4. Päckchen: "Du"-Perspektive
Jul. 30th, 2010 07:47 pmTeam: Byron
Fandom: Original
Charaktere: Zwei Jungs
Challenge: Schreibe aus der zweiten Person, also "Du"-Perspektive.
Warnungen: Kurz und vollkommen random - ich war jung und brauchte die Punkte! `_´
Wörter: ~600
Vorwort: Meine Ode ans Schwimmen. Chlorgeruch macht mich immer noch high und wenn ich irgendwo die ersten Takte von "Jump" von Van Halen höre, schießt mein Blutdruck immer noch auf 190, mein Herz rast und meine Knie werden weich. Konditioniert ist halt konditioniert.
Herzschlag.
Chlorgeruch.
Du atmest ein, du atmest aus. Das Gemurmel unzähliger Stimmen um dich herum wird zu einem einzigen leisen Summen im Hintergrund ausgeblendet. Du bist so angespannt wie eine Gitarrensaite, die jeden Moment zerreißt.
Die Luft ist heiß und die Sonne knallt durch die beschlagenen Fensterscheiben nach drinnen.
Es ist so viel Chlor in der Luft, dass du kaum atmen kannst.
Dein Name hallte aus den blechernen Lautsprechern, klingt fremd und als ob er nicht zu dir gehört.
Dein Blick wandert wie von selbst zur Seite, wo ein blonder, widerspenstiger Schopf grade unter eine nasse Badekappe gezwängt wurde und du spürst, wie deine Mundwinkel sich unwillkürlich zu einem herablassenden Lächeln verziehen.
Penner. Bastard. Idiot.
Dein Herzschlag hämmert im Rhythmus, ein Schlag für jede Beleidigung.
„Ich bin sicher, ein Haufen wohltätiger Organisationen würden dafür spenden, dass du diesen Mopp endlich schneiden lässt“, murmelst du beiläufig, während du zum Startblock trittst.
Arme kreisen lassen. Lockern.
Du bist gar nicht locker. Aber du kannst schon lange nicht mehr still stehen.
Unbarmherziges Gummi schnalzte neben dir, als die Kappe ruckartig losgelassen wird.
„Wohltätigkeit und du in einem Satz …was ist daran wohl falsch?“ gibt er ebenso leise und beiläufig zurück. „Ein Wunder, dass du das Wort überhaupt buchstabieren kannst.“
Die Blechstimme sagt deinen Name. Zum zweiten Mal.
Und seinen Namen.
Und irgendwelche anderen Namen, die dir nichts bedeuten.
Du schüttelst die Arme und springst auf und ab. Dein Blickfeld verschwimmt und wird sekundenlang unscharf und verzerrt, als du deine Schwimmbrille überziehst. Der Plastikrand drückt unbarmherzig auf deine Augen.
Direkt vor dir wird mit einer mächtigen Welle angeschlagen. Schlechter Anschlag, denkst du kritisch. Wertvolle Sekunden vergeudet. Das kannst du besser.
Pfiffe ertönen und Schreie von den Seitenrändern des Beckens. Kampfrichter notieren eifrig die Zeiten.
Wie von einem unsichtbaren Magnetfeld gelenkt wandert dein Blick erneut nach rechts.
Goldbraune Augen sind auf dich gerichtet, sehen aus wie eine einzige Herausforderung, bevor sie ebenfalls hinter dunkel getönten Gläsern verschwinden. Ein provokatives Grinsen breitete sich auf dem Gesicht neben dir aus, zeigen die spitzen Eckzähnchen, die dem Bastard wie immer etwas Freches und durch und durch Verwegenes verleihen.
Adrenalin pumpte durch deine Adern und dein Herz hämmerte.
„Ich hoffe, du ertrinkst“, flüsterst du lautlos.
„Ich hoffe, dein Humor stirbt mit dir, du Penner“, gibt er zurück. Atemlos. Lautlos.
Zu viel Chlor, zu wenig Sauerstoff.
Chlorgeruch macht dich high wie eine Droge. Jedes Mal.
Rechts und links klettern die Schwimmer über die hohe Umrandung aus dem Wasser. Du fühlst sich wie eine Sprungfeder, angespannt bis zum Zerreißen und du hasst, hasst, hasst diesen Moment, bevor es losgeht.
Du willst ins Wasser und du willst, dass deine Muskeln endlich etwas tun können. Paradoxerweise fühlt sich immer so an, als ob du erst richtig atmen kannst, wenn du unter Wasser bist.
„Auf die Plätze …“, befiehlt die blecherne Stimme.
Endlich. Endlich. Endlich. Deine Füße bewegen sich wie automatisch. Stufen. Startblock. Die raue, nasse Oberfläche fühlt sich unangenehm kratzig an unter deinen bloßen Fußsohlen und du atmest tief ein. Und aus. Ein. Und aus. Alles verschwindet und wird klein und unwichtig hinter dem wilden Hämmern deines schlagenden Herzens.
Die Bahn sieht endlos aus von hier oben.
„Fertig …“
Du senkst die Arme so weit wie möglich nach unten, bis sie die Kante des Startblockes berühren. Blut rauscht hämmernd in deinen Ohren und du wendest den Kopf ein letztes Mal nach rechts. Immer nach rechts. Immer ist er auf der Bahn neben dir. Jedes Mal.
Dunkel getönte Gläser und das unverschämte Grinsen blicken direkt zurück.
Immer ist er fast so gut wie du oder eine Millisekunde besser als du. Immer ist er direkt vor dir, hinter dir, neben dir. Überall wie das verdammte Wasser. Penetrant wie der Chlorgeruch.
Penner. Bastard. Idiot. Ein Herzschlag für jede Beleidigung.
Du atmest ein.
Und dann ertönt der Pfiff.
Fandom: Original
Charaktere: Zwei Jungs
Challenge: Schreibe aus der zweiten Person, also "Du"-Perspektive.
Warnungen: Kurz und vollkommen random - ich war jung und brauchte die Punkte! `_´
Wörter: ~600
Vorwort: Meine Ode ans Schwimmen. Chlorgeruch macht mich immer noch high und wenn ich irgendwo die ersten Takte von "Jump" von Van Halen höre, schießt mein Blutdruck immer noch auf 190, mein Herz rast und meine Knie werden weich. Konditioniert ist halt konditioniert.
Herzschlag.
Chlorgeruch.
Du atmest ein, du atmest aus. Das Gemurmel unzähliger Stimmen um dich herum wird zu einem einzigen leisen Summen im Hintergrund ausgeblendet. Du bist so angespannt wie eine Gitarrensaite, die jeden Moment zerreißt.
Die Luft ist heiß und die Sonne knallt durch die beschlagenen Fensterscheiben nach drinnen.
Es ist so viel Chlor in der Luft, dass du kaum atmen kannst.
Dein Name hallte aus den blechernen Lautsprechern, klingt fremd und als ob er nicht zu dir gehört.
Dein Blick wandert wie von selbst zur Seite, wo ein blonder, widerspenstiger Schopf grade unter eine nasse Badekappe gezwängt wurde und du spürst, wie deine Mundwinkel sich unwillkürlich zu einem herablassenden Lächeln verziehen.
Penner. Bastard. Idiot.
Dein Herzschlag hämmert im Rhythmus, ein Schlag für jede Beleidigung.
„Ich bin sicher, ein Haufen wohltätiger Organisationen würden dafür spenden, dass du diesen Mopp endlich schneiden lässt“, murmelst du beiläufig, während du zum Startblock trittst.
Arme kreisen lassen. Lockern.
Du bist gar nicht locker. Aber du kannst schon lange nicht mehr still stehen.
Unbarmherziges Gummi schnalzte neben dir, als die Kappe ruckartig losgelassen wird.
„Wohltätigkeit und du in einem Satz …was ist daran wohl falsch?“ gibt er ebenso leise und beiläufig zurück. „Ein Wunder, dass du das Wort überhaupt buchstabieren kannst.“
Die Blechstimme sagt deinen Name. Zum zweiten Mal.
Und seinen Namen.
Und irgendwelche anderen Namen, die dir nichts bedeuten.
Du schüttelst die Arme und springst auf und ab. Dein Blickfeld verschwimmt und wird sekundenlang unscharf und verzerrt, als du deine Schwimmbrille überziehst. Der Plastikrand drückt unbarmherzig auf deine Augen.
Direkt vor dir wird mit einer mächtigen Welle angeschlagen. Schlechter Anschlag, denkst du kritisch. Wertvolle Sekunden vergeudet. Das kannst du besser.
Pfiffe ertönen und Schreie von den Seitenrändern des Beckens. Kampfrichter notieren eifrig die Zeiten.
Wie von einem unsichtbaren Magnetfeld gelenkt wandert dein Blick erneut nach rechts.
Goldbraune Augen sind auf dich gerichtet, sehen aus wie eine einzige Herausforderung, bevor sie ebenfalls hinter dunkel getönten Gläsern verschwinden. Ein provokatives Grinsen breitete sich auf dem Gesicht neben dir aus, zeigen die spitzen Eckzähnchen, die dem Bastard wie immer etwas Freches und durch und durch Verwegenes verleihen.
Adrenalin pumpte durch deine Adern und dein Herz hämmerte.
„Ich hoffe, du ertrinkst“, flüsterst du lautlos.
„Ich hoffe, dein Humor stirbt mit dir, du Penner“, gibt er zurück. Atemlos. Lautlos.
Zu viel Chlor, zu wenig Sauerstoff.
Chlorgeruch macht dich high wie eine Droge. Jedes Mal.
Rechts und links klettern die Schwimmer über die hohe Umrandung aus dem Wasser. Du fühlst sich wie eine Sprungfeder, angespannt bis zum Zerreißen und du hasst, hasst, hasst diesen Moment, bevor es losgeht.
Du willst ins Wasser und du willst, dass deine Muskeln endlich etwas tun können. Paradoxerweise fühlt sich immer so an, als ob du erst richtig atmen kannst, wenn du unter Wasser bist.
„Auf die Plätze …“, befiehlt die blecherne Stimme.
Endlich. Endlich. Endlich. Deine Füße bewegen sich wie automatisch. Stufen. Startblock. Die raue, nasse Oberfläche fühlt sich unangenehm kratzig an unter deinen bloßen Fußsohlen und du atmest tief ein. Und aus. Ein. Und aus. Alles verschwindet und wird klein und unwichtig hinter dem wilden Hämmern deines schlagenden Herzens.
Die Bahn sieht endlos aus von hier oben.
„Fertig …“
Du senkst die Arme so weit wie möglich nach unten, bis sie die Kante des Startblockes berühren. Blut rauscht hämmernd in deinen Ohren und du wendest den Kopf ein letztes Mal nach rechts. Immer nach rechts. Immer ist er auf der Bahn neben dir. Jedes Mal.
Dunkel getönte Gläser und das unverschämte Grinsen blicken direkt zurück.
Immer ist er fast so gut wie du oder eine Millisekunde besser als du. Immer ist er direkt vor dir, hinter dir, neben dir. Überall wie das verdammte Wasser. Penetrant wie der Chlorgeruch.
Penner. Bastard. Idiot. Ein Herzschlag für jede Beleidigung.
Du atmest ein.
Und dann ertönt der Pfiff.
no subject
Date: 2010-07-30 06:11 pm (UTC)Der Junge mit den goldbraunen Augen ist so... gah! Provokant...
Und ich finde die Rivalität toll dargestellt!
Ich mag Schwimmen total, aber hab nie bei Wettkämpfen mitgemacht. Es klingt aber richtig aufregend.