Zahnspange und hatte Probleme mit unreiner Haut. Egal was sie versuchte, die Pickel waren ihr immer einen Schritt voraus.
Und doch hatte sie endlich eine Einladung bekommen. Sie wusste nicht, wer er war, aber sie hatte den Umschlag mit einer Karte zum Abschlussball und einer kurzen Zeile mit der alles entscheidenden Frage im Briefkasten gefunden gehabt. Nun stand sie nur vor dem Problem, was sie anziehen sollte.
Ursprünglich wollte sie ja nicht zu dem dummen Ball gehen. Die Zicken von Dienst hatten schon seit Wochen kein anderes Gesprächsthema mehr als diesen bescheuerten Ball und wer mit wem dorthingeht. Da sie hässlich war, interessierte sich keiner dafür, wie es ihr dabei ging und sie hatte für sich beschlossen, dass sie dieses Event einfach mit Abwesenheit strafen würde.
Aber jetzt... jetzt hatte sich das alles geändert und der Ball war schon morgen. Sie wusste also nicht, was sie jetzt tun sollte, nachdem die Einladung sie so spät erreicht hat. Sie wusste auch gar nicht, wer jetzt noch daran dachte, dass er sie unbedingt zum Ball mitnehmen müsse. Ihre beste Freundin hatte schon verstanden und es akzeptiert, dass sie einfach nicht wollte. Sie war irgendwie nervös, weil sie nicht wusste, wie sie das nun regeln sollte.

Glücklicherweise hatte sie die beste Mutti der Welt. Noch beim Abendessen hatte sie dann gebeichtet, dass sie nun kurzfristig von einem Jungen zum morgigen Ball eingeladen wurde. Natürlich hatte sie das nur so nebenbei gesagt und desinteressiert die Schultern gezuckt und behauptet, dass sie die Einladung nicht annehmen würde. Immerhin hatte sie ja schon beschlossen nicht zum Ball zu gehen und da hätte der Junge einfach früher ankommen müssen. Außerdem wusste sie ja noch nicht einmal, wer er war.
Aber ihre Mutter hatte verstanden und war noch am selben Abend mit einem wunderschönen Kleid in ihr Zimmer gekommen. Sie erzählte davon, dass sie das zu ihrem Abschlussball getragen hatte und wenn Trish wollte, konnte sie es anprobieren.
Das tat sie dann auch gleich und verlor kurz den Mut, als sie feststellte, dass sie nicht wie ihre Mutter damals war. Obenrum fehlte ihr etwas und sie war ein bisschen zu klein. Aber ihre Mutter nestelte an dem Kleid herum und steckte die Änderungen fest, bevor Trish sich vorsichtig aus dem Kleid helfen ließ. „Und jetzt ab ins Bett, morgen früh musst du zum Zahnarzt.“
Das war auch etwas, auf das sich Trisch besonders freute. Besser hätte es gar nicht kommen können, dass sie am Tag des Abschlussballes ihre Zahnspange loswurde. Das war sicher ein total eigenartiges Gefühl, aber dafür sah sie nicht mehr aus wie ein Drahtesel. Ändern hätte sie es nicht können, aber peinlich wäre es ihr trotzdem gewesen.

Am Abend des Abschlussballes half ihre Mutter ihr dann dabei, sich richtig fein herzurichten. Sie wurde geschminkt und ihre Haare wurden ihr gemacht und sie trug dieses unglaublich hübsche Kleid. Ein Traum in Rot mit den passenden Schuhen dabei. Ein bisschen fühlte sie sich wie Cinderella, nur dass sie sicher keinen Prinzen bekam.
Sie hoffte nur, dass es nicht einer von den Losern war, die nichts anderes als Computer in den Köpfen hatte, aber so hatte die Einladung eigentlich nicht gewirkt. Sie hatte gewirkt, als wäre sie von einem schüchternen Gentleman.
Dann war sie endlich fertig und just in dem Moment klingelte es auch schon an der Türe. Es stand ein Mann mittleren Alters vor der Türe in Uniform und Kappe. Das war nicht ihr Date oder? Das könnte sie nicht ertragen. Umso erleichterter war sie, als er sich als ihr Cheauffeur entpuppte, der sie zum Ball bringen sollte. Als sie die Limosine sah, wollten ihr beinahe die Augen rauskullern.
Dennoch konnte sie nun keine Zeit mehr verlieren und sie bedankte sich noch einmal bei ihren Eltern mit einer liebevollen Umarmung, bevor sie zu dem langen, protzigen Auto schritt. Der Cheauffeur öffnete ihr die Türe und schloss sie hinter ihr leise wieder. Innen war der Wagen nur noch geräumiger und mehr denn je hatte Trish das Gefühl, dass sie Aschenputtel war.

Nervös sah sie sich in dem schon recht vollem Raum um. Sie hatte ihre Karte abgegeben, nachdem der arme Tropf, der das übernommen hatte sie eine Weile angegafft hatte. Er schien sie nicht zu erkennen, aber nachdem sie eine Karte hatte, wurde sie eingelassen ohne großes Tamtam. Aber was machte sie jetzt? Sie wusste ja immer noch nicht, wer sie eingeladen hat.
„Sie wird kommen, ich schwörs euch“, hörte sie dann ein Kichern und ihr Blick viel auf eine Gruppe Jungs, die zu den poplären Schülern gehörten. Konnte es wirklich sein, dass sie hier einem Trick aufgelaufen war? Dass das hier zu ihrer demütigung hätte dienen sollen? „Ich hab ihr sogar extra die Limosine vorbeigeschickt...“
Definitiv.
Trish trat auf die Gruppe von Jungs zu und fragte: „Auf wen wartet ihr?“ Sie war sich schon am Eingang bewusst geworden, dass sie scheinbar ein wirklich ausgesprochen hübsches Bild abgab, aber sie wollte eine Bestätigung haben und die bekam sie, als auch diese Jungs sie einem Moment angaffte. Echt - langsam fand sie das ekelhaft.
„Wer bist du?“, fragte der populärste von den jungen Männern und Trish holte aus ihrer Handtasche die Einladung heraus.
„Ist die von dir?“ Sie sah, dass er die Beipackkarte wiedererkannte und warf sie ihm vor die Füße, bevor sie ihm eine kräftige Ohrfeige verpasst und ihn einen „Arsch“ schimpfte. Dann stürmte sie regelrecht davon und stoppte erst auf der Toillette.

„Hey, komm schon Trish. Jack ist nun mal ein Arsch, aber jetzt bist du schon da und siehst heiß aus, da kannst du dich doch auch amüsieren?“ Das war ihre beste Freundin, die sie zufällig auf der Toilette gefunden hatte und nun versuchte ihren Seelenschmerz zu heilen, während sie die Tränen immer noch nicht aufhalten konnte.
„Ich hab wirklich gedacht, dass es endlich bergauf geht. Es hat alles so gut gepasst... ich versteh nicht, wie ich mich so hab blenden lassen können...“, schluchzte Trish und schneuzte sich. Sie war hat doch nichts weiter als ein Aschenputtel. Nur halt eines, für das es kein Happy End gab.
„Es gibt bestimmt auch jemanden für dich da draußen“, konterte Liza. „Davon bin ich überzeugt.“
„Ich nicht...“ Nur aus diesem Grund würde sie sich hier nicht mehr wegbewegen.
„Um was möchtest du wetten?“ Trish kannte diesen herausfordernden Ton, aber sie wollte eigentlich nicht darauf eingehen. Aber sie wusste auch, dass sie schon verloren hatte. Liza würde nicht zulassen, dass sie hier auf der Toilette blieb und wenn würde sie mit ihr hier bleiben; und eigentlich wollte sie ihrer besten Freundin nicht den Ball verderben.
„Na schön... du hast gewonnen...“, gab sie also nach und ließ sich von Liza auf die Beine helfen, die ihr dann auch gleich das Make-Up reparierte. Immerhin wäre es umso peinlicher, wenn sie mit verschmierten Make-Up wieder in den Ballsaal käme.

Trish fand die Musik nicht so schlecht und auch die Getränke - natürlich alle Alkoholfrei, weil Schulveranstaltung - waren eigentlich in Ordnung. Allerdings war sie bisher kein einziges Mal von einem jungen aufgefordert worden. Zwar spürte sie immer wieder Blick auf sich, aber wahrscheinlich auch nur deshalb, weil sie vorher so eine Szene veranstaltet hatte.
Als der letzte Tanz angekündigt wurde, sah sie, wie Jack auf sie zukam und sie hoffte irgendwie nicht, dass er sie nun allen ernstes Fragen wollte, ob sie mit ihm tanzen würde. Das könnte sie nicht ertragen und eigentlich wollte sie auch nicht mehr in Tränen ausbrechen.
„Schenkst du mir diesen Tanz?“, hörte sie dann eine ihr bekannte Stimme von der anderen Seite und sie drehte sie in die Richtung. Dort stand Lizas Zwillingsbruder, der öfter mal mit ihnen etwas unternommen hatte und mit dem man unglaublich viel Spaß haben konnte. Er war genauso cool wie ihre beste Freundin, nur dass die beiden nicht auf dieselbe Schule gingen. War Liza mit ihm hierhergekommen.
Sie rang sich ein Lächeln durch und meinte: „Gern.“ Das war ihr auf jeden Fall lieber als Jack und Cameron sah noch dazu wirklich gut aus. Das schien in bei denen in der Familie zu liegen. Ihr Lächeln wurde ehrlicher als sie merkte, dass Jack quasi die Kinnlade runterflog, als sie auf die Tanzfläche geführt wurde.
„Du siehst heute wirklich bezaubernd aus, Trish. Wann bist du das Drahtding losgeworden?“, fragte Cameron, während Trish gerade feststellte, dass es in seinen Armen eigentlich sehr schön war. Aber bestimmt hatte er sie einfach nur vor Jack retten wollen.

Hatte er nicht.
Trish konnte es gar nicht fassen, was hier gerade passierte. Cameron hatte sie nach dem Tanz zu einem Spaziergang eingeladen und sie hatten sich wirklich gut unterhalten. Bis er sie in einem Pavilion aufgehalten hatte und sie ernst ansah. Sie wusste nicht, was er wollen könnte, als er sich dann auch schon vorgelehnt hatte und ihr ihren ersten Kuss klaute. Einfach so und sie konnte nichts anderes tun, als ihn einfach nur geschockt anzustarren.
Verlegen trat Cameron einen Schritt zurück und sah zu Boden. „Ähm... tut mir Leid. Es ist nur... weißt du... ich... ich hab dich immer schon toll gefunden und...“ Trish schwirrte der Kopf. Dabei hatte sie gar keinen Alkohol getrunken. Cameron mochte sie? Dem Kuss nach zu urteilen nicht wie eine Schwester.
„Wie... wie lange schon?“ Ihr Leben war gerade wirklich wie in einem dieser kitschigen Teenie-Filme, von denen sie sich immer wieder gefragt hatte, wie man nur auf so einen Schrott kommen konnte. Sowas passierte doch nicht im echten Leben.
Cameron sah auf und lächelte schief, während er die Schultern zuckte. „Immer schon. Liza hat mich immer nur deshalb mitgenommen, weil sie wollte, dass ich es dir sage. Auch wenn du uns besuchen warst. Erinnerst du dich - sie hat uns immer alleine in irgendeinem Zimmer gelassen und war verschwunden...“ Trish erinnerte sich. Aber was war mit ihr? Empfand sie genauso? Sie hatte nie darüber nachgedacht, wie sie zu Cameron stand.
Der legte ihr nun eine Hand auf die Wange. „Schon gut. Ich erwarte ja nicht, dass du meine Gefühle erwiderst. Aber Liza hatte Recht, es war längst überfällig, dass ich es dir sage...“ Sein Blick war sanft wenn auch etwas traurig, aber Trish konnte sich nicht mehr von diesen braunen Augen lösen. Cameron war immer für sie da und sie spürte, wie ihr Herz zu flattern begann. Und da wusste sie, dass das ihr erster richtiger fester Freund sein würde.


Mit diesem Post hat Team Sartre 111 Punkte - wir sind am Aufholen *yay*

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