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Team: Sartre
Challenge: Vergessen/vergesslich/Memozetteln ect.
Word count: 1470
Fandom: Prince of Tennis
Charaktere: Tezuka-Familie
Titel: Come home
Warnungen: unbetaed (evtl Ooc-ness)

Kommentar: Hmm... ja Reihe das irgendwie zu meinem Tezuka x Miyuki-Plot ein, auch wenn das Mädel darin nicht vorkommt. Ich bin fest davon überzeugt, das unser stolzer, perfekter Kunimitsu in Deutschland sicher etwas von seiner Erhabenheit einbüßen würde. Immerhin ist er ja nur deshalb so toll, weil er aus einer traditionsgebundenen Familie kommt. Wir haben ihn trotzdem lieb - auch wenn oder gerade weil er einen Stock im Arsch hat XD

Come home

Ayana machte sich große Sorgen um ihren einzigen Sohn. Sie hatte sich in all den Jahren oft gewundert, wie sie es geschafft hatten, ihn so gut zu erziehen. Er war so unglaublich schnell herangereift, dass sie stellenweise nicht einmal selbst mitgekommen war. Und immer hatte er sich vorbildlich verhalten.
Sie vermutete, dass es daran lag, dass ihr Schwiegervater eine tragende Rolle in der Erziehung gespielt hatte. Von dem Mann, der einstmals für die Polizei gearbeitet hatte, hatte ihr Sohn eine Menge gelernt. Kunikazu hatte ihm wirklich sehr gute Werte vermittelt und es hatte sie immer mit Stolz erfüllt, wenn sie gesehen hatte, dass ihr Sohn nach genau diesen Maßstäben legte.
Auch gab sich ihr Kunimitsu nicht mit weniger zufrieden als dem Besten. Er schien auch von seinem Umfeld genau das zu erwarten und während er zu einem charismatischen jungen Mann heranwuchs, hatte sie öfters beobachten können, dass in seiner Umgebung wirklich jeder hundertzehn Prozent gab. Es war wirklich faszinierend, was für eine unglaubliche Ausstrahlung ihr Sohn hatte.
Er war eigentlich bisher von jedem respektiert worden. Wäre er nicht so reif gewesen, hätte sie ihn auch nie alleine nach Deutschland zur Rehabilitierung fliegen lassen. Jedem anderen Fünfzehnjährigen hätte sie das auch nicht zugetraut, aber ihr Sohn war schon da so unglaublich selbstständig, dass sie eigentlich kaum Bedenken gehabt hatte.
Natürlich hatte ihr Mutterherz mit dieser Angelegenheit besonders gehadert, aber was hätte sie tun sollen? Sie hatte ihrem Sohn nicht guten Gewissens den Sport, den er liebte nehmen können, nur weil sie vor Sorge überschäumte, wo sie doch genau wusste, dass ihr Sohn das garantiert schaffte. Und wirklich lange weg war er letztlich ja doch nicht.
Ihr entwich ein Seufzen, als sie sich daran erinnerte, was danach geschehen war. Kunimitsu war nach den National Championships zu ihr gekommen und hatte um ein Gespräch gebeten. Natürlich hatte sie ihm zuerst einmal zu diesem Erfolg gratuliert. Sie war in den Zuschauerreihen gesessen und hatte sich das gemeinsam mit ihrem Mann und ihrem Schwiegervater live angesehen. Wie es sich nun einmal für eine liebende Familie gehörte. Aber auf das Gespräch war sie absolut nicht vorbereitet gewesen. Kunimitsu hatte auch gar nicht gesagt, um was es konkret gehen sollte und so waren sie alle dagesessen und hatten gespannt gewartet, was der Erbe des Tezukavermögens zu sagen hatte.
Er wolle in Deutschland die Schule fertig machen, hatte er dann eröffnet. Er hatte bei der Rehabilitierung die Gelegenheit gehabt, sich das dort anzusehen und hielt es für eine gute Erfahrung. Er wüsste, dass es auch hier viele gute Schulen gab, aber man konnte eine Ausbildung im Ausland mit so etwas nicht vergleichen. Außerdem hätte er dann Gelegenheit, weitere Therapiestunden für seine Schulter zu machen. Die Ärzte hätten zwar gemeint, dass er wieder vollkommen genesen war, aber er wollte da lieber auf Nummer sicher gehen. Wenn es also für sie in Ordnung war, würde er sich darum kümmern, einen Platz auf einer europäischen Schule zu bekommen.
Ihr Sohn hatte das Talent immer nur das Notwendigste zu sagen und das mit einer Sicherheit in der Stimme, die eigentlich keinen Widerspruch zuließ. Als Mutter konnte sie aber deutlich die Unsicherheit in den braunen Augen sehen, die unverwandt in die Runde geblickt hatten. Sie hatten danach auch noch eine Weile darüber diskutiert, wie er sich das vorstellte und schließlich hatten sie nachgegeben. Wenn Kunimitsu sich so sicher war, war es ohnehin schwierig, irgendwie abzulehnen. Dennoch hatte ihr Herz geblutet, als sie schließlich ihren Sohn wieder auf den Flughafen gebracht hatte, damit dieser sein neues Leben beginnen konnte.

Und hier begann nun ihre Sorge. Anfangs hatte Kunimitsu ihr noch geschrieben und sie hatten hin und wieder telefoniert. Das war das erste Jahr gut gegangen und auch das zweite Jahr. In den Ferien war Kunimitsu immer zu ihnen gekommen und hatte sie besucht. Sie hatte sich davon überzeugen können, dass er gut zurecht kam, wo er nun lebte.
Aber vor Kurzem war er achtzehn geworden und seither war der Kontakt eher mikrig ausgefallen. Eigentlich hatte sie schon seit den Neujahrswünschen - und den seltsamen Weihnachtsgrüßen - nichts mehr von ihm gehört. Es hatte sie ja schon schockiert, dass Kunimitsu in den Winterferien diesmal nicht zurück nach Japan gekommen war. Aber wie immer hatte er eine plausible Erklärung für sie gehabt. Er war nun im letzten Jahr und musste sich auf die Abschlussprüfung vorbereiten. In Deutschland nannten sie das Abitur. Warum sich ihr Sohn das antat, war ihr ein Rätsel - immerhin musste er ja für eine Universität ja noch einmal eine Prüfung ablegen und soviel lernen konnte gar nicht gesund sein.
Ändern konnte sie jedoch nichts daran. Dennoch konnte sie sich nicht vorstellen, dass Kunimitsu wirklich vergaß, dass er zu Hause noch eine Familie hatte. Sie hatte auch ein wenig ein schlechtes Gewissen, weil Kuniharu und sie beschlossen hatten, ihm vorerst lieber nichts davon zu sagen, dass es Kunikazu weniger gut ging. Der alte Mann hielt, so hoffte sie, noch ein paar Jahre durch, aber auch wenn es ihr Schwiegervater nicht sagte, war sie überzeugt davon, dass dieser seinen Enkel noch einmal sehen wollte. Ihn mehr oder minder vermisste.
Also beschloss sie, ihren Sohn selbst aufzusuchen und schrieb ihm eine entsprechende Email. Sie hatte sich dafür extra von Kunimitsu zeigen lassen, wie der Computer funktionierte, den er im zweiten Jahr der Mittelschule bekommen hatte. Dann machte sie sich daran, ihren Mann zu erreichen und ihm zu sagen, dass er sich Urlaub nehmen sollte, sie würden allesamt nach München fliegen. Was blieb ihr auch schon anderes übrig, wenn Kunimitsu sich immer mehr zurückzog. Es kam gar nicht in Frage, dass sich ihr Sohn von der Familie weglebte, wenn es der einzige war, den sie hatte. Und ihrem Schwiegervater tat es vielleicht auch gut, wenn sie einen Tapetenwechsel vollzogen.
Das beschlossen buchte sie auch gleich drei Tickets und es konnte losgehen. Eine Woche München würde reichen, um Kunimitsu zu zeigen, dass er auch andere Pflichten außer lernen hatte. Jedenfalls waren sie zwei Tage später auf dem Flughafen in München.

Dort wuchs Ayanas Sorge noch mehr, da sie zu dritt in der Ankunftshalle standen und irgendwie nicht so recht wussten, was sie nun tun sollten. Eigentlich hätte Kunimitsu schon da sein sollen, um sie in Empfang zu nehmen, aber von ihrem Jungen war weit und breit nichts zu sehen. Was war nur aus ihrem Sohn geworden, der immer so verlässlich gewesen war.
Irgendetwas stimmte da doch nicht.
Also nahmen sie sich ein Taxi, wobei das Englisch von ihnen allen etwas eingerostet war. Dennoch schafften sie es schließlich, sich zu verständigen und wurden dorthin gebracht, wo ihr Sohn die Wohnung hatte. Dort bezahlten sie den Fahrer und stiegen mit ihrem Gepäck die Treppen hinauf. Mittlerweile war sie wirklich schon absolut verägert, dass Kunimitsu sich das erlaubt hatte und da half es auch nicht, als ihr Sohn vollkommen übermüdet die Türe öffnete und die Erkenntnis, dass er etwas wirklich wichtiges vergessen hatte, sein Gesicht blass werden ließ. Aber sie wurden nach einer Begrüßung eingelassen und Kunimitsu machte ihnen Tee.
Dennoch war auch Kuniharu der Meinung, was Ayana sich schon vor Wochen gedacht hatte: Deutschland tat ihrem Sohn nicht gut.
Das vermittelte ihr Mann auch Kunimitsu gemeinsam mit der Forderung, dass er wieder nach Japan zurückkehren sollte. Diesmal galten auch die Argumente nicht, dass er kurz vor dem Abschluss stand. Es fehlte doch nur noch das Abitur. Da wog es für alle drei allerdings schwerer, dass Kunimitsu sie am Flughafen vergessen hatte und damit hatte ihr Sohn eigentlich mit einem Schlag seinen ganzen Bonus verspielt.
Er musste sich nun der Familie beugen, nachdem nun eindeutig klar war, dass er doch nicht so selbstständig sein konnte, wie er es ihnen vorgezeigte hatte. Natürlich wollte Kunimitsu das nicht und Ayana konnte ihm ansehen, dass ihn das zutiefst unglücklich machte. Sie konnte ihm auch ansehen, dass es ihm wirklich Leid tat, aber sie durfte sich einfach nicht davon abschrecken lassen. Sie hatte immer noch die Aufgabe, ihren Jungen zu erziehen und da musste sie hin und wieder einfach streng sein.
Irgendwann sah das ihr Sohn sicher ein, dass sie nur das Beste für ihn wollten. Und es war doch sicher kein Problem für Kunimitsu die Prüfung auf einer Universität in Japan abzulegen. Dort hatte er sogar die Wahl, auf welche er gehen wollte. Innerhalb Japans war es einfacher, Kontakt zu halten. Da konnte sie auch alleine zu ihm fliegen und nachsehen, ob alles in Ordnung war. Alleine nach Deutschland schien ihr da einfach zu gefährlich, vor allen Dingen, da Kunimitsu hier eindeutig etwas an Pflichtbewusstsein eingebüßt hatte.
Schließlich gab ihr Sohn nach und versprach, sich an den japanischen Universität zu bewerben und so schnell wie möglich nach Japan zurück zu kehren. Das stimmte sie alle wieder milder und sie konnten sich endlich den angenehmeren Themen widmen. Immerhin hatten sie nur eine Woche Zeit, sich alles von ihrem Sohn zeigen und erzählen zu lassen.

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