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[personal profile] luinaldawen posting in [community profile] 120_minuten
Team: Byron
Challenge: Gefühlsduselei und anderer Kitsch
Fandom: Digimon
Charaktere: Ruki Makino, Ryo Akiyama
Wörter: ~1500
Warnungen: Argh >___<

Teil 1

Mehrmals war Ruki kurz davor gewesen, einfach abzusagen. Es war schließlich Ryo! Was hatte sie geritten, zuzustimmen, mit ihm ins Kino zu gehen?
Aber wann immer sie ihr Handy in die Hand nahm um ihn anzurufen verließ sie der Mut. Es war nur Kino! Kein bescheuertes Candlelightdinner, wie es ihre Mutter gerne mit ihren aktuellen Typen machte.
Der sie natürlich von nichts erzählt hatte. Auch wenn ihr Hirn sich vorübergehend abgeschaltet haben musste, so weit war es noch funktionstüchtig.
Warum sie aber schon eine Stunde bevor sie eigentlich losmusste schon vor ihrem Kleiderschrank stand und sich fragte, was sie anziehen sollte, konnte sie sich wirklich nicht erklären. Warum sollte sie sich für Ryo auftakeln? Aber in Jeans und T-Shirt wollte sie auch nicht aufkreuzen.
Dummerweise hatte sie nicht viel andere Auswahl... also wurde es die Kombination Jeans und Bluse. Ihre Mutter wäre begeistert, was die Bluse doch ein Geschenk von ihr gewesen, schön auf Taille geschnitten und tussig. Fast hätte sie das Ding wieder ausgezogen aber irgendwie fehlte plötzlich die Zeit dafür. Wo war die verdammte Stunde nur hin?
Wütend fuhr sie sich nochmal mit den Fingern durch die offenen, langen Haare und betete, dass ihre Mutter nicht auf die Idee kam gerade jetzt ihr Telefonat mit ihrer besten Freundin zu beenden und sich von ihr zu verabschieden.
Aber nur ihre Großmutter nahm Notiz von ihrem Aufbruch. „Du solltest einen Regenschirm mitnehmen...“, rief sie aus dem Wohnzimmer, wo sie ohne jeden Zweifel mit irgendwem chattete.
„Natürlich!“ Als wäre sie so dämlich bei diesem Wetter ohne Schirm rauszugehen. Besagten Schirm hatte sie auch bereits in der Hand und es war fast eine Erleichterung, als sie die Haustür hinter sich ins Schloss warf.
Weniger angenehm war es draußen, als sie eine Dreiviertelstunde später im strömenden Regen am Kino ankam. Wer hatte nochmal die bescheuerte Idee gehabt, ausgerechnet heute ins Kino zu gehen?

Sie.
Verdammt.
Wehe, Ryo war noch nicht da, dann konnte er was erleben! Sich an einer Gruppe giggelnder Mittelschülerinnen vorbeidrängelnd – irgendein Schauspieler war ja soooooo süß! – betrat sie die große Eingangshalle des Kinos und klappte den Schirm zusammen, bevor sie sich umsah. Offenbar waren Ryo und sie nicht die Einzigen, die ausgerechnet heute ins Kino gehen wollten... das war irgendwie klar gewesen.
Und wie sollte sie Ryo hier jetzt finden? Suchend sah sie sich um, aber...
Sie wirbelte herum, als sie eine fremde Hand auf ihrer Schulter spürte und sah direkt in Ryos grinsendes Gesicht. Was nahm der morgens, dass er immer so gut drauf war? Sie würde gerne den Hersteller verklagen, das grenzte ja schon an Körperverletzung!
„Hey! Du bist wirklich gekommen.“ Sollte sie beleidigt sein, weil er so überrascht klang?
„Natürlich, was denkst du denn?“ Dass sie mehrmals kurz davor gewesen war, abzusagen, ignorierte sie großzügig. Sie war ja jetzt hier, zu spät für einen Rückzieher.
Zum Glück für ihn grinste Ryo nur. Sie wollte gar nicht wissen, was er gedacht hatte. „Und was für einen Film gucken wir?“
„Kennst du Star Trek?“
Sie starrte ihn an. Dass ausgerechnet Ryo... „Ja“, antwortete sie, als sie merkte, dass diese Frage nicht rhetorisch gemeint gewesen war – leider. „Ich kenn die Serie mit der Enterprise. Und diesem Glatzkopf.“
„Picard? Vergiss den. Also Star Trek?“
„Okay...“ Obwohl sie sich da inzwischen gar nicht mehr so sicher war. Aber wenigstens musste sie sich keinen behämmerten Liebesfilm angucken. Den hätte Ryo sich definitiv alleine angucken können.

Ungefähr zwei Stunden später wusste Ruki, woher Ryo sein nervtötendes Auftreten hatte. Wenn der Kirk in der Originalserie auch so gewesen war, hatte er ganz eindeutig als Vorbild gedient. Trotzdem – oder gerade deswegen – hatte ihr der Film gut gefallen. Aber „Das mit dem schwarzen Loch war komisch.“
„Ist doch egal. Das ist ein Film, die wollen nicht logisch sein.“
„Den Logikpreis hätte der auch nicht gewonnen.“
„Das stimmt.“ Ryo lachte. Das war nicht gerade die Reaktion, die Ruki haben wollte, aber so war es... angenehm. Es war plötzlich viel unkomplizierter, viel einfacher.
„Gibs zu, Kirk hat dir gefallen.“
„Der ist genau wie du.“
„Eben.“ Wieder lachte er. Versuchte er gerade mit ihr zu flirten? Oder was sollte das werden? Nun doch etwas nervös sah sie ihn an. Er sie auch. Nur war bei ihm keine Nervosität zu spüren. Natürlich nicht. Ryo Akiyama war doch bestimmt schon mit massig Mädchen ausgegangen. Warum sollte sie da etwas Besonderes sein?
„Wenn du willst, können wir uns die anderen Filme mal zusammen ansehen... ich bin ja noch ein paar Tage hier. Und dann...“
„Und dann was?“
„Ich wollte hier zur Uni gehen. Darum bin ich überhaupt da. Aufnahmetest und so.“
„Solltest du dann nicht eher lernen?“ So schlau war doch wohl selbst Superheld Ryo nicht. Oder?
„Das hab ich in den letzten Wochen genug getan. Wenigstens an einem Abend wollte ich Spaß haben.“
„Und? Hattest du den?“ Was stellte sie hier für bescheuerte Fragen? Wer war sie denn bitteschön? Ein hirnloses Fangirl?
Im Moment fühlte sie sich wie eins.
Sie nahm erst bewusst wahr, dass sie das Kino verließen, als es plötzlich um sie herum nass wurde. Was ihr erstmal kaum egaler sein konnte. Sie war ja nicht aus Zucker. Ryo offenbar schon, denn er öffnete seinen Regenschirm und rückte so dicht an sie heran, dass sie beide darunter standen. „Du solltest dich besser nicht erkälten.“
„Von dem bisschen Regen wird man nicht krank.“ Ihr Immunsystem funktionierte ganz hervorragend.
„Trotzdem.“ Warum brachte ihn alles, was sie sagte zum Lachen? „Komm, ich fahre dich nach Hause.“
Hä? „Womit denn?“
„Mit meinem Auto.“
Wieso hatte der Kerl ein Auto? Und wieso sagte er das, als wäre es das selbstverständlichste der Welt?
„Woher hast du ein Auto?“
„Gekauft.“
„Ach nee. Nicht geklaut?“
„Dafür würde ich nicht in den Knast gehen.“
Wie er das meinte, sah sie ein paar Minuten später. „Die Karre fährt?“
„Nicht so ungläubig, es könnte beleidigt sein.“
„Bitte?!“
„War nur ein Scherz. Ich bin damit von Fukuoka bis nach hier gekommen, also es läuft zuverlässig.“
Ganz Gentlemanlike hielt er ihr die Beifahrertür auf und sie musste zugeben, trotz des schlechten Eindrucks von außen... innen war es wenigstens sauber. Konnte man längst nicht von jedem Wagen dieser Preisklasse erwarten. Vermutlich war der Vorbesitzer froh gewesen, es los zu sein. Aber sie verkniff sich jede weitere Bemerkung – Ryo war ein Mann, also nicht ganz zurechnungsfähig, wenn es um Autos ging – und brachte es sogar fertig, sich zu bedanken, bevor sie einstieg. Langsam wurde das hier wirklich bizarr.
„Wissen die anderen schon, dass du in Tokyo bist?“, fragte sie als, er ebenfalls eingestiegen war und den Wagen startete. Wenn ja, wunderte es sie, dass die Idioten Kazu und Kenta sie nicht schon damit genervt hatten.
„Nein. Ich... wollte hier erstmal in Ruhe alles regeln.“
So wie er sie ansah, fragte sie sich unwillkürlich, was er unter alles verstand. Wieso... wieso hatte er ausgerechnet sie angerufen. Hatte sich ausgerechnet mit ihr treffen wollen. Sagte ausgerechnet ihr, dass er nach Tokyo ziehen wollte. Zu viele Fragen... Fragen, deren Antwort ihr Angst machte. Vor allem war sie sich nicht ganz sicher, wie ihre Reaktion auf diese Antwort wäre.
Verlegen wandte sie den Blick ab und sah aus dem Fenster.
Eine ganze Weile herrschte Schweigen zwischen ihnen, nur wenn sie ihm sagen musste, wo er langfahren musste, sah sie ihn an. Und wurde immer nervöser.
Was erwartete er eigentlich von ihr?
Er hatte sie angerufen, sie nach einem Date gefragt – ohne das so direkt beim Namen zu nennen, aber es war definitiv ein Date gewesen –, sie ins Kino eingeladen und jetzt brachte er sie auch noch nach Hause.
Was erwartete sie eigentlich von ihm?
„Da wären wir. Bei dir scheinen schon alle zu schlafen, es ist dunkel.“
„Äh... Mama muss morgen früh aufstehen... und Oma geht immer früh ins Bett...“
„Sie machen sich keine Sorgen, wenn du mit einem Jungen ins Kino gehst?“
„Ich habs ihnen nicht gesagt. Mama hätte mir dann keine Ruhe mehr gelassen.“ Sie konnte ihr immer noch reinen Wein einschenken, wenn... ja... wenn was?
Ein Licht im Garten ging an. „Scheint doch noch jemand wach zu sein.“ Wieso war sie so gar nicht überrascht?
„Hat wohl das Auto gehört.“
„Ja... muss wohl.“ Trotzdem machte sie noch keine Anstalten, auszusteigen. Im Auto war es dunkel, nur das Licht der Straßenlaterne beleuchtete Ryos Gesicht.
Was sollte sie jetzt tun?
War es nicht so, dass man sich nach einem Date küsste? Zumindest in diesen dämlichen Liebesfilmen, die ihre Mutter immer guckte, lief das so ab.
„Also... wenn du... nach deiner Prüfung Zeit hast... können wir ja noch was unternehmen...“ Hatte sie das gerade wirklich gesagt? Ryo schien es auch kaum glauben zu können.
Gut, dann waren sie schon mal zwei.
„Willst du wirklich?“
„Hätte ich sonst gefragt?“ Das klang schon wieder eher nach ihr selbst. Er grinste. „Wohl kaum. Übermorgen ist die Prüfung. Ich ruf dich danach an, okay?“
„Okay. Dann... viel Erfolg... und so.“ Sie löste den Gurt und bevor sie es sich anders überlegen konnte drückte sie Ryo einen Kuss auf den Mund und ergriff die Flucht.


Mal schaun, obs ne Fortsetzung gibt... vielleicht lasse ich es auch einfach so. *seufz*

Date: 2010-08-18 08:07 pm (UTC)
From: [identity profile] bananasea.livejournal.com
Herzliches Beileid. Es ist eine Ruki außer Kontrolle o.o Egal, ich fand es trotzdem toll XD (Und amüsant X3 Obwohl es Star Trek war o.ó)

> Sollte sie beleidigt sein, weil er so überrascht klang?

Nein, geschmeichelt o.o

> „Nicht so ungläubig, es könnte beleidigt sein.“

Schließlich gibt es außer Magie absolut keine Erklärung dafür, dass es überhaupt noch steht û_u Wie der Fuchsbau eben.

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