[identity profile] exiles-diary.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Autor: Jenchan
Team: Sartre
Challenge: Erbe
Word count: 691
Fandom: Prince of Tennis
Charaktere: Kunimitsu und Kunikazu 
Titel: Alleinerbe
Warnungen: unbetaed, wahrscheinlich ooc-ness

Kommentar: Irgendwie fühl ich mich heute so produktiv XD  Jetzt, wo ich eine Statistik habe.

Alleinerbe

Draußen prasselte der Regen unablässig gegen die Fensterscheiben und hin und wieder durchschnitt ein Blitz die Dunkelheit und ein Donner störte die Stille. Es war schon recht spät und eigentlich hätte er schon längst im Bett sein sollen. Kunimitsu hatte den Nachmittag über mit lernen verbracht, da er schon bald die Aufnahmeprüfung zur Universität und da wollte er genauso profilieren, wie die ganzen letzten Jahre in der Schule.
Jetzt hatte ihn allerdings sein Großvater nach dem Abendessen noch in das Arbeitszimmer gebeten und er war mit einem seltsamen Gefühl dem rechtmäßigen Familienoberhaupt gefolgt. Für Kunimitsu war das selbstverständlich, genauso selbstverständlich, wie dass er seiner Familie unter keinen Umständen Kummer bereitete.
Das war zwar in der Vergangenheit schon einmal passiert, aber seitdem gab er auf sich noch mehr Acht. Er war in den letzten Jahren zu einem verantwortungsbewussten jungen Mann herangewachsen, der sein Selbstbewusstsein wie ein Schild um sich herumtrug. Die Unsicherheit und das ungute Gefühl, das ihn beschlich, als ihn sein Großvater noch um eine Unterredung bat, versteckte sich hinter seinem stets ernsten Gesichtsausdruck. Einer Mimik, die der Kunikazus sehr ähnelte.
„Setz dich“, forderte eben jener schon etwas betagtere Mann seinen Enkel auf und der tat, was von ihm verlangt wurde. Kunikazu war vom alten japanischen Schlag und schon allein durch seinem ehemaligen Beruf ein sehr strenger Mensch. Wer Polizisten ausbildete, der musste eine gewisse Härte haben und Kunimitsu hatte vor seinem Großvater sehr großen Respekt. Als kleiner Junge war er davon überzeugt gewesen, irgendwann in dessen Fußstapfen zu treten.
Heute war er schlauer. Er wusste, dass er das, was Kunikazu einstmals als Beruf ausgeübt hatte, niemals machen konnte. Das war einfach nichts, was ihn großartig interessierte. Er wusste zwar noch nicht genau, was er werden wollte, aber er wusste, dass er nie zur Polizei gehen würde. Er liebte die Gerechtigkeit, aber er hatte gewiss nicht diese Härte, auf jemanden zu schießen, wenn es sein musste. Ohnehin konnte er mit Waffen nicht viel anfangen.
Sein Großvater hatte sich inzwischen hinter seinen Schreibtisch gesetzt und einen kleinen Stapel Papier zur Seite gelegt. Er faltete die Hände vor sich und Kunimitsu wusste, dass die Sache äußerst ernst war. Weit mehr als das normale Ernst.
Innerlich versuchte er sich darauf einzustellen, als sein Großvater auch schon direkt mit der Sprache herausrückte: „Du sollst mein alleiniger Erbe sein.“ Es brauchte etwas, bis Kunimitsu begriff, was das zu bedeuten hatte.
„Was... ist mit Vater?“, fragte er vorsichtig nach, während er gerade das Gefühl hatte, mit eiskalten Wasser überschüttet worden zu sein. Er wusste ja, dass sein Großvater viele Dinge an seinem Sohn zu bemängeln hatte, aber er hatte nicht geahnt, dass Kunikazus Abneigung gegen seinen Sohn solche Wellen schlagen würde. Er hätte gerade von seinem Großvater niemals einen solchen Schritt erwartet.
Es war fast schon kaltherzig und der Blick, den er von Kunikazu nun bekam, machte deutlich, dass er keine Rechtfertigung für diese Aussage bekommen würde. Stattdessen sprach sein Großvater in einem Ton weiter, als wäre das alles beschlossene Sache: „Du solltest dich in den nächsten Tagen den Familiendokumenten widmen. Vergiss darüber hinaus nicht, dass du dich auf einer lokalen Universität bewirbst.“
Kunimitsu kam sich wie vor den Kopf gestoßen vor und als das Schweigen etwas andauerte, schickte ihn sein Großvater mit den Worten „Wenn du keine relevanten Fragen hast, kannst du gehen“ fort. Wie ferngesteuert erhob sich der jüngste Tezukaspross und verließ das Arbeitszimmer. Er merkte schon jetzt, dass sich sein Weltbild gravierend erschüttert hatte. Konnte er das tun? Konnte er seinen Vater hintergehen und den Wunsch seines Großvaters erfüllen? Es fühlte sich vor den Kopf gestoßen und verraten, obgleich er derjenige sein würde, der seinem Vater wehtun würde.
Wie konnte Kunikazu das nur von ihm verlangen? In den nächsten Tagen musste er unbedingt mit seinem Vater darüber reden. Er war ja auch noch viel zu jung, um zu wissen, wie man eine Familie richtig leitete. Außerdem war er seinem Vater, der ihn erzog und unterstützte, ebenso großen Respekt schuldig wie dem Rest der Familie. Er war der jüngste und was Kunikazu von ihm verlangt hatte, erschien ihm einfach unmöglich.
Das Tezuka-Erbe sollte seinem Vater gehören. Davon war Kunimitsu überzeugt.


Autor: Jenchan
Team: Sartre
Challenge: "Nicht mit mir!"
Word count: 703
Fandom: Prince of Tennis
Charaktere: Kunimitsu, Ayana und Kuniharu 
Titel: Die Gerechtigkeit wird siegen
Warnungen: unbetaed, wahrscheinlich ooc-ness

Kommentar: Und die Fortsetzung ^^


Die Gerechtigkeit wird siegen

Seitdem sein Großvater ihn davon in Kenntnis gesetzt hatte, dass er ihn als alleinigen Erben einsetzen wollte, stand Kunimitsu etwas neben sich. Es war nun schon eine Woche her und er hatte noch nicht den Mut gefunden, etwas gegen diese Ungerechtigkeit zu tun. Dabei hätte er nur seinen Vater davon erzählen müssen und ihn fragen, was er machen konnte, damit sie nicht ihr gutes Familienverhältnis zerstörten.
Warum Kunikazu ausgerechnet jetzt darauf gekommen war, ihm solch eine Nachricht zu überbringen, war ihm schleierhaft. Sein Großvater war für sein Alter quietschfidel und nichts deutete darauf hin, dass sein Ende in Sicht wäre. Wahrscheinlich würde er noch ein richtiger Medusalem werden.
Kunimitsu entwich ein Seufzen und er legte den Bleistift weg. Er hatte eigentlich noch ein wenig für die Aufnahmeprüfung der Universität lernen wollen, aber irgendwie war das schon die ganze Woche über nicht mehr möglich gewesen. Jedes Mal wenn er hinter seinem Schreibtisch saß, dachte er über das Erbe nach.
Ein leises Klopfen an der Türe riss ihn aus den Gedanken und nach seiner Erlaubnis trat seine Mutter ein. „Ich bringe dir frischen Tee. Das Abendessen wird in einer Stunde fertig sein.“ Damit stellte Ayana das kleine Tablett mit Kanne und Tasse auf den Schreibtisch und warf ihrem Sohn noch einmal einen ermutigenden, liebevollen Blick zu. Dann verließ sie das Zimmer und Kunimitsu war sich sicher, dass seine Mutter ihn wieder durchschaut hatte. Dass sie genau wusste, dass ihn etwas beschäftigte.
Konnte er wirklich diese liebevollen Eltern hintergehen?
Die Antwort lautete klar und deutlich 'Nein'.
Das ließ er einfach nicht zu. Sein Großvater konnte viel, aber er konnte ihn nicht dazu zwingen die Familie zu hintergehen. Das ließ Kunimitsu einfach nicht mit sich machen.
Mit neuem Mut stand er auf und war überzeugt davon, Kunikazus Intrige aufzudecken.
„Vater, Mutter... ich muss kurz mit euch sprechen“, wandte er sich an die beiden und Ayana legte wie selbstverständlich ihre Arbeit beiseite und auch Kuniharu wandte seinem Sohn seine Aufmerksamkeit zu. Wohingegen Kunimitsus Mutter wissend wirkte, dass sie nun über ein Problem aufgeklärt und wahrscheinlich um Rat gebeten wurden, war Kuniharu eher verwirrt. Ihm war nicht aufgefallen, dass sein Sohn die letzten Tage Gedanken gewälzt anstatt gelernt hatte.
„Großvater hat mich vor einer Woche darüber in Kenntnis gesetzt, dass er mich als alleinigen Erben wünscht“, begann er dann auch direkt und spürte einen Knoten in der Brust, der sich immer fester zog. Sein Blick flog nervös zu seinem Vater, dessen Gesicht einen Moment verletzt und angespannt wirkte. Also hatte er nichts davon gewusst.
„Möchtest du das denn?“, fragte Ayana sanft und Kunimitsu merkte, dass seine Stimme versagen wollte, also schüttelte er langsam den Kopf. Dann riss er sich etwas zusammen und meinte: „Ich finde es ungerecht, den direkten Erben auf diese Weise zu übergen. Außerdem ist das eine sehr große Verantwortung, von der ich nicht das Gefühl habe, schon mit ihr betraut werden zu können.“
Nun erhob sich Kuniharu und er legte seinem Sohn eine Hand auf die Schulter. „Wenn mein Vater das wünscht, wird das schon seine Gründe haben. Ich bin sehr stolz auf dich und überzeugt davon, dass du die dir auferlegten Aufgaben genauso gut meistern wirst, wie bisher.“
Kunimitsu verstand die Welt nicht mehr und fühlte sich mehr denn je etwas ausgeschlossen. Wie konnte sein Vater das einfach so akzeptieren? Wie konnte er von seinem eigenen Sohn erwarten, dass er diese Intrige fortführte? Das konnte er doch nicht machen.
„Denk noch einmal in Ruhe darüber nach. Ich bin mir sicher, dass wir eine Lösung finden werden, mit der alle zufrieden sind“, setzte Ayana in einem beruhigenden Tonfall dran und Kunimitsu konnte sich darüber nicht wirklich glücklich schätzen. Anstatt das Problem loszuwerden, hatte er nun das Gefühl, alles schlimmer zu machen.
Andererseits hatte seine Mutter bestimmt Recht. Noch war es ja nicht so weit und er hatte ja nicht vor, seine Eltern zu hintergehen. Selbst wenn er das Erbe annehmen würde, so würde er sie immer respektieren und versuchen, sie weiterhin stolz zu machen.
Dennoch - ihm passte diesmal wirklich nicht die Art, wie sein Großvater die Familienangelegenheiten regelte. Er würde sich also noch einmal mit seinem Großvater auseinandersetzen müssen. Hier war definitiv noch nicht das letzte Wort gesprochen.


Nachwort: Heute bin ich wirklich ausgesprochen produktiv >.< in dem Tempo haben wir vielleicht bald wieder Platz 1.


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